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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Guliver, Wunsiedel-Holenbrunn Hbf, nix mehr, KBS 855, derSchlömener

Grafenau Bhf nach dem "Zurechtstutzen" (3 B)

Startbeitrag von Guliver am 25.12.2006 17:07

Hallo,

nachdem ich in den Weihnachtsferien wieder mal in meiner Heimat bin, sah ich das die Gleise im Bahnhof in Grafenau schon weitgehend abgebaut sind. Sprich der Platz für das Einkaufszentrum schon bereitet ist.

Hier 2 Bilder über den Zustand, und ein Stimmungsbild.


In Richtung Westen. Das Umfahrgleis ist entfernt. Das noch benutzte Gleis 2 ist um gut 75 m gekürzt.


In Richtung Osten. Links wurden die Gütergleise entfernt. Der Güterschuppen auf der linken Seite ist schon vor Monaten abgerissen worden. Rechts liegt noch das Gleis 1 für evtl. Sonderzüge.


Und noch ein Bild um zu verdeutlichen wie kalt es war. Links sieht man die behelfsmässige Abstützung des Bahnhofsdaches. Vorsicht ist besser als Nachsicht, wie im letzten Jahr in Zwiesel.

Antworten:

Die Bahn hat halt Todesangst vor...

Servus,

jaja, scheinbar wirklich Todesangst vor jedem Überholgleis und zu langen Bahnsteigen.

Der Unterhalt einer Handweiche kostet halt im Konzern ein paar Milliarden Euro pro Stunde. Genauso ein GS, welches gern gelb lackiert wird.

Außerdem könnten irdendwelche Dödel auf die Idee kommen, in so einen Endbahnhof einen anachronistischen Sonderzug fahren zu lassen. Wenn kein Überholgleis vorhanden, kreuzt dort auch keine Lok am Wagenmaterial vorbei: Somit Problem im Vorfeld gelöst.

In Selb-Stadt sieht es ebenso trostlos aus. In Wunsiedel-Holenbrunn haben sie seit Jahrzehnten bestehende Bahnsteigkanten mit finanziellem Einsatz weggebaggert, damit Richtung Hof ja kein Zug mit mehr als 120 Metern Länge mehr halten kann und darf.

Dafür hat DIE BAHN jedes Geld der Welt. Zerstören, Eindampfen, Zurückbauen, usw.

Die Firma ist privat - und privat ist derzeit leider modern.

Gruß,
Michael


von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf - am 25.12.2006 18:56

Re: Das sieht ja grausam aus

Wieso muss man für einen Supermarkt (ein Einkaufszentrum wird da kaum Platz haben, wobei in Deutschland ja fast jeder Edeka schon ein EKZ sein soll :-) die Bahngleise stutzen? In Grafenau hätte es sicher noch viele Orte für diese Ansiedlung gegeben, das ist mehr als traurig. Wenigstens ein zweites Gleis hätte man liegen lassen sollen, aber wer, wie bereits erwähnt, den Zustand in Selb Stadt kennt, der weiß, dass dies trostlos ohne Ende ist. Wirklich keine Werbung für die Eisenbahn.

von KBS 855 - am 26.12.2006 17:55

2. Gleis liegt noch (m 2 B)

Also ein zweites Gleis liegt noch. Das unbenutzte Gleis direkt am Bahnhofsgebäude.


Die Fläche des Bahnhofes ist ja nicht die einzige Fläche die umgebaut wird. Es wird auch der angrenzende Parkplatz (dort stand bis in die 80er Jahre der Lokschuppen) , sowie der Busbahnhof.

Am Bahnhof angrenzend ist ja auch noch die ehemalige "Bay-Wa-Fläche" auf der ebenfalls ein Supermarkt hinkommt.


(Auch hier lagen früher mal 3 Anschlußgleise)

Als hätten wir nicht 6 Supermärkte in der Stadt *kopfschüttel*.

Aber insgesamt ist das schon eine ziemliche Fläche die da komplett neu gestaltet wird rund um den Bahnhof.

von Guliver - am 26.12.2006 18:33

mag ja alles sein, aber...

... das wirkliche Problem ist doch, dass mit der Bahn schon längst nichts mehr geht hier bei uns. Da ist es nur konsequent die überflüssigen Gleise abzubauen.
Oder wurde dort noch irgendwas verladen?
Über Jahrzehnte hinweg konnte doch der Niedergang des Verkehrsmittels Eisenbahn beobachtet werden. Heute führt die Bahn in meinen Augen nur noch eine Art "Schattendasein". Kaum jemand - v.a. auf dem Land - nutzt die Bahn ernsthaft als Verkehrsmittel mehr; Güter werden fast ausschließlich auf der Straße befördert.
Wenn man die Bahnstrecke nach Grafenau raus z.B. einstellen würde, würde denke ich kaum jemand merken, dass etwas fehlt. Der Personen- und Güterverkehr könnte bestimmt problemlos auf den vorhandenen Straßen abgewickelt werden.
Das ist doch eher das Problem. Leider wird zu wenig unternommen, um auch die Bahn in Zukunft wieder attraktiv zu machen bzw. zu halten.
Die Probleme sind ja bekannt: zu teuer, unfreundliches Auftreten dem Kunden gegenüber, unflexibel (v.a. jetzt zu den Feiertagen)...



