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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Cargonaut, KBS 855, Martin Pfeifer, Schwandorfer, Gast, Harald, Matthias_BT, nix mehr, Woyzeck

ZM: Propaganda der Bus- und Lkw-Mafia

Startbeitrag von KBS 855 am 11.01.2007 14:53

Was regen sich die so auf? Ich finde das ist ein Anlass zur Freude. Dieser Jammereien von Lkw-Fuhrunternehmern und Bus-Unternehmern sind doch verrückt. Es ist nur fair und gerecht.


[www.oberpfalznetz.de]

11.01.2007 | Netzcode: 10963809
Maut trifft Spediteure ins Mark
Tschechien erhöht Straßenbenutzungsgebühren für Lastwagen und Busse - Mikrowellentechnik
Waidhaus. (upl) "Das ist schlecht für uns. Schon wieder ist das Geld weg." Miroslav Sprik von der Ost-West Spedition im tscheschischen Domazlice bringt es auf den Punkt. Die Einführung eines neuen Mautsystems in Tschechien trifft das deutsch-tschechische Transportunternehmen ins Mark.

Was in Deutschland "Toll Collect" heißt, nennt sich in Tschechien "Myto CZ". Fünf Unternehmen hatten sich im vergangenen Jahr beim tschechischen Verkehrsministerium um die Installierung des Mautsystems beworben. Obwohl tschechische Anbieter geklagt hatten, setzte sich die Firma Kapsch aus Österreich durch. Wie in Deutschland stehen jetzt auch in Tschechien Mautbrücken über den Autobahnen - 210 an der Zahl. Lastwagen und Busse ab einem Gesamtgewicht von zwölf Tonnen müssen sich bei den Servicestellen von "Myto CZ" gegen eine Kaution von 1550 Kronen (55 Euro) eine "On Board Unit" ausleihen. Das Gerät von der Größe einer Zigarettenschachtel kommuniziert mittels Mikrowellentechnik mit den Mautbrücken.

Die Verbraucher zahlen

Für Lastwagen erhöht sich die Straßenbenutzungsgebühr durchschnittlich um zwei auf 14 Cent pro Kilometer. Die einfache Strecke Waidhaus-Prag schlägt so mit rund 25 Euro zu Buche. Bis Silvester mussten nur etwa 20 Euro bezahlt werden. "Tschechien war bis Ende des Jahres 2006 eines der günstigsten Transitländer", erklärt Miroslav Spirk. "Jetzt gelten Preise wie in Deutschland." Was dazu führen könnte, dass viele österreichische Transportunternehmen, die auf ihrem Weg nach Norddeutschland bisher über Prag gefahren sind, wieder Bayern ansteuern.

Bezahlen müssen die höheren Preise letztendlich die Verbraucher in Deutschland, wie in Tschechien. "Gestiegene Transportkosten werden in der Regel an die Auftraggeber weitergegeben", sagt Edina Brenner, Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayerischer Spediteure. Ähnlich verfahren die Busunternehmen. "Wir haben keinen Spielraum", sagt Kirstin Neumayr vom Landesverband Bayerische Omnibusunternehmen. Die Kaffeefahrt nach Prag, die vor Silvester 25 Euro gekostet hat, ist jetzt für 27 Euro ausgeschrieben. "Die Reiseveranstalter müssen messerscharf kalkulieren."

Die Umstellung des Mautsystems ist im Großen und Ganzen reibungslos verlaufen. Laut Michael Ziegler von der Grenzpolizei in Waidhaus hat es bis jetzt keine größeren Probleme wegen der neuen Maut gegeben. "Die Boxen sind überall erhältlich und funktionieren offenbar auch." Bis zum Jahreswechsel waren an allen Servicestellen des Mautbetreibers 80 000 "On Board Units" ausgegeben. Mehr als 150 000 Lastwagen passieren jeden Monat allein den Grenzübergang Waidhaus.

Maut-Netz wächst

Autos und Lastwagen unter zwölf Tonnen betrifft die neue Maut übrigens nicht. Für sie gilt weiter die Windschutzscheiben-Vignette. Ihr Preis hat sich nicht verändert. Die Preise bleiben vorerst - nur das Netz der gebührenpflichtigen Straßen wächst. Zum 1. Juli dieses Jahres sollen auf allen Schnellstraßen Tschechiens die gleichen Mautsätze wie auf den Autobahnen erhoben werden.

Mautrechner (deutsch) im Internet: www.premid.cz

Antworten:

Zitat
KBS 855
...Dieser Jammereien von Lkw-Fuhrunternehmern und Bus-Unternehmern sind doch verrückt....


