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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
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nix mehr, ABomz, Andreas, Martin Pfeifer, Georg Ringler, Oliver218254

Abschied vom roten Brummer

Startbeitrag von nix mehr am 10.12.2006 15:48

Hallo,

da jammern sie dem IC hinterher...
Naja, 1994 hatte ich mit Freund ME aus Hof eher auf weiter Flur alleine dem Ende der Uerdinger des Bw Hof nachgestellt. Mit aktuell dabei als Regionalfuzzys waren damals lediglich im Hofer Umland: DS aus Köditz, UK aus Hof, Micha aus Hof. Die Münchberger waren rar aufgetreten. Und was es in der damals internetfreien Zeit in Bayreuth, Nordostbayern an Fuzzys gab? Evtl. waren sie gerade im Vorschulalter ;-)
Jedenfalls waren meine Streckenaufnahmen für Bad Steben, Selb, Helmbrechts durch den zeitgünstigen Zivildienst 1991/1992 bestens dokumentiert. Das Thema also vorab abgeschlossen. Man wendete zum Ende der Hofer Schienenbusse Zeit für die DR auf!

Nun zu den Bildern. Fragt mich nicht, wann das Ende der Ära 796/789 in Hof war. Aber ich glaube, das war zum Mai 1994. Ich bin mir da nicht sicher. Denn die letzten Streckenaufnahmen entstanden schon im März 1993.

Ein Tag in der Nachweihnachtszeit des Jahres 1994 also.
ME und ich hatten uns in den Kopf gesetzt, unser Hofer Streckennetz, was durch die 796 der "Luxus"-Ausführung bedient wurde, abzufahren. Damals wurde der geneigte Fahrgast durch derlei Dinge verarscht. Jahre später z.B. durch weiß gewordene 612 in Fernverkehr, und nun durch rote 612 als hochwertigen! IC-Ersatz. Dümmer gehts nümmer.

Das war das "Streckennetz" der Hofer 796. Sowas klebte in jedem 796/996 des Bw Hof im Fahrgastinnenraum. Warum da Hof - Bad Steben nicht grün war, weiß ich heute nicht mehr. Wir fuhren in der Mittagszeit auf dem Gleis 1Süd am Hofer Hbf ab. Die Garnitur der obligatorische 796+996.

Ein Bild in Selb Stadt wurde nicht gemacht. Dafür das hier auf der Rückfahrt: Ankunft in Selb-Plößberg. Hier war es noch ein Bahnhof als solcher. Heute nur noch ein Loch. Es könnte ja mehr los sein, eine Vogtlandbahn nach Asch und Cheb z.B. Oder privater GV. Aber Bürgermeister, die bis zum Gartenzaun eines Grundstückes denken können, sind in der Lage, vernünftiges zu verhindern.


Nach der Ankunft in Hof Hbf schnell noch ein paar Eindrücke mit der Knipse einfangen. Der Tf packt seinen Kram zusammen, denn er wurde abgelöst. Links im Zugzielanzeiger am Bahnsteig die Abfahrtszeig des nächsten Zuges.


Blick in den Fahrgastraum. Erste Fahrgäste Richtung Selb saßen schon wieder.
"Weichpolster"! Eben die Luxusausführung...
Trotzdem: das Fahrgefühl blieb Uerdinger. Und das war genial.
Wir trollten uns zur Kantine, wo wir eine Wurschtsemmel in uns hinein stopften.


Nun war die Helmbrechtser Strecke dran. Stillgerecht die Fahrt nach Münchberg mit einem 796. Abfahrt auf Gleis 8.
Man beachte links, die damals noch überwiegend in orange verkehrenden 614. Und rechts die V100, die den Plauener Nahverkehr gebracht und Wendepause im Lokgleis 7 hatte.


Auf der Fahrt Richtung Münchberg. Hier zwischen Oberkotzau und Fattigau.
Karlheinz Schörner war der Lokführer. Durch meinen Vater kannte ich fast alle Tf des Bw Hof recht gut. Doch Karlheinz war sogar ein guter privater Freund der Familie.
Überhaupt war es für mich damals mit den ganzen Bahnerern in Hof recht familiär. Davon arbeiten heute bei DieBahn nur noch Bruchteile.


Ankunft in Münchberg. Die letzten Sonnenstrahlen lecken oben am EG. Aber diese Szenerie war langst optimal im Kasten. Also ohne Hektik das Bild machen und in den "Helmetser" umsteigen, bei dem ich die Schlußscheiben abnahm, und vor dem Zustieg hinten am Tw wieder aufsteckte.


