Förderverein Ilztalbahn e.V. holt Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH mit ins Boot

Startbeitrag von 218 002-4 am 26.09.2006 20:24

Servus beinand,

in Sachen Reaktivierung der Ilztalbahn von Passau nach Freyung hat der sehr engagierte Förderverein Ilztalbahn e.V. nun auch die Rhein-Sieg-Eisenbahn mit ins Boot geholt, welche Interesse an dieser Strecke bekundet hat - siehe Meldung auf www.ilztalbahn.net. Ein entscheidender Termin für die weitere Zukunft der Trasse dürfte der am 8. Oktober in Waldkirchen und Freyung durchgeführte Bürgerentscheid sein. Hoffen wir alle, dass dieser ein positives Ergebnis bringt!

Viele Grüße

Antworten:

Re: Ohne mir jetzt Feinde zu machen

Aber die RSE ist auf jeden Fall fähiger als eine gewisse Bahnkundenbahn, deren Name ich jetzt nicht verwende, die sollen ja schnell sein wenns um Klagen geht.
Ob das allerdings die Ilztalbahn noch retten kann? Hier fehlt doch auch der Wille der meisten beteiligten.

von KBS 855 - am 27.09.2006 15:41

Re: Ohne mir jetzt Feinde zu machen

Mit der RSE wurden immerhin schon einige funktionierende Bahnprojekte auf die Beine gestellt (Eggmühl - Langquaid, Endorf - Obing).
Hoffen wir also für die Ilztalbahn das beste!

Viele Grüße

Tobias



von Schwandorfer - am 27.09.2006 15:47

Re: Ohne mir jetzt Feinde zu machen

KBS 855 schrieb:

Zitat

Hier fehlt doch auch der Wille der meisten beteiligten.

Da hast Du leider recht, der Trend bei den politischen Entscheidungsträgern der Region geht eindeutig pro Radweg. Unterstützung für diesen kommt zusätzlich vom Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Erwin Huber, der mehrfach verlauten hat lassen, dass der Freistaat Bayern für eine eventuelle Reaktivierung der Ilztalbahn "keinen einzigen Cent" aufbringen, ein Radweg auf deren Trasse jedoch großzügig bezuschusst würde.

Jetzt kommt es darauf an, wie die Waldkirchener und die Freyunger Bürger am 8. Oktober beim Bürgerentscheid abstimmen. Der Förderverein Ilztalbahn e.V. hat bereits signalisiert, dass er eine eventuelle Mehrheit für den Radweg akzeptieren und damit sämtliche Bemühungen um die Ilztalbahn aufgeben wird. Sollte sich jedoch eine Mehrheit für die Bahn ergeben, bin ich gespannt, wie die Radfreunde darauf reagieren, da in den Augen einiger ihrer Vertreter eine demokratische Entscheidung bereits dadurch gefällt wurde, dass sich die zuständigen Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte mehrheitlich für den Radweg ausgesprochen haben. Es bleibt also spannend...

Grüße aus Niederbayern



von 218 002-4 - am 27.09.2006 17:20

In Freyung und Waldkirchen ist ja richtig Wahlkampf

Ich bin gerade durch Freyung nach Waldkirchen gefahren. Dort sieht man ja richtig das Wahlkampf ist. Oder besser gesagt, dass sich die Bahnfreunde das Bürgerbegehren einiges kosten lassen. Es hängen dort wirklich viele Pro-Ilztalbahn-Plakate rum. Hoffentlich nützt es was.

Was jedoch mir nicht so gefallen hat, war das für die Podiumsdiskussion nächsten Donnerstag in Freyung der Vorsitzende des Fördervereins für Radwege im unteren Bayerischen Wald nicht eingeladen wurde, da er "befangen" sei, weil er an der Bahnstrecke wohne, und keine Züge vor der Haustüre wolle. Bei aller Liebe zur Ilztalbahn, bei einer Diskussion will ich doch das ich zwei Meinungen höre. Und nicht nur Pro sondern auch Contra. Und wenn er auch "befangen" ist, dann kann ich ihm das auch in der Diskussion vorhalten. Aber gleich nicht einladen, sowas gab nur schlechte Presse (gestern eine halbe Seite in der PNP) und sieht schlecht aus. Mittlerweile wurde er dann doch eingeladen. Mal schaun.

