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Eisenbahnforum Nordostbayern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wunsiedel-Holenbrunn Hbf, Schwandorfer, Soundfreak, Martin Pfeifer, excargo, Cargonaut

Frage zum VT 612 wegen gestrigem Erlebnis...

Startbeitrag von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf am 09.10.2007 17:02

Servus,

eingangs die Hoffnung, dass es keine blöde Fragen gibt, dennoch mit eingezogenem Kopf folgende Fragestellung:

Nun, ich bin gestern früh in den RE 3442, in den zweiten Zugteil, welcher als Leerfahrt von Hof kommt und der 612er-RB aus Bayreuth dann in Marktredwitz beigestellt wird.

Bis Pegnitz alles völlig normal. Nachdem die beiden Bayreuther Triebwagen angekuppelt hatten, ging es urplötzlich merkwürdig still nach Nürnberg. Ab Pegnitz auf einmal kein Motorengeräusch, gäbe es die Lüfter der Klimaanlage nicht, hätte ich gedacht, ich sitze in der nichtmotorisierten Hälfte eines VT 628.

Nach den Halten in Neuhaus und Hersbruck war dann zweifelsfrei erkennbar, dass die Maschine permanent mit Leerlaufdrehzahl werkelt. Klima und Beleuchtung funktionierten, Neigetechnik nicht, Ankunft in Nürnberg mit +13.

Jetzt die (blöde) Frage: Anscheinend geht es trotz hydraulischem Getriebe, in diesem speziellen Fall hier quasi von den anderen Garnituren "befördert" zu werden?

Mir ist in diesem Zusammenhang noch eingefallen, dass manchmal der VBG-Desiro ebenfalls nur mit einem laufenden Motor kommt, wobei dort in der anderen Triebwagenhälfte nur noch Türen und Sparbeleuchtung funktionieren...

Viele Grüße,
Michael



Antworten:

Zitat

Jetzt die (blöde) Frage: Anscheinend geht es trotz hydraulischem Getriebe, in diesem speziellen Fall hier quasi von den anderen Garnituren "befördert" zu werden?


Wieso denn nicht? Wenn das Getriebe nicht gefüllt ist, dann besteht keine Verbindung zwischen Radsatz und Motor.

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 09.10.2007 17:24
Zitat
Wunsiedel-Holenbrunn Hbf
Servus,

...
Jetzt die (blöde) Frage: Anscheinend geht es trotz hydraulischem Getriebe, in diesem speziellen Fall hier quasi von den anderen Garnituren "befördert" zu werden?

...


Servus,

wie schon vom Schwandorfer beschrieben: das hydraulische Getriebe wird einfach nicht gefüllt, damit hast Du keine Kraftübertragung. Das passiert ja schließlich auch im Stand, da wird ja nicht sofort der Motor abgestellt.

Neben der von Dir genannten Situation ist dies z.B. auch notwendig, um eine Lok / einen Triebwagen mit kapitalen Motorschaden (d.h. der Motor läuft überhaupt nicht mehr) abschleppen zu können.

Falls Dich die Funktion so eines getriebes näher interessiert, hier ein Link zu Wikipedia: [de.wikipedia.org]

von Martin Pfeifer - am 09.10.2007 18:31

Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Servus,

kurz vor Erfindung der VBG gab es eine Regionalbahn Regensburg-Hof, Regensburg ab (werktags) 21:32, sonntags ein paar Minuten vorher. Ankunftszeit in Holenbrunnsiedel war immer 23:41 Uhr.

Gefahren wurde mit 2xBR 218 und zwei n-Wagen. In meinem post-jugendlichen Leichtsinn hatte ich seinerzeit einen Lokführer gefragt, warum denn beide 218 ihre Dieselvorräte verbrennen müssen - und nicht die zweite Lok quasi "abgeschaltet" werden könne, hängen ja neben der ZweitLok-Überführung nur zwei Wagen dran.

Antwort damals sinngemäß: "Um Gottes Willlen, Dieselhydraulik, dauert Stunden, das Getriebe antriebslos zu machen, da fahr mer lieber gleich richtig".

Deshalb hatte es mich irritiert, dass gestern zumindest der zweite 612er Zugteil dann ab Pegnitz plötzlich mit Leerlaufdrehzahl mitgeschoben wurde - und ich in meiner illegalen Zigarettenpause am Pegnitzer Bahnsteig niemanden wahrgenommen hatte, der irgendwo einen Ölhahn umgelegt hat bzw. das Hydrauliköl ins Schotterbett sprudeln ließ.

Viele Grüße,
Michael




von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf - am 09.10.2007 19:23

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Zitat
Wunsiedel-Holenbrunn Hbf

...und ich in meiner (gestrichen zum Wohle des Beitragsschreibers)-pause am Pegnitzer Bahnsteig niemanden wahrgenommen hatte, der irgendwo einen Ölhahn umgelegt hat bzw. das Hydrauliköl ins Schotterbett sprudeln ließ.


