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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Schwandorfer, Martin Pfeifer, Gerald H, KBS 855

ZM: In der Maxhütte in SuRo wird rückgebaut

Startbeitrag von Schwandorfer am 05.12.2006 16:14

Hat zwar nicht direkt was mit der Eisenbahn zu tun, aber vielleicht interessierts doch den einen oder anderen.

Quelle: [www.oberpfalznetz.de]

Zitat

Von Joachim Gebhardt | 05.12.2006 | Netzcode: 10952261
Bunker und Förderbänder fallen
Genehmigungsbescheid für Anlagenrückbau rund um Hochofen ist da - Fachgerechtes Recycling
Sulzbach-Rosenberg. Das Kernstück bleibt stehen: Nach langen Prüfungen und vielen Auflagen geht es jetzt voran im ehemaligen Maxhüttengelände. Ziel ist zunächst die Umgestaltung des Hochofen-Umfelds, schließlich soll das gesamte Gelände wieder eine Nutzung erfahren: Neue Arbeitsplätze werden wachsen, bestehende gesichert. Bald geht die Demontage nicht mehr benötigter Anlagen los.

Vor gut drei Monaten ging der Antrag bei der Stadt ein, dass im westlichen Teil des Areals eine Reihe von Abbrucharbeiten vorgenommen werden dürfe - ein einvernehmlicher Plan zwischen Stadt und dem Eigentümer, der Aicher-Gruppe.

Eingebunden in den komplizierten Genehmigungsprozess waren das Denkmalamt und auch verschiedene Abteilungen des Landratsamtes. Die Stadt schließlich als Untere Denkmalschutzbehörde traf die endgültige Entscheidung zur Genehmigung, allerdings unter erheblichen Auflagen.

Konkret geht es im Betriebsgelände um den Abbau einiger dominierender Bestandteile im westlichen Abschnitt, die nicht mehr gebraucht werden.

Hoch über der Straße

Dazu zählen die gesamten Anlagen samt Förderbändern, mit denen einstmals Erz oder Koks zum Hochofen gelangten und die teils die Erzhausstraße überqueren, ebenso der gewaltige Hochbunker parallel zum Schienenstrang im Norden. Auch von den Cowpern (Winderhitzern) südlich des Hochofens bleibt nur die vorderste Reihe stehen, diverse Nebengebäude werden ebenfalls weichen müssen wie etwa die Nassgasreinigungsanlage.

Stehen bleiben werden neben dem Hochofen selbst auch die Gießereihalle mit ihrem Fachwerk, die Gebäude rund um den Hochofen, das Pförtnerhaus etc. Das ist alles Bestandteil des Genehmigungsbescheides der Stadt Sulzbach-Rosenberg, der dieser Tage an die Eigentümer erging.

Lange Prüfung

Beauftragt wurde mit dem Abbruch eine Fachfirma, die MAR (Max Aicher Recycling) mit Sitz in Nürnberg und Zweigniederlassung in Amberg. Sie wird unterstützt von der Mannschaft der MHD (Maxhütte Dienstleistung), die auch schon beim Abbau der Stranggussanlage im Herbst mitgeholfen hat und noch dort arbeitet.

Lange und aufwändig geprüft worden sei der Antrag von den Behörden, erläutert Rohrwerk-Geschäftsführer Karl Reyzl. Unter strengen Umweltauflagen erfolgte die Genehmigung. Das Landratsamt (Umweltschutzbehörde) und das Wasserwirtschaftsamt schrieben fest, wie mit den Materialien verfahren werden soll, damit die Umwelt nicht belastet wird.

Umweltschutz hat Vorrang

Vor allem Bauschutt und Altholz wird es sein, das eventuell ein Problem darstellt bei der Demontierung der Gebäude und Anlagen. Der Metallschrott, der bestimmt in großen Mengen anfällt, wird dagegen in den Hochöfen der Lechstahlwerke wieder zu neuem Leben erwachen.

Allerdings gibt es da auch Asbestzement und andere Materialien, deren Beseitigung recht kostenintensiv sein dürfte. Die ortsansässige Firma Protec soll die Arbeiten gutachterlich begleiten und die Auflagen der Ämter garantieren. So ist u.a ein arbeitsbegleitender Katalog vorgeschrieben, der genau auflistet, wohin welche Stoffe wann gegangen sind. Auch sind ständige Grundwasserprüfungen in den Auflagen enthalten.

