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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
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ABomz, Frankenland, gast

Touristen aus der ganzen Welt kommen nach Rothenbürg / KBS 857 (mB)

Startbeitrag von ABomz am 03.10.2007 12:18

Hallo!

Da Martin mich gerade durch seinen Beitrag im Bahn & Bier - Forum zur KBS 857 inspiriert hat, habe ich mal einen lustigen Zeitungsartikel aus dem Hofer Anzeiger (Autor: W. Rost) eingestellt.
Ich war damals nämlich selbst mit von der Partie:

So fand ich mich eines Freitags Abends im Jahr 2004 am Hofer Hauptbahnhof ein, um mit dem Zug nach Wüstenselbitz zu fahren.

Aus dem Bad Stebener stiegen 4 aufgeregte Taiwanesen aus, ich fing sie ab und sie schauten mich flehend an und riefen nur "to Rothenburg"...

Ich war etwas verdutzt, konnte aber nach kurzer Zeit eins und eins zusammenzählen.

So erinnerte ich mich an eine vom Hofer Mundartdichter Gert Böhm geschriebene Geschichte, in der eine japanische Touristengruppe mit dem "Bockela vo Naala" nach Rothenbürg geschickt wurde, anstatt ins "richtige" Rothenburg (ob der Tauber).

Wie gern hätte ich den aufgeregten Menschen erzählt, dass sie quasi nicht die ersten sind, die unfreiwillig in den Frankenwald geschickt worden sind, und sie sogar schon auf der "Gerch-CD" vorkommen. Aber sie hätten mich wohl leider nicht verstanden.

Im Zeitungsartikel ein Bisschen falsch kommt herüber, wie die Taiwaner nach ihrem Ausflug nach Selbitz ins richtige Rothenburg o.d.T. geschickt wurden.

Dies geschah vielmehr durch mich als durch den Lokführer des Bockelas.

"Take this train to Würzburg und then change to Steinach. Arrived at Steinach at eleven o clock, call a taxi, because there is no more train to Rothenburg so late" oder so ähnlich gestaltete sich das Gespräch auf dem Hofer Bahnsteig.

Im Würzburger Zug schrieb ich der Reisegruppe nochmal alles haarklein auf, wie sie sich verhalten müssen.
Hier gesellte sich auch der Eisenbahnfan und Reporter der Frankenpost, Herr Rost, dazu, welchem seit Langem eine gewisse "Eisenbahnlastigkeit" in unserem hochfränkischen Käsblättchens zu verdanken ist.
Leider war für mich in Münchberg die Fahrt zu Ende, sodass ich auf der dann folgenden Fotosession im Zug nicht mit verweigt wurde.


Hier noch der Artikel:












Btw: Letzten Freitag fuhr ich, aus Richtung Nürnberg kommend, um 17:38 mit dem Bockela hoch nach Neuhof, an Board eine Reisegruppe aus etwa 10 Menschen aus Fernost. Ein Stammgast fragte nur "Seid ihr sicher dass ihr aaf Stehm wollt?" "Steben, yes, of course", war die Antwort, und unter sich sagte man sich "We must leave the train in fiveteen minutes"... Dann wäre man genau in Rothenbürg...

Antworten:

Hallo,

das kommt immer wieder mal vor. Und das schon seit vielen Jahren. Als ich noch auf der Strecke Hof-Bad Steben Dienst machte (bis ca. 1994) habe ich es selbst oft erlebt.

Ich habe damals den Vorschlag gemacht, den Hp in Selbitz-Rothenbürg um zu benennen, damit solche für die Betroffenen ärgerlichen Fahrplanauskünfte vermieden werden.

Grüsse
Karlheinz

von Frankenland - am 04.10.2007 10:48
Was mich hierbei aber immernoch wundert, ist, dass Rothenbürg überhaupt im Ausland tarifierbar ist, das heißt, in den Verkaufssystemen der TCV-Bahnen vorhanden ist.

Normalerweise sind dort nur größere Orte vorhanden. So konnte mir neulich im Bahnhof Eger kein Fahrschein nach Pirk, und dann, auf Nachfrage, nichtmal einer nach Weischlitz ausgestellt werden.

Auch die internationale Preisauskunft, welche im Normalfall alle im TCV aufgeführten Bahhöfe beinhaltet, kennt Rothenbürg nicht, sondern nur "Rothenburg o d T":

[www.jizdenka.cz]


Einziger vorhandener Tarifpunkt auf der KBS 857 ist der Endpunkt Bad Steben.

