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Eisenbahnforum Nordostbayern
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vor 10 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 5 Monaten
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223 061, BR628, malo, Münchberger, Stilllegungskandidat, Neuenmarkt

OT: Plan B genehmigt, 32 Millionen für Airport Hof

Startbeitrag von Neuenmarkt am 16.02.2008 09:01

Hof – Die hochfliegenden Pläne vom großen Hofer Regionalflughafen sind endgültig abgestürzt. Doch aus den rauchenden Trümmern hat sich immerhin ein Plan B gerettet. Der sichert die mittelfristige Existenz und vor allem Sanierung und Modernisierung des Flughafens Hof-Plauen als Verkehrslandeplatz, gewährt dreimal täglich die Linienflüge nach Frankfurt und bringt knapp 32 Millionen Euro Sonderfördermittel des Freistaates in die Region. Dabei handelt es sich um exakt die Summe, die Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber den Hofern für den zur Luftnummer gewordenen Groß-Ausbau versprochen hatte.

Modernisierung und Sanierung des Flughafens im Plan B sind Bestandteil eines Vertrages, der am Dienstag in München von Wirtschaftsministerin Emilia Müller und den Flughafen-Verantwortlichen aus der Region unterzeichnet wird. Da zu diesen vor allem finanziell Veranwortlichen an vorderster Front die Stadt und der Landkreis Hof zählen, waren am Freitag im Stadtrat und im Kreistag zwei wichtige Beschlüsse nötig: Eben die Genehmigung des Vertrages. Die erfolgte zwar in beiden Gremien mit großer Mehrheit, – eine Gegenstimme im Hofer Stadtrat, zwei Gegenstimmen im Kreistag – bedeutet für die gebeutelten Haushalte aber das Schlucken einer bitteren Kostenpille. Bei einem errechneten fiktiven Betriebskostendefizit von zwei Millionen Euro im Jahr werden die Stadt Hof mit 960 000 Euro (48 Prozent), und der Kreis Hof mit 640 000 Euro (32 Prozent) zur Kasse gebeten. Die restlichen 400 000 Euro (20 Prozent) teilen sich die Stadt Plauen und der Vogtlandkreis, deren Engagement besonders gelobt wurde. Wahre Schimpfkanonaden hingegen mussten sich die Wunsiedler Kreisräte anhören, die mehrheitlich eine weitere Beteiligung an den Kostendefiziten abgelehnt hatten. Angesichts der Tatsache, dass 23 Prozent aller Linien-Passagiere aus dem Kreis Wunsiedel kommen, rüffelte Winfried Anton, Chef der Hofer CSU-Stadtratsfraktion: „Hier hat sich jemand aus der Verantwortung gestohlen.“ SPD-Mann Rainer Kellner nannte den Wunsiedler Beschluss „unverantwortlich“. Kellner begrüßte jedoch den Plan B als „vom Wünschenswerten das Machbare erreicht“ und wetterte nochmals gegen die von ihm ausgemachten Verhinderer des Großausbaus: „Der wurde uns von CSU-Politikern, Ministerialbürokraten in Bayreuth und München und Eigeninteressenten des Flughafens Nürnberg verwehrt.“

CSU-Mann Anton sah in der vertraglich geregelten Linien-Laufzeit nur bis März 2010 „Gefahr in Verzug“. Die Landespolitik müsse deshalb unverzüglich und konkret dafür sorgen, dass im Haushalt Mittel über das Mindesthaltbarkeitsdatum der Fluglinie hinaus eingestellt werden. Anton in deutlichen Worten an die eigene Parteispitze: „Worthülsen zur Stärkung des ländlichen Raumes helfen da nicht.“ Denn ohne weitere Mittel sei sonst „Schluss mit der Linie“.

Auch wenn Wirtschaftsministerin Emilia Müller bei der Vertragsunterzeichnung am Dienstag diesbezügliche kritische Fragen wird beantworten müssen, scheint ein weiteres freistaatliches Förderengagement wahrscheinlich. Schließlich heißt es in der Präambel des Vertrags, der unserer Zeitung vorliegt: „Ziel der Parteien ist es, auch ohne den Ausbau des Verkehrslandeplatzes zum Verkehrsflughafen den Luftverkehrsstandort Hof-Plauen als unverzichtbare Infrastruktureinrichtung für den Wirtschaftsstandort Hochfranken und die Region abzusichern.“

Apropos Wirtschaftsstandort: Von den heimischen Unternehmern – die den Flughafen stets als unverzichtbaren Standortfaktor werten und die Linie für sich und ihre Mitarbeiter weidlich nutzen – wurde am Freitag von Kommunalpolitikern unterschiedlichster Färbung ganz konkret ein finanzieller Beitrag eingefordert.

