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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Guliver, Fahrdienstleiter, oberpfälzer, KBS 855, Cargonaut, Martin, Sunny89

? Zukunft des ICE-Haltes Passau

Startbeitrag von Guliver am 03.02.2007 12:33

Hallo,

hat der ICE-Halt Passau eine Zukunft? Ich habe mir gerade den Laufweg des ICE 28/29 angeschaut. Und da finde ich so einige Argumente gegen einen ICE Halt in Passau:

-Die Stadt ist zu klein. In Aschaffenburg, Neumarkt und Straubing die ähnlich groß oder sogar größer als Passau sind, hält der ICE 28/29 nicht. Vermutlich der ICE T ab Dezember auch nicht.
-Die Stadt ist gut vom nächsten Taktknoten zu erreichen. Durch das Umsteigen in Plattling auf eine RB erreicht man Passau nur 10 Minuten hinter dem ICE. (Diese 10 Minuten entstehen durch das Umsteigen. Die RB ist kaum langsamer als der ICE)
-Der Abstand zwischen den Haltestellen ist zu gering. Binnen einer Stunde hält der ICE in Regensburg, Plattling und Passau.
-Fahrzeitverluste. Durch eine Standzeit von 5 Minuten und Gesamtfahrzeitverluste von 7 bis 10 Minuten könnte das Ziel Frankfurt - Wien in unter 6 Stunden gefährdet sein.
-Kostenfrage. Jeder Halt in Passau kostet 10,09 Euro. Bei 14 Züge pro Tag sind das im Jahr 56.000 Euro die eine Streichung sparen würde.
-Fehlende Vernetzung mit dem Umland: Durch die nichterfolgte Reaktivierung der Strecken nach Hauzenberg, Obernzell und Freyung besteht nur eine Verbindung zur Nebenbahn ins Rottal, im Gegensatz zu den umfangreichen Taktverbindungen in Plattling.

All diese Punkte zusammengenommen würde eine Streichung des Haltes in Passau für mich nicht überraschend kommen. Was ich persönlich als Bewohner der Region nicht gut finde und auch der fehlenden Unterstützung für die Streckenreaktivierungen durch die Lokalpolitiker zuschreiben würde.

Was denkt ihr dazu?

Ein schönes Wochenende,
Peter

Antworten:

Ist in Passau nicht sowieso Personalwechsel? (owt)

Gruß Steffen

von Fahrdienstleiter - am 03.02.2007 12:47

Kann sein.

Soweit ich weiß gehört(e) die Strecke ab Passau Hbf bis zur Grenze (und natürlich dann in Österreich) der ÖBB. Durchaus möglich das hier der Personalwechsel stattfindet, und dabei der Halt eingelegt wird. Wäre ein Grund für den Halt in Passau.

Ich habe ja nur die Argumente gegen einen Halt in Passau aufgezählt. Anders gefragt: Könnte man den Personalwechsel, wenn man den gewillt ist, nach Plattling vorziehen? Und die Österreicher von Plattling bis Passau fahren lassen? Oder umgekehrt, den Personalwechsel in Wels vornehmen? Nicht das ich mir das wünschen würde, es geht mir ja um die Frage wie sicher der Halt Passau ist. Wenn der Personalwechsel dort zwingend stattfinden muss, ist es sehr gut, da der Halt dann gesichert ist.

von Guliver - am 03.02.2007 12:53

"."

"."

von oberpfälzer - am 03.02.2007 12:56

Re: Kann sein.

In Passau wird es ggf. eine Übernachtungsmöglichkeit für`s Personal geben, bzw. dort kann das Personal eher eine Rückleistung übernehmen oder als "Gast" zurückfahren.

Ob der Halt bleibt? - ) Da kann man nur (wie immer) auf den neuen Fahrplan warten.

Gruß Steffen



von Fahrdienstleiter - am 03.02.2007 13:05
Zitat
Christopher Wurm
Also, ich glaube, der Halt bleibt erhalten.

Gründe:
1. Passau ist Grenzbahnhof

Das kann man nicht leugnen
Zitat

2. Wechselt in Passau das Zugpersonal der internationalen Züge

Ja das stimmt, daher auch der 5 Minuten Aufenthalt. Könnte man das, wenn man die Absicht hat den Halt zu streichen anders lösen? Oder ist das wirklich ein zwingender Grund?
Zitat

3. Ich gestehe Passau durchaus einen Fernverkehrshalt zu

Ich auch. Wie gesagt, ich habe nur die negativen Gründe aufgezählt. Die positiven Gründe, wie Oberzentrum, studentische Pendler, Anschluß ans Rottal habe ich ja z.B. nicht genannt.
Ich würde aber auch Neumarkt und Straubing einen Halt zugestehen. (Edit: Aschaffenburg hat ja einen ICE halt, nur keinen auf dieser Linie...)