Hat man zur Lösung des Problems Rothenbürg einfach aus dem Verkaufssystem gestrichen? Warum sind dann Selbitz und Naila auch nicht vorhanden?

Oder geht es nicht darum, Fahrscheine nach Rothenbürg erstellen zu können, sondern einfach eine Fahrplanauskunft (für Reisende, die eh schon Tickets wie zB Interrail besitzen) zu erstellen? Ist hierin Rothenbürg dann bekannt?



von ABomz - am 04.10.2007 12:52
Evtl kann der Hofer etwas dazu sagen, ob schon einmal ausländische Reisende gesichtet wurden, die tatsächlich TCV- Fahrscheine mit dem Ziel Rothenbürg hatten?
Waren diese dann handgeschrieben, da das Ziel im Verkaufssystem nicht auftauchte und man es manuell erstellt hat?

Und erschien "Rothenbürg" darauf oder "Rothenburg"? (schließlich soll es ja woanders kein "ü" geben, schätzungsweise dann auf Fk auch nicht)?!

von ABomz - am 04.10.2007 17:15
Hallo,

nein die TCV-Fahrscheine waren und sind nicht das Problem. Diese Reisenden haben eh keine TCV-Fahrscheine sondern i.d.R. Eurailpässe.

Das Problem ist einfach das Auskunftssystem. Meist waren die elektronischen Auskünfte von ausländischen Bahnen erstellt und genau da liegt das Prob versteckt.


Bekanntlich wird ja in einigen Sprachen (F,NL)unser "u" als "ü" gesprochen. Der Umlaut ist auch in deren Alphabeten nicht vorhanden und kann demnach auch nicht eingegeben werden.

Dort gibt man also folgerichtig "Rothenburg" ein, allerdings ohne den Zusatz " o d T", da er dort wenig bis überhaupt nicht bekannt ist.

Ergo erscheint Rothenbürg in der Reihung vor Rothenburg o d T, welches dadurch quasi hinten hinunter fällt und somit die Fahrplanauskunft in das kleine Kaff bei Selbitz erstellt wird.

Deshalb habe ich auch schon vor vielen Jahren den Vorschlag gemacht , den Hp in Selbitz-Rothenbürg zu ändern und das ganze Schlammassel wäre beseitigt gewesen.

Aber so werden immer wieder mal Besucher aus aller Welt in Rothenbürg auftauchen. Leider.

Wenn man bedenkt, dass gerade diese Personengruppe einen sehr straff organisierten Ablauf ihres Reiseprogrammes , da wenig Zeit, hat, ist das natürlich doppelt ärgerlich.

Viele Grüsse
Karlheinz

von Frankenland - am 04.10.2007 18:26
Zitat
Frankenland
Aber so werden immer wieder mal Besucher aus aller Welt in Rothenbürg auftauchen. Leider.

Wenn man bedenkt, dass gerade diese Personengruppe einen sehr straff organisierten Ablauf ihres Reiseprogrammes , da wenig Zeit, hat, ist das natürlich doppelt ärgerlich.


Naja wie mans nimmt. Mir jedenfalls gefällts in Rothenbirch 10 Mal mehr als in der touristisch versauten Reichsstadt. Und nicht zuletzt ist der alt Heinrich auch ein Original, und, falls die Anreise am Sonntag Mittag erfolgt, kriegen die lieben Chinesen das erste Mal in ihrem Leben echta Rouladen mit Gließ, dazu ein gutes Ahornberger Landbier... Ob das net gscheiter is als Käthe Wohlfahrt?

Wie heißt es bei Gert Böhm so schön: "Und su homm unnara vier Jabooner wengst amoll in ihrm Lehm na schenn Frangnwold gsehn - und do hom sa fei daham gscheit wos zum derzelln"

von ABomz - am 04.10.2007 19:28

Gute Bahnverbindung

Wie dem auch sei, für ein "Kuhdorf" ist die Bahnverbindung nach Rothenbürg jedenfalls spitze!
Stundentakt täglich von früh bis spät, und der "RE" nach Würzburg (quasi eine Art Nachfolger der antiquierten Kurswagen früherer Jahre) hält bei Bedarf auch noch.

von gast - am 06.10.2007 07:01
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