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Absolute Beginner - Die Fortsetzung
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
UnknownCharly, artarmon, Gåst

runpee.com

Startbeitrag von Gåst am 19.08.2009 13:33

Digitale Pinkelpausen-Hilfe

Wissen, wann man müssen darf

Eine schwache Blase kann manchem Kino-Gucker den ganzen Film verderben. Ein US-Cineast bietet Abhilfe: Via Web oder Smartphone liefert er Tipps, wann man den Filmsaal kurz verlassen kann, und verrät, was in den verpassten Minuten passiert. Das Angebot kommt gut an, Helfer werden gesucht.

Im Kino zur Toilette zu müssen, ist eine Qual. Nicht nur weil Filmhaus-Toiletten oft den Charme von Autobahnraststätten versprühen. Schlimmer ist die Angst, eine Schlüsselszene des laufenden Films zu verpassen, wenn man dem Harndrang nachgibt. So versucht manch ein Cineast das Drängen seine Pennäler-Blase zu unterdrücken, rutscht lieber unruhig auf dem Kinositz hin und her, muss womöglich mitten im furiosen Finale doch den Saal verlassen. Denn der seit Jahren anhaltende Trend zum langen Film - 120 Minuten und mehr sind heute üblicher als die klassischen 90 Minuten - macht die Sache ja nicht leichter.

Zum Glück gibt es Hilfe im Web: RunPee.com.

Auf dieser Web-Seite mit dem eindeutigen Namen wird zu aktuellen Kinofilmen gezeigt, wann ohnehin nicht viel passiert und man nicht Gefahr läuft, etwas Wichtiges zu verpassen, wann also die beste Zeit für einen Toilettengang ist. Im neuen "Harry Potter"-Film gibt es die erste Gelegenheit zur Pinkelpause nach 33 Minuten, wenn Dumbledore sagt: "Ab ins Bett ...". Im Science-Fiction-Streifen "District 9" gibt es sogar nach 79 Minuten noch eine gute Gelegenheit für eine Pinkelpause, nämlich nach einer spektakulären Bruchlandung (mehr verraten wir hier nicht).

Je nach Film und Zeitpunkt gewährt einem RunPee dann drei bis fünf Minuten Zeit, sich zu erleichtern - oder schnell noch ein paar Leckereien im Kino-Shop zu kaufen. Und damit man nach dieser Unterbrechung wieder nahtlos ins Filmgeschehen einsteigen kann, bietet RunPee auch eine kurze Zusammenfassung der gerade verpassten Szenen an, verschlüsselt natürlich und nur im Klartext lesbar, wenn man den Lesewunsch per Mausklick ausdrücklich bestätigt. Man soll sich ja nicht den Spaß verderben, indem man sich vorher zu viel über den Film verraten lässt.

Frau und Mutter müssen helfen

Das Konzept kommt an, machte RunPee zu einem der Überraschungshits des Kinosommers. Und weil wohl kaum jemand Lust hat, nur für den Fall einer anstehenden Pinkelpause sein Laptop mit ins Kino zu nehmen, kann man sich die Pinkeltipps auch ausdrucken lassen. Oder man besorgt sich RunPee als iPhone-Applikation, die man, anders als die Web-Seite, erst bezahlen muss, bevor man sie benutzen darf. 79 Eurocent kostet die Software, Versionen für weitere Smartphones wie etwa Blackberrys oder Nokia- Handys sind schon geplant.

Die Idee zu dem digitalen Pinkelpausen-Service hatte der 42-jährige Flash-Entwickler Dan Florio, als er im dreistündigen "King Kong"-Remake von 2005 saß und das Bedürfnis der Blase in einen heftigen Konflikt mit seinen cineastischen Interessen geriet. Seitdem betreibt Florio die Web-Seite von Orlando in Florida aus, gelegentlich unterstützt von seiner Frau und seiner Mutter.

Sein Anspruch: Sobald ein neuer Film in die Kinos kommt, will er passende Pinkel-Tipps liefern. Deshalb ist er mittlerweile Dauergast im Kino. Allerdings einer, der aus der schweigenden Masse hervorsteht, denn während die anderen Kinozuschauer Popcorn knabbern und Sprudel trinken, macht er eifrig Notizen, hält Ausschau nach ruhigen Passagen. Je besser ein Film, so Florio, desto schwieriger sei die Suche nach geeigneten Pausen. So konnte er beispielsweise für das Animations-Adventure "Up" keine einzige Empfehlung für den Gang zur Toilette abgeben. Aber auch das kann ja ein nützlicher Hinweis sein.

Internationale Versionen sind angedacht

Dass die Pausen-Tipps ankommen, zeigen die Nutzerzahlen von RunPee. Täglich schauten 3.000 bis 6.000 Kinofreunde auf seiner Web-Seite vorbei, erklärte Florio der Nachrichtenagentur AP. Doch die bringen kein Geld. Lohnenswerter ist dagegen die entsprechende iPhone-Anwendung, die Florio nach eigener Schätzung im August rund 800 Dollar (570 Euro) einbringen wird.

Noch allerdings ist RunPee ausschließlich auf amerikanische Nutzer zugeschnitten, richtet sich nach den aktuellen Filmpremieren in den USA. Aber auch das will Florio ändern, plant lokalisierte Angebote für internationale Filmgucker - die deutsche Fahne etwa ist auf Florios Web-Seite bereits gehisst.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Amerikaner allerdings auf Unterstützung aus der Web-Community angewiesen, will sich die Prinzipien des Crowd-Sourcing zunutze machen, sich also Inhalte von anderen Nutzern zuliefern lassen. Damit das möglichst problemlos klappt, hat er sein Angebot als Wiki angelegt, in dem Nutzer ihre Empfehlungen für Pausen online einreichen können. Bislang aber bleibt die meiste Arbeit an ihm selbst hängen, was laut Florio einen einfachen Grund hat: "Es macht keinen Spaß."

Antworten:

Ich geh nicht ins Kino. Zu hause kann ich's laufenlassen wie ich will. Sowohl den Film als auch mein Wasser.

von UnknownCharly - am 19.08.2009 13:36
Zitat
UnknownCharly
Ich geh nicht ins Kino. Zu hause kann ich's laufenlassen wie ich will. Sowohl den Film als auch mein Wasser.



Wird da der Fernsehsessel nicht feucht von?

von artarmon - am 19.08.2009 13:38
Zitat
artarmon
Zitat
UnknownCharly
Ich geh nicht ins Kino. Zu hause kann ich's laufenlassen wie ich will. Sowohl den Film als auch mein Wasser.



Wird da der Fernsehsessel nicht feucht von?
Meinst der heult, wenn ich sentimentale Filme laufen lasse?

von UnknownCharly - am 19.08.2009 13:40
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