KBS 867 2 neue Brücken müssen her.

Startbeitrag von Neuenmarkt am 07.02.2007 07:02

Aus dem NBK von heute

Ohne 90 Prozent Zuschuss läuft nichts
06.02.2007 19:11
Der Neubau der Brücken über die Bahnlinie in Stockau und Neunkirchen kostet 1,3 Millionen Euro



Weidenberg
Von Werner Seelbinder
Es ist ein Millionenprojekt, das die Gemeinde aus eigener Kraft nicht schultern kann: Zwei Brücken über die Bahnlinie von Bayreuth nach Speichersdorf müssen erneuert werden. Kosten 1,3 Millionen Euro. Der Gemeinderat gab nur unter der Voraussetzung auf eine Förderung mit 90 Prozent grünes Licht.

1994 wurde durch Gesetzesänderung die Baulast von Brücken bei Gemeindestraßen über Schienen von der Bahn auf die Kommunen übertragen. In regelmäßigen Abständen müssen die Bauwerke auf Standsicherheit überprüft werden: Die vorletzte Prüfung ergab leichte Mängel, die letzte vor einem Jahr hatte jedoch erhebliche Mängel ergeben. Beide Brücken in Stockau und bei Neunkirchen sind durchfeuchtet, Roststellen in Metalleinlagen, die Tragfähigkeit ist deutlich eingeschränkt, die Straßenbreite für den heutigen Verkehr zu schmal.

Sanierung unwirtschaftlich

Der Gemeinderat musste tätig werden und hatte das Kulmbacher Ingenieurbüro Singer und Spindler mit der Planung beauftragt. Die eine Brücke steht mitten in Stockau, die andere führt über die Bahnlinie zwischen Neunkirchen und Seulbitz.

Eine Sanierung der beiden Bauwerke wurde für unwirtschaftlich erachtet, zumal eine sanierte Brücke nur eine Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren hätte, bei einem Neubau zu etwa gleicher Investitionssumme aber mit 100 Jahren gerechnet wird.

Nach den Vorstellungen der Architekten werden beide Brücken aus Betonfertigteilen auf 13 Meter tiefen Pfahlgründungen stehen, eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen haben und mit Gehsteigen ausgestattet sein. Wegen der darunter liegenden Eisenbahnlinie muss die Durchfahrt acht Meter breit und fünf Meter hoch sein. Dadurch wird das Bauwerk samt der Zufahrtsstraße etwas angehoben. Wie dann einige Feldwege ohne übergroße Steigungen angebunden werden können, soll mit den Beteiligten noch vor Ort geklärt werden.

Bei der Brücke in Stockau ergeben sich gewisse Bauschwierigkeiten, weil sie in einer Kurve über die Bahnlinie führt. Sie muss deshalb in der Kurve auf 7.50 Meter verbreitert werden, damit zum Beispiel ein zwölf Meter langer Linienbus und ein Personenauto noch passieren können.

Die Architekten rechnen mit fünf Monaten Bauzeit, Beginn etwa Juli. Aber da tauchen gewisse Probleme auf. Denn es ist Erntezeit, und just bei der Brücke in Stockau steht ein großes landwirtschaftliches Silo, zu dem dann die Zufahrt unmöglich ist. Eine Lösung des Problems war in der Gemeinderatssitzung noch nicht zu erkennen. Bürgermeister Wolfgang Fünfstück sicherte jedoch zu: „Wer durch den Bau einen Schaden erleidet, der muss entschädigt werden.”

Während der Bauzeit gibt es Verkehrsprobleme. So kann zu gewissen Zeiten der Zug nicht fahren und muss durch Busverkehr ersetzt werden. Der Autoverkehr wird umgeleitet, während bei Neunkirchen Fußgänger und Radler eine nahegelegene kleine Brücke benützen können. Während der Bauzeit Behelfsbrücken zu bauen, ist nicht finanzierbar.

Fünfstück erhielt im Gemeinderat einen einstimmigen Grundsatzbeschluss für den Neubau. Die Verwaltung soll umgehend die Zuschussanträge auf den Weg bringen. „Ohne Zuschüsse von 90 Prozent sind die Brücken nicht finanzierbar.” Diese Mittel will Fünfstück aus dem bayerischen Topf des Finanzierungsgesetzes für die Gemeinden (GVFG).

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.