Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
malo, Bastian Bode, Martin Pfeifer, bahnwaerter1848, ABomz, Schwandorfer

Helmatz, N8867 zum letzten mal gefahren. Anno 1984...

Startbeitrag von malo am 28.10.2006 14:33

Hallo,

heute früh aufgestanden, war doch tatsächlich ab und an die Sonne da. Also noch mal los an die Strecke für 218-Bilder.
Kurz vor Neudes, an einer eher unbedarften Stelle im geraden Streckenstück: 459+324 mit 2068. Motiv: gelbes Laub, hinten rechts der Kornberg
Zweite Einstellung: 2061 mit 364+200, kurz vor Marktleuthen. Standpunkt in einem Senfacker! ;-)
Drittes Foto: 218 304 mit dem 4004, wie vor, nur seitlicher.
Danach zog es am Himmel zu :-(

Weil Helmbrechts (Helmatz) unten schon mal wegen "abgefahren" angesprochen wurde, hier mal was aus meiner absoluten Anfangszeit des Fuzzytums! 1983 hatte ich gerade damit angefangen. Berühmtes Material entstand da weniger. Dennoch hielt sich manches alte Dia im Archiv.

1.Juni 1984!!!
malo hatte vier Wochen zuvor, kurz vor dem Zwischenzeugniss in der 11.Klasse Fachoberschule Hof, diese Schule hingeschmissen. Ich hatte endlich einen Lehrvertrag in der Tasche! Ein Praktiukum der FOS im späteren Ausbildungsbetrieb in Schwarzenbach/Saale war ursächlich. Denn mit Abschluß 1983 in der Realschule Hof, war es mit Lehrstellen schon mal ähnlich schwierig wie heute.
Also war bis zum Beginn der Lehrzeit Friede, Feuer, Eierkuchen für die Fuzzygrafie in der Region.
Mein Senior war zu dieser Zeit noch in einem untergeordneten Plan. Alles beinhaltend. V60, V100, 218, 614 und 798. Rund um die Hofer Kirchtürme.
Die Diskussionen um Streckenstilllegungen waren damals bei der DB sehr modern. Da bekam ich es mit der "Angst zu tun", das man mir "meine" Strecke nach Helmbrechs dicht macht. Im Gespräch war es ja. Und hier war für mich die Aufgabe des N8867 Helmbrechts - Münchberg sowas wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Also hieß es für mich Abschiedsbilder machen... Na gut, diese Linie hält sich bis heute. Doch weiterhin eher dem Transport für "Schulgunga" und meist warmer Luft...
So setzte ich mich am besagtem Tage vormittags daheim hin und malte mir auf Pappe eine Abschiedstafel zurecht. Der Senior hatte an diesen Tag die Helmbrechtser Schicht. Passend also für einige Schandtaten ;-) Mit dabei, Zugführer Köhler, mit dessen Sohn ich einige Jahre Freundschaft hatte.
Mein Programm: Fahrt mit dem Zug Hof - Münchberg, umsteigen, Münchberg - Wüstenselbitz, aussteigen, Foto vom Hp, weiterfahrt nach Helmbrechts, Fotos, Rückfahrt nach Münchberg und Hof.
So war man damals durchgeschwitzt in Helmbrechts angekommen, hing sein Schild mit ein paar "Lausblumen" (Löwenzahn) an den VT, und erledigte zufrieden seine Fotos und fuhr mit dem "Alten" heim ;-)
Bis 1994 gab es dennoch Schienenbusse da hoch. Der N8864 war in Helmbrechts um 16.44 Uhr angekommen, fuhr aber nicht mehr als N8867 zurück, sondern mit einer mir nicht mehr bekannten Nummer als Lto! Darin wurde noch lange Zeit Stückgut und Expressgut von den Helmbrechtser Firmen gen Hof und Münchberg abgefahren. In der Zeit vor Weihnachten oft so viel, das das Packabteil im VB und VS nicht ausreichte und man auf Sitzbänke auswich. Heute sausen mit derlei Schachteln und Kartons unzählige weiße Lieferwagen wie Geisteskranke durch die Lande. Vielleicht weiß V.Seidel aus MÜB etwas mehr dazu.


