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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lainecker, Oliver218254, Cargonaut, Wunsiedel-Holenbrunn Hbf

Es ist mehr als befremdlich...

Startbeitrag von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf am 14.12.2006 15:56

Hallo zusammen,

befremdlich ist die Gesamtsituation, welche sich jedoch fast zwangsläufig zumindest hier in unserer Bahnregion, dem Forumsgebiet, manchmal zuspitzen muss(te).

Man muss hier einerseits die "neuen modernen" Arbeitsbedingungen und das Nettogehalt von den praktizierenden Eisenbahnern betrachten. Ständige Wechselschichten, lächerliche Zeitzulagen für Nacht- und Feiertagsarbeit, ständiger Druck durch unsichere temporäre Dienstorte, rustikale Definitionen von Arbeits- und Ruhezeiten. Dafür jedoch Verantwortung über die gelebte Bahn, den täglichen Kontakt mit sicherlich auch teils berechtigt verärgerten Fahrgästen. "Staubsauger" für allen Ärger.

Das zu verkraften und zu verarbeiten, nicht mit nach Hause zu nehmen, den aufgestauten Frust nicht an der Familie auszulassen, ist eine Leistung.

Auf der anderen Seite steht irgendwo ein völlig unpersönliches und für den Reisenden nicht greifbares Management. Die dortigen Verantwortlichen erzählen uns seit 3 Jahren beispielsweise, der VT 605 ist nicht mehr einsetzbar, unwirtschaftlich, verschwindet von Deutschlands Schienen.

Drei Tage nach der sensationellen Einführung des VT 612 zwischen Dresden und Nürnberg kommt dann die verstohlene Meldung, dass die komfortablen 605 nun zukünftig fröhlich zwischen Hamburg, Dänemark und Berlin herumdieseln.

Dies mag den SWT/BY-Ticket-Kunden herzlich wenig interessieren. Alle anderen überkommt hier verständlicherweise grenzenlose Wut. Auch meine Wenigkeit. Denn verarschen kann ich mich selber, dazu brauche ich nicht die PR-Abteilung eines Konzerns.

Die Triebfahrzeug- und Zugführer im mittleren Dienst können jedoch wirklich nichts dafür. Früher hieß es einmal: Im öffentlichen Dienst ist das Gehalt zwar gering, jedoch eine Absicherung im Alter und Krankheitsfall relativ großzügig.
Die Beamten sind weg. Schaut Euch mal die Tarifverträge - äh modernen Tarifverträge - von "Die BAHN" an.

Nichts für ungut,
Michael




Antworten:

Zitat

Die Triebfahrzeug- und Zugführer im mittleren Dienst können jedoch wirklich nichts dafür. Früher hieß es einmal: Im öffentlichen Dienst ist das Gehalt zwar gering, jedoch eine Absicherung im Alter und Krankheitsfall relativ großzügig.
Die Beamten sind weg. Schaut Euch mal die Tarifverträge - äh modernen Tarifverträge - von "Die BAHN" an.


Da kann ich nicht ganz zustimmen. Die soziale Absicherung bei Arbeitsplatzabbau ist wesentlich besser als in der freien Wirtschaft! Und gekündigt werde ich auch nicht gleich, wenn ich mal paar Wochen am Stück krank bin. Außerdem hatte ich in den letzten Tagen 2x die Gelegenheit mit einer Privatbahn Gastfahrt unterwegs zu sein. Hört Dir mal an, was die für "Tarifverträge" haben. Und wie das bei denen mit den Vorschriften in Sachen Arbeitszeit gehandhabt wird...das wäre mal was, für einen gewissen Mitleser im NOBF. Die Höhe der Bezahlung ist relativ zu sehen. Sicher verdient man sich keine goldene Nase, dafür habe ich aber so viele Vorzüge, die das durchaus ausgleichen. Ein Fließbandarbeiter bei VW lacht mich zwar vom Gehalt her aus, wenn er sieht was er und ich für eine Verantwortung habe, aber bei den Arbeitsbedingungen lache ich ganz laut über den Fließbandarbeiter :D
Ich könnte zwar noch etwas plaudern, aber sowas gehört hier nicht ins Forum, da hier auch Nicht-Eisenbahner mitlesen... :D

MfG Cargonaut

von Cargonaut - am 14.12.2006 17:34
Zitat
Wunsiedel-Holenbrunn Hbf
Hallo zusammen,

Drei Tage nach der sensationellen Einführung des VT 612 zwischen Dresden und Nürnberg kommt dann die verstohlene Meldung, dass die komfortablen 605 nun zukünftig fröhlich zwischen Hamburg, Dänemark und Berlin herumdieseln.




Hi !

um wieder ein wenig Öl ins 605-Feuer zu gießen: klar, die Fahrzeuge hatten eindeutig ihre Macken und die Argumentation mit der Unwirtschaftlichkeit, naja, da läßt sich trefflich drüber streiten und der 605 ist alles längst Geschichte auf Oberfrankens Schienen...es hat eben negativerweise alles gepaßt...

aber: es ist mittlerweile nachgewiesen das eine nicht unerhebliche Prozentzahl der damals aufgetretenen Störungen durch eindeutige Bedienungsfehler verursacht wurden...genauso wie im letzten Jahr die BR 218 auf dieser Linie nicht auf die Beine kam...und wie geht es mit den 612 weiter ?...auf anderen Linien mittlerweile relativ zuverlässig und hier, warten wir es ab...

Grüssle Oli

von Oliver218254 - am 14.12.2006 20:20
Na wenn man die aktuellen Verspätungen für den 612er nimmt, dann wird das das nächste Desaster auf der Franken-Sachsen-Magistrale.

Das Problem ist einfach, dass man von keiner ZUVERLÄSSIGEN Verbindung ausgehen kann, mit der die Anschlüsse gewährleistet. Und Roulette-Spielen um Anschlüsse will nun mal kein Reisender!

Ich persönlich finde die 612er eine einzige Zumutung: Gedröhne und Geheule, Ruckel-Zuckel, WC Problematik, genervtes Personal, unbequeme Sitze, etc.

Ich weiss nicht, wieso sich die Städte an der Strecke mit so einem vorsintflutlichen Bahnanschluss begnügen und sich nicht viel stärker für die Rückkehr des 605 einsetzen - jetzt läuft er doch, wie man hört!

Und wenn dann erst mal wieder der Winter Einzug hält, dann dient der Fahrplan sowieso wieder nur der groben Orientierung!

GEBT UNS DEN 605 zurück und baut mehr 610er!

von Lainecker - am 14.12.2006 22:38
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