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Handball Landesliga Staffel 3
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Jugendtrainer, Ebenfalls Jugendtrainer, Verfasser, Abwehrstratege, hueter32, Die Quelle

Gedanken eines Aktiven übernommen aus dem....

Startbeitrag von Die Quelle am 13.01.2006 16:16

Verbandsligaforum:

Diesen Beitrag habe ich in einem anderen Handballforum veröffentlicht, etwas überarbeitet und möchte ihn auch hier mal zur Diskussion stellen.



Ein kritischer Beitrag zu unserem geliebten Sport



-Von einem Aktiven nach 9 Jahren unterschiedlicher Erfahrungen in der Landesliga-


1. Einführung

Der Verfasser hat die Hoffnung mit diesem Eintrag vielleicht ein paar Spieler und Trainer wenigstens zum Nachdenken zu bewegen. Ebenso richte ich mich an die Funktionäre, die für das Regelwerk verantwortlich sind und die Schiedsrichter, die dieses interpretieren und durchsetzen sollen.

2. Der Begriff der sportlichen Fairness

Die Konfrontation mit der Möglichkeit schlimmerer Verletzungen in meinem Sport führt bei mir doch regelmäßig, aber viel zu selten zu einem intensiven Nachdenken und einer sehr kritischen Haltung gegenüber dem Handballsport.
In sämtlichen Ligen gibt es sie, diese Idioten, die nichts anderes im Sinn haben, als ihrem, meist spielerisch überlegenen, Gegenspieler eine zu verpassen. Diese Spieler sind keine Sportler und haben den Sinn von Sport im Allgemeinen und Mannschaftssport bzw. Handball im Speziellen nicht verstanden und somit meines Erachtens nach auf dem Handballfeld nichts verloren.
FAIRNESS wird einfach fast nirgends mehr als Tugend anerkannt und ein Spieler, der einen Gegner durch einen unbemerkten Punch ausschaltet, der gilt häufig sogar noch als clever und abgezockt. Ein Spieler, der aber zugibt, dass er seinen Gegenspieler am Arm berührt hat, der wird spätestens in der Kabine von Mitspielern und Trainer gesteinigt. Das ist einfach nur traurig und hat mit den ursprünglichen Ideen des Mannschaftssports nichts mehr zu tun. Im Übrigen wird in der Literatur von vielen Autoren die Meinung vertreten, dass die Ursprünge der moderneren Mannschaftsspiele im Ruhrgebiet liegen.
Betrachtet man nun den Sport als ein Spiel, was m.E. nach unbestritten ist, dann liegt es im Interesse aller, dass die Fairness wieder an Bedeutung gewinnt.

3. Mannschaftssport als Spielgelbild der Gesellschaft

Dieser Abschnitt soll möglichst kurz gehalten werden. Ich möchte nur festhalten, dass der Werteverlust in unserer Gesellschaft sich augenscheinlich auch auf unseren Sport übertragen hat. Nur sehe ich bei uns keine Heuschrecken, sondern eher hinterlistige Schlangen. Aktienkurse und Unternehmensperformance sind sinnbildlich nichts anderes als Tabellenplatz und Punktestand. Die Mittel, um den Erfolg zu maximieren interessieren niemanden. Der folgende Satz ist wohl schon in jeder Sporthalle Deutschland gefallen: "Wenn wir am Ende oben stehen, interessiert es niemanden mehr, wie wir das heute erreicht haben."
An Tagen wie heute nehme ich mir Folgendes vor: "Doch! Die Art und Weise, wie man gewinnt, ist unendlich wichtiger als das ob." Bis zum nächsten Spiel.
Und die Vorstandsvorsitzenden entlassen 2000 Leute, damit der Aktienkurs kurzfristig in die Höhe schießt und versprechen auf der Betriebsversammlung, damit den Standort zu sichern und die restlichen Arbeitsplätze. Bis zur nächsten Betriebsversammlung.
Die Politik als Handlanger der Großkonzerne vernachlässigt den Mittelstand und damit das Herz der deutschen Wirtschaft. Wenn der Mittelstand krank ist, dann ist das auch Deutschland. krank! Als das Herz des Handballs sehe ich die Gesundheit der Spieler. Wenn deren Verletzung von anderen Spielern in Kauf genommen werden, dann ist auch der Handballsport krank. Der Politik in ihrer Verantwortung für die Gesundheit Deutschlands gelingt es bisher nicht, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krankheiten zu heilen. Auf Ursachen sei hier nicht weiter eingegangen. Aber wer kann bei uns im Handballsport für Besserung sorgen?

