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Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dude, Blech, Älis

*Titelsuchenichtmag*

Startbeitrag von Älis am 04.03.2001 19:55

Geschrieben von Älis am 04. März 2001 20:55:52:






Müde trottet sie nach der Arbeit zum Bahnhof.

Gedränge in der Haupthalle, hindurchquälen, ein Anzugmann in Eile fährt ihr fast seinen Rollenkoffer über die Füße, Betrunkene rempeln sie an, sie zieht den Mantel fest um sich, weiterhin zu Boden blicken wagt sie nicht aus Furcht vor neuen Rempeleien, sie blickt auf in vorüberhastende Gesichter.

Ein kleines Kind weint, die Mutter schimpft, mittendrin die Punks mit ihren Hunden, daneben ein großes Plakat der Diakonie, grau, darauf eine gebeugte Elendsgestalt in zerlumpter Kleidung einen Handkarren ziehend "Wir helfen bei Katastrophen - die Diakonie" und eine Kontonummer. Vor dem Plakat hält sich zitternd eine alte Frau in zerlumpter Kleidung mühsam auf den Beinen, im Abfalleimer kramend, sie hat keinen Handkarren.
Der Zug ist überfüllt, es stinkt auch im Nichtraucherabteil, neben ihr kreischt jemand in´s Handy, hinter ihr streiten zwei Jugendliche und Hausfrauen mit vollen Tüten aus teuren Geschäften beschweren sich über die Penner im Bahnhof.
Sie würde sich gern auf ihre Wohnung freuen, aber das gelingt ihr nicht, sie weiß, dort ist es unaufgeräumt, kalt und einsam.

Sie betritt ihre unaufgeräumte und kalte Wohnung und lässt sich auf die Couch fallen und fühlt sich einsam.
Starrt in´s Leere. Seufzt sich auf, dreht die Heizung hoch, kocht Kaffee und verkriecht sich mit einem Buch unter die Decke. Sie liest:


Und Fiona fragt ihre Freundin: Was wünschst Du Dir am meisten?" "Glück, Gesundheit und Kinder - und Du?"

Fiona überlegt. Sie weiß, was sie sich wünscht, aber nicht, ob sie das ihrer Freundin klar machen kann. Nun, sie wagt den Versuch und fängt an zu erzählen von dem Land hinter den 7 Bergen, man kommt hin, wenn ein weißes Kaninchen mit einer Taschenuhr einem den Weg weist. Es gibt dort 2 Sonnen, falls eine mal ausfallen sollte, so scheint die andre umso heller. Es ist auch nachts nicht dunkel, dafür sorgen die beiden Monde, die immer auf Vollmond stehen.

Wer Dunkelheit möchte - und manchmal braucht jeder Dunkelheit - dem stehen Höhlen zur Verfügung, in die man sich jederzeit zurückziehen und so lange man will bleiben darf. Die Ausgänge sind leicht zu finden. Es ist nicht bekannt, daß sich mal jemand in der Dunkelheit verloren hätte.
Die Freundin lacht ungläubig und will wissen, was Fiona denn in diesem Land möchte, warum sollte sich jemand freiwillig in die Dunkelheit begeben.
"Um den Karfunkelstein in sich zu finden. Den kann man nur finden, wenn es außenrum dunkel ist - nur so kann er genügend strahlen, um erkannt zu werden" Jeder hat einen Karfunkel in sich. In dem Land weiß man das, jedes Kind hört es in den Gute-Nacht-Geschichten. Viele Geschichten erzählt man sich dort, es ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Leute. Erzählen und Zuhören. Sie erzählen sich schöne Geschichen und traurige, was manchmal dasselbe ist, wahre und erfundene Geschichten.

Die den Stein gefunden haben, sind leicht zu erkennen. Zwar sehen sie nicht anders aus als alle andern Menschen, aber sie haben ein bestimmtes Strahlen in den Augen. "Der Karfunkel funkelt durch" sagt ein altes Sprichwort.

Zu den Funklern fühlen sich die Kinder besonders hingezogen, und das ist gut so, denn die Funkler sind besonders geduldig und liebevoll, und das ist, was die Kinder brauchen.
Eines Tages nun tauchte ein junges Mädchen in dem Land auf. Es war sehr schön und auch sehr traurig und sprach kein Wort. Niemand wusste, woher es kam, wohin es wollte, wer sie war.

Sie wurde im Haus einer alten weisen Frau untergebracht, die das Mächen gern bei sich aufnahm und ihr den Namen "Aslania" gab. Aslania fügte sich still in die Gemeinschaft ein, tat, worum man sie bat und forderte nichts.

Nur am ganz frühen Morgen, wenn der letzte Mond sich grad am Verabschieden war und die erste Sonne verschlafen Hallo blinzelte, verhielt sie sich ungewöhnlich. Rasch sprang sie von ihrem Nachtlager hoch und eilte in ihrem weißen Gewand den nahegelegenen Hügel hinauf. Dort kniete sie sich in´s morgentaufeuchte Gras und begann zu singen.

Die Menschen in dem Land liebten Musik, viele beherrschten diese Kunst bis zur Vollendung, oft sangen sie mit glockenhellen Stimmen im Konzert mit den Vögeln. Doch Aslania sang, wie sie noch nie jemanden singen gehört hatten. Kein Mensch, kein Tier hatte jemals Töne dieser Art hervorgebracht, und Morgen für Morgen lauschten sie Aslanias Gesang:
i think you're funny you're funny ha ha i don't need it don't need your blah blah should've realised i know what you are you're in suspension you're in suspension you're in suspension you're a liar you're a liar you're a liar lie lie


Der Kaffee ist ausgetrunken, sie ist müde. Zu müde zum Weiterlesen. Sie geht zu Bett, beschließt, am nächsten Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und am Abend weiter in dem Buch zu lesen. Sie freut sich darauf und schläft tief, träumend von Karfunkelsteinen.



















Antworten:

Sorry - kein Laberforum

Geschrieben von Blech am 04. März 2001 22:56:11:
Als Antwort auf: *Titelsuchenichtmag* geschrieben von Älis am 04. März 2001 20:55:52:
Ich weiss. Aber ich muss meinen Gedanken loswerden. Nix dramatisches. Aber da mir laut Dosenbier meine Paranoia ständig bewusst zu sein hat, sind mir Bezüge leider verwehrt.















von Blech - am 04.03.2001 21:56
Geschrieben von Dude am 04. März 2001 23:03:14:
Als Antwort auf: *Titelsuchenichtmag* geschrieben von Älis am 04. März 2001 20:55:52:
Warum trinkt man vorm Einschlafen Kaffee? Was ist ein Karfunkelstein? Und warum fahren Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit und nehmen sich dabei fest vor abends in einem solchen Buch zu lesen?


hier ist die Antwort













von Dude - am 04.03.2001 22:03
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