von derSchlömener - am 26.12.2006 19:23

Da muss ich dir (Gott sei Dank) widersprechen

Von den Einheimischen her würde es sicher kaum jemanden stören, ABER! insgesamt wurde sehr viel gemacht um die Bahn rund um die Zwieseler Spinne attraktiv zu machen (neue Fahrzeuge, Sanierung der Strecke, Tarifangebote, Prospekte, Aushänge usw.). Und das zahlt sich nach meiner Beobachtung her auch aus, indem hauptsächlich im Sommer sehr viele Touristen die Waldbahn und eben auch die Strecke nach Zwiesel nutzen. Deshalb sind die Probleme die du aufgezählt hast nicht ganz so schwerwiegend.

Aber es stimmt schon, seit über 10 Jahren gibt es keinen Güterverkehr mehr. Die Gleisanschlüsse an die vielen Sägewerke und die Glashütten in Frauenau und Spiegelau sind nicht mehr existent (Und mit ihnen die Sägewerke). Ebenso wird im Grunde nur mehr dieses eine Gleis in Grafenau benötigt. Der einzige Sonderzug an den ich mich erinnern kann, war ein Schienenbus der vor 2,5 Jahren nach Grafenau kam. Dieser fuhr dann als Pendel als Ersatz für die Regio-Shuttles. Von daher stört der Rückbau sicher nicht den Fahrgastbetrieb und den in meinen Augen erfolgreichen Betrieb der Waldbahn.

Ich hoffe halt darauf, das durch den Stadtumbau der Bahnhof deutlich präsenter wird, als er es über Jahrzehnte war (Ja auch in einer Kleinstadt gibt es ein "Bahnhofsviertel). Und durch diese größere Präsenz auch mehr ins Bewußtsein rückt und damit auch eine Verschönerung abbekommt und vielleicht den ein oder anderen Kunden.

von Guliver - am 26.12.2006 19:41

Vor dem "Zurechtstutzen": anno dunnemals, 23.12.1985 (m 4B)

Hallo,

1985 war malo gerade mal 2 Jahre als Fuzzy unterwegs. Ab Sept 1984 okupierte er systematisch das damals bestehende Streckennetz der DB in Bayern. Und später den Rest in Deutschland (und 1990 die DR).
Da ging es in der Frühe von Hof per Schnellzug Richtung Süden. Umstieg Regensburg, Plattling und Zwiesel. Nach obligatorischer Fahrt in den B4yg erreichte man nichtsahnend den Bahnhof Grafenau. Normal erwartete man dort nichts. Aber das am Besuchstage gleich drei V100 im Bahnhof zugegen waren, konnte mit einem Lottosechser verglichen werden, zumal die eine Lok mir noch völlig unbekannt war. 211 061 muß sich am Tag zuvor, oder zeitig in der Frühe, beim Rangieren mit der Üg ein Bein gestellt haben. Jedenfalls lag sie im Dreck. 211 042 war für die Bespannung meines Zuges zuständig, während die 349 den Einheitshilfsgerätewagen daher brachte. Und kalt war es damals genauso wie heute, wie auf den hier oben gezeigten Bildern. Schnee? Gab es damals auch nicht :-(

Nach der Ankunft der obligatorische Fuzzyschuß: Zug mit Lok im Bf. Welch Unglück mit der Signaltafel, oh weh....


Unglücksrabe 061 mit Hilfszuglok 349.


Das fremde Kind aus dem noch unbekanntem Mühldorf.


Und hier eine Seite aus meinem Buch mit den Tagesstempeln! Rechts mitte Grafenau.
Und was es da so noch gab.... Bischofsheim/Rhön!!! 211 143 war meine Zuglok, auch mit B4yg...

Vom 14.08.84 mit Hof Hbf, bis Bad Harzburg, 23.04.1994 wurde allerhand zusammen gefahren! Alles per Bahn. Die halbe DR, ein Teil Nordwestböhmens, wie z.B. Ausgabestempel Hranice v C!!! Das Büchlein ist wie mein Tagebuch aus dieser feinen Zeit.

Gruß,
malo

von nix mehr - am 26.12.2006 20:14

Re: mag ja alles sein, aber...

Servus,

..aber wichtig ist der Bahn primär, dass die Gleisanlagen schnellstmöglich unbrauchbar werden. Damit ja niemand auf Gedanken wie "Reaktivierung" kommt.

Im September 1995 wurde Holenbrunn-Wunsiedel-Schönbrunn "zurückgebaut". Seither gibt es mitten in WUN eine Mondlandschaft aus Schotter, Betonschwellenhaufen, Bahnsteigresten und sonstigem Zierat.

Hauptsache schnell die Gleise rausgerissen, der Rest ist dann wurscht....

Grüße,
Michael


von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf - am 27.12.2006 08:17
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