Scholle macht den Unterschied

Startbeitrag von Presse Wanne-Eickel am 10.05.2009 18:32

„Ist das nicht der ... ?” Tatsächlich, er war es. Ungläubiges Staunen in der Adalbert-Stifter-Sporthalle in Castrop-Rauxel. Nicht nur bei den Zuschauer und Gastgeber HSG Rauxel-Schwerin, auch die Fans des DSC Wanne-Eickel waren verblüfft darüber, wer sich da im schwarz-gelben Trikot mit der Nummer vier warm machte.

Jochen Fraatz, dem Horst Bredemeier wegen seiner Herkunft von der Küste in Cuxhaven den Spitzname „Scholle” verpasste, spielte am Samstag in der Bezirksliga. Nach 441 Bundesligaspielen für Tusem Essen, HSG Nordhorn und TBV Lemgo, nach 185 Spielen mit dem Bundesadler auf der Brust. „Es hat Riesenspaß gemacht, mal wieder auf der Platte zu stehen”, sagte Scholle nach 60 Minuten – die hat er tatsächlich durchgespielt –, und dabei wirkte die Handball-Legende, die am kommenden Donnerstag 46 Jahre alt wird, nicht wesentlich erschöpfter als seine teils 25 Jahre jüngeren Mit- und Gegenspieler.

Den Coup mit Fraatz, der zum Trainerstab der HSG Nordhorn gehört und sich ansonsten nur durch Fahradfahren mit seinem Hund fit hält, hatte DSC-Trainer Roland Winde eingestielt. Die beiden kennen sich gut aus gemeinsamen Bundesligazeiten, obwohl sie nie zusammen in einer Mannschaft gespielt haben. „Am Mittwoch hat mich der Roland angerufen, am Donnerstag habe ich zugesagt”, erzählt Fraatz. Ein Gefallen für seinen alten Kumpel Winde, der mit dem DSC unbedingt einen Sieg brachte, um den Abstieg aus der Bezirksliga zu verhindern.

Kennt man Scholle noch aus seiner großen Zeit als trickreichen Linksaußen und wiesel-flinken Gegenstoßspezialisten, zog er am Samstag aus dem linken Rückraum die Fäden. Auf die Gegenstöße – die lässt sein lädiertes Knie nicht mehr zu – mussten die Fans zwar verzichten, aber ansonsten bot Scholle die ganze Palette. Ein paar Unterarmwürfe, ein paar Dinger in die lange Ecke – das reichte für acht Feldtore, dazu kamen drei sicher versenkte Siebenmeter.

Trotzdem war die Partie für den DSC kein Selbstläufer. Die HSG Rauxel-Schwerin fing sich nach einem 0:3-Rückstand, ging mit 8:7 erstmals in Führung und hatte auch beim 11:13-Pausenrückstand noch alle Chancen.

Wichtig war, dass Wannes Schlussmann Alex Motoc im zweiten Durchgang zum großen Rückhalt seiner Mannschaft wurde und Fraatz, der in den ersten 30 Minuten auch einige Fahrkarten geschossen hatte, seine Quote deutlich verbesserte. Rauxel blieb zwar bis kurz vor Schluss dicht dran, am Ende war es dann aber doch „Scholle”, der den Unterschied ausmachte und die letzten drei Tore für den DSC erzielte.

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