Hier der Zug nach der Ankunft in Helmbrechts. 798 734 mit einem VB und VS.


Die schnelle Schülerarbeit...


Das Zugpersonal: links Zugführer Köhler, rechts Oberlokf M.L. (mein Senior)
Ich erinnere mich noch, das außer mir nur noch eine alte Frau mit dem Zug nach Münchberg fuhr.

Gruß,
malo

Antworten:

Servus,

tolle Bilder, die ich absolut vorzeigenswert finde.

Mal eine Frage zum Kilometerstein rechts neben dem Zug im Bf Müncheberg. Bei einem normalen Kilometerstein (und auch den Tafeln heute) steht ja oben der ganze Kilometer und unten die erste Nachkommastelle, also die 100 m. Da ich Dich für integer halte, will ich mal eine Arbeit mit PhotoShop ausschließen. Ist das tatsächlich die exakte Stationierung des Bf auf drei Komma-Stellen genau in Stein gemeißelt (tatsächlich eher in Beton gegossen)? Habe ich so noch nicht gesehen...



von Martin Pfeifer - am 28.10.2006 17:12

Fragezeichen

Hallo Martin,

der seltsame Kilometerstein ist mir vorhin beim scannen auch aufgefallen. Frag mich nicht, ich denke dazu wie Du, was das sein könnte.
Erneuter Aufruf an V.Seidel aus MÜB... ;-)

Gruß,
malo

von malo - am 28.10.2006 18:29

Re: Fragezeichen

malo schrieb:

Zitat

Hallo Martin,

der seltsame Kilometerstein ist mir vorhin beim scannen auch
aufgefallen. Frag mich nicht, ich denke dazu wie Du, was das
sein könnte.
Erneuter Aufruf an V.Seidel aus MÜB... ;-)
Ich bin zwar nicht V. Seidel, aber ich kann ja mal spekulieren: vielleicht läßt sich das dadurch erklären, dass an dieser Stelle wohl genau die Grenze zwischen den Strecken Münchberg - Helmbrechts und Selbitz - Helmbrechts liegt. Auf der anderen Seite des Steins steht nämlich 10,582. Siehe diese schlechte Aufnahme ;):



Gruß
-BB

von Bastian Bode - am 28.10.2006 21:42

Re: Fragezeichen

Servus,

ja, das passt zusammen. Zuerst muß ich eingestehen, das ich die Bilder dem Bf Münchberg zugeordnet hatte, das Stationsnamenschild ist mir erst jetzt aufgefallen. Ich kenne mich da oben nicht aus, daher der Flüchtigkeitsfehler.

Im Buch "Nebenbahnen der Oberpfalz" ist auf dem Vorsatz eine Streckenkarte mit Kilometerangaben, Helmbrechts ist demnach km 9,31 ab Münchberg. Für die Strecke von Selbitz her gibt es dort leider keine Angaben, diese Strecke wurde nachträglich als schon eingestellt nachgetragen. Die Längenangabe 10,6 km in diesem Buch passt gut zum Kilometerstein.



von Martin Pfeifer - am 29.10.2006 08:31
Hi malo!

Mir gings heute ähnlich. Um 14:11 gings nachm Schäufele von Münchberg nach Helmbrechts, die "halbe Fahrkarte" zu 90 Cent...

Außer mir noch ein altes Mütterla und ein Teenager im Alter von 14/15. Das wars.

Schade, dass man auf solchen Linien nie stinknormale Reisende sieht. Alles mit "A" sitzt drin: Alte, Arme, Arbeitslose, Ass..., doch leider nicht "A"lle...

Ich bin mir sicher, die Hälfte der Helmatzer weiß nicht, dass am WE überhaupt gefahren wird. Die Prägung der Jahre nachm Krieg bis in die 90er ist noch zu arg in den Leuten drin, als dass ebensolche jemals in Naila, Helmbrechts oder Schönwald je wieder in einen Zug steigen würden...

Meine Generation ist da anders. Da wird viel mehr Bahn gefahren. Man kennt keine Zeit, in der nur früh mittag und abends gefahren wurde...

