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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Guliver, KBS 855, oberpfälzer

Gab es je Pläne das Frankfurt - Wien über München läuft? (JU-Briefwechsel)

Startbeitrag von Guliver am 29.01.2007 10:31

Hallo,

die Linie Frankfurt - Wien wird ja ab den nächsten Fahrplanwechsel auf ICE-T umgestellt. Dazu wird sie auch an mehreren Stellen für Neigetechnik ausgebaut.

Nun las ich auf der Homepage der JU-Freyung-Grafenau im Anschluß einer Schilderung über eine Geländebegehung der Ilztalbahn folgenden Absatz:
"In Sachen Bahn müsse man vielmehr dafür kämpfen, dass Passau ICE-/IC- und EC-Bahnhof bleibe, denn viele dieser Züge würden zukünftig über München und nicht Passau laufen." (Stand: 26. September 2006)

Nun machte mich das schon ziemlich stutzig. Das die doch sehr lange im Fernverkehr betriebene KBS 880 nicht mehr betrieben werden sollte. Zumal ja praktisch alle Indizien dagegen sprachen: Der Weg wäre um 125 km länger, die Fahrzeit um 1 Stunde länger, die NBS mit 2 ICEs pro Stunde + RE 200 und Allersberg-Express gut ausgelastet ist, die Pläne der ÖBB waren seit Jahren bekannt, die Pläne für den Streckenabschnitt gemacht, die Gelder bewilligt, die Veträge zum ICE Ankauf unterzeichnet usw. Und dann schreibt die JU 15 Monate vor der Umstellung der Linie von IC/EC auf ICE sowas.

Da wurde ich schon stutzig und schrieb eine e-mail an die JU. Heute bekam ich diese Antwort:

"Sehr geehrter Herr Wolf,

zunächst möchte ich mich für Ihre E - Mail sehr herzlich bedanken.

Zur Verlagerung der Zugverbindungen weg von Passau hin nach München unter Bezugnahme auf den auf unserer Internet - Homepage abgedruckten Pressebericht ist anzumerken, dass dieser vom September 2006 stammt. In dieser Zeit wurde nach der damaligen Auskunft der zuständigen Abgeordneten in der Tat bei der Deutschen Bahn über eine Verlagerung einiger schneller Zugverbindungen (EC / IC) im Zuge der nächsten Fahrplanänderungen nachgedacht. In den Folgemonaten wurde von unserer Seite deshalb gezielt versucht, auf die Verantwortlichen einzuwirken. Wir haben uns damals auch entschieden, nicht den Weg über die Presse zu gehen, da dies eventuell den Gesamterfolg der Initiative gefährden hätte können. Dies ist auch der Grund, warum zu diesem Thema - abgesehen von dem von ihnen zitierten Halbsatz - nichts der Presse zu entnehmen war.

Wie Sie richtig beschrieben haben, hat sich inzwischen Einiges zum Positiven gewandt. Auch teile ich ihre Ansicht, dass es momentan keinen Grund zu Befürchtungen gibt. Um Ihnen auch einen aktuellen Stand mitteilen zu können, habe ich inzwischen auch Kontakt mit dem zuständigen Bundestagsabgeordneten aufgenommen. Die entsprechende Antwort steht allerdings noch aus.

Sobald ich die entsprechenden Informationen erhalten habe, werde ich mich mit Ihnen wieder in Verbindung setzen.

Abschließend möchte ich mich auch für Ihr Interesse an unserer Homepage bedanken. Es freut mich immer sehr, wenn sich junge Menschen kritisch mit unserer Arbeit auseinandersetzen."

So, so, "nach Informationen der zuständigen Abgeordneten" und danach haben sie "gezielt versucht, auf die Verantwortlichen einzuwirken", nun ja. Wie gesagt alle mir bekannten Indizien weisen darauf hin, dass diese Information der Abgeordneten, wenn sie überhaupt so gegegen wurde, eine reine Falschinformation war. Und die JU sich ihren "Erfolg" eigentlich nur in ihrer Fantasie zuschreiben kann. Oder täusche ich mich da etwa, und es gab diese Pläne wirklich?

Wobei schon im Ausgangsabsatz eine widersinnige Behauptung steckte. Das man die Ilztalbahn und das Hauzenberger Bockerl endgültig abreisst und sich dafür um einen Fernverkehrshalt bemüht. In meinen Augen blanker Unsinn. Gerade wenn ein Bahnhof von vielen Linien angefahren wird, ist er doch attraktiv für den Fernverkehr. Da braucht man nur nach Plattling schauen. Nur 13.000 Einwohner, aber dank des Taktknotens mit einem sehr großen Einzugsbereich.

