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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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KBS 867, derSchlömener, 614 049-5, malo

ZM: Bayreuth kriegt bessere Bahnanbindung

Startbeitrag von KBS 867 am 30.01.2006 06:38

Guten Morgen,

hier eine Zeitungsmeldung aus dem Nordbayerischen Kurier vom Samstag:
Hohl: Bayreuth kriegt bessere Bahnanbindung
Der Bayreuther OB-Kandidat der CSU, Dr. Michael Hohl, will aus Bahnkreisen erfahren haben, daß eine verbesserte Anbindung Bayreuths vor einem Durchbruch stehe. Laut Hohl plane die Bahn die Bedienung Bayreuths mit dem Franken-Sachsen-Express auf der Strecke Nürnberg-Dresden. Auf der Strecke solle im Zweistundentakt ein Neigetechnikzug aus der neuesten Baureihe des Typs Regio-Swinger (VT 612) eingesetzt werden, berichtet Hohl. Die Fahrtzeit von Nürnberg nach Dresden über Bayreuth betrüge dann etwa viereinhalb Stunden.
"Damit trägt mein Einsatz gemeinsam mit Hartmut Koschyk und Walter Nadler in Sachen Bahn erste Früchte", sagt Hohl.


Ihr könnt euch sicher sein, von mir gibts dazu nen Leserbrief im Kurier!

Antworten:

Super Politikergeschwätz!

Die Leute werden wohl wieder für absolut bescheuert verkauft:

"Damit trägt mein Einsatz gemeinsam mit Hartmut Koschyk und Walter Nadler in Sachen Bahn erste Früchte" ... dass ich nicht lache...

Ein Einsatz, der sich wirklich gelohnt hat, will man die hochsubventionierte Nahverkehrslinie mit furchtbaren Fahrzeugen nun als Erfolg verkaufen.
Wer es bezahlt ist ja mal wieder egal...

Und wenn man dann - auch wegen der Kürzungen der Bundesmittel für den (wirklichen) Nahverkehr - plötzlich kein Geld für Münchberg - Helmbrechts mehr hat, heißt es eben: Wir haben alles versucht, aber die Strecke lohnt sich einfach nicht.

von derSchlömener - am 30.01.2006 10:01

Berichtet "Hohl"

Hallo,

was soll man dazu noch sagen/denken?
612 im Fernverkehr? Oder als IRE? Es ist völlig egal. Der 612 ist der größte Bruch von DieBahn. Die größte Zumutung für den Fahrgast.
Was muß noch kommen?
Hohl sagt das.

Gruß

von malo - am 30.01.2006 22:40

Natürlich, SEIN Einsatz!

Weiß jemand, ob demnächst rein zufällig OB-Wahlen in Bayreuth anstehen?

Würde man Herrn Mronz zu der Thematik befragen, wäre es sicher SEIN Einsatz, der erste Früchte zu tragen beginnt...

und wenn die Schrottkisten dann da sind, reibt sich wieder jeder die Augen und stimmt das große Klagelied vom Verlust des ach so schönen 605ers an... und der Nordbayerische Kurier kann vielleicht schon Weihnachten 2006 wieder die nächste Wunschzettelaktion mit Bahn-Nikolaus starten.

Vielleicht merkt ja dann auch einer derer, die alle so topinformiert sind in Sachen Bahn (von denen wimmelt es ja geradezu in der Bayreuther Lokalpolitik und Lokalpresse), daß der 612er doch irgendwie schonmal da war... aber wir haben ja schon damals aus diesen Kreisen erfahren, daß der Komfort eines 612ers stets von der Farbe seiner Außenhaut abhängig ist - rot: schneller, moderner Komfortneigetechnikzug; weiß - unzumutbarer Nahverkehrstriebwagen mit viel zu lautem Motorgeräusch.

Naja, der Fahrgast auf Dresden-Nürnberg muß sich dann halt einfach immer wieder klar machen, daß sein Zug außen rot ist, und schon macht die 612er-Fahrerei Spaß... unterstützend kann man ja dann auch mal in Chemnitz, Zwickau, Hof und natürlich in BAYREUTH kurz aussteigen, um das Nahverkehrsfeeling zu erhöhen.