JAJA, der Endverbraucher bezahlt, weil ja jetzt der Transport so teuer ist...


Beispiel:
Wieviele Joghurtbecher passen auf einen Sattelzug? Was macht dann die Maut pro Becher aus? Einfach lachhaft... Wer kassiert eigentlich den Gewinn durch die erhöhten Preise?

von Matthias_BT - am 11.01.2007 16:16

Der eigentliche Sinn der Maut wirkt sich nicht aus

Hallo,

die Maut sollte lenkend sein! Und zwar da hin gehend, das Waren, die über große Distanzen transportiert werden, entsprechent teurer werden, als regional hergestellte Produkte.
Warum bekommt man eine Butter vom Milchhof Stuttgart in Marktredwitz billiger, als z.B. eine Butter aus dem Milchhof in Nürnberg? Die Milchhöfe der Region wurden ja unter dem Deckmantel geschlossen: a)veraltet, b) nicht dem EU-Standard entsprechent, c) nicht profitabel genug (genug!, weniger hätte auch gereicht...)
Oder besser gesagt: dieses scheiß neoliberale, geldgierige Renditedenken verzerrt alle Anstrengungen. Also Zentralisierung der Produktion. Obendrein lassen sich so zig Arbeitsplätze ersparen, da so ein Betrieb leichter und "effizienter" mit Robotern automatisiert werden kann. Und dann kommen solche großkotzigen Projekte wie eines Autozuliefererparkes in Hof, in dem ach so viele Arbeitsplätze geschaffen wurden. Nur: das dort verarbeitete und produzierte Zeugs wird durch halb Europa gekarrt. Warum produziert man nicht gleich neben der Autofabrik und spart so das Geld und die Folgen für Mensch und Umwelt?
Weil ich, der Arsch Bürger, auch das bezahlt!!! Subvention der Arbeitsplätze, des Transportes, Versilberung der Rosetten der Lobby....

Ich will hier gar nicht weiter schreiben, weil es driftet leider völlig vom Thema ab. :-(

Nur eins: man soll endlich Mautbrücken auch über Bundesstraßen aufstellen, und ab dem 3,5Tonnener wie einen großen LKW abrechnen. Man sehe z.B. zur BAB A3 über Passau: die Flut der unter 7,5-Tonner aus Ungarn... Hirnrissig!
Und: ein Verbot der Quersubventionierung von Waren muß her. Was weit transportiert wird, muß sündenkrachteuer werden. Sprich: wer Straßen ruiniertt und die Umwelt versaut, zahlt.
Wieso kostet ein Container von China hier her lumpige 700-Euro Transportgebühr? Um die halbe Welt! Und wenn hier ein Container von Hamburg nach Stuttgart soll?
Irgendwas paßt da nicht.

Es ist in dieser Welt einfach nur KRANK.

Gruß,
malo

von nix mehr - am 11.01.2007 16:42
>> Was regen sich die so auf? Ich finde das ist ein Anlass zur Freude. Dieser Jammereien von Lkw-Fuhrunternehmern und Bus-Unternehmern sind doch verrückt. Es ist nur fair und gerecht.

Wärst Du einer der betroffenen Unternehmer, würdest Du dich freuen? "Juchu, die Gewinne sacken uns unterm Ar*** weg!" Sowas ist doch völlig verständlich. Jede Erhöhung der Kosten schadet den Unternehmen, auch das sollte klar sein.....

>> Was dazu führen könnte, dass viele österreichische Transportunternehmen, die auf ihrem Weg nach Norddeutschland bisher über Prag gefahren sind, wieder Bayern ansteuern.

Nicht könnte, sondern wird - schließlich ist die Route via Deutschland um einiges kürzer und deutlich schneller als über Prag, wenn ein LKW zB von Innsbruck nach Hamburg möchte. In der Folge haben wir noch mehr LKWs auf deutschen Straßen. Der einzige "Anlass zur Freude" aus deutscher Sicht wäre dann, dass das deutsche Staatssäckel anstelle des tschechischen gefüllt wird -> höhere Steuereinnahmen. Inwiefern die höheren Einnahmen ausreichen, um die dadurch verursachten Straßenschäden zu finanzieren, mögen aber bitte die betreffenden Fachleute ausrechnen...

von Woyzeck - am 11.01.2007 16:52

Milchhöfe(oT)

Zitat
malo
z.B. eine Butter aus dem Milchhof in Nürnberg?