Zitat

4. Das der ICE in Plattling hält, resultiert nur daraus, das Plattling ein wichtiger Knoten ist.

Und das ist eben der Nachteil den ich bei Passau sehe, das Passau eben nur vom Fahrgastaufkommen aus der Stadt selbst heraus lebt. Die paar Umsteiger auf die Rottalbahn oder auf die Busse tragen da nicht gerade dazu bei. Und wenn ich mich zum Bahnhof mit dem Auto von jemanden Fahren lassen muss, trägt das nicht unbedingt zur Attraktivität der Bahn bei.


Was ich eigentlich mit der ganzen Diskussion rausfinden will ist einfach:
Würde der Fernverkehrshalt Passau gesicherter sein, wenn sich hier mehrere Nebenbahnen treffen oder nicht?
Sprich ist die Sicherung des ICE-Halt Passau ein Argument für die Reaktivierung der Ilztalbahn und des Hauzenberger Bockerls?

von Guliver - am 03.02.2007 13:06
Zitat
Peter_Wolf
Was ich eigentlich mit der ganzen Diskussion rausfinden will ist einfach:
Würde der Fernverkehrshalt Passau gesicherter sein, wenn sich hier mehrere Nebenbahnen treffen oder nicht?
Sprich ist die Sicherung des ICE-Halt Passau ein Argument für die Reaktivierung der Ilztalbahn und des Hauzenberger Bockerls?


Wäre sicherlich ein Argument: Aber woher soll das Geld für eine Reaktivierung kommen...?
.

von Fahrdienstleiter - am 03.02.2007 14:05

Das ist die große ungelöste Frage

Tja das ist die Frage. Ich würde halb ironisch sagen hoffentlich von den vielen vielen Fahrgästen die diese Strecken zukünftig nutzen.

Natürlich kann das Geld, wie auf den allermeisten Nebenbahnen nur von den (schrumpfenden) Regionalisierungsmitteln, sprich vom Staat kommen.
Und um eben hier nicht nur mit dem eher für Politiker unattraktiven Thema ÖPNV als Argument zu kommen, sondern mit dem eher Prestige versprechenden Thema "ICE-Halt gesichert!". Ist natürlich vom fachlichen her sinnlos, dass man sagt, die Nebenbahn wird gebraucht, damit man Fernverkehrsreisende in die Region bringt. Der Hauptnutzen wird der Schienenpersonennahverkehr sein, aber man kennt ja die Politiker. Lieber für 1 Mrd ein riesen Denkmal gebaut, als für 10 Millionen an vielen kleinen Stellen Verbesserungen zu bewirken.

von Guliver - am 03.02.2007 14:13

Re: Das ist die große ungelöste Frage

Zitat
Peter_Wolf
Tja das ist die Frage. Ich würde halb ironisch sagen hoffentlich von den vielen vielen Fahrgästen die diese Strecken zukünftig nutzen.


...und genau daran wird es wohl scheitern... . Ich kenne die Örtlichkeiten dort nicht, aber eine Reaktivierung wird wohl wirtschaftlich nicht vertretbar sein.
Aber nur das zählt ja heutzutage.
.

von Fahrdienstleiter - am 03.02.2007 14:26

Mit Kenntnis der Örtlichkeiten würdest du das auch so sehen.

Das ist das weitere Problem:

Die Ilztalbahn und noch mehr die Lokalbahn nach Hauzenberg waren als Güterbahnen konzipiert, und wurden deshalb nicht durch die größeren Ortschaften gebaut, sondern zu den Steinbrüchen und Holzverladestationen.

Alleine an der Ilztalbahn ist Ruderting (3 km nach Fischhaus) und Hutthurm (3 km nach Kalteneck) mehrere Kilometer von der Ilztalbahn entfernt. Der Bahnhof in Waldkirchen steht in einem 2 km vom Zentrum entfernten Vorort. Lediglich Röhrnbach und Freyung hab einen Bahnhof direkt am Ort. Auch wenn der in Freyung sich am östlichen Ende der Stadt befindet. Das sind nicht gerade Argumente, wieso Fahrgäste von der parallel laufenden Buslinie auf die Bahnlinie umsteigen sollten.

Ob die Bahn ansich rentabel wäre, auch trotz dieser Nachteile? Ich weiß es nicht. Zumal dafür auch die Strecke aufwändig hergerichtet werden müsste, um eine attraktive Fahrzeit zu erreichen, und zumal die Anschlußbahnen nach Deggendorf und Haidmühle/CZ mittlerweile nicht mehr existieren.