Servus Michael,

wir reden hier nicht von ein paar Litern, sondern von mehreren 100 Liter. Das wäre eine ganz schöne Umwelt-Schweinerei. Das Vorratsgefäß im Triebwagen fasst natürlich die ganze Menge Öl. Bei nicht laufenden Motor muß allerdings verhindert werden, das die von den Achsen angetriebene Turbine das Öl rückwärts ansaugt, was da genau zu machen ist, kann Dir ein ausgebildeter Tf erzählen (ich bin keiner).

von Martin Pfeifer - am 09.10.2007 19:32

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Zitat

Antwort damals sinngemäß: "Um Gottes Willlen, Dieselhydraulik, dauert Stunden, das Getriebe antriebslos zu machen, da fahr mer lieber gleich richtig".


Wenn man eine Lok gezielt schleppen will, legt man normalerweise eines der dem Flüssigkeitsgetriebe nachgeschalteten mechanischen Getriebe in Mittelstellung. Bei der 294 ists das Stufengetriebe, dazu muß man in den vorderen Vorbau hineinkriechen, was jetzt nicht unbedingt die sauberste Angelegenheit ist. Wie sich das bei der 218 verhält, weiß ich nicht.
Grund ist ganz einfach der, daß sich die mechanischen Teile vom Getriebe zwar mitdrehen (weil sie eben zwischen Flüssigkeitsgetriebe und Radsatz liegen), aber bei Motorstillstand nicht geschmiert werden. Was dabei dann rauskommt, kann sich ja jeder ausmalen. ;-)
Solange der Motor läuft, wird das Getriebe geschmiert und damit braucht man da nichts weiter umstellen. Dazu kommt dann noch, daß die 218 ja Doppeltraktionsfähig ist und damit auch richtig mitarbeiten kann. Über die zusätzliche Leistung der zweiten Lok dürfte sich der Tf immer freuen. ;-)


Zitat

und ich in meiner illegalen Zigarettenpause am Pegnitzer Bahnsteig niemanden wahrgenommen hatte, der irgendwo einen Ölhahn umgelegt hat bzw. das Hydrauliköl ins Schotterbett sprudeln ließ.


Ich kenn zwar die Getriebebauart und damit die Verfahrensweise beim 612 nicht, aber eins kann ich Dir versichern: Hydrauliköl läßt da niemand irgendwo raus. ;-)

Viele Grüße

Tobias


von Schwandorfer - am 09.10.2007 19:41

OK, Danke, ist jetzt klar, gottseidank sind Diesel und Getriebeöl...

...nicht leicht entflammbar,
sonst könntest ja ned mal mehr am Pegnitzer Bahnsteig früh kurz vor halb sieben eine rauchen :D !

Herzliche Grüße,
Michael




von Wunsiedel-Holenbrunn Hbf - am 09.10.2007 19:42

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Servus,

Zitat


Antwort damals sinngemäß: "Um Gottes Willlen, Dieselhydraulik, dauert Stunden, das Getriebe antriebslos zu machen



alles Käse... dauert je nach Getriebebauart Sekunden...

Gruß Steffen



von Soundfreak - am 09.10.2007 21:39

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Zitat
232-800
Servus,

alles Käse... dauert je nach Getriebebauart Sekunden...

Gruß Steffen


Ja, aber du mußt dazu in den durchaus versifften Motorraum und man bekommt schmutzigere Hände, als wenn man das 36polige Kabel zusammensteckt bei der 218 :D

Bei der BR 612 ist ein Verlegen des Getriebes in eine Schleppstellung nicht nötig, da das Getriebe automatisch in eine Art "Mittelstellung" geht, wenn der Richtungsschalter auf "0" gebracht wird. Dieser Triebwagen ist also ohne Probleme ohne laufendem Motor "schleppbar".

MfG cargonaut

von Cargonaut - am 09.10.2007 21:54

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Zitat

Bei der BR 612 ist ein Verlegen des Getriebes in eine Schleppstellung nicht nötig, da das Getriebe automatisch in eine Art "Mittelstellung" geht, wenn der Richtungsschalter auf "0" gebracht wird.


Danke für die Aufklärung, sowas in der Art hatte ich schon vermutet!

Viele Grüße

Tobias

von Schwandorfer - am 09.10.2007 22:00

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Servus,

Zitat

Ja, aber du mußt dazu in den durchaus versifften Motorraum und man bekommt schmutzigere Hände, als wenn man das 36polige Kabel zusammensteckt bei der 218


das ist richtig, aber Bewegung schadet - da ist der kürzere Weg der bessere...

Gruß Steffen

von Soundfreak - am 09.10.2007 22:18

Re: Danke Euch, Hintergrund meiner Fragerei ist der,

Hi

beim 612 brauchst du nicht einmal auf Mitte. Wen ein Motor ausgeht verlegt das Getriebe automatisch auf Mitte selbst bei 160. Fahren mit einem Motot ist überhaupt kein Problem,zwischen A und B Wagen wird dann autom. ein Kuppelschütz geschaltet das die Stromversorgung verbindet, dadurch geht auch die Neigetechnik normalerweise mit einem Motor.
Motorausfälle sind sehr häufig (sind ja auch schon etwas älter die Klapperkisten)

von excargo - am 10.10.2007 17:30
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