Aber mal Spaß beiseite: Ich würde vor Scham im Boden versinken, wenn ich zu einem Thema schon so viel Schmarrn geschrieben, vermutet, gefordert und auf meine Fahne geschrieben hätte wie das die Bayreuther Lokalpolitik und -presse beim Thema Bahn tut. Vor allem würde ich für alle Zukunft einen großen Bogen um das Thema machen, anstatt mich damit immer wieder ins Rampenlicht zu stellen und wieder aufs neue zu beweisen, daß ich (1) keine Ahnung und (2) ein Gedächtnis habe, das im Idealfall für die letzten 6 Monate reicht. Aber Peinlichkeiten kennt man in Bayreuth ganz offensichtlich nicht, wenns ums Thema Bahn geht.

Wie wäre es denn mal mit einer Anzeige im Nordbayerischen Kurier?

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ANZEIGE - in eigener Sache
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Sie haben keine Ahnung von der Bahn?

Macht nichts, wir auch nicht!


Sie möchten dennoch zu Bahnthemen stellungnehmen?

Kein Problem, denn bei uns haben sie garantiert keine Prüfung auf Richtigkeit Ihrer Angaben zu befürchten.


Sie möchten genau das Gegenteil von dem sagen, was sie vor 2 Jahren gesagt haben?

Auch das stellt keine Hürde dar. In unserer schnellebigen Zeit ist nahezu alles, was vor mehr als 6 Monaten stattfand, gar nie passiert. Der Großteil unserer Leser wird es nicht bemerken, und der Rest hat ohnehin schon resigniert.


Sie möchten durch uns mitteilen, wie groß ihr politisches Engagemant für die Bahn in unserer Region ist?

Dann haben Sie sich genau das richtige Thema zur Profilierung herausgesucht, denn der größte Teil unserer Leserschaft hat vor zwanzig Jahren das letzte Mal einen Zug von innen gesehen und wird demzufolge Ihre Aussagen nicht bezweifeln. So können Sie sich gerade bei dieser Lesergruppe als jemand präsentieren, der selbst für die kleineren Probleme stets ein offenes Ohr hat.


Sie möchten sich äußern, wissen aber nicht, welcher Standpunkt zur Zeit gerade gut ankommt?

Wir arbeiten derzeit an Statusanzeigen auf unserer Homepage, die im Minutentakt aktualisiert werden sollen und zu jedem Thema die offizielle Bayreuther Pressemeinung anzeigen. Im Zuge dieser Neuerung hoffen wir auch, die bisher etwas problematische Einordnung der Baureihe 612 (auch Taiga-Trommel genannt) auf der gut-böse-Skala für den Poltiker ohne Bahnkenntnisse zu vereinfachen.


Haben Sie noch Fragen?

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie auch gerne, welche Forderungen an die Bahn, das Land oder den Bund zur Zeit einen hohen Wert auf dem Bayreuther Meinungsmarkt haben. Wir schlagen Ihnen vor, um welche Themen Sie sich die vergangenen Monate über gekümmert haben müssen, um bei der Leserschaft einen guten Eindruck zu hinterlassen. Sie müssen nicht befürchten, daß jemand an Ihrem Einsatz zweifelt. Notfalls haben Sie von den Stellen, die Sie kontaktiert haben, leider Gottes bis heute keine Antwort erhalten.


Nichts wie ran!

Sie sehen also, mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite ist es kein Problem, die Leserschaft im Landkreis und weit darüber hinaus für Ihre politischen Ziele und Vorstellungen beim Thema Bahn zu gewinnen - auch wenn diese im Halbjahrestakt wechseln. Schicken Sie noch heute Ihre Stellungnahme zum Bayreuther Bahngeschehen an den Nordbayerischen Kurier, oder nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um einen Beratungstermin zu vereinbaren.


Wir freuen uns auf Sie und Ihre Bahnstory.

Nordbayerischer Kurier, Lokalmeinung für Bayreuth Stadt und Land.

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von 614 049-5 - am 31.01.2006 00:56

Ja es sind Wahlen

Guten Morgen,

Zitat

Weiß jemand, ob demnächst rein zufällig OB-Wahlen in Bayreuth anstehen?


Ja, am 14.03. stehen die Wahlen an. Sonst würde wohl auch nichts vom OB-Kandidaten Hohl in der Zeitung stehen. ;)

Zitat

Würde man Herrn Mronz zu der Thematik befragen, wäre es sicher SEIN Einsatz, der erste Früchte zu tragen beginnt...