4. Regelwerk und Interpretation

Eine zunehemnende Bedeutung des Fairnessbegriffs durch freiwilliges Verhalten ist aus meiner Sicht nicht zu erwarten. Zu egoistisch und uneinsichtig sind dazu viele unserer "Sportskameraden"- was sie von anderen Bevölkerungsgruppen (s.o.) wenig unterscheidet.
Daher kann nur eine radikale Änderung des Regelwerks zu einer Verbesserung führen.
Ich möchte zunächst ein paar Anmerkungen zur aktuellen Regelauslegung und ihren Konsequenzen machen:
Es kann einfach nicht sein, das ein Abwehrspieler, der den Angreifer festhält als Gewinner des Zweikampes gilt! Damit meine ich den normalen Zweikampf, in dem ein Abwehrspieler den Angreifer "zumacht". Ist der Gegner das Ziel der Begierde oder der Ball? Daher sage ich: Normale Fouls mit 2 Minuten bestrafen- der Abwehrspieler darf seine Arme nur noch zum frontalen Abpuffern benutzen. Ich dachte immer, dass es diese Regel schon gibt. Umgesetzt wird sie leider bis heute nicht. Denn dann würde sich das Abwehrverhalten radikal ändern oder eine Mannschaft hätte jedes Spiel um die 20 Zeitstrafen in Kauf zu nehmen.
Nickeligkeiten wie kneifen o.ä. scheinen inzwischen zum Alltag zu gehören. Für mich ist das einfach absolut unsportlich und gehört deshalb mit roten Karten bestraft.
An oberster Stelle der Aufgaben der Schiedsrichter steht das schützen der Gesundheit der Spieler. Dementsprechend sollte sich grundsätzlich verhalten werden. Sportliche Fairness beinhaltet für mich auch Respekt gegenüber den und von Seiten der Schiedsrichter. Arroganz hat hier nichts zu suchen. Liebe Schiedsrichter, liebe Spieler, euer Sport ist unser Sport und andersherum- also lasst uns doch kameradschaftlich miteinander umgehen. Deswegen erwarte ich auch von Schiedsrichtern, dass man sich mal kurz mit ihnen unterhalten kann- sachlich und höflich natürlich!

Sicher werden jetzt viele sagen: Wenn du das so siehst, dann lass es doch einfach mit dem Sport, du Memme! Denen möchte ich zunächst entgegnen, dass ich schon fast zehn Jahre Seniorenhandball auf dem Buckel habe und dabei bestimmt kein Weichei war. Nur kann es nicht sein, dass in einem Sport Fouls quasi erwünscht sind. Das erhöht die Aggressionen und die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen. Sicher würde es auch bei genannten Regeländerungen weiter Verletzungen und auch schwere geben, aber die Wahrscheinlichkeit würde unbestritten verringert. Und wenn nur einem Spieler eine schwere verletzung erspart bleibt, dann ist das schon ein Totschlagargument, dass kein Funktionär leugnen kann.
Eigentlich wollte ich zur verdeutlichung noch einige andere Aspekte beleuchten, aber ich habe jetzt leider keine Zeit mehr. Vielleicht gehe ich darauf später nochmal ein, wenn ich den kritischen Antworten auf meinen Eintrag widersprechen zu versuche.

Mit sportlichem Gruss

Der Fairplayer

Antworten:

Wenn man sonst keine Sorgen hat !!!!

von hueter32 - am 13.01.2006 16:19
Ja nee, is klar, nur noch abpuffern. Wie soll denn dann ein Spiel ausgehen? 65:58? Puffer doch mal die Rückraumshooter und 195cm Männer ab!
Fairneß beinhaltet Härte, gegenseitige Härte. Dass es dann noch einen unfairen Grad bis hin zur Brutalität gibt ist unbestritteten, aber auch unvermeidbar.
Außerdem ist ein Vergleich von Sport und Gesellschaft vollkommen unangebracht und schief.

von Abwehrstratege - am 13.01.2006 16:31
Ja nee, is klar, nur noch abpuffern. Wie soll denn dann ein Spiel ausgehen? 65:58? Puffer doch mal die Rückraumshooter und 195cm Männer ab!

Dann musste die halt auf 12 Metern aufnehmen und sie so zum ticken zwingen. Dann kannste anz fair nur gegen den Ball spielen.
Fairneß beinhaltet Härte, gegenseitige Härte. Dass es dann noch einen unfairen Grad bis hin zur Brutalität gibt ist unbestritteten, aber auch unvermeidbar.
Außerdem ist ein Vergleich von Sport und Gesellschaft vollkommen unangebracht und schief.
Das sehe ich ja mal ganz anders!

von Verfasser - am 14.01.2006 17:34
Zu meiner Jugendzeit war es noch absolut "in" bei Spielen gegen "verfeindete" Vereine richtig draufzuhauen und wer es schaffte, seinen Gegenspieler im wahrsten Sinne des Wortes "auszuschalten" war der Held.

Zu der damaligen Zeit Ende der "Siebziger" habe ich es sogar mal erlebt, dass sich Spieler einer A-Jugend die Nägel spitzt gefeilt haben, um uns zu verletzen.

Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Heute begegnen sich die jungen Sportler mit Respekt, in den meisten Vereinen wird faires Verhalten geschult (Hände weg beim Tempogegenstoß) und auch das Regelwerk hat sich positiv weiterentwickelt. Auch die Seniorenspiele die ich verfolge (meist Landesliga) sind überwiegens fair und mit dem damaligen "Hau-Drauf-Handball" nicht mehr zu vergleichen.

Ich sehe unseren Sport auf einem guten Weg - Ausnahmen wird es leider wohl immer geben.

Wichtig ist die Vermittlung von Fairness schon im Jugendbereich - hier müssen Trainer und Vereine sich ihrer Verantwortung bewusst sein.


von Jugendtrainer - am 14.01.2006 19:07
Fairness und Respekt vor einander sind wichtig!

Und wenn doch mal ein Foul passiert und der Gegner sich "verletzt", ist das im Jugendbericht selten absicht. Meine Jungs würden sich eher noch entschuldigen, wenn sie mal gefoult werden, als sich zu revanchieren.
Mal davon abgesehen, durch die offene Abwehr sind die meisten Fouls doch eh nur "fest machen". Und sollte der Angreifer frei auf das Tor laufen kommt höchsten noch ein Foul von der Seite um den Ball zu spielen.

Wichtig ist auch das alles nach dem Spiel vergessen ist.



von Ebenfalls Jugendtrainer - am 14.01.2006 20:48
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