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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Guliver

[ZM] Ilztalbahn und Deggendorfer Donaubrücke

Startbeitrag von Guliver am 10.02.2007 11:31

2 Zeitungsberichte aus der PNP zur Versammlung des Fördervereins Ilztalbahn, und den Beginn der Rodungsarbeiten im Zuge des Donaubrückenneubaus in Deggendorf:

Zitat

Förderverein Ilztalbahn will nun neben den Gleisen einen Radweg


Mitgliederversammlung mit Vorstellung des Finanzierungskonzeptes - 50 Prozent EU-Mittel - Bürger können Pate für Streckenabschnitt werden

Freyung (coy). Über 80 Bürger aus der Region waren zur Mitgliederversammlung des Fördervereins Ilztalbahn e.V. gekommen, um nicht nur die Bahn zwischen Freyung und Passau wieder auf die Gleise zu bringen, sondern gleichzeitig auch einen Radweg zu fordern.
Vereinsvorsitzender Michael Liebl referierte über die bereits gelungene Reaktivierung der Strecke Bayreuth-Fichtelgebirge, die von der bayerischen Regierung voll unterstützt wurde. 6,5 Millionen war das Projekt der Regierung wert. Michael Liebl wunderte sich, dass solches Engagement gerade für den vergleichbaren Fall Ilztalbahn nicht aufgebracht werden kann, zumal die Regierung selbst in einem Gutachten aus dem Jahre 1998 zu der Erkenntnis gelangte, dass die Ilztalbahn unter mehreren regionalen Strecken die besten Zukunftschancen aufweise: „Wir sollten uns alle zusammensetzen und beides machen: Bahn und Rad, auf den Wegen entlang des Goldenen Steig.“ Im Anschluss daran stellten die beiden Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH ihr Konzept vor. Dipl. Ing. Helmut Streit aus Waldkirchen erläuterte die drei geplanten Phasen des Verkehrsmodells. In der ersten Stufe sollen touristische Fahrten und Sonderverkehr den Streckenbetrieb einleiten. Die zweite Stufe besteht aus Güterverkehr und einer Taktung des Wochenendverkehrs. Aus dem Bereich von touristischen Sonderfahrten und der Holzverarbeitung seien bereits Anfragen interessierter Unternehmen vorhanden. In der letzten Phase ist ein regelmäßiger Betrieb geplant, der ähnlich einer S-Bahn funktionieren soll. Diplom-Ingenieur Streit erklärte, dass der technische Zustand der Strecke sehr gut sei. Die Beseitigung der Büsche und die Reparatur der beiden unterspülten Stellen sei unabhängig von der zukünftigen Nutzungsart sowieso durchzuführen und schlage daher nicht mit Zusatzkosten zu Buche. Die Tunnels und Brücken der Strecke benötigten für den Bahnbetrieb sogar keinerlei Aufwand. Professor Dr. Thomas Schempf, Experte für Banking & Finance aus Nürnberg, stellte dann das Finanzierungskonzept vor: 50 Prozent müssten an Eigenmittel zur Verfügung gestellt werden und 50 Prozent aus Mitteln der Interreg-III-Förderung. Im laufenden Betrieb werden ausreichende Überschüsse erwartet, wobei der Betrieb in den ersten beiden Stufen kostendeckend sein werde, wie der Vergleich mit anderen wiedereröffneten Regionalbahnstrecken zeigt. Insgesamt rechne die Ilztalbahn GmbH mit einer Investitionssumme von 750 000 Euro, so Schempf. Der Eigenanteil soll insbesondere durch eine Kapitalerhöhung der GmbH, die Aufnahme stiller Gesellschafter und so genannte nachrangige Darlehen mit mindestens zehn Jahren Laufzeit aufgebracht werden. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, Kooperationspartner der Ilztalbahn GmbH ist zudem gerade im Begriff, ihre Betriebsgenehmigungen auf die Strecke Passau-Waldkirchen-Freyung zu erweitern. Michael Liebl zeigte sich zuversichtlich, die noch fehlenden Mittel rechtzeitig zur Verfügung zu haben. Es gebe bereits entsprechende Zusagen von Personen. Auch Bürger können sich beteiligen und die Patenschaft für einen Streckenabschnitt erwerben.


Zitat

Eisenbahnbrücke: „Es gibt kein Zurück“

Vertreter von Stadt, Bahn und RMD stoßen auf den Beginn der Rodungsarbeiten an

Deggendorf (lam). „Es gibt jetzt kein Zurück mehr“, versicherte gestern Helmut Eisentraut, Projektingenieur der Deutschen Bahn: Nach über 25-jähriger Planung haben diese Woche die Rodungsarbeiten für den Neubau der Eisenbahnbrücke begonnen. Vertreter von Stadt, Bahn, RMD und der Baufirma Streicher begossen dies gestern mit einem Stamperl Donaubrückenschnaps.
Nach langen Kämpfen war vor gut einem Jahr das für den Personenverkehr im gesamten Bayerischen Wald so wichtige Projekt endgültig unter Dach und Fach gebracht worden. Doch noch in den letzten Tagen hatte es Alarmmeldungen gegeben. Basis des Neubaus sind komplizierte Kreuzungsvereinbarungen, die endgültige Genehmigung der Finanzmittel für das 31-Millionen-Euro-Projekt steht noch aus. Doch Eisentraut ist zuversichtlich, dass alles glatt läuft. Sobald vom Bund grünes Licht kommt, werde die Maßnahme ausgeschrieben, noch heuer könne der eigentliche Bau beginnen: „Den Fisch lassen wir jetzt nicht mehr von der Angel“.
„Schlaflose Nächte“ habe ihr das Projekt bereitet, um so mehr freue sie sich über den Beginn der Rodung, die noch dazu von einer ortsansässigen Firma durchgeführt wird, sagte OB Anna Eder. Sie dankte MdB Barthl Kalb, der als „15. Nothelfer“ immer wieder angeschoben habe. Auch kurz vor dem Termin hatte er noch einmal Rücksprache im Ministerium gehalten.
Die Rodungsarbeiten waren deswegen so eilig, weil sie zum Schutz der Tierwelt bis Ende Februar abgeschlossen werden sollen. Gerodet wird auf etwa zwei Kilometern entlang der Bahnlinie, dabei werden auch Versorgungsleitungen verlegt. Noch heuer soll der Spatenstich für den eigentlichen Brückenbau folgen, der bis 2009 abgeschlossen sein soll. In 15 Metern Entfernung von der jetzigen Brücke entsteht eine 466 Meter lange und 8,40 Meter breite Stahlbrücke mit einem zehn Meter hohen Fachwerk. Sie ist ist auch eine Erleichterung für die Schifffahrt: Die Schifffahrtsrinne wird auf 90 Meter verbreitert, die lichte Höhe auf 8 Meter angehoben. Die RMD beteiligt sich deshalb an den Baukosten mit 51 Prozent. Sobald der Neubau fertig ist, wird die alte Brücke abgebrochen, bis 2010 sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Wegen der veränderten Linienführung und der nötigen Anhebung der Strecke müssen drei weitere Eisenbahnbrücken erneuert werden: die Überführungen über die Staatsstraße, über einen Feldweg und über die Neusiedler Straße.

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