Rot sahen beim Thema Flughafen nur die Grünen. Nanne Wienands argumentierte im Kreistag mit dem Geldbeutel: „Wir nehmen viel Geld in die Hand für eine unsichere Sache.“ Niemand wisse, ob die Lufthansa in zwei Jahren überhaupt noch bereit sei, die Linie Hof-Frankfurt zu bedienen. Wienands: „Und wenn die Lufthansa nicht mehr fliegt, dann fliegt keiner mehr.“ Parteifreundin Margit Doll kritisierte im Hofer Stadtrat heftig, dass nach ihren Berechnungen jeder Linienpassagier mit 200 Euro aus der öffentlichen Hand gefördert werde. Ihre Ablehnung von Plan B begründete Doll mit einem Generalargument: „Zu teuer. Das kann sich die Stadt Hof nicht leisten.“

Was sich der Freistaat mit seinen Investitionszuschüssen bei Sanierung und Modernisierung des Flugplatzes leisten will, steht ebenfalls ganz konkret im Vertrag. Schon heuer sollen die Bagger rollen, wenn es um die Generalinstandsetzung der Lande- und Rollbahn einschließlich Neukonzipierung der Entwässerung geht.

Plan B sieht zudem die Generalsanierung des Vorfeldes mit Tankstelle, den Abriss der Hallen A und B sowie den Neubau einer Halle, die Verlegung von Parkplätzen und die Hindernisbeseitigung im Anflugbereich vor. Dafür allein sind rund neun Millionen Euro kalkuliert. Ein zweiter Bauabschnitt mit rund drei Millionen Euro soll folgen. Und der Rest der 32 Fördermillionen wird vertraglich gesichert auch in die Region fließen. Eine Region, die diesen zumindest finanziellen Aufschwung nach dem Ausbau-Absturz dringend braucht.

Quelle: Frankenpost

Antworten:

Re: Hof stilllegen, wäre ein interessanter Gedanke :-)

Interessiert eh keinen, daher mal kurz bearbeitet.

von Stilllegungskandidat - am 16.02.2008 13:02
Wenn Sie das Geld loshaben wollen, dann können Sie es auch gleich verbrennen.
Damit kann man wenigsten einen Tag lang ein Zimmer heizen. Toll wie sich unsere Volksvertreter um die Infrastruktur kümmern.



von Münchberger - am 20.02.2008 16:48

Und den Terminal

Hallo,

am Hofer Hauptbahnhof, den Container-Terminal, wir man auch bald zu machen können.
Sollte das Ansinnen einer Truppe aus Hof mit der "Idee" durchkommen, wird sich der Betreiber nach einem anderen Standort umsehen.

Man könnte ja ach so einfach das machen, was vernünftiger Menschensachverstand vorschlägt.
Aber nein, man weiß es nach gründlich deutscher Umstandsart am Ende noch zu versauen. "Warehouse" nennt sich der Schmarrn. Das hat schon eine Spedition draußen auf der grünen Wiese mit dem Gummianschluß. Man prüft und frägt derzeit. Das dauert halt lang. Nach gründlich deutscher Manier recht lang! Zu lang für den Betreiber. Weil der ist flexibler als ein Rathaus, und besonders das Hofer Rathaus!

Das was derzeit erfolgreich ist, könnte recht schnell den Bach hinunter gehen!

Gruß,
Malo

von malo - am 20.02.2008 21:39

Re: Und den Terminal

Zitat
malo
Hallo,

am Hofer Hauptbahnhof, den Container-Terminal, wir man auch bald zu machen können.
Sollte das Ansinnen einer Truppe aus Hof mit der "Idee" durchkommen, wird sich der Betreiber nach einem anderen Standort umsehen.

Man könnte ja ach so einfach das machen, was vernünftiger Menschensachverstand vorschlägt.
Aber nein, man weiß es nach gründlich deutscher Umstandsart am Ende noch zu versauen. "Warehouse" nennt sich der Schmarrn. Das hat schon eine Spedition draußen auf der grünen Wiese mit dem Gummianschluß. Man prüft und frägt derzeit. Das dauert halt lang. Nach gründlich deutscher Manier recht lang! Zu lang für den Betreiber. Weil der ist flexibler als ein Rathaus, und besonders das Hofer Rathaus!

Das was derzeit erfolgreich ist, könnte recht schnell den Bach hinunter gehen!

Gruß,
Malo


Kannst Du das für die nicht so sehr mit Hofer Kommunalpolitik vertrauten Forenuser mal näher erklären, worum es hier geht? Momentan verstehe ich nämlich nur Bahnhof.

Danke

Gruß 223 061

PS: Was dem Containerterminal helfen könnte, wäre m.E. die Elektrifizierung Hof-Reichenbach. Ich glaube aber immer noch nicht, daß die wirklich in absehbarer Zeit kommt.

von 223 061 - am 21.02.2008 20:57

Re: Und den Terminal

Zitat
223 061

Kannst Du das für die nicht so sehr mit Hofer Kommunalpolitik vertrauten Forenuser mal näher erklären, worum es hier geht? Momentan verstehe ich nämlich nur Bahnhof.

Das Problem habe ich auch...

Zitat
223 061
PS: Was dem Containerterminal helfen könnte, wäre m.E. die Elektrifizierung Hof-Reichenbach. Ich glaube aber immer noch nicht, daß die wirklich in absehbarer Zeit kommt.

Zudem wäre m.E. auch eine direkte Verbindung von und nach CZ ohne Fahrtrichtungswechsel/Umspannen in Marktredwitz von Vorteil, z.B. direkt über Selb-Plößberg - As.

von BR628 - am 22.02.2008 07:50
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