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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
KBS 855, Neuenmarkt, KBS 867, Chevydriver, Martin Pfeifer, milchi, Schwandorfer

Riesiges Logistkzentrum in Bayreuth geplant - aber ohne Gleisanschluß

Startbeitrag von Neuenmarkt am 21.09.2006 05:55

Die Fa. Wedlich will die ehemalige Bundeswehrkaserne
als neues Logistikzentrum für ganz Europa machen, allerdings gibt es
keinen Gleisanschluß.

Zitat:
Der LogMes Park Bayreuth liegt direkt an der Autobahn der A9 (schnellste Nord – Süd Verbindung). Über das Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach gibt es eine schnelle Verbindung zur A 70, dem schnellsten Weg von Oberfranken zum Ruhrgebiet.


Die bayerische Region Oberfranken liegt mitten in Europa auf jeweils halber Strecke zwischen:

• Prag und Frankfurt (ca. 250 km)
• München und Berlin (ca. 270 km)
• Hamburg und Triest (ca. 550 km)
• Rotterdam und Budapest (ca. 550 km)
• Paris und Warschau (ca. 600 km)
• Rom und Oslo (ca. 1000 km)
• Madrid und Moskau (ca. 2000 km)


Hier die Daten

[www.middle-of-europe.com]

Antworten:

das ist heutzutage doch unwichtig

Guten Morgen,

ein Gleisanschluß ist doch in der heutigen Zeit anscheinend unwichtig, soll doch ohnehin alles mit den neuen 60-Tonnern über die Straße gekarrt werden. :(

Früher siedelten sich die Firmen dort an, wo es einen guten Bahnanschluß an die "weite Welt" gab, heute sind es eben die Autobahnen. Sieh dir doch mal die ganzen Gewerbeparks an: wichtig ist ein Autobahnanschluß in der Nähe oder eine Schnellstraßenverbindung dorthin.

Evtl. ändert sich diese Einstellung ja mal, aber dazu müßte auch etwas von seiten der Politik getan werden, z.B. eine drastische Mauterhöhung oder eine Regelung, daß Ferntransporte über 200 km mit der Bahn durchgeführt werden müssen.

Wie würdest du denn überhaupt ein Anschlußgleis zur BW-Kaserne legen? Ginge wohl nur von der KBS 862 aus, aber dazwischen ist auch so ziemlich alles verbaut.
Ein Anschluß vom Industriestammgleis St. Georgen wäre mit einer Überführung über die A9 verbunden, aber das geht ja ohnehin nicht, da müßte die Stadt ja den Bü Riedinger Straße wieder herstellen und die Anschlußweiche setzen. ;)

Gruß
Andreas



von KBS 867 - am 21.09.2006 07:00

wollte damit sagen, das es auch Brachen mit Gleisanschluss gibt

z.B. steht seid dem Umzug von G&H von der Eitzenbergerstraße (KBS 862)

nach Aichig zur Spedition Steinbach (auch ein großes Speditionsgelände
direkt an der KBS 867 aber ohne Gleisanschluß [www.steinbach-spedition.de])

das gesamte ehemalige Oberfränkische Auslieferungslagergelände leer.
Früher kam hier einmal die Woche ein Ganzzug mit Isolierung und wurde in den Anschluß gedrückt.



von Neuenmarkt - am 21.09.2006 08:28

Re: Hier könnte man durchaus einschreiten

Die EU wird das aber nicht tun, da sie ja zwischenzeitlich noch mehr von der Bahn abgerückt ist. Dieser Liberalisierungswahn der EU schadet tw. Europa mehr als er bringt. Die EU ist da ja mittlerweile radikaler als die USA.

Man könnte gezielt auf die Bahn verlagern und mit EU-Geldern Kapazitäten ausbauen und erweitern. Dazu eine Transportpflicht für Nicht-Termingut ab einer bestimmten Entfernung (mein Vorschlag: 250-300 km), aber auch einer Verpflichtung an die zuständigen EIU/EVU diesen Transport schnellstmöglich abzuwickeln. Sollte dies bei bestimmten Verbindungen nicht möglich sein, wären auch Ausnahmen für Lkw-Fahrten denkbar.

Liberalisierung mit Augenmaß wäre da der bessere Weg, gleichzeitig muss man aber auch, wo es nötig ist, Grenzen aufzeigen, denn sonst stürzen wir alle ins Chaos.

