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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Münchberger, Stefan Schmeißner, KBS 855

OT-ZM: Skihalle im Fichtelgebirge!

Startbeitrag von KBS 855 am 07.02.2007 14:12

So eine Skihalle ist absolut unnötig, aber da sieht man mal wieder wie sehr uns der Klimaschutz und die Erde am Herzen liegt.
Und wenn ein Skihallentourist die Wahl zwischen Berlin und Fichtelgebirge hat, wo wird er wohl hinfahren? Dort kann er noch was erleben, im Fichtelgebirge ist doch nichts.

Quelle: [www.sueddeutsche.de]

Skihalle im Fichtelgebirge
Wintersport das ganze Jahr
Weil auf den richtigen Winter auch kein Verlass mehr ist, nimmt der Kurort Bischofsgrün die Sache nun selbst in die Hand: In einem Freizeitpark mit Skihalle soll bald ganzjähriges Wedeln möglich sein.

Von Peter Schmitt

Es gibt sie in Neuss, in Bottrop und demnächst in Berlin. Hallen mit Skipisten auf Kunstschneebasis sollen bald auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Hit für ein verwöhntes Urlaubspublikum sein. Dubai machte den Vorreiter.

Warum also sollte es nicht auch dort Hallen-Pisten geben, wo der Wintersport seit mehr als hundert Jahren zuhause ist? Geht es nach den Plänen einer Arbeitsgemeinschaft für Strukturplanung in Nordostbayern im Landkreis Tirschenreuth und nach den Wünschen des Bischofsgrüner Gemeinderats, wird demnächst auch das Fichtelgebirge eine Kunstschneelandschaft unter Dach bekommen, in der das ganze Jahr über Winter herrscht.

,,Wenn sich uns diese Chance bietet, werden wir sie beim Schopf packen‘‘, sagte der Bischofsgrüner Bürgermeister Stephan Unglaub. Die Pläne reifen nun schon seit zwei Jahren. Pate stand der frühere bayerische Innen- und Wirtschaftsminister Gustl Lang. Der 2004 gestorbene CSU-Politiker hatte es sich zum Anliegen gemacht, seiner Heimat in der nördlichen Oberpfalz und dem angrenzenden Oberfranken strukturelle Hilfe zu verschaffen, wo immer es nur ging.

Auch die Tirschenreuther Arbeitsgemeinschaft Kommunale Infrastrukturplanung geht auf sein Wirken zurück. In ihr haben sich ehemalige Beamte verschiedener Landesministerien und Unternehmer aus der Region zusammengetan.

In groben Umrissen ist nun auch das Freizeit-Projekt einigermaßen gediehen. An die 60 Hektar Grundfläche werden benötigt. Vorgesehen sind unter anderem eine Tennishalle und ein Campingplatz. Kernstück des Schnee- und Freizeitparks soll die 300 Meter lange Skihalle werden, mit einer Abfahrtspiste wie in Neuss und dazu Loipen für Langlauf und Biathlon. ,,Das wäre besonders für unseren nordischen Skinachwuchs eine wichtige Trainingsstätte‘‘, meinte Unglaub.

Senkung des Altersschnitts

Vor allem aber hofft er auf große Anreize für das Fremdenverkehrsgeschäft. Eine Reihe schneearmer Winter hatte dem Wintertourismus zuletzt empfindlich zugesetzt. Erst der Superwinter 2005/2006 brachte die Wende. ,,Die Lage hat sich stabilisiert bis leicht verbessert‘‘, sagte Unglaub.

Neue Beschneiungsanlagen am Ochsenkopf sollen das Geschäft mit den Skifahrern sicherer machen. Der Ganzjahresbetrieb in der Halle könnte zudem jüngeres Publikum auch im Sommer in das hauptsächlich von Senioren und Wanderern mittleren Alters besuchte Mittelgebirge bringen. Außer den bis zu 50 Arbeitsplätzen in und um den Freizeitpark erwartet sich Unglaub positive Auswirkungen auf das Gastgewerbe.