Wir sagten immer Wüstenblitz! Wüstenselbitz. Weiter nach Helmbrechts. Auch hier im Zug ein befreundeter Tf.


Das Erinnerungsfoto am Bstg Helmbrechts mit den letzten Sonnenstrahlen.
Links ME, und ich rechts. Hoho, welch Matte am Kopf damals! :-)


Auf nach Hof! So ohne weiteres wäre das per 796 für den normalen Reisenden nicht gewesen. Richtung Hof hätte es einen normalen RE oder N-Zug mit 218 oder 614 benötigt. Doch der Tf der planmäßigen Lto (Leertriebwagen) war uns ja gesinnt! Also stilgerecht nach Hof gefahren. Mit Fahrkarte natürlich.
Was man auf diesem Bild sieht?
Das Stativ im VS aufgestellt. Belichtung der Kamerau auf "bulb" (Dauer, manuell), Blende 22 und abwarten. Ausgelöst hatte ich am Vsig NOKP, gleich hinterm Bü Fattigau. Wieder zugemacht am Asig NOKP, das hinten auf Höhe ehem. Rbf stand. Man sieht die bunten Lichtlinien sämtlicher Signale, eine entgegen kommende Lz, die Bahnsteiglampen von Oberspeiwiesn. Ein bizarres Ergebnis. Obwohl der zweiachsige VS ja gehörig durch die Weichenstraßen rumpelte...


Umsteigen in Hof. Weiterfahrt von Gleis 10 nach Bad Steben. Das nächste Bild gelang bei der Kreuzung in Selbitz. Weihnachtlich war es ohne Schnee nicht, trotz des iluminierten Baumes... Hinter dem Triebwagen der Gegenzug nach Hof. Zwei Bm232/238 stellten die Garnitur. Meines erachtens damals schon nur noch mit 218. Oder doch mit 211? Was würde ich darum geben, wenn heute noch solch Wagenmaterial nach Bad Steben fahren würde.

Nach der Ankunft in Hof Hbf ging es mit ME zu einer obligatorischen Pizza in der "Fontana" :-)

Einige Wochen später ein Bild von der sogenannten "Burg", das Eisenbahnhochhaus in der Nähe des Betriebswerkes. Die ersten Uerdinger sind abgestellt. Ein paar neu angelieferte 628.4 warten auf den ersten Einsatz. Das Ende der Brummer war besiegelt. Der 628 ist ein bis heute adäquater Ersatz. Doch was mit Regioshuttle, Ofenrohr, usw. angeboten wird? Naja, Reisekultur im Nahverkehr ist das für mich nicht.

Gruß,
malo

Antworten:

mal halblang...

... Auch wenn ich ein etwas jüngeres Baujahr bin, so sind mir die Uerdinger in bester und vor allem in genauer Erinnerung.

Keine 628er Fahrt ist heute, trotz Fahrkartenkauf beim Tf, so familiär wie damals im Schienabus.

Nie vergessen werde ich die Sonntagsausflüge mit dem Brummer von Köditz aus nach Stegenwald, von wo aus man zu Fuß hinunter nach Rothenbirch marschiert ist und zu Kaffee und Kuchen bzw. zu Limo beim Heinrich eingekehrt war.

Die Abfertigung gestaltete sich meist ähnlich: "Wo wolltan naus?" - "Beim Leibolds Niggl, was machtn des?" - kurzes Schweigen - "hockt eich nei!"

Trotz alledem, es war leider nur eine kurze Zeit in jungen Jahren, in der ich die echte Bahn noch miterleben konnte. Aber immerhin. In den neuen Bundesländern gelang dies noch bis etwa 1997, bei Fahrten nach Ziegenrück, Saalburg oder Eisenberg zum Beispiel. Danach war Sense.
Der gestrige Fahrplanwechsel war dann wohl gar der endgültige Zumacher. Ausflüge zu Eisenbahnzielen gibt es nicht mehr, die Fotografie wird sich auf ein Minimum reduzieren, eventuell sogar auf Null. Die Regensburger Strecke ist mit den 218ern im Kasten, soweit man sich das vorgenommen hatte.
Das Ganze hat aber auch einen riesen Vorteil: Keinerlei Drang mehr nach Trainspotting, keine Komplettsucht bezogen auf eine Strecke, viel mehr Zeit für andere wichtige Dinge und obendrein noch einen Geldbeutel, der geschont wird *g*

Grüße,

D.

von ABomz - am 10.12.2006 17:02

Ganz lang!

