Urteil gegen den Bombendroher im Bayreuther Hbf

Startbeitrag von Neuenmarkt am 19.12.2006 06:58

Quelle: NBK Bayreuth

Lichtenfels/Bayreuth
„Im Bahnhof Bayreuth ist eine Bombe. „Ich habe sie selbst gelegt.” Mit diesen Sätzen löste Ende August ein anonymer Anrufer einen Großeinsatz mit Polizeikräften und Sprengstoffhunden auf dem Bahngelände der Richard-Wagner-Stadt aus.

80 Stunden gemeinnützige Arbeit muss nun ein 19-jähriger Mann aus dem östlichen Landkreis Lichtenfels wegen der Verbreitung von Angst und Schrecken verrichten. Das Amtsgericht Lichtenfels verurteilte gestern den Auszubildenden wegen Störung des öffentlichen Friedens und wegen Androhung einer Straftat.

„Zwei Stunden lang hat die Bahnpolizei damals das Gelände abgesucht, sie werden es auf der Rechnung lesen”, informierte Richter Armin Wagner den 19-Jährigen darüber, dass er nun auch die Kosten für den Einsatz bezahlen muss. Der Auszubildende hatte - so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft - von einer berufsbildenden Schule aus gegen 21.45 Uhr telefonisch die Polizeieinsatzzentrale - gleich viermal hintereinander - über die vermeintliche Bombe informiert. „Die gesamte Situation war dazu geeignet, Besucher und Reisende des Bahnhofes zu verunsichern”, so die Vorwürfe des Vertreters der Anklage.

Zu viel Alkohol

„Ich weiß nicht, wie ich darauf gekommen bin, ich habe nicht darüber nachgedacht”, entschuldigte sich der Angeklagte. In der Weiterbildungseinrichtung habe er damals mit seinen Kumpel „etwas zu viel” Alkohol getrunken. Schließlich sei er auf die Idee gekommen, anzurufen. Seine Schulfreunde hätten ihm dabei zugehört, zuvor habe man noch beratschlagt, von wo aus der Anruf getätigt werden sollte. Schließlich habe man sich eine Telefonzelle ausgesucht, in der Hoffnung, so nicht ertappt zu werden.

Alte Frau überfallen

„Solche Bombendroher gehören gleich auf die andere Seite der gesiebten Luft”, schimpfte Richter Armin Wagner und kritisierte, dass der 19-Jährige damals - nach der Ermittlung des Täters - nicht sofort eingesperrt wurde. Schließlich sei der Auszubildende schon einmal wegen einer ähnlichen Ankündigung von der Polizei ermahnt und später schon einmal wegen des Überfalls auf eine alte Frau zu einem Jugendarrest verurteilt worden.

Ein erneutes Wochenende Dauerarrest sowie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit forderte Staatsanwalt Dr. Christian Pfab. Strafmildernd wertete er das Geständnis des Angeklagten, erschwerend, dass der Auszubildende bereits wegen Körperverletzung eine Jugendstrafe verbüßen musste.

„Das ist ein Hammer sondergleichen”, bewertete Richter Armin Wagner die Drohung, verzichtete in seinem Urteil jedoch auf einen Dauerarrest. Er begründete: „Einsperren kostet auch Geld.” Der Angeklagte hätte sofort nach der Ergreifung hinter Gitter gehört, um damit auch seine Kumpels abzuschrecken.

„Ich sperre Sie dann ein”

Wagner schimpfte: Der Angeklagte habe einen Riesenaufwand ausgelöst, denn Beamte müssten solche Ankündigungen ernst nehmen. „Sie haben die Einsatzkräfte völlig irregeleitet.” „Wenn sie das nicht begreifen wollen und es passiert wieder etwas, müssen Sie weit weg von Lichtenfels sein, denn ich sperre Sie dann ein.”

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.