Vom Tourismus, Schülerverkehr, Bundeswehrverkehr, Güterverkehr, Entlastungsverkehr zur B12 usw. denke ich schon das diese Bahn Fahrgäste gewinnen kann, aber ein Selbstläufer war das nie, und die Strecke steht nicht umsonst 25 Jahre ohne Personenverkehr da.

von Guliver - am 03.02.2007 14:36

Der Halt bleibt!

Die Diskussion ist müsig, denn solange der Personalwechsel nicht fleigend von statten geht, muß eh gehalten werden.

Aber das Personal von R&T übt schon eine solche Praxis. Bisher sind die Verletzungsraten aber noch zu hoch und das EBA hat auch noch keine Zustimmung erteilt.

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 03.02.2007 15:52

In 8 von 9 Fällen wird an Grenzbahnhöfen gehalten

Jetzt hab ich mir mal die ICE-Netzkarte angesehen. Es ist wirklich so das 8 von 9 internationale ICE/TGV Verbindungen (die beiden nach Paris mitgerechnet) einen Halt nahe der Grenze einlegen (Aachen, Saarbrücken, Straßburg, Basel, Schaffhausen, Kufstein, Salzburg, Passau). Lediglich beim ICE International ist Oberhausen mit 70 km und Arnheim (30 km) schon weiter von der Grenze entfernt. Gibt es hier keinen Personalwechsel?

von Guliver - am 03.02.2007 15:52

Ginge dieser Wechsel auf gar keinen Fall in Plattling oder Wels?

Deshalb ja meine anschließende Frage. Ginge dieser Personalwechsel auf gar keinen Fall in Plattling bzw. Wels? Das man hier deutsche Tf die 80 km in Österreich bis Wels fahren lässt, und im Gegenzug österreichische Tf die 50 km in Deutschland bis Plattling.

Wenn das unmöglich ist, ist die Diskussion wirklich müssig und Passau kann sich die nächsten 100 Jahre über einen Fernverkehrshalt freuen.

von Guliver - am 03.02.2007 15:58

Re: In 8 von 9 Fällen wird an Grenzbahnhöfen gehalten

"."

von oberpfälzer - am 03.02.2007 15:59

Re: Ginge dieser Wechsel auf gar keinen Fall in Plattling oder Wels?

Also der Halt in Passau bleibt ziemlich sicher.

Passau ist eine Einsatzstelle der Zub, die dann per Gastfahrt rumzujagen wäre ja wohl absolut lächerlich. Außerdem hielte ich es für möglich, dass irgendwann die Leistungen nicht mehr von Nürnberger Tf gefahren werden sondern dass die Fahrzeit so kurz ist, dass Frankfurt-Passau von einem Mann durchgefahren werden kann.

von Martin - am 03.02.2007 16:00

Wirklich interessante Diskussion.

Wirklich eine für mich sehr informative Diskussion. Ich dachte auch nicht im Traum daran, das Passau seinen Fernverkehrshalt zum Fahrplanwechsel verliert, oder in den nächsten Jahren.
Und mit dem Personalwechsel scheint dies dann auch auf Dauer gesichert zu sein.

Schön, das man hier eine wirklich sachliche Diskussion über so ein Thema provozieren kann. Da gibt es andere Foren wo das nicht so möglich ist ;-)


von Guliver - am 03.02.2007 16:06

noch eine Anmerkung:

der halt in NPA wird deshalb immer bleiben, weil dort ein riesiges Reisendenpotenzial herrscht. Und zwar eines, was von sehr weit herkommt. Passau ist die Stadt der 3 Flüsse und von dort gehen einige Donaukreuzfahrten los und zu 90% reisen diese Leute mit der Bahn an. Und mal ehrlich, Passau mit solchen Städten wie Plattling und Neumarkt zu vergleichen, das hinkt doch schon gewaltig. ;-)

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 03.02.2007 16:31

Straubing

Wobei der Vergleich mit Straubing denke ich nicht unbedingt hinkt. Immerhin ist Straubing die 3. größste und neben Landshut und Passau die einzige kreisfreie Stadt in Niederbayern. Finde es eh ziemlich komisch das diese Stadt etwas benachteiligt wird. LA (FH), PA (Uni) und DEG (FH) haben Hochschulen sowie einen direkten Autobahnanschluß und Fernverkehrs bzw. Langläufer-RE Anschluß. An Straubing führt die A3 schon ein größeres Stück vorbei, ICs halten nur in Tagesrandlage, es verkehren sonst nur Regionalbahnen keine Regionalexpresse, genauso wie in Neumarkt. (Ok Landshut hat mittlerweile gar keinen Fernverkehr mehr, dafür aber internationale Regionalexpresse und Quasi-Fernverkehr)

