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Handball Landesliga Staffel 3
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
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flase, Gorden, Die dunkle Seite der Macht, Dickes Knie, No Name, Klugscheißer, abc, Der Günni

Verhalten der Zuschauer gegenüber Schiedsrichtern

Startbeitrag von abc am 25.11.2006 10:13

Hier findet ihr einen "offenen Brief" des Kreisvorsitzenden Dieter Gohmann an alle Dortmunder Handballvereine.
Lasst uns weiter Vorbild in allen Hallen sein - fair play steht immer an erster Stelle.

Liebe Sportfreunde/-innen,



besonders das Problem der verbalen Gewalt von Zuschauern gegenüber Schiedsrichtern wird immer größer. Der Schiedsrichter-Ausschuss des Bezirks Süd und der Bezirksvorstand haben sich eingehend mit der Problematik beschäftigt.



Zum einen wird den Schiedsrichtern bei heftigen Beleidigungen und Bedrohungen (Beispiele aus der Praxis dieser Saison

"Verbrecher", "Euch sollte man vergasen" und "Dich sollte man umbringen") empfohlen, die Polizei zu rufen und die Personalien feststellen zu lassen, um anschließend Anzeige zu erstatten. Sehr positiv ist natürlich, wenn ein Verein (wie in einem der obigen Fälle geschehen) selbst reagiert und ein Hallenverbot ausspricht.



Des weiteren sollen die SR heftige Beleidigungen und Bedrohungen durch Zuschauer im Spielbericht eintragen. Ab der dritten Eintragung werden die Staffelleiter dann eine Verbandsaufsicht zum nächsten Heimspiel des Vereins anordnen. Dieses Recht steht ihnen laut Satzung zu.



Bitte lasst es nicht so weit kommen. Spiele ohne Emotionen sind schlimm, denn Emotionen gehören zum Spiel und zum Sport dazu. Was allerdings nicht dazu gehört, sind Äußerungen wie oben beschrieben. Hier müssen wir alle zusammen gegen vorgehen. Bitte redet mit den Zuschauern.



Mir ist völlig bewusst, dass ich mit diesem Schreiben wieder bei ganz vielen Leuten auf Unverständnis stoßen werde, aber ich bin mir völlig sicher, dass wir ganz schnell zum Schutz unserer SR und unserer Sportart Handball etwas tun müssen.



Dieter Gohmann



P.S.: Nichts ist schwerer, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut "NEIN" zu sagen.

Antworten:

Lieber Dieter,

ich gebe die ja recht, dass es teilweise zu weit geht !
Die Schiedsrichter hier aber nur in der "Opferrolle" zu sehen ist aber auch nicht richtig.

Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein lächeln.Diese freundliche Geste ist bei einigen Schiedsrichtern, aufgrund unverständlicher Arroganz, leider verloren gegangen.

Es ist durchaus möglich den Spielern, auf nachfragen derer, eine getroffene Entscheidung auch mal zu erklären. Eine arrogante Handbewegung, alá setzen und Klappe halten,
fördert das zwischenmenschliche sicher nicht.Einem freundlichem Menschen werden Fehler
(Fehlentscheidungen) schneller verziehen als einem Beratungsresistenden.

Bestes Beispiel waren die Schiris beim LaLi-Spiel Hörde gegen Dorstfeld.
Ein super Umgang zwischen Spielern und Schiris.Getroffene Entscheidungen wurden umgehend erörtert und jeder hat es akzeptiert.

VG

Der Günni










von Der Günni - am 25.11.2006 17:04
Quote: "P.S.: Nichts ist schwerer, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut "NEIN" zu sagen."

Dieser Auspruch stammt in seiner vollständigen Form von Kurt Tucholsky und lautet
„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“


Abgesehen davon ist dieses Zitat in diesem "offenen Brief" unpassend und wirkt selbstherrlich!


von Klugscheißer - am 26.11.2006 15:20
Im Großen und Ganzem stimme ich dem Inhalt des Briefes zu. Drohungen o.ä. gegenüber Schiedsrichtern aber auch Spielern haben in einer Halle nicht wirklich was zu suchen.