Lies mal den zweiten Zeitungsartikel in meinem Beitrag von gerade eben. ;)

Die Anzeige deinerseits ist Klasse!! :D



von KBS 867 - am 31.01.2006 06:25

Heute weitere Zeitungsartikel

Hier nun noch zwei weitere Artikel aus dem Kurier von heute zum Thema Franken-Sachsen-Magistrale:

Ohne Neigetechnik geht nichts
30.01.2006 22:24
Franken-Sachsen-Magistrale Hauptthema bei verkehrspolitischer Konferenz der SPD

bayreuth
Von Gunter Becker
Hochkarätig besetzt mit SPD-Bundes- und Landespolitikern, mit SPD-Kommunalpolitikern aus Stadt und Land, mit Vertretern der Bahn und nicht zuletzt mit dem Beauftragten des Bahnvorstandes, Dr. Georg von Waldenfels, sowie dem Wirschaftsreferenten der Stadt Bayreuth, Ullrich Pfeifer, war die von Rabenstein einberufene Konferenz, die sich einzig mit einem Thema beschäftigte: der Attraktivierung der Franken-Sachsen-Magistrale. Ein Thema, das laut Rabenstein „aktuell wie schon lange nicht mehr ist”. Nicht zuletzt deshalb, weil es auch Eingang in den Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten gefunden hat.

Was waren das für schöne Zeiten, die Rabenstein in Erinnerung rief. Als der Bayreuther Hauptbahnhof ein neues Gleis 1 erhielt, das weit und breit seinesgleichen sucht. Als auf dem Bahnhofsgelände ein großes Fest stattfand, während dessen der ICE zur ersten Fahrt nach Hof aufbrach. Es habe eine überschwängliche Stimmung geherrscht. Doch schon auf dieser Jungfernfahrt blieb der moderne Zug mehrmals stehen, wusste Augenzeuge Rabenstein zu erzählen. Technische Mängel, die nie gelöst werden konnten und im Jahre 2003 zum laut Hersteller Siemens „vorübergehenden Aus” des Neigezuges führten. Und dabei sei es geblieben, so Rabenstein, von Alternativen, die mehr schlecht als recht funktionieren würden, abgesehen.

„Die Franken-Sachsen-Magistrale hat unsere Hoffnungen nicht erfüllen können”, beteuerte denn auch von Waldenfels, und stimmte den Forderungen zu, dass es Verbesserungen brauche, die einer Festspiel-, Uni- und Bezirkshauptstadt würdig seien. Er kenne keine Stadt, die sich wie Bayreuth derart für den Anschluss an den Schienenfernverkehr eingesetzt habe, betonte Wirtschaftsreferent Pfeifer und forderte die Verantwortlichen bei Bahn und Politik dazu auf, kurzfristig die Neigetechnik mit Expresslinien wieder einzuführen und die Verknüpfungen zwischen Fern- und Regionalverkehr zu optimieren. Mittelfristig müsste die Strecke Nürnberg-Bayreuth-Hof saniert und elektrifiziert und langfristig zweigleisig ausgebaut werden. Aber, beteuerte auch von Waldenfels: Die Verringerung der Fahrzeit von Nürnberg nach Dresden unter vier Stunden sei nur mit Neigetechnik möglich.

Ex-Landtagsabgeordneter Albrecht Schläger unterbreitete angesichts der Tatsache, dass im Bundesverkehrswegeplan die Franken-Sachsen-Magistrale nun mal über Marktredwitz führe, eine zweite Variante: Bayreuth sollte diesbezüglich Sackbahnhof werden. Der ICE könnte doch, wie dies in Nürnberg täglich 60-mal und mehr passiere, in Bayreuth einfach einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Das wäre nach seiner Meinung die beste Variante für die Festspielstadt.



Bahnstreit: Mronz rüffelt Hohl
30.01.2006 20:14
Bahn bewegt sich bei Fernverkehrsanbindung wieder


Bayreuth
Seit langem ringe er für die Stadt im Schulterschluss mit dem Sächsisch-Bayerischen Städtenetz von Dresden bis Nürnberg um bessere Fahrplanangebote über Bayreuth, die an die Anbindungsintensität, wie sie vor Ausmusterung der ICE-Zuggarnituren gegeben waren, anknüpfen. Nach allen gemeinsamen Interventionen und Verhandlungen der Partnerstädte sei bei der Bahn jetzt wieder Bewegung in die Sache gekom-men. Nicht zu akzeptieren sei jedoch die jüngste Behauptung des CSU-Kandidaten Dr. Hohl, dass dafür sein Einsatz mit ursächlich sei, so Mronz: „Bitte lassen wir die Kirche im Dorf und die Verdienste dort, wo sie seit Jahr und Tag in harter Kärrner-Arbeit eingefahren werden, nämlich beim gemeinsamen Städtenetz mit seinen Oberbürgermeistern und Fachleuten.”