Plattling war auch als Beispiel dafür, das auch eine kleine Stadt, durch ihre Taktknotenfunktion eine sichere Stellung im ICE-Netz haben kann. Zumal Plattling aus Raumordnungssicht mit Deggendorf zusammengenommen werden müsste. Beide zusammen bilden ein Oberzentrum. Neumarkt ist dagegen nur ein Mittelzentrum.

von Guliver - am 03.02.2007 16:41

Re: In 8 von 9 Fällen wird an Grenzbahnhöfen gehalten

Hallo,

das Personal nach Amsterdam fährt komplett durch. Dafür ist auch schon ab FFM zumindest auf den ICE International niederländisches und deutsches Personal gemischt auf dem Zug. Das trägt zwar Uniform wie bei der DB, aber mit ICE International Krawatte (das macht DB dort auch, ist auch rot) und ohne DB Keks. Einen Stopp vor und nach der Grenze direkt gibt es nicht. Ist aber auch nicht nötig.

Ich denke aber, dies ist eine Luftdiskussion, die Passierzahlen für Passau bei DB Fernverkehr AG sind ja bekanntlich zu hoch zum schliessen. Das Verhältnis von den über Salzburg zusätzlich zu erschliessenden und ohne Passau zu verlierenden Fahrgästen stimmt nicht, das wird eh nicht gemacht. Auch stimmt die Fahrzeitrelation nicht. Zudem wird ab nächstem Fahrplan die neue ICE Linie Wien-Frankfurt über Nürnberg starten, die wird man kaum gleich wieder einstellen.


von Sunny89 - am 03.02.2007 21:58

"."

"."

von oberpfälzer - am 03.02.2007 22:33

Nein, nein, darum gings gar nicht!

Die Diskussion über den riesen Umweg über Salzburg hatten wir ja schon vorher. 125 km längerer Weg und 1 Stunde Fahrzeitverlust, dafür 2,5 Millionen Menschen vom Fernverkehr abgeschnitten, sind Gründe genug den Fernverkehr auf dieser Strecke zu lassen.
Eine Erschließung der Strecke Frankfurt - Nürnberg - München - Salzburg - Linz - Wien für den Fernverkehr wäre Blödsinn, da diese Städte untereinander heute schon mindestens im Stundentakt verbunden sind. und Frankfurt - München und Salzburg - Wien zwei der zentralsten Achsen des Fernverkehrs in beiden Ländern sind. Sprich es ginge nicht um eine Verlagerung, sondern lediglich um eine Streichung.

Es ging ja nicht um die KBS 880, sondern darum an welchen Orten auf der 880 gehalten wird. Das sie auch weiterhin im internationalen Verkehr von Norddeutschland in Richtung Ostösterreich eine bedeutende Rolle spielt ist klar.

von Guliver - am 04.02.2007 08:43

Re: Rübenhausen :-)

Ich finde gut dass die Fernzüge nicht in Rübenhausen (SR) halten. Die derzeitigen Halte reichen absolut aus und wenn Züge in SR halten würden, dann müsste man auch in Neumarkt halten, denn von der Größe liegen die nicht weit auseinander und beide sind nah an Metropolen dran. Die Straubinger fahren doch eh gerne nach Regensburg, da kann man dann in den Fernverkehr umsteigen :-)



von KBS 855 - am 04.02.2007 11:40
Zitat
Fahrdienstleiter
Zitat
Peter_Wolf
Was ich eigentlich mit der ganzen Diskussion rausfinden will ist einfach:
Würde der Fernverkehrshalt Passau gesicherter sein, wenn sich hier mehrere Nebenbahnen treffen oder nicht?
Sprich ist die Sicherung des ICE-Halt Passau ein Argument für die Reaktivierung der Ilztalbahn und des Hauzenberger Bockerls?


Wäre sicherlich ein Argument: Aber woher soll das Geld für eine Reaktivierung kommen...?
.


Woher kommt das Geld für den Straßenausbau von Passau in den Wald?
Statt hier immer breitere Straßen zu bauen hätte man Passau - Freyung reaktivieren müssen und zusammen mit Tschechien die Strecke nach Haidmühle - Stozec wieder aufbauen, z. B. mit Zügen Passau - Ceske Budejovice

von KBS 855 - am 04.02.2007 11:44
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