Grüße,
Peter

Antworten:

Re: ? Gab es je Pläne das ab 12/07 Frankfurt - Wien über München läuft?

"."

von oberpfälzer - am 29.01.2007 10:39

Sehr viele Verschlechterungen und keine Verbesserung.

Hallo Christopher,

ja es wären sehr viele Verschlechterungen damit verbunden gewesen, wie die Fahrzeitverlängerung, das evtl. Umsteigen in München, das Abhängen der gesamten Oberpfalz inkl. Regensburg und ganz Niederbayerns vom Fernverkehr (über 2 Mio Einwohner) und und und.

Und was wären die Vorteile gewesen?
Das man Frankfurt mit München verbindet? Kann nicht sein, da hier schon eine gute Fernverkehrsverbindung besteht.
Das man Nürnberg mit Salzburg verbindet? Das man Frankfurt mit Salzburg verbindet? Das man Wien mit Salzburg verbindet? Auch da gibt es genügend Fernverkehrszüge, die sogar ausgebaut werden. (z.B. ICE-T Wien - München/Bregenz und ab 2008 railjet)
Die Linie Frankfurt - Nürnberg - München - Salzburg - Wien hat einfach keine Vorteile gegenüber Frankfurt -Passau- Wien.

Das einzige was passiert wäre ist, das man Nürnberg - Linz vom Fernverkehr befreit hätte und sich so ein paar Züge gespart hätte, und die Fahrgäste auf den verbliebenen Fernverkehr verwiesen hätte. Von daher können diese Pläne nur von Erbsenzählern in der DB-Zentrale ausgegangen sein, wenn sie den überhaupt jemals ernsthaft verfolgt wurden.

Von einer Verbesserung der Linie Frankfurt - Wien wie sie angestrebt und durchgesetzt wird, hätte da keine Rede sein können, sondern nur von einer deutlichen Verschlechterung.

MfG,
Peter

von Guliver - am 29.01.2007 10:51

Re: Sehr viele Verschlechterungen und keine Verbesserung.

Die einzige neue Direktverbindung wäre doch das Anbinden Nürnbergs an Salzburg gewesen, nur wo ist da der Vorteil? Salzburg ist nicht größer als Regensburg und damit kann man für einen Besuch dieser Stadt gerne in München umsteigen, da es ja keine soooo wichtige Metropole ist.
Durch den Fernverkehr über die 880 bleiben jetzt wichtige Ziele angeschlossen, die wichtige Stadt Regensburg als Zentrum (nicht geographisch :-) der Oberpfalz und Plattling als Tor zum Bayerischen Wald, für die vielen Urlauber. Danach noch Passau, wobei hier leider der Anschluss in den Bayerischen Wald fehlt, dank einer tollen Verkehrspolitik.
Mit etwas Willen hätte man sogar von hier aus wieder nach Budweis fahren können, denn Tschechien hatte dies ja angeblich im Sinn (auch laut dem EK-Band zum Böhmerwald).

von KBS 855 - am 30.01.2007 13:55

Ja Nove Udoli/Haidmühle

Hallo,

es gab von Tschechischer Seite schon das Interesse das man den alten Bahngrenzübergang Nove Udoli/Haidmühle wieder aufbaut. Nur wurde daraus die die Staatsstraße 2131, die dieses Jahr eröffnet wird und von Waldkirchen über Jandeslbrunn nach Neureichenau geht. Immer schön an dem alten Ilztalbahn-Abzweig nach Haidmühle entlang. Und während man so auf der Straße fährt, kann man den fröhlichen Radfahrern zuwinken, die dort jetzt fahren.

Die CD befährt die Strecke sogar bzur Grenze, die wirklich im absoluten Nichts hält. Knapp 2 km vor Haidmühle. Wenigstens bis dorthin hätte man die Schienen wiederaufbauen können.

[ironie]
Die Direkverbindung Nürnberg - Salzburg ist ja auch sehr wichtig. Es ist ja ein ziemlich untragbarer Zustand mit 1 mal Umsteigen nur im Fernverkehrs-Stundentakt (und FV/NV-Halbstundentakt) verbunden sind, und man eine viertel Stunde in München Aufenthalt hat.[/ironie]

Grüße,
Peter

von Guliver - am 30.01.2007 15:41
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