Diese beharrliche, fachkundige Arbeit mit den zuständigen Ministerien und Aufgabenträgern der Freistaaten Sachsen und Bayern habe aussichtsreiche Konzepte für bessere Bahnverbindungen entwickelt. Die jüngsten Vorstöße der verbündeten SPD- und CSU-Oberbürgermeister im Städtenetz von Bayreuth, Hof, Plauen, Zwickau und Chemnitz zeigten aussichtsreiche Positionen auf.

Dreh- und Angelpunkt bleibe dabei die Forderung nach Rückkehr zu einem Zwei-Stunden-Takt auf der Sachsen-Franken-Magistrale unter Einbindung Bayreuths. Realisiert werden soll dieses Konzept mit Hilfe eines neuen Bahnproduktes, basierend auf dem Neigetechnikzug VT 612. Im Verbund mit dem Sächsisch-Bayerischen Städtenetz befinde sich die Stadt, so Mronz weiter, in intensiven Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über verschiedene Fahrplanvarianten. Dabei gehe es letztlich auch darum, auf der Sachsen-Franken-Magistrale die notwendigen Anschlussverbindungen zwischen dem Eisenbahn-Fernverkehr und dem Nahverkehr sicherzustellen.

Daran werde seitens der Städte gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, den sächsischen Verkehrsverbünden und den zuständigen Ministerien in Bayern und Sachsen mit der Deutschen Bahn AG auf der anderen Seite noch gearbeitet. nk




von KBS 867 - am 31.01.2006 06:29

Leserbrief von mir

Hallo,

hier nun mein Leserbrief, den ich gerade eben abgeschickt habe. Diesmal ist er etwas umfangreicher geworden, ich hoffe das sich die Kürzungen durch den NK in Grenzen halten.
Ich habe ihn bewußt unpolitisch formuliert und bin auf die Thematik an sich eingegangen.

Die aktuelle Entwicklung des Zugangebotes auf der Franken-Sachsen-Magistrale ist in meinen Augen besorgniserregend. Hier wird nun wieder von allen Seiten die Verwendung des Neigetechnik-Triebwagens Regio-Swinger VT 612 im Rahmen eines neuen Zugkonzeptes für gut geheißen.
Anscheinend hat man in der Öffentlichkeit bereits wieder vergessen, dass die VT 612 schon von Dezember 2003 bis August 2004 erfolglos als InterCity-Ersatz auf der Franken-Sachsen-Magistrale herhalten mussten. Bereits zur damaligen Zeit sind sehr viele Fahrgäste, die vorher mit dem Diesel-ICE der Baureihe 605 gefahren sind, durch diese Maßnahme abgeschreckt worden.
Außerdem war auch damals die Aufregung von öffentlicher Seite und den Fahrgästen groß, als diese Triebwagen mit ihrem Nahverkehrskomfort im IC-Dienst eingesetzt wurden und lediglich die Farbe der Züge von rot auf weiß geändert wurde (von kleinen Änderungen wie Kopfpolstern und Reservierungszettelhaltern abgesehen).
Nun wird es wieder soweit kommen, den Kunden diese Triebwagen als modernen und komfortablen Neigetechnikzug zu verkaufen, der schon einmal für Empörung gesorgt hat. Diesmal voraussichtlich wohl nicht als IC, sondern als InterRegioExpress (IRE), den es in dieser Weise derzeit in Bayern nicht gibt. Somit wird es aber auch keinen Fernverkehr auf dieser Strecke mehr geben, da ein IRE zum Bereich Nahverkehr zählt. Damit kann sich Bayreuth dann glücklich schätzen, einen weiteren Nahverkehrszug, der an einigen Bahnhöfen weniger hält, jedoch keinen Fernverkehrszug mehr zu besitzen.
So löblich es auch ist, die Fahrzeit durch Einsatz der Neigetechnik zwischen Nürnberg und Dresden wieder zu verkürzen und einen Zweistundentakt über Bayreuth einzuführen, so schlimm ist es auch, dass dies mit den 612 geschieht und dass jeglicher Fahrkomfort des IC damit wegfällt.
Der VT 612 bietet für eine längere Fahrzeit - und dazu zählen auch viereinhalb Stunden - keinen Komfort für den Fahrgast, sowohl von den Sitzen her als auch von der starken Geräuschentwicklung innerhalb des Zuges. Dieser Zug ist nun mal ein reines Nahverkehrsfahrzeug und war nicht für einen IC-Einsatz geeignet und wird es auch als IRE auf dieser langen Strecke nicht sein. Zudem bleibt abzuwarten wie es mit der Neigetechnik dieser Züge weitergeht. Derzeit werden einige Fahrzeuge mit verstärkten Achsen ausgestattet um die Neigetechnik wieder in Betrieb nehmen zu dürfen, rund acht Stück verkehren bereits hauptsächlich zwischen Hof und Regensburg mit Neigetechnik.
Die zur Zeit eingesetzten IC-Waggons bieten dagegen einen sehr hohen Fahrgastkomfort mit bequemen Sitzen, Abteilen und einem BordBistro. Da diese lokbespannten Züge jedoch keine Neigetechnik besitzen, sind auch die Fahrzeiten entsprechend lang und damit für viele Fahrgäste unattraktiv.
Eine Rückkehr der derzeit abgestellten, jedoch voll funktionsfähigen(!) Diesel-ICE steht von Seiten der DB außer Frage, da diese Züge nun zuerst im WM-Verkehr eingesetzt werden sollen und danach entweder im Süden Deutschlands oder im hohen Norden zum Einsatz kommen.
Für die Linie Nürnberg-Dresden wäre ein (evtl. nicht von der DB betriebenes) Zugkonzept wie das des ALEX zwischen München und Oberstdorf am sinnvollsten, am besten mit einem neu entwickelten und den Anforderungen angepassten Neigetechnikzug um die kurzen Fahrzeiten zu ermöglichen.