Allerdings gibt es noch keinerlei Klarheit, wer die derzeit geschätzten 24 Millionen Euro aufbringen soll. Die 2000-Einwohner-Gemeinde Bischofsgrün im Kreis Bayreuth wird es jedenfalls nicht sein. Sie spiele nur den Türöffner für die Beschaffung der Grundstücke, meinte Unglaub.

Das Konzept sollte in diesem Jahr so weit stehen, dass in einer europaweiten Ausschreibung ein Generalunternehmer und danach eine Betreibergesellschaft gefunden werden können. ,,Wir gehen jetzt an die Detailplanung‘‘, erklärte Götz Carius von der in Friedenfels im Kreis Tirschenreuth ansässigen Arbeitsgruppe.

Kritik von den Grünen

Es regt sich aber auch Widerstand gegen die Hallenpläne. Der Bezirksvorstand der Grünen Jugend in Oberfranken glaubt, dass hinter dem Vorhaben große Energieversorger stecken. Der ganzjährige Winter verschlinge enorme Mengen an Strom und Wasser.

Die Einheimischen würden die Lust am nicht eben billigen Skivergnügen bald wieder verlieren, mutmaßt die Vorsitzende der Parteinachwuchsorganisation, Anna-Lena Memmel. Es sei pervers, den Schneemangel als Folge des Klimawandels durch zusätzliche Klimakiller abfangen zu wollen.

Der Bischofsgrüner Bürgermeister will das Argument ,,nicht vom Tisch wischen‘‘. Er gehe aber davon aus, dass zur Energieversorgung des Skibetriebs im Sommer- und Winterhalbjahr vor allem Sonnenenergie und Erdwärme und Strom aus erneuerbaren Ressourcen eingesetzt werden. ,,Das könnte ein echtes Pilotprojekt werden‘‘, meinte er.

Carius weist die Vermutungen der Grünen Jugend zurück. ,,Wir legen den Bischofsgrünern kein fremdes Ei ins Nest‘‘, sagte er. Die Finanzierung setze sich aus Zuschüssen aus diversen Förderprogrammen, Bankkrediten und einer sogenannten Public Privat Partnership zusammen. Wie hoch die einzelnen Anteile sein werden, könne er gegenwärtig noch nicht sagen. Die Gemeinde Bischofsgrün werde aber nicht belastet.

(SZ vom 07.02.2007)

Antworten:

Na toll!
Skifahren im Sommer in der Tiefkühltruhe!Wenn der Bischofsgrüner Bürgermeister schon so sagenhafte Ideen hat, kann er ja gleich die berühmten Ananas am Nordpol anbauen. Am besten bleibt er dann gleich dort!
Für welchen Schwachsinn sich offenbar Geld auftreiben lässt, ist schon erstaunlich. Für vernünftige Bahnverbindungen ins Fichtelgebirge ( auch Bischofsgrün hatte mal einen Bahnanschluss. Aber das ist lange her... ) ist weder Geld noch Interesse dar.
Gruß aus Kulmbach

von Stefan Schmeißner - am 07.02.2007 19:36
Jetzt ham die ganz ne Klatsche. Haben die zu viel Radon inhaliert?
Die vergessen aber das die anderen Hallen in Ballungsräumen stehen.
In Nürnberg oder München könnte ich mir sowas vielleicht vorstellen, aber nicht da.
Das Projekt lohnt sich auf Dauer nie, bei den steigenden Energiepreisen.

Die rechnen dann vermutlich fest mit der neuen Autobahn. Wäre ja ne gute Idee als Alternative die alte Bahnstrecke nach Bischoffsgrün wieder zu beleben. Reste davon gibt es ja noch und verbaut ist sie glaube ich auch noch nicht so.

von Münchberger - am 08.02.2007 22:08
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