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Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
derSchlömener, Neuenmarkt, Cargonaut

PM: Netzwerk Privatbahnen: Kyrill ist nicht an allem Schuld!

Startbeitrag von derSchlömener am 30.01.2007 08:51

Für die schweren Beeinträchtigungen des Zugverkehrs infolge des Sturms Kyrill ist die DB zu einem erheblichen Teil mitverantwortlich. Seitdem die DB AG eine Privatisierung des Konzerns mitsamt der Eisenbahninfrastruktur anstrebt, wird bei der Instandhaltung des Schienennetzes massiv gespart. Das zeigt sich zum einen bei der Entwicklung von Anzahl und Alter der Langsamfahrstellen. Gegenstand massiver Einsparungen ist seit vielen Jahren aber auch der Gehölzrückschnitt. Die Folgen: Bei stärkeren Stürmen beschädigen die viel zu dicht an der Gleisachse stehenden Bäume Oberleitungen und Signalanlagen bzw. blockieren die Gleise.
Der konsequente Gehölzrückschnitt bezweckt die Minimierung der Betriebsgefahren und Betriebsstörungen und der damit verbundenen Schäden an Fahrzeugen und Bahnanlagen durch Unwetter. Eisenbahnen, die ihre Infrastruktur konsequent instand halten, blieben von größeren Schäden und Betriebseinschränkungen durch „Kyrill“ weitgehend verschont. Als positives Beispiel hierfür stehen die niedersächsischen EVB Eisenbahn- und Verkehrsbetriebe Elbe Weser. EVB weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass der Eisenbahnbetrieb auf ihrer eigenen Infrastruktur (Buxtehude-Bremerhaven, Umgebung überwiegend bewaldet) trotz extremem Sturm aufrechterhalten wurde, wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit.
Beunruhigend ist die Tatsache, dass die DB Netz AG bezüglich des Zustandes der Eisenbahninfrastruktur nicht hinreichend kontrolliert wird. In jedem Sommer sind unzählige Warntafeln von Gras überwuchert und Leuchtsignale von Büschen und Zweigen verdeckt. Häufig schlagen sich Lokomotiven und Waggons im wahrsten Sinne des Wortes durch die Büsche: Wo die Vegetation bis an den Bahnschotter herangewachsen ist, zeichnet sich im Buschwerk das Kantenprofil von Containern ab. Dazu Hartmut Gasser, Vorsitzender von Netzwerk Privatbahnen: „Dass das Sturmtief Kyrill bei der DB zu massiven Ausfällen und Verkehrsseinschränkungen führte, hat Fachleute nicht überrascht. Allein mit höherer Gewalt lässt sich deren enormer Umfang nicht erklären, eher mit der systematischen Vernachlässigung der Eisenbahninfrastruktur, um damit im Hinblick auf eine eventuelle Kapitalmarktfähigkeit des Bahnkonzerns Kosten zu sparen.“ Bei einer privatisierten Schieneninfrastruktur dürfte noch radikaler gespart werden, als das schon heute der Fall ist. Deshalb fordert Netzwerk Privatbahnen seit langem, die Verantwortung für die Eisenbahninfrastruktur nicht bei einer teilprivatisierten DB AG zu belassen. Hartmut Gasser: „Die Schiene eignet sich nicht als Profitcenter. Kyrill hat das deutlich gemacht.“ (Pressemeldung Netzwerk Privatbahnen, 30.01.07).

Antworten:

Transnet mein dazu ja...

... folgendes:

(lt. einer Frankenpost-Meldung)


Gewerkschafter: Politik mit Schuld an Zugausfällen und Verspätungen

Nürnberg (dpa/lby) - Verspätungen und Ausfälle bei der Bahn sind aus der Sicht der Bahngewerkschaft auch eine Folge politischer Vorgaben. Die Optimierung des Netzes und des Personaleinsatzes sei eindeutig zu Lasten der Flexibilität gegangen, sagte Johann Gebhardt von der Gewerkschaft Transnet zu den Folgen der Sparzwänge und des Wettbewerbsdrucks mit Privatbahnen. Ausweich- und Kreuzungsmöglichkeiten zum Auffangen von Verspätungen seien systematisch reduziert wurden. Der Fahrzeug- und Personaleinsatz sei mittlerweile so knapp bemessen, dass eine einzige Störung eine Kettenreaktion auslöse, sagte Gebhardt in einem dpa-Gespräch.


Soweit ich weiß, macht die Politik der DB (Netz) KEINE Vorgaben, dass sie möglichst viel von den Netzeinnahmen aus dem Netz herausziehen müssen.
Warum investiert Netz seine Gewinne nicht in sein Netz??
Oder gibt es ab, wenn es unwirtschaftlich läuft :-) ? Ein Netz wird immer nur "unwirtschaftlich" betreiben zu sein- deshalb gehört es in staatl. Hand, genauso wie Straße auch.

Aber Transnet reder der DB ja wieder mal super nach dem Mund. Weiter so!
Und ihr - liebe transnet-Mitglieder - helft am besten auch weiterhin der DB ihre Vorstellungen von der Bahn der Zukunft durchzusetzen. Es könnte aber sein, dass die DB-Mitarbeiter langfristig mit dieser Haltung doch den Kürzeren ziehen.



von derSchlömener - am 30.01.2007 08:58

einer schiebt dem anderen wieder den schwarzen Peter zu

Ich bin zwar kein Transnet-Fan, aber ganz Unrecht haben sie nicht. Das Netz hat zwar keine direkten Vorgaben von der Politik, aber indirekt werden halt die Einnahmen rausgezogen, um andere Bilanzen aufzubessern, um börsenfähig zu werden. Und das ist eine Forderung der Politik.

MfG Cargonaut

von Cargonaut - am 30.01.2007 10:43

genau das ist es

die Politik sitzt doch überall mit im Boot.

Wer ist der 100% Anteilseigener der DB AG zur Zeit ?

Der Bund, und was ist sein Ziel ? Natürlich auch Gewinnmaximierung

Wenn der Bund echtes Interesse an einem funktionierenden Schienensystem
hätte, so müsste er mehr eingreifen.


Das geht aber nicht, da die Autolobby so stark ist und die Herren Politiker als Eigentümer der Bahn ja gleichzeitig bei VW usw. im Aufsichtsrat sitzen.

Na fällt was auf ?


Also wird sich kaputtgespart damit HM Frau Merkel eine positive Bilanz abliefern kann, und das bereits unter drastisch reduzierten Personalaufwand.

Die verbliebenen DB Mitarbeiter haben eigentlich nur 2 Möglichkeiten, schuften für 2 oder mehr Kollegen, bei ständig schrumpfender Bezahlung und Mehrarbeit und dabei dem Kunden gegenüber immer höflich bleiben (vor allem die an der Basis, die die Örtlichkeit kennen zeichnen sich hier aus, sie sind noch mit Herz richtige Eisenbahner, von der Pike auf gelernt) oder man resigniert und mach Dienst nach Vorschrift.

Was nützt ein Kampf gegen Windmühlen, wenn man Gleise stopfen will, Bäume ausschneiden will und von vorgesetzten Dienststellen evlt. Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, weil diese keine Mittel ausgeben dürfen und wollen.

Man reißst sich dann selber den A.... auf, bei Sturm Wind und Wetter, organisiert evlt. selber Notverkehr und wird zum Dank im Forum an den Pranger gestellt.

von Neuenmarkt - am 30.01.2007 12:13
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