Aber trotzdem eine Frage:
Hat sich das Verhalten der Zuschauer gegenübern den Schiedsrichtern und Spielern in letzter Zeit wirklich so verändert, dass heutzutage die Polizei eingeschaltet werden muss?

Diese Frage ist ernstgemeint. Ich persönlich vermag dieses nicht zu beurteilen.
Mein Eindruck ist jedoch, dass immer die gleichen Zuschauer meckern und dieses auch schon seit ewigkeiten tun. Diese Leute haben ihre persönlichen Karrieren auch oft schon auf beim FELD-Handball beendet und daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sie die letzten zwei Jahre ihre Wortwahl oder ihre Beleidigungen verschäft haben.
Vielleicht täusche ich mich, aber trotzdem würde mich eine zweite oder dritte Meinung interessieren, die dieses beurteilen kann. Vielleicht kann auch ein Schiedsrichter beschreiben, ob er einen Wandel der Fans miterlebt.

von flase - am 27.11.2006 12:51
Als aktiver Schiedsrichter beurteile ich die Situation wie folgt:

Ich kann ehrlich gesagt keine wirkliche klare Tendenz erkennen, dass meine Amtskollegen und ich öfter beleidigt werden als früher. Wobei früher bei mir eine Ansichtssache ist, ich pfeiffe jetzt im vierten Jahr und hatte bisher das Glück und auch Können auf meiner Seite, zusammen mit meinem Gespannspartner bisher jedes Jahr aufzusteigen. Und bisher muss ich sagen, hatten wir noch nie eine Szene, in der wir uns wirklich bedroht fühlten, egal ob es in der Landesliga, in der Kreisliga oder Kreisklasse , ob es in Dortmund, Recklinghausen, Bochum oder Witten war.
Es liegt nämlich immer an einem selbst, wie man sich als Schiedsrichter präsentiert und gibt. Denn wie man es in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus.
Auch habe ich als Spieler oder Zuschauer bisher selten eine Situation gehabt, in der ein Schiri wirklich bedroht wurde, klar, dass da mal so Aufreger oder Unverständnisse gegenüber einer Entscheidung kommen, aber Bedrohungen oder Situationen einer wirklichen Gefährdung??

Nein, wohl eher nicht. So etwas sind wirklich Ausnahmesituationen die ein- oder zweimal in der Saison vorkommen und die dann als verallgemeinernden Dauerzustand in den Hallen rüberkommen sollen.

von No Name - am 27.11.2006 14:05
Wenn jemand "bedroht" wird, hat das strafrechtliche Konsequenzen.
Um aus dem Gohmann-Brief zu zitieren: "Ich bringe Dich um!" oder "Man sollte Dich vergasen!" Diese Zitate interessieren auch den Staatsanwalt.

Zitate, wie: "Guck doch mal hin!", "Frechheit!", "Du hast keine Ahnung vom Handball!" sind zwar nicht der feine Stil, aber wer Eintritt bezahlt, darf so was brüllen. Das wird übrigens von offizieller Schiedsrichterseite genauso gesehen. Emotionen gehören dazu.

Wie im richtigen Leben: Der Ton macht die Musik.

Die beste Kritik an Schiedsrichtern ist als Zuschauer immer noch, ihnen zu sagen (nicht schreien): "Jeder Mensch macht fehler, und Ihr habt Euch heute von Eurer menschlichen Seite gezeigt!"

Ein guter Schiri gibt auch mal zu, nicht seinen besten Tag gehabt zu haben. Alles menschlich und nicht schlimm.

von Dickes Knie - am 27.11.2006 15:00
Zitat
No Name
Denn wie man es in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus.



Das ist wohl der vernünftigste Satz zu diesem Thema!

von Gorden - am 27.11.2006 17:45
Na wenn du SR wärst, wäre ich als Zuschauer auch vorsichtig - der letzte der das bei dir gewagt hat, nach dem graben sie ja immer noch ;-)

von Die dunkle Seite der Macht - am 27.11.2006 17:50
und jetzt mal ein geheimnis unter uns:
er ist jetzt schiri

von flase - am 28.11.2006 08:22
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