Der Gigaliner wird hoffentlich von Bundesverkehrsministerium nicht zugelassen. Hier sollte man den Ländern keinerlei Handlungsspielraum lassen. Solche Entscheidungen gehören sowieso nicht in Länderhand, die meiner Meinung nach eh zu viel zu entscheiden haben.

von KBS 855 - am 21.09.2006 15:59

Die Gedanken sind gut

Guten Morgen,

deine Gedanken sind gut und wären bestimmt eine wesentliche Verbesserung.
Gab es nicht in der ehemaligen DDR eine Transportpflicht für Güter ab 100 km Entfernung?
Diese Entfernung ist in der heutigen Zeit schon etwas gering, aber ab 200-300 km aufwärts dürfte so etwas schon möglich sein.

Wie weit es mit der Genehmigung des 60-tonners ist weiß ich nicht, aber alle Befürworter hoffen das es bald geschieht.
Aber die sehen ja auch nur die Vorteile dieses Gespanns. Die Nachteile sind aber auch nicht unbeträchtlich:
- was ist da z.B. mit Kreiseln? Die sind doch oft nicht für solche riesigen Gefährte ausgelegt
- engere und kurvenreiche Straßen können mit so einem LKW wohl nur schwer oder gar nicht befahren werden
- der tote Winkel ist nach einer Studie viel zu groß und damit lebensgefährlich für Fahrradfahrer und Fußgänger
- das Überholen dauert wesentlich länger und wird damit gefährlicher, genauso wenn der LKW z.B. langsamere Fahrzeuge überholen möchte

In meinen Augen ist das fast ein reiner Autobahn-LKW mit Zubringerfunktion zu größeren Firmen, bzw. Strecken auf denen er problemlos fahren kann.



von KBS 867 - am 22.09.2006 05:40

Das ist nicht nur in deinen Augen so...

der GigaLiner ist genau auch für diesen Zweck bestimmt...

Wir erleben so langsam die Fehler unserer Vorfahren in Sachen CO² Ausstoß und so weiter, unsere Kinder werden dann so langsam erleben
was wir angerichtet haben! Das Klima reagiert mit ca. 30 Jahren Verzug.
Na Danke, noch irgendwelche Fragen?
Also, ein GigaLiner ist ja schon kein Gespann mehr sondern ein Zug, mit zwei Anhängern, soweit Richtig, nur eins dazu: Die Schienen fehlen!

Man könnte dann ja noch mehr "Hänger" dranhängen, hat man sowas schon erfunden? *grübel* ^^


lg, milchi



von milchi - am 22.09.2006 15:19

Re: Dann aber auch ne Giga-Maut

Der Gigaliner braucht dann auch eine Giga-Maut, die deutlich über dem Betrag normaler Lkw sein muss, sofern man diese dummen Lkw's zulässt. Ich hoffe nicht, weil dann fallen auch die Schranken in anderen Ländern die sich bisher erfolgreich gegen diesen Mist der Lkw-Lobby (Mafia?) wehren.

Der Gigaliner muss in der Maut so hoch angesetzt werden dass er unwirtschaftlich wird oder am besten gleich verboten bleiben.

Börsengang mit Netz, Gigaliner - will man denn das System Eisenbahn in Deutschland ganz zerstören?

von KBS 855 - am 22.09.2006 18:39

ich hoffe, bei einer Einführung des Gigaliners...

...wird auch die Überwachung der LKW-Fahrer verbessert. Denn diese Dinger sind ja doch sowas ähnliches wie fahrbare Bomben.
Wenn da der Fahrer (wie es im normalen LKW-Verkehr ja üblich ist) nebenbei Zeitung liest oder mit sonst irgendwas beschäftigt ist, hätte das noch fatalere Folgen.

Wenn der LKW die Sicherheitsstandards hätte wie die Eisenbahn, wäre er lang nicht mehr so billig...

Viele Grüße

Tobias



von Schwandorfer - am 22.09.2006 18:57

Re: ich hoffe, bei einer Einführung des Gigaliners...

Servus,

das größte Problem, das der LKW-Verkehr heute schon hat, ist doch, das die alle zu schnell fahren. Dürfen sie 80 km/h, ist es in der Praxis oft 100 km/h. Macht 45% mehr Bremsweg bei einer Gefahrbremsung - nicht umsonst fahren LKW's so oft in ein Stauende rein. Steht dort 60 km/h für LKW's (z.B. B85 Amberg - Schwandorf am Pittersberg) fahren sie auch mal ihre 20 km/h zu schnell. Und das ist System, von den Disponenten gezielt einkalkuliert.