Andreas Kossak
Bayreuth




von KBS 867 - am 31.01.2006 12:49

Zeitungsartikel zur Zukunft der ICE-Linie über Bayreuth aus der Bayerischen Run.

... aus der Bayerischen Rundschau vom 1. 2. 2006:

Mittwoch, 1. Februar 2006

Bayreuth als Sackbahnhof für ICE-Züge?

Bahnverbindung auf der Franken-Sachsen-Magistraie optimieren / Verkehrspolitische Konferenz der SPD

BAYREUTH

Bayreuth muss schnellstmöglich wieder mit ICE-Zügen über die Franken-Sachsen-Magistrale optimal an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen werden. Diese Forderung stellten die Teilnehmer einer von Landtagsabgeordnetem Dr. Christoph Rabenstein (SPD) einberufenen Verkehrspolitischen Konferenz auf.
Neben sämtlichen oberfränkischen Landtagsabgeordneten der SPD waren auch zahlreiche SPD-Kommunalpolitiker aus Stadt und Landkreis Bayreuth zu dem Gespräch gekommen.
Dr. Rabenstein erinnerte an die Investitionen, die unternommen wurden, um Bayreuth für das ICE-Zeitalter fit zu machen. So erhielt der Hauptbahnhof ein neues Gleis 1, und bei Neuenmarkt/Wirsberg wurde die Schlömener Kurve ausgebaut, um den ICE-Verkehr bewerkstelligen zu können, ohne dass Neuenmarkt/Wirsberg als Kopfbahnhof angefahren werden muss. Am 10. Juni 2001 begann das ICE-Zeitalter auf Strecke zwischen Nürnberg und Dresden.
Nach der anfangs überschwängli-chen Stimmung kehrte jedoch rasch Ernüchterung ein, die neuen ICE-TD-Züge hatten eine Pannenserie. Als Ende 2002 bei einem der Züge ein Radreifen brach, durfte nicht mehr mit Neigetechnik gefahren werden. Im Jahr 2003 wurden die Züge zur Überprüfung zum Hersteller Siemens zurückgeschickt und seither nicht wieder eingesetzt. Statt ICE-Zügen fuhren umgespritzte Nahverkehrszüge, die als IC firmierten. Allerdings wurden
auch bei ihnen 2004 Mängel entdeckt, und man zog sie aus dem Verkehr. Offiziell als „vorübergehender Ersatz" fahren nun Diesellokomotiven.
Die Franken-Sachsen-Magistrale wird im Gegensatz zu den ICE-Zeiten nicht mehr im Zwei-Stunden-Takt, sondern nur noch alle vier Stunden bedient. Außerdem besteht für jede Richtung nur noch einmal am Tag die Möglichkeit, in Bayreuth zuzusteigen.
„Dramatisch und katastrophal"
Wirtschaftsreferent und OB-Kandi-dat Ulrich Pfeifer bezeichnete die derzeitige Situation als „dramatisch und katastrophal" für Bayreuth als Oberzentrum, Universitäts-, Festspiel- und Bezirkshauptstadt. Kurzfristig müsse
auf der Franken-Sachsen-Magistrale die Neigetechnik auf Expresslinien im Zwei-Stunden-Takt wieder eingeführt werden. Ferner gelte es, die Verknüpfung zwischen Fern- und Regionalverkehr zu optimieren. Mittelfristig müsste die Strecke zwischen Nürnberg, Bayreuth und Hof saniert und elektrifiziert sowie langfristig zweigleisig ausgebaut werden.
