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Absolute Beginner - Die Fortsetzung
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
UnknownCharly, Imhodepp, Gåst

"Ach was, zum Teufel mit den Männern."

Startbeitrag von Gåst am 19.08.2009 06:34

Frauendorf in Kenia

"Zum Teufel mit den Männern"

Sie wurden von ihren Vätern geschlagen, von Soldaten misshandelt: In Umoja, einem Dorf in der kenianischen Steppe, finden Frauen Zuflucht. Hier leben sie nach ihren eigenen Regeln - ganz ohne Männer.

"Die junge Göttin irrte neunzig Tage durch die Wüste", erzählt Nagusi Lokemu, "ohne zu schlafen und zu essen." Sie spricht mit tiefer, kupferner Stimme. Ihre breite Stirn fächert und furcht sich wie zerknittertes Pergament. Die Frauen am Feuer reißen die Augen auf. "Mutter Nagusi, ist die Geschichte wahr?", fragt ein Mädchen. Die Greisin lächelt.

Für Frauen in Kenia ist Umoja, ein Wüstendorf 350 Kilometer westlich von Nairobi, die Rettung - und Nagusi Lokemu eine Heldin. Gemeinsam mit 13 anderen Frauen hat sie Afrikas einziges Frauendorf gegründet. Umoja heißt "Einheit" auf Suaheli, viele der inzwischen 48 Frauen erfahren sie hier zum ersten Mal. Sie wurden von ihren Vätern geschlagen, von Soldaten misshandelt; sie flohen vor Zwangsehen oder Genitalverstümmelungen. In Umoja, am Rande des Samburu-Nationalparks, leben sie nach ihren eigenen Regeln - ohne Männer.

"Wir wollten endlich unsere Angst verlieren", sagt Nagusi Lokemu. Wolken türmen sich unter dem eindringenden Wind. Die Frauen rücken näher ans Feuer. Ringsum dehnt sich die weite, in fliederblauem Dämmerlicht liegende Steppe.

Nagusi Lokemu war Anfang der Neunziger aus ihrem Dorf geflohen. Britische Uno-Soldaten, erzählt sie, hätten sie auf dem Weg zum Fluss vergewaltigt. Sie seien zu dritt gewesen, hätten sich abwechselnd an ihr vergangen. "Es war grauenhaft. Ich habe mich zu Tode geschämt." Nagusi Lokemu erzählte ihrem Ehemann von dem Verbrechen. "Ich dachte, er würde mich verstehen." Doch er verprügelte sie und brüllte: "Hexe, du hast Schande über meine Familie gebracht!"

Über sexuelle Vergehen zu sprechen, ist ein Tabu

Auf ihrer Flucht begegnete sie Frauen, denen es ähnlich ergangen war. Sie schlossen sich zusammen. Sie kamen bei Bauern unter; schliefen im Stall oder auf dem Feld. Sie versuchten, Gemüse zu verkaufen. Doch niemand nahm Gemüse von Frauen, die von ihren Familien verstoßen worden waren. Mehrmals sprachen die Frauen beim Regionalverwalter vor, um ihn für ihre Idee eines Frauendorfes zu gewinnen. Sie verhandelten, drohten und flehten - und schließlich erteilte ihnen das Ministerium für Kultur und Soziales in Nairobi die Genehmigung

Nakusi Lokemu steht im steifen Morgenlicht am Dorfbrunnen und reibt sich den Schlaf aus den Augen. Kinder spielen im Staub. Zwei Jungen treiben Kühe auf die Weide. Die Hütten in Umoja sind aus Kuhmist gebaut. Die Frauen schlafen auf Ziegenfellen. Als Schrank dient ein Pappkarton, als Küche eine Regentonne. Nagusi Lokemu schöpft Wasser aus dem Brunnen und kocht Frühstück.

Während sie isst, blättert sie in einem dünnen Heft. In dem Kassenbuch vermerkt sie alle Einnahmen und Ausgaben der Dorfgemeinschaft. Umoja erhält Spenden aus dem Ausland, von der African Wildlife Foundation und europäischen Regierungen, doch die Frauen haben Wege gefunden, eigenes Geld zu verdienen: Sie besitzen Kühe und Ziegen, verkaufen Schmuck und haben neben dem Dorf vier Bungalows für Touristen eröffnet. Auch ein Samburu-Museum gibt es seit kurzem. Geld und Essen teilen die Frauen.