Der Gigaliner ist der sichere Tod unseres Autobahn-Netzes. Mein Lieblingsbeispiel ist immer noch die A7 mit ihren Talbrücken (z.B. bei Elfershausen, Bad Brückenau oder Uttrichshausen) aus den 60'er Jahren. Gebaut für 30 t und 60 .. 70 km/h, fahren heute 40 t mit 100 km/h drüber. Diese erheblich gesteigerten dynamischen Lasten richten - zusammen mit dem im Schmelzwasser gelösten Tausalz - die Brücken zugrunde. Kontrolliert da die Polizei? Nein, z.B. in der aktuellen Langsamfahrstelle bei Bad Brückenau könnten sie die LKW's gleich reihenweise rausziehen. An irgendwelche Begrenzungen wie 60 km/h oder 100 m Mindestabstand hält sich da keiner.

Der Gigaliner beschleunigt all dies noch. Die volkswirtschaftlichen Schaden des Gigaliners kann keine Maut mehr ausgleichen, da müsste der Gigaliner gleich mal 1 Millionen Euro extra für neue Brücken kosten.

Insofern ist es vielleicht vernünftig, den Gigaliner großflächig einzuführen. Dann ist innerhalb einer LKW-Fahrzeug-Generation das deutsche Straßennetz so kaputt, das der LKW sich das eigene Grab geschaufelt hat.



von Martin Pfeifer - am 22.09.2006 21:11

Re: ich hoffe er wird nicht eingeführt

Martin Pfeifer schrieb:

Zitat


Insofern ist es vielleicht vernünftig, den Gigaliner
großflächig einzuführen. Dann ist innerhalb einer
LKW-Fahrzeug-Generation das deutsche Straßennetz so kaputt,
das der LKW sich das eigene Grab geschaufelt hat.


Nur gibts dann vielleicht kaum noch Bahninfrastruktur. Der Giga-Liner darf gar nicht eingeführt werden, da sollte auch Druck von Ländern wie Frankreich kommen, die bisher klare Gegner dieses Fahrzeugs sind.

Wir brauchen endlich mal einen Verkehrsminister der sich der Eisenbahn verbunden fühlt, Auto-Verkehrsminister hatten wir bisher genug. Dann könnte man sinnvolle Verkehrspolitik machen.

Außerdem sollte man sich nicht von der mafiösen Lkw-Lobby leiten lassen, die ihre Fahrer gezielt unter Druck setzen und sich oftmals nicht an Regeln halten.
Strenge Kontrollen und wenn die 80 km/h überschritten werden (da gibts ja sogar Toleranzwerte, warum?), sofort eine Strafe, für Fahrer UND das Fuhrunternehmen.
Auch Sicherheitsvorschriften müssten konsequent überprüft werden und wer wiederholt auffällt, dem müsste die Konzession entzogen werden.
Die Messlatte sollte man richtig auf Eisenbahnniveau bringen, denn wenn man immer von fairem Wettbewerb daherredet, dann bitte auch bei den Sicherheitsanforderungen.

von KBS 855 - am 23.09.2006 10:40
Was ich da heut gelesen hab ist ja nur noch planlos, ich fahre LKW und hab eine zulässige Achslast von 7 Tonnen, ob mit 2, 5, oder wie beim Gigaliner 7 Achsen! Mal ne Frage Ihr schlaumeier, hat Euer Lidl nen Gleisanschluss? Bei Eurem gesülze müssten mal die Fahrer wie in Frankreich die Autobahn dicht machen, das nix mehr geliefert wird, arbeitet Ihr? Wenn ja schaut mal in eurer Firma wieviel Ware auf Lager ist und dann wie oft bei Euch die Bahn kommt, mit der Bahn geht nix, zu langsam, selbst wenn ich mit dem LKW 3 Wochen in Frankreich im Strike steh (wie ende der 90er) bin ich immer noch schneller, hab da mal mit Jemandem von nem Großen Konzern gesprochen, zu dem damals die Ladung ging, und die langen Brücken, wann fährt nur 1 LKW drüber? ob wie jetzt 4 40tonner oder wenn der Gigaliner gekommen wäre 2 von denen drüber fahren, das Gewicht bleibt, bevor mal bla bla macht sollte man mal mit leuten aus der Praxis reden!!!!

von Chevydriver - am 25.06.2009 07:18
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