Auch Dr. Georg von Waldenfels als Beauftragter des Vorstandes der Bahn-AG erklärte, dass eine Verringerung der Fahrzeit zwischen Nürnberg und Dresden auf unter vier Stunden nur mit Neigetechnikzügen bewerkstelligt werden könne. Angedacht werde eine Bedienung der Strecke mit dem zuletzt eingesetzten Neigetechnikzug vom Typ VT 612. Allerdings
müsse die Zuverlässigkeit sichergestellt sein. Bedingt durch die vielen Zwischenfälle und die daraus resultierende mangelnden Berechenbarkeit der Fahrgäste habe die Franken-Sachsen-Magistrale bislang die Erwartungen der Bahn nicht erfüllen können.
Dr. Thomas Beyer, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, erklärte, dass die Züge einsatzfähig seien, die Bahn jedoch erkläre, die Neigetechnikzüge auf der Franken-Sachsen-Magistrale nicht wirtschaftlich einsetzen zu können. „Wenn das so wäre, wäre das ein eklatantes wirtschaftliches Versagen der Bahn. Die Angelegenheit kann nicht nur betriebswirtschaftlich gesehen werden. Vielmehr gilt es auch, angesichts der getätigten Millioneninvestitionen in den Bayreuther Hauptbahnhof und die Schlömener Kurve die volkswirtschaftliche Komponente zu beachten", so Beyer. Es sei positiv, dass auch der Freistaat Bayern eine Wiederbedienung der Magistrale im Zwei-Stunden-Takt fordere.
Der frühere Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Albrecht
Schläger, verwies darauf, dass im Bundesverkehrswegeplan als Franken-Sachsen-Magistrale einzig die Verbindung von Nürnberg über Marktredwitz und Hof nach Dresden vorgesehen sei. Schläger schlug vor, Bayreuth mit anzubinden und zu einem Sackbahnhof zu machen. Der ICE könnte dann, wie das in Nürnberg mindestens 60 Mal am Tag passiere, in den Bayreuther Bahnhof vorwärts rein und nach einem Zwischenstopp rückwärts raus in Richtung Marktredwitz, Hof und Dresden weiterfahren.



zu der überaus Sachnahen Auseinandersetzung mit der ICE Linie und deren Pannen, z.B. dem Radreifenplatzer beim 605er :-) sag ich jetzt weiter nichts mehr. Sowas kann man eigentlich nicht mehr kommentieren....

Man sieht daran aber, wie sehr den Damen und Herren an der Linie liegt ODER wie gut die Zeitungsredaktion beim Verfolgen der Sitzung aufpasst...

von derSchlömener - am 01.02.2006 15:06

Leserbrief heute in der Zeitung

Guten Morgen,

der obige Leserbrief ist in der heutigen Ausgabe des Nordbayerischen Kurier abgedruckt.
Natürlich wurden einige Passagen gekürzt, da der Text mal wieder viel zu lang geworden ist. Die Kernaussagen dürften jedoch alle vorhanden sein.

Leider hatte ich früh keine Möglichkeit ihn einzuscannen und auf Arbeit geht es auch nicht, da wir keine Zeitung hier haben.

Werde ihn deswegen heut abend online stellen.



von KBS 867 - am 09.02.2006 06:29
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