Rebecca Lolosoli ist die einzige Dorfbewohnerin, die fließend Englisch spricht. Sie empfängt Gäste und wirbt im Ausland für Umoja. Mit Erfolg: Die kenianische Regierung hat jüngst eine Reihe von Gesetzen gegen Gewalt an Frauen verabschiedet.

In vielen Ländern Afrikas erkämpfen Feministinnen neue Rechte. In Ruanda etwa sitzen 15 Jahre nach dem Völkermord mehr Frauen im Parlament als Männer. Und doch: Über sexuelle Vergehen zu sprechen, ist ein Tabu. Unabhängige Beobachter schätzen, dass jährlich bis zu 16.000 Kenianerinnen misshandelt werden. In Südafrika kommt es alle zehn Minuten zu einer Vergewaltigung. "Wir müssen uns für unsere Rechte einsetzen, sonst ändert sich nie etwas", sagt Lolosoli.

Noch immer werden die Frauen in Umoja von Männern bedroht. In Archers Post, dem Nachbardorf, werfen die Männer mit Steinen auf sie und rufen: "Verschwindet, ihr seid verflucht!" Nagusi Lokemu und die anderen Frauen haben einen Zaun aus Dornen um Umoja gezogen, um sich vor den Männern zu schützen.

"Ein Dorf nur für Frauen? Ich konnte es nicht glauben"

Der Wind treibt vergilbte Blätter der Wüstenklette durch das Dorf. Hunde dösen im roten, staubigen Sand. Die Frauen sitzen im Schatten des Dorfbaums, einer großen Akazie, und sticken. Sie tragen bunte Kleider und schwere Ohrringe. Drei bis vier Tage brauchen sie für eine Perlenkette. Sie verkaufen sie für 20 Euro an Besucher.

Ntekune Leorguba ist neu im Dorf. Sie sollte einen alten Mann heiraten. Ihr Vater wollte es so. Der alte Mann war reich und besaß viele Kühe. Zwei Monate lebte sie mit ihm. Er vergewaltigte sie und ließ sie hungern. "Es war so schrecklich." Ntekune Leorguba floh. Sie irrte durch die Steppe, schlug sich von Dorf zu Dorf durch. In Isiolo, der Provinzhauptstadt, erzählte ihr eine Freundin von Umoja. "Ein Dorf nur für Frauen? Ich konnte es nicht glauben."

Ntekune Leorguba legt den Kopf schief. Sie sagt, die Frauen im Dorf hätten sie wie eine Tochter aufgenommen. Sie schenkten ihr einen Rock und eine Ziege. "Ich habe mich zum ersten Mal nicht mehr dafür geschämt, eine Frau zu sein."

Vermisst sie Männer? Ntekune Leorguba hebt die Brauen und schiebt die Unterlippe vor. "Ach was, zum Teufel mit den Männern."

Antworten:

Vielleicht sollten wir uns da mal umsehen. Die scheinen keinen Bock auf chauvinistische Oberäffchen zu haben. :D

von Imhodepp - am 19.08.2009 07:17
Halten wir mal fest: Die Bösen sind drei britische Soldaten und sämtliche männlichen Kenianer. Da wundert sich jemand, dass eingie was gegen Schwarze haben. :rolleyes:

von UnknownCharly - am 19.08.2009 20:15
Zitat
UnknownCharly
Halten wir mal fest: Die Bösen sind drei britische Soldaten und sämtliche männlichen Kenianer. Da wundert sich jemand, dass eingie was gegen Schwarze haben. :rolleyes:


Wenn man hört wie diese Negers sich zu Hause benehmen, dann muss man fast froh sein wenn sie sich hier nur bei LIDL an der Kasse vordrängeln. :hut

von Imhodepp - am 20.08.2009 04:32
Hab dort übrigens lange keine mehr gesehn.

von UnknownCharly - am 20.08.2009 23:26
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