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Absolute Beginner - Die Fortsetzung
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
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artarmon, UnknownCharly, Gåst

"Das ist nicht Europa, wo alle wegrennen, wenn etwas passiert"

Startbeitrag von Gåst am 19.08.2009 12:39

Afghanistan

So gefährlich ist es, morgen zur Wahl zu gehen

Afghanistan vor der Wahl der Angst. Morgen dürfen mehr als 17 Millionen einen neuen Präsidenten wählen – Amtsinhaber Hamid Karsai (51), Herausforderer Abdullah Abdullah (48) oder einen der anderen 33 Kandidaten.

Es geht um viel, die Lage ist angespannt! Erst heute morgen haben Sicherheitskräfte nach der Besetzung einer Bank drei Menschen erschossen. Bei den getöteten Angreifern soll es sich um radikal-islamische Aufständische gehandelt haben.

Doch nicht nur Einheimische werden Opfer von Chaos und Gewalt – auch viele Streitkräfte haben in den letzten acht Jahren ihr Leben gelassen! 1321 Nato-Soldaten starben, davon allein 35 Deutsche und 787 US-Amerikaner; der Juli war mit 76 Toten der blutigste Monat seit Beginn des Krieges.

Blut, Terror, Unruhe: Wie sicher ist diese Wahl?

Die radikal-islamischen Taliban drohen, jedem Afghanen, der sich auf den Weg zu einem der fast 7000 Wahllokalen macht, einen Finger abzuhacken. Nachts fahren die Terroristen durch Dörfer und Städte, verteilen, „Schabnamas“ (Drohbriefe). Darin drohen sie nicht nur, die mit blauer Tinte markierten Finger, sondern auch Ohren und Nasen, abzuschneiden.

Der Terror wird immer schlimmer. Gestern sprengte sich ein Selbstmordattentäter in Kabul in die Luft, tötete zehn Menschen und verletzte 55 weitere. Auf den Präsidentenpalast von Hamid Karsai wurden zwei Raketen abgefeuert. Heute stürmten Angreifer eine Bank in der Hauptstadt, die Polizei erschoss die drei Männer.

Vor der zweiten Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Mehr als 175 000 afghanische Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Zusätzlich wurden 100 000 internationale Soldaten ins Land geschickt. Mehr als 116 000 registrierte Beobachter begleiten die Wahl.

Die Regierung tut sich schwer damit, Sicherheit zu garantieren. In jeder der fünf Südprovinzen sind mehrere Distrikte ganz in der Hand der Taliban. Der Polizeichef der Provinz Helmand, General Ghulam Ali Wahadat, weist Bedenken zurück, dass seine Leute die insgesamt 626 Wahllokale in Kandahar, Helmand, Nimros, Urusgan und Sabul nicht schützen könnten. Tausende Männer seien zur Bewachung abgestellt. „Wie werden sie schützen“, betont er. Zweifel hat er aber, was die Feuerkraft betrifft: „Wir haben nur alte AK-47-Gewehre und nicht einmal genug Munition dafür.“ Ghulam Ali Wahadat weiter: „Die Taliban haben neue Waffen und Maschinenpistolen und reichlich Patronen.“

Um jedes Wahllokal werden dreifach gestaffelte Sicherheitskordons gezogen, sagt Mohammed Kahir Wasafi von der Wahlkommission: Direkt am Wahllokal zieht Polizei auf, die afghanischen Streitkräfte bewachen Umgebung und Straßen, und die ausländischen Truppen bieten Unterstützung. In mindestens zwei Bezirken Kandahars allerdings reicht auch das nicht aus. „Wir können dort keine Wahllokale eröffnen, weil es nicht sicher ist. Dort haben die Taliban das Sagen“, räumt Wasafi ein.

Ahmad Wali Karsai wirbt im Süden im Wahlkampf für seinen Bruder, den Noch-Präsidenten Hamid Karsai, und hält Stammesversammlungen ab. Trotz der Drohungen der Taliban erwartet er eine Beteiligung von 60 Prozent. „Das ist nicht Europa, wo alle wegrennen, wenn etwas passiert“, meint er. „Hier kann es einen großen Selbstmordanschlag geben, und eine halbe Stunde später sind alle wieder auf dem Markt und das Leben geht seinen Gang.“

Antworten:

Zitat
Gåst
„Das ist nicht Europa, wo alle wegrennen, wenn etwas passiert“, meint er.


Nein, das ist wirklich nicht Europa. Und drum sollten wir schnellstens dort verschwinden.

von UnknownCharly - am 19.08.2009 13:30
Zitat
UnknownCharly
Zitat
Gåst
„Das ist nicht Europa, wo alle wegrennen, wenn etwas passiert“, meint er.


Nein, das ist wirklich nicht Europa. Und drum sollten wir schnellstens dort verschwinden.



Die haben gut reden dort. Unsereiner hat ja auch mehr zu verlieren als nur ein altes Nachthemd.

von artarmon - am 19.08.2009 14:04
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