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Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
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mir unsicher, ob ich existiere:(

Am Rande der Stadt...

Startbeitrag von mir unsicher, ob ich existiere:( am 10.11.2000 19:33

Geschrieben von mir unsicher, ob ich existiere:( am 10. November 2000 20:33:24:


... wohnte einst ein kleiner Junge. Sonntag morgens, wenn alles noch dunkel ist und die Leute in ihren Betten liegen, ging der kleine Junge auf Entdeckungsreise unten entlang an den Hochhäusern, von denen es am Stadtrand vielleicht zwanzig oder dreißig gibt. Es gibt dort, wo er wohnte, keine Katzen oder gar streunende Hunde - und wenn, dann sind sie sehr scheu. Der einzige Freund des Jungen blieb sonntagmorgens lieber noch im Bett, vielleicht weil er schon etwas älter war. Und also, zog der kleine Junge völlig allein und ungesehen los inmitten der Hochhäuser, die einem wie schlafende Riesen vorkommen mochten, wenn man an ihnen hinaufblicken täte.

Er hatte an jedem dieser Sonntagmorgen seine Sammlung von Schlüsseln bei sich, welche so enorm ist, daß man meinen könnte, für jedes erdenkliche Schloß müßte ein passender dabei sein. Aber, niemand wußte davon, und das war auch gut so, denn vielen Leuten hätte das gewiß Angst gemacht, weil sie dann befürchtet hätten, der Junge könnte nachts in ihre Wohnung kommen und vielleicht im Wohnzimmer den Fernseher anmachen oder gar Schokolade aus dem Schrank nehmen.

Bei fremden Leuten einbrechen - nein, das tat der Junge nicht. Aber was wollte er nur mit den vielen Schlüsseln? Nun, er mochte wohl einfach keine verschlossenen Türen. Und immer, wenn er eine Tür sah, bei der er gern gewußt hätte, was die Leute wichtiges dahinter verschlossen halten, dann versuchte er sie zu öffnen. Manchmal ist überhaupt nichts wichtiges dahinter, z.B. Müll oder alte Sachen, manchmal aber auch gefährliche Dinge: ein Fahrstuhlschacht oder ein Hochspannungstransformator. Manchmal entdeckte er auch einen Durchgang. Und oft ließ er die Tür dann einfach offen, denn die anderen sollten doch auch wissen, was dahinter verborgen wurde. Am nächsten Tag hat dann meistens jemand von den ordentlichen Leuten die Tür wieder zugeschlossen.


















Antworten:

Hinter einer der Türen...

Geschrieben von mir unsicher, ob ich existiere:( am 23. November 2000 00:47:20:
Als Antwort auf: Am Rande der Stadt... geschrieben von mir unsicher, ob ich existiere:( am 10. November 2000 20:33:24:
     verbarg sich jedoch etwas, wovon der kleine Junge zwar hin und wieder gehofft hatte, daß es existiert, aber wenn er realistisch war, so gab es keinen richtigen Grund, es für mehr als einen Tagtraum zu halten. Es ist doch so, je mehr man sehen muß, daß Träume nicht in Erfüllung gehen, desto realistischer wird man. Und je realistischer man wird, umso... ach, ich will versuchen nachzuerzählen, wie es sich mit diesem Tagtraum zutrug, und ob er für den kleinen Jungen wahr wurde.

     Es war also an einem dieser Sonntagmorgen. Nachdem der Junge 6 Wochen lang jeden Sonntagmorgen die Gegend nach verschlossenen Türen durchschnüffelt hatte, wurde er beim siebenten Mal fast von einem Bäckerlehrling ertappt, welcher dabei war, sein Fahrrad aus dem Fahrradkeller, zu holen. Damit hatte der kleine Junge nicht gerechnet, daß jemand schon so früh am Morgen in den Raum wollte, den er gerade aufgeschlossen hatte, und dessen Inventar er dabei war zu inspizieren. Erschrocken suchte er mit seiner Taschenlampe nach etwas, wohinter er sich verstecken konnte, als er jemanden schnellen Schrittes die Kellertreppe herablaufen hörte.

     Sein Blick fiel auf einen Anhänger, unter welchen er sich in letzter Sekunde zwängte. Der Bäckerlehrling schimpfte etwas wegen der offengelassenen Tür, und dies sei ja ein Unding, wenn einjeder die Fahrräder herausnehmen kann. Ihm brummte aber von der Disco und infolge des viel zu kurzen Schlafes noch der Schädel, sodaß er ohne sich weiter umzusehen zur Arbeit davonradelte, nachdem der die Tür ins Schloß hatte fallen lassen. Am liebsten hätte der Junge ihm noch geantwortet, daß er nie im Leben daran gedacht hat, ein Fahrrad zu stehlen und daß er wirklich nur neugierig war, was ja auch voll und ganz die Wahrheit war, tat es dann aber doch lieber nicht, denn dann wäre das Versteck ja umsonst gewesen.

     Der Schreck war ihm noch nicht aus den Gliedern gewichen, so kauerte der Junge noch eine Weile unter dem Anhänger. Bis er aus dem Raum nebenan ein Geräusch vernahm, ein Geräusch, das immer deutlicher zu hören war, und so eindringlich, daß es sein Herz zusammenkrampfte. Es mußte, so war er sich sicher, von einem Mädchen kommen. Erschrocken über seine vielleicht minutenlange Erstarrung, krauchte er hastig unter dem Anhänger hervor und ging auf den Flur.




















von mir unsicher, ob ich existiere:( - am 22.11.2000 23:47

Immer und immer wieder...

Geschrieben von mir unsicher, ob ich existiere:( am 23. November 2000 20:16:12:
Als Antwort auf: Hinter einer der Türen... geschrieben von mir unsicher, ob ich existiere:( am 23. November 2000 00:47:20:
    hatte der diesen Traum. Auch am Tage wurde er oft davon verfolgt - er konnte nichts dagegen machen, egal wie er sich anstrengte - es war im Prinzip immer das gleiche: er versucht etwas zu fassen, etwas festzuhalten, sich an etwas festzuhalten, einen Ast, einen kleinen Stein, irgendeinen Gegenstand, den einjeder sehr leicht festhalten kann.

    Aber der Ast bricht sofort ab, der Stein gleitet eigenwillig zwischen seinen Fingern nach unten. Etwas in ihm schien ein böses Spiel mit ihm zu treiben, es kam ihm so verhext vor, und er konnte absolut nichts dagegen tun. Seine Machtlosigkeit schien im Gegenteil eher um so schlimmer zu werden, je mehr er sich anstrengte.

    Und in genau diesem Moment, in dem er die Stimme hörte, und ihm ein Gefühl sagte, daß etwas, was er sich schon oft sehnsüchtig gewünscht hatte, Realität werden konnte, kam dieses grausame ohnmächtige Gefühl wieder über ihn. Er wußte nicht einmal, was er jetzt falsch machen konnte, denn es war immer noch sehr früh am Morgen, und es war sehr unwahrscheinlich, daß noch jemand sich hier blicken lassen würde, er hatte einzig das Gefühl, daß alles was er jetzt machen würde aus einem nicht faßbaren Grund zum Scheitern verurteilt sein würde.




















von mir unsicher, ob ich existiere:( - am 23.11.2000 19:16
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