Hallo D.,

passt doch!
Seit vergangener Nacht hab auch ich meine Ruh. Aus und vorbei der Drang nach Komplettsucht. Diese besteht anderswo fort: Polnische Privatloks, M62 Ungarn, div. Privatloks in Deutschland, CD, ZSSK, Baltikum, GUS, Russland, Kolomna, LTS, CKD, Skoda... Nicht die Komplettsucht, sondern: "Schaun´mer mal, was noch geht". So viel wie möglich. Komplettiert wurde letztens meine Sammlung an 233. Alle Loks schön Format füllend in Sonne porträtiert ;-)

Klar, ist mal extremer Rauhreif mit Schnee und Sonne, ein roter 610, der Vierländer, oder gar ein Güterzug mit 232 sind noch drin.
Doch der permanente Tagesausflug an die Magistrale ist Greschichte.
Der Geldbeutel lacht. Nun ja. Was übrig ist ab jetzt, liese sich z.B. in Böhmen verbraten. ;-) Da wird bald mal nach Domazlice und Klatovy gefahren. Guggen, ob 831 rollen. Wenn ja, rein und mit fahren.
Oder noch mehr wandern in der Heimatregion.

Gruß,
malo

von nix mehr - am 10.12.2006 17:13

Re: Schöne Erinnerungen (oT)

Schöne Erinnerungen!

Grüße,
Georg

von Georg Ringler - am 10.12.2006 17:45
Sers Malo !

Die Schienenbusära im Bw Hof endete im Mai 1993. Aber ihr seit nicht die einzigen gewesen mit solchen Aktionen...einmal Schwandorf-Furth und zurück...danach nach Weiden und einmal die große Oberpfalzrunde Weiden-Bayreuth-Marktredwitz-Bayreuth-Weiden...herrliche Erinnerungen...aber immer im VT ;-)

Grüssle Oli



von Oliver218254 - am 10.12.2006 18:42
Servus,

eine schöne Erinnerung. Schienenbusse habe ich 1999 / 2000 noch auf ihre wirklich letzten Tage im Einsatz auf der Strecke Tübingen - Horb erleben dürfen. So ein schönes Gefühl der heilen Eisenbahn-Welt bringen nur die Schom und der ETA rüber, wobei mir als Erstgefühl solcher Fahrten einige Fahrten zwischen meinem damaligen Bundeswehr-Standort Osterode und Seesen in bleibender Erinnerung sind.

Die Glorifizierung der guten alten Eisenbahn stellt für mich aber bis heute die Fahrt in einer (natürlich) roten Ferkeltaxe zwischen Cottbus Hbf und Peitz (damalige KBS 206.45) am 03.05.1997 dar. Aus dem InterRegio von Berlin raus und im Gewirr der Cottbuser Bahnsteigtunnel das richtige Gleis gefunden, stellte allein schon der Anblick einer roten Ferkeltaxe etwas erhabendes dar. Da im Triebwagen mehrere Fotografen waren, fragte der Zugführer von sich aus, wo den ein Foto entstehen soll. Ich war da natürlich ahnungslos, aber meine Mitreisenden hatten eine gute Wahl getroffen. So ein Service stelle man sich heute mal vor!

von Martin Pfeifer - am 10.12.2006 20:16

Eine letzte Insel...

Gleiches habe ich im Jahr 2005 erlebt.

Die SWEG betreibt auf den Strecken von Meckesheim nach Hüffenhardt und Aglasterhausen ein paar Kilometer heile Welt!

NE 81, MAN-Tw und Güterverkehr, Ladegleise und Einzelwagenabfertigung auf jedem Dorf...

Zuerst ging es per NE 81 von Meckesheim nach Aglasterhausen über Waibstadt. Hier ist der Betriebsmittelpunkt, wo auch der Zugleiter für beide Strecken sitzt, er verkauft gleichzeitig von Früh bis spät Fahrkarten.

Von Aglasterhausen fuhr ich zurück bis nach Neckarbischofsheim Nord, Trennungsbahnhof für beide Strecken und Standort des SWEG-Depots. Hier wollte ich nach Hüffenhardt umsteigen.