Losgehen soll das Ganze in den nächsten Wochen. Entstehen wird eine große Freifläche rund um den Hochofen, die so genannte "Hochofen-Plaza", die schon für verschiedene öffentliche Veranstaltungen diente und wohl auch weiter genutzt werden soll in diesem Sinne. Rundherum ist an die Ansiedlung neuer Betriebe gedacht, ebenso im übrigen MH-Gelände.

Es wird also Zeit, dass die EU allmählich in Fragen der Altlastenbeseitung zu einem Ergebnis kommt und es weiter geht mit der Sanierung. Dann endlich kann das für Sulzbach-Rosenberg so wichtige Gebiet vermarktet und als das genutzt werden, was es früher war: Als Gewerbegebiet mit hoffentlich vielen hundert Arbeitsplätzen.


direkter Link: [www.oberpfalznetz.de]

Viele Grüße

Tobias

Antworten:

Dann wird wohl die imposanteste Industriekulisse Nordbayerns - nicht nur für die Bahnfotografen - verschwinden und gegen 08/15-Leichtbauhallen mit einem Industriedenkmal in der Mitte ersetzt werden. Ich hab zwar nicht mehr alle Örtlichkeiten im Kopf, mein legales Fotoshooting im Werksgelände liegt doch schon über ein Jahr zurück. Es wäre schön, wenn es nicht so wie oben käme, sondern Leben in möglichst viele alten Gebäude einkehren könnte. Und es darf euhig rußgeschwärzt bleiben, so etwa im Maschinenraum, wo dick das Öl an den Rohren klebte. Nur wenn ein Großteil der Gebäude im Zusammenhang bleibt und überdies nicht architektentypisch übersaniert wird, könnte man noch den Flair der alten Montanindustrie erkennen.
Nebenbei entstand beim Fotorundgang noch ein Foto aus 15 oder 20 m Höhe auf einen Güterzug im Bahnhof, leider mit einem 400er-Film .

von Gerald H - am 06.12.2006 06:15

Re: Sorry, das sehe ich anders

Zitat
Gerald H
Dann wird wohl die imposanteste Industriekulisse Nordbayerns - nicht nur für die Bahnfotografen - verschwinden und gegen 08/15-Leichtbauhallen mit einem Industriedenkmal in der Mitte ersetzt werden.


Du magst das aus deiner Fotografensicht so sehen, doch hier geht es um Arbeitsplätze, um Neuansiedlungen von Firmen, das ist doch alles wichtig als so ein altes Industriedenkmal wie es bereits dutzende in Deutschland gibt, fahr mal nach Völklingen, das reicht doch wohl.
Es ist wirklich vieles gut und schön, man erhält ja auch etwas, aber man kann nicht fordern den gesamten Komplex zu erhalten, denn so findet man keine Investoren. Durch die Maxhütte sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen, hier gilt es neue Firmenansiedlungen zu bekommen, das geht nur mit einem sanierten Gelände. Hier muss auch der Freistaat helfen, auch wenn es nördlich von Freising ist.

von KBS 855 - am 06.12.2006 15:50

3 Bilder...

> Nebenbei entstand beim Fotorundgang noch ein Foto aus 15 oder 20 m Höhe auf einen
> Güterzug im Bahnhof, leider mit einem 400er-Film .

Auf dem Gelände der Machütte hab ich leider nie fotografiert, aber von dem auf dem Berg gegenüber liegenden Kriegerdenkmal hab ich an einem Juliabend 2005 mal folgende Aufnahmen gemacht:







Leider kam das Licht Abends nicht mehr ganz rum. Ich hätte dort mal an einem Morgen raufsteigen sollen, konnte mich dazu aber nie aufraffen.. :-(

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 06.12.2006 17:29

Re: Sorry, das sehe ich anders

Servus,

ich muß Dir da recht geben. Auch wenn die Maxhütte ein imposantes Industriedenkmal ist und einen wichtigen Teil der Industriegeschichte der Oberpfalz darstellt, die Stadt lebt nur von den Waren, die heute produziert oder gehandelt werden bzw. von den Dienstleistungen, die heute erbracht werden. Insofern ist eine Museale Erhaltung in Reinkultur sicher nicht machbar und der eingeschlagene Weg, die Mischung aus teilweisem Abriß und dem stehenlassen wirklich markanter Punkte, erscheint mir der beste Weg.

von Martin Pfeifer - am 06.12.2006 18:32
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