So wurde im August kurzerhand der Sommerurlaub ab Helmatz bis Siofok per Bahn durchgeführt, und das mit Freunden, denen die Bahn mehr als "wurscht" is...

Überreden brauchte ich nicht viel, das Auto stand nicht zur Debatte!


Viele Grüße,

Daniel

von ABomz - am 29.10.2006 15:34

Zitat

Ich bin mir sicher, die Hälfte der Helmatzer weiß nicht, dass
am WE überhaupt gefahren wird.


Ich hatte vor einiger Zeit mal im Zug eine Unterhaltung mit einer Reisenden, die in Schwandorf eingestiegen ist und nach Regensburg wollte. Diese meinte, daß die Anbindung von ihrem Wohnort (Irlaching) ja so schlecht wäre. Ich fragte sie dann, warum sie nicht gleich in Irrenlohe in den Zug steigt (der Bf Irrenlohe liegt im Ort Irlaching), daraufhin meinte sie ganz verwundert, daß sie gar nicht gewußt hätte, daß dort noch Züge halten.... (Stundentakt täglich von 6 bis 22 Uhr...).
Ich denke, hier müßten manchmal aktive Werbekampagnen vor Ort gestartet werden - also nicht irgendeine Zeitungsanzeige mit einem Sonderpreisangebot, sondern vielleicht mal direkt ein Fahrplanheftchen als Zeitungsbeilage oder so.

Viele Grüße

Tobias



von Schwandorfer - am 29.10.2006 15:51

Re: Fragezeichen

Bravo!

Das dürfte wohl mit 100 % getroffen sein, die Empfangsgebäudemitte liegt genau an diesem Punkt und ist die betriebliche Grenze zur Linie Selbitz - Helmbrechts, die 1924 eröffnet und von dort aus kilometriert wurde.

Die ursprüngliche Linie der Lokalbahn Münchberg - Helmbrechts war übrigens noch ein kleines Stück länger, sie endete im ehemaligen Güterbahnhof (denn das war Helmbrechts erster Bahnhof, eingeweiht 1887).

Da sich die Strecke von Selbitz aus geographischen Gründen nicht in den vorhandenen Bahnhof einfädeln ließ, entstand an heutiger Stelle ein neuer Bahnhof und der "alte" wurde als Güterbahnhof weiterverwendet.

Mal sehen, wie lange es diese Bahn noch macht - die Abzweigweiche in Münchberg wurde vor einigen Jahren erneuert und bewußt auf Holzschwellen verlegt, weil sie sich "dann leichter wieder ausbauen läßt" (O-Ton DB Netz).

MfG

bahnwaerter1848

von bahnwaerter1848 - am 29.10.2006 18:34
ABomz schrieb:

Zitat

Schade, dass man auf solchen Linien nie stinknormale Reisende
sieht. Alles mit "A" sitzt drin: Alte, Arme, Arbeitslose,
Ass..., doch leider nicht "A"lle...
Wobei gerade auf Münchberg-Helmbrechts dazukommt, dass viele Leute eher Richtung Hof wollen und da hat die Bahn gegenüber dem Bus auch meist das Nachsehen. So bleiben meist nur die Schüler und die A, die nur bis nach Münchberg wollen.
Zitat

Ich bin mir sicher, die Hälfte der Helmatzer weiß nicht, dass
am WE überhaupt gefahren wird.
Ja, da hab ich auch schon mal in große Augen geschaut, als ich erwähnt habe, dass ich auch am Wochenende von dort wegfahren könne.
Insofern hat der Schwandorfer völlig Recht, man müßte die Fahrpläne viel bekannter machen, z.B. als Postwurfsendung an alle Haushalte. Sonst erfährt von den Fahrplänen nur, wer gezielt danach sucht. (Und ja, ich trage mein Scherflein bei, indem ich baldmöglichst Freunden die neuen Fahrpläne für's Pendeln zusammenstelle, sofern sie interessiert sind)

Grüße
-BB

von Bastian Bode - am 29.10.2006 19:17
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.