Auf der anderen Bahnhofsseite stand zu meiner großen Freude ein MAN-Tw samt Beiwagen bereit. Ich setzte mich rein, Lokführer und Schaffner schauten mich sehr andächtig an, geredet wurde erstmal nichts *g*

Die 2 Schaffner stiegen aus und auf einmal fuhr auf dem anderen Gleis ein NE 81 mit der Aufschrift "Hüffenhardt" ein - ich sprang aus meinem MAN und stieg in den NE 81...

Ein Blick ins Kursbuch brachte Aufklärung: Der NE 81 fährt von Meckesheim bis Hüffenhardt durch; und der MAN übernimmt eine quasi sinnlose Füllleistung von Neckarbischofsheim Nord nach N. Stadt im "Block" hinter dem NE 81...

2 Stunden eher und ich hätte den MAN bis Hüffenhardt gehabt...

Was ich jetzt erlebte, war ein absoluter Traum: engste Kurven und Ortsdurchfahrten, winzige Haltepunkte, an denen überall die Schüler ausgeladen wurden und 2 absolut herzliche SWEG-Schaffner. Da fuhren schonmal ein paar Kids schwarz. Anhand des Matheheftes fand die Identifizierung statt und die Schüler wurden dann gebeten, beim Schalter Waibstadt das Fahrgeld nachträglich zu entrichten...
Irgendwann war ich der einzige im Zug und wurde eingeladen, auf dem Führerstand mitzufahren und Fotos zu schießen. Man zeigte mir allerhand Sehenswürdigkeiten links und rechts der Bahn.

In Hüffenhardt angekommen, traute ich meinen Augen nicht! Auch hier Nebenbahn pur... Ein Gleis, wo der Zug mitten im Ort zum stehen kam, draußen läuteten die Kirchenglocken, ansonsten Totenstille, etwas weiter vorne die BayWa und ein zwei Güterwagen... Vom Zugpersonal die Aufforderung, ich solle ruhig fotografieren, danach fahre man gemütlich zurück...

Die Rückfahrt fungierte im Grunde als freigegebene Leerfahrt zum Depot Neckarbischofsheim Nord. Ich fuhr mit bis zur Endstadtion und legte die restlichen 3 km bis nach Waibstadt zu Fuß zurück. Tatsächlich aber stiegen unterwegs noch 3 Mann ein, die in Neckarbischofsheim Nord nach einer kurzen Wartezeit in Richtung Aglasterhausen weiterfuhren.

In Waibstadt traf ich die 2 netten Revisoren wieder und durfte gleich mit in den Bahnhof kommen, wo mir der Fahrdienstleiter das Stellwerk erklärte mir einen waschechten NE-Fahrschein des Wechselverkehrs verkaufte.

Alles in allem ein wunderschöner Tag Eisenbahn... Leider ist auch diese Pracht vorbei. Der Größenwahn in BaWü will nach Aglasterhausen eine S-Bahn bauen, was bedeuten würde, dass die Hüffenhardter Strecke ein Dieselinselbetrieb wäre. Drum stellt man ein...

Ein Blick ins Kursbuch, gerade auf dem Hüffenhardter Ast, erinnert auch an Bundesbahnzeiten: den ganzen Vormittag über kein Zug, hier ist Platz für den Gv, der zweite morgendliche Frühzug endet in Obergimpern und der Abendzug in Obergimpern :-)

Ich kann es echt nur jedem raten, das Spektakel dort mitzumachen, es war nur geil!!!


Anbei noch ein paar Bilder:




Meckesheim




Der Schülerzug nach Hüffenhardt im Abzweigbahnhof Neckarbischofshm. Nord




Nachmittags fuhr der MAN nach Aglasterhausen, mit im Bild die 2 Revisoren




Hüffenhardt




nochmals Hüffenhardt




Der MAN von innen




Meine Fahrkarte. Ein DB-Formular 101, ausgegeben durch NE, eine absolute Rarität...



Sorry wegen off topic!!!!


Daniel

von ABomz - am 10.12.2006 21:18

Re: Eine letzte Insel...

... und wenn man schonmal in der Gegend ist, kann man die Karlsruher 218 auf der Hauptbahn mit ihren n-Wagen noch mitnehmen :-)
Motive finden sich in Hülle und Fülle zwischen Sinsheim und Meckesheim, wegen des ungünstigen Standortes der Lok am Zug aber erst ab 15 Uhr machbar.

Viele Grüße
Andreas

von Andreas - am 10.12.2006 21:37
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