Na ja die letzte Butter aus dem Milchhof in Nürnberg ist auch schon vor längerer Zeit produziert worden, der fällt nämlich langsam in sich selbst zusammen (liegt neben dem Hp Dürrenhof), siehe hier: [www.br-online.de]

Aber in der Region gibts noch eine ganze Reihe Milchhöfe:
[www.milchland-bayern.de]
Kurioserweise gibts Produkte von denen oft seltener (wenn erhältlich nicht unbedingt günstig) als Milchproduke die z. B. aus Baden-Württemberg oder NRW herangekarrt werden, vielleicht gibts in NRW zum Ausgleich Milchprodukte aus Bayreuth?

Auch die Milch vom Bauern wird nicht immer zum nächstliegenden Milchhof gefahren, z. B. gibts in Amberg einen, die Milch aus dem Lankreis AS wird aber u. a. auch nach Bayreuth oder Mertingen gefahren.

Gruß, Harald

von Harald - am 11.01.2007 18:57
Zitat
Woyzeck
>> Was regen sich die so auf? Ich finde das ist ein Anlass zur Freude. Dieser Jammereien von Lkw-Fuhrunternehmern und Bus-Unternehmern sind doch verrückt. Es ist nur fair und gerecht.

Wärst Du einer der betroffenen Unternehmer, würdest Du dich freuen? "Juchu, die Gewinne sacken uns unterm Ar*** weg!" Sowas ist doch völlig verständlich. Jede Erhöhung der Kosten schadet den Unternehmen, auch das sollte klar sein.....


Also mir sind die Unternehmer in dieser Branche eigentlich sowas von egal, denn auf die Arbeitsplätze dort kann man auch verzichten, die Bezahlung ist ja fürstlich :-)
Mehr Verkehr auf der Schiene heißt aber mehr Stellen im Eisenbahnverkehrsmarkt und wie schon einige andere bin ich außerdem der Meinung dass es unsinnig ist Milch oder andere Produkte durch die halbe Welt zu jagen, denn es gibt auch gute regionale Produkte.

Zitat
Woyzeck
>> Was dazu führen könnte, dass viele österreichische Transportunternehmen, die auf ihrem Weg nach Norddeutschland bisher über Prag gefahren sind, wieder Bayern ansteuern.

Nicht könnte, sondern wird - schließlich ist die Route via Deutschland um einiges kürzer und deutlich schneller als über Prag, wenn ein LKW zB von Innsbruck nach Hamburg möchte. In der Folge haben wir noch mehr LKWs auf deutschen Straßen. Der einzige "Anlass zur Freude" aus deutscher Sicht wäre dann, dass das deutsche Staatssäckel anstelle des tschechischen gefüllt wird -> höhere Steuereinnahmen. Inwiefern die höheren Einnahmen ausreichen, um die dadurch verursachten Straßenschäden zu finanzieren, mögen aber bitte die betreffenden Fachleute ausrechnen...


Naja, in Deutschland müsste die Maut für Lkw natürlich auch erhöht werden, aber da darf man sich wohl vorerst keine Hoffnungen zu machen, ich denke die Lobby hat da auch noch gewissen Einfluss. Durch hohe Mautgebühren haben Regionale Marken auch wieder bessere Chancen, das sichert und schafft Arbeitsplätze und auch wenn es vielleicht etwas mehr kostet, der Verbraucher ist langfristig eher ein Gewinner.

Denn wer billig kauft, der tritt eine Abwärtsspirale in Kraft und durch den ständigen Preisdruck treibt man damit auch die eigenen Gehälter nach unten, nichts anderes ist in den letzten Jahren geschehen. Neoliberalies Denken schadet doch mehr als es nutzt, zumindest dem Normalbürger.

Dazu Mautgebühren auch endlich für Kleinlaster.

von KBS 855 - am 12.01.2007 11:24
Zitat
Woyzeck
Wärst Du einer der betroffenen Unternehmer, würdest Du dich freuen? "Juchu, die Gewinne sacken uns unterm Ar*** weg!" Sowas ist doch völlig verständlich. Jede Erhöhung der Kosten schadet den Unternehmen, auch das sollte klar sein.....


diese Unternehmen leben in unserem Auto-Staat wie die Fürsten. Müssen sie sich eben anderweitig orientieren wenn der Gewinn absackt. Sollen doch die LKW-Fahrer umschulen auf Tf! Es werden deutschlandweit eine Menge gesucht.

Von mir wird doch auch verlangt, daß ich flexibel bin?!