Ich hoffe das sich die Wähler für das richtige, für den Weiterbestand der Ilztalbahn entscheiden und das man einen Investor findet, der endlich wieder Züge in den südlichen Bayerischen Wald schicken will.

von Peter Wolf - am 29.09.2006 13:23

Re: In Freyung und Waldkirchen ist ja richtig Wahlkampf

Bemerkenswert ist übrigens, dass sich der Landrat von Freyung-Grafenau bereits dahingehend geäußert hat, dass er nach dem Bürgerentscheid weiter in Sachen Radweg vorgehen will, gleichgültig, wie dieser ausgeht. Schon komisch, einerseits fordert man, dass die "demokratisch gefällte Entscheidung" der beiden Kreistage pro Radweg von allen Seiten akzeptiert wird, andererseits ist es einem gleichgültig, was bei einem Bürgerentscheid herauskommt, der wohl nicht nur in meinen Augen eindeutig die "demokratischere" (gibt es dieses Wort überhaupt?) der beiden Varianten ist, eine Entscheidung zu fällen...

Edit: "Bürgerbegehren" durch "Bürgerentscheid" ersetzt



von 218 002-4 - am 29.09.2006 18:48

Der Politiker-Wille.

Tja, das ist natürlich der Hauptgrund wieso es in meinen Augen mit der Ilztalbahn nichts wird. Nicht weil die Bürger sie nicht wollen, oder weil die Bahn so stark beschädigt wäre (Diese "riesen" Unterspülung in Fürsteneck wäre quasi mit einer Baggerschaufel voll Schotter zu reparieren), sondern einzig weil unsere Politiker die Bahn nicht wollen. Die geben lieber ein paar Millionen für einen Radweg aus, als mit der gleichen Summe (oder vielleicht sogar weniger) die Bahn zu reaktivieren.

Meine Kritik richtete sich ja nur dagegen, dass man wenn man schon eine "neutrale" Diskussion ausrichtet, doch auch den Gegner einladen sollte. Weil wie gesagt: Presseberichte, Wahlplakate, Diskussionsveranstalltungen alles nur vom Förderverein Ilztalbahn. Sowas kommt mir spanisch vor. Sieht für mich nach 90% Ja für die Ilztalbahn aus, was es vermutlich leider nicht wird.

von Peter Wolf - am 30.09.2006 07:50

Re: Mein Wille

Ich würde den Leuten dort drohen und ein absolutes Neubauverbot von Wohnungen in diesem Gebiet aussprechen wenn die gegen die Bahn entscheiden.
Ich finde eh jede Gemeinde sollte sich ein Neubaugebiet vom Freistaat genehmigen lassen müssen (bei Einzelhandelsprojekten ist es doch genau so).
Danach würde es nur noch für Neubaugebiete an Bahnstrecken oder an strategisch günstigen Buslinien (mit max. 30' Fahrzeit) geben. So verhindert man Zersiedlung und macht, auch aufgrund des demografischen Wandels, die bestehenden Bahnstrecken zukunftsfähig.

von KBS 855 - am 30.09.2006 17:51

Lieber ein Straßenbauverbot.

Keine 100m vom Bahnhof in Waldkirchen entfernt wird gerade eine wunderbar breite und komfortable Neubaustrecke (Staatsstraße 2131) gebaut, mit der man von der österreichischen Grenze bei Klafferstraß bis zur Autobahn A3 fahren kann. Der dieses Jahr fertig werdende Teilabschnitt Neureichenau - Jandelsbrunn - Waldkirchen entspricht genau dem Verlauf des Adalbert-Stifter-Radwegs vormals bekannt als Eisenbahnstrecke 417 m Haidmühle - Jandelsbrunn - Waldkirchen.

Und wer auf der Strecke fährt wird sicherlich bald Bekanntschaft mit den Knaus-Wohnwagen-Transporten (aus Jandelsbrunn) in Richtung Autobahn machen, die bis Mitte der 90er Jahre noch auf der Ilztalbahn abgewickelt wurden. Das ist heutzutage leider etwas schwer, da auf einer Sandpiste keine Züge mehr fahren können :-(

Mich wundert echt wieviel Geld immer für sowas da ist, oder eben für Radwege, aber kein einziger Cent für die Bahn. 3/4 der Bahnlinien zwischen Regensburg - Schwandorf - Furth - Wegscheid und Passau sind schon stillgelegt. Mal schaun wielange das letzte Viertel noch durchhält :-(

von Peter Wolf - am 01.10.2006 08:17
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