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 12.01.2007 15:41
Zitat
KBS 855
...Die Preise bleiben vorerst - nur das Netz der gebührenpflichtigen Straßen wächst. Zum 1. Juli dieses Jahres sollen auf allen Schnellstraßen Tschechiens die gleichen Mautsätze wie auf den Autobahnen erhoben werden.
...


Servus,

das ist das beste daran: da kassieren nicht nur auf der Autobahn, sondern auch gleich auf den Bundesstraßen. Da haben Maut-Flüchtlinge keine Chance!

von Martin Pfeifer - am 12.01.2007 19:41
Zitat

Sollen doch die LKW-Fahrer umschulen auf Tf!


Willst Du das wirklich?

Wenn die die Loks dann genauso fahren, wie die LKWs, dann Gute Nacht...

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 12.01.2007 23:45
Das eine hat das andere ja nicht zwingend zur Folge. das liegt ja an anderen Institutionen, dies zu überwachen. Und bei Railion brauchst da keine Angst zu haben... ;-)

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 13.01.2007 11:35

Re: Umschulen?

Weißt du dass viele Lkw-Fahrer ohne Schulabschluss, als Sonderschüler oder sonstiges unterwegs sind? Die kann man nicht zum Tf ausbilden.
1. Muss man ein gewisses Niveau halten
2. Sollte man Wert auf eine abgeschlossene Ausbildung im technischen Bereich oder im Eisenbahnerbereich legen.

Es soll ja auch andere Lkw-Fahrer geben, die z. B. Kfz-Mechaniker, Elektriker etc. gelernt haben, die kann man natürlich gerne brauchen.

Aber dann muss man politisch auch mal was tun gegen den Lkw-Verkehr, ich würde denen so viele Steine in den Weg legen wie es nur geht und den Lkw-Verkehr endlich auf das Beschränken wo seine Stärke liegt, z. B. Zu- und Abbringerverkehr, Belieferung von Supermärkten etc.

von KBS 855 - am 13.01.2007 19:11

Re: Umschulen?

Zitat
KBS 855
Weißt du dass viele Lkw-Fahrer ohne Schulabschluss, als Sonderschüler oder sonstiges unterwegs sind? Die kann man nicht zum Tf ausbilden.


Das kann schon sein und mag jetzt hart klingen, aber die müssen sich einen anderen Job suchen....

Zitat

2. Sollte man Wert auf eine abgeschlossene Ausbildung im technischen Bereich oder im Eisenbahnerbereich legen.


Naja, EiB's haben auch "nur" Schulausbildung, vielleicht Abitur und keine Ausbildung in irgendeinem technischen Bereich. Und da sind welche ohne technischen Verständnis dabei. die bildet die Bahn ja auch aus. ;-)

Zitat

Aber dann muss man politisch auch mal was tun gegen den Lkw-Verkehr, ich würde denen so viele Steine in den Weg legen wie es nur geht und den Lkw-Verkehr endlich auf das Beschränken wo seine Stärke liegt, z. B. Zu- und Abbringerverkehr, Belieferung von Supermärkten etc.


Na das wird noch etwas dauern in unserem Land. erst wenn wir 10spurige Autobahnen haben und der richtige Verkehrskollaps droht, wird es vielleicht einige wenige geben, die anfangen Nachzudenken.

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 13.01.2007 19:21

Re: Mautbrücken

"Nur eins: man soll endlich Mautbrücken auch über Bundesstraßen aufstellen, und ab dem 3,5Tonnener wie einen großen LKW abrechnen. Man sehe z.B. zur BAB A3 über Passau: die Flut der unter 7,5-Tonner aus Ungarn... Hirnrissig! "

Das ist ja das Feine am zunächst vielkritisierten Tollcollect-System:
Das hiesige Mautsystem wurde von anfang an so ausgelegt, daß flächendeckend alle Straßen erfasst werden können, notfalls bis zum letzten Feld-Wald-Wiesenweg.
Die Mautbrücken dienen nur der Stichproben-Kontrolle, das System funktioniert im Prinzip auch ohne.
Anders als die billigeren unflexibleren Einfach-Systeme in CH und A kann in D so auch schnell das Bundesstraßennetz in die Maut mit einbezogen werden, ohne Probleme. Ist wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis das kommt. Genauso wie die PKW-Maut, denn das System wurde "vorsorglich" dafür schon ausgelegt, auch Fahrzeuge jenseits 200km/h zu erfassen.

von Gast - am 22.01.2007 01:47
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