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Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
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Trollchen

blablabla

Startbeitrag von Trollchen am 11.03.2001 11:58

Geschrieben von zzzZZzzzZZ am 11. März 2001 12:58:50:
Und dort sitzt sie jetzt. Die Beine nahe an den Körper gezogen, die Arme darum geschlungen und den Kopf darauf. Warum nur der Kopf immer oben sein muss? Egal was man anstellt, will man es halbwegs bequem haben muss der Kopf oben sein. Ob das im Leben auch so ist? Ob immer der Kopf triumphieren muss, will man das richtige tun? Aber das kann doch nicht sein, oder? Kann doch nicht sein dass man Herz und Seele hat und trotzdem der Verstand das letzte Wort behält? Vielleicht eher, dass der Kopf ein Werkzeug ist. Vielleicht das Werkzeug seine Wünsche zu erfüllen - und die Wünsche kommen aus dem Herzen. Sie überlegt was sie sich wünscht - was sie sich jemals gewünscht hat was der Kopf zu erfüllen vermocht hätte. Es fällt ihr nichts ein, nichts, was ihre Überlegung bestätien würde. Aber so muss es doch sein? Man kann doch nicht leben wenn nur der Kopf regiert? Immer oben ist, die Überhand behält? Sie hatte schon ein paar Wünsche gehabt, klar , aber alle diese Wünsche waren immer in ihren Gedanken gewesen. Nicht in ihrem Herz. Kein brennender Wunsch der Schmerzen und schlaflose Nächte verursacht hätte bis man ihn sich erfüllt hatte. Nie. Vielleicht war das der Grund, dass sie nie Durchhaltevermögen besessen hatte, sich nie in irgendwas so reingehängt hatte bis es ausgestanden war, fertig. Und jetzt? Hat sie jetzt einen Wunsch? Kühl und Glatt spürt sie die Fensterscheibe an ihrem Rücken. Hat sie einen Wunsch? Welchen? Leben? Sterben? Nie geboren worden zu sein? Wie so viele Male zuvor überlegt sie, was jetzt alles so schwer macht, warum es, egal wohin sie sieht keine Aussicht auf Licht zu geben scheint. Die Antwort bleibt gleich. Egal wie oft sie darüber nachdenkt, welche anderen perspektiven sie einzunehmen versucht, es ist immer das selbe. Praktisch alles was sie tun könnte würde ihre Situation auf irgendeine Weise verschlimmern. Tut sie das vernünftigste, behält ihr Kopf das letzte Wort stirbt sie innerlich - alles andere sind nur übergangsmöglichkeiten, hoffnungsfetzen, niemals eine wirkliche Lösung. Nichts von Dauer, worauf man sich verlassen könnte, sich daran halten. Während sie noch in Gedanken versunken ist fährt ein Zug vorbei. Es ist nicht der erste Zug den sie hört, aber erst jetzt finden die Zuggleise vor dem Haus wirkliche beachtung. Die letzte Möglichkeit. Der Tod. Eigentlich erfüllt er alle Kriterien - man kann sich auf ihn verlassen, er ist zeitlos, ewig, nicht mehr umkehrbar und mit sich selbst zu rande kommen muss sie dann auch nicht mehr - und auch niemand sonst. Es gibt so viele Möglichkeiten zu sterben, so viele Wege, tot zu sein. Es gibt nur einen Weg ins Leben, aber unendlich viele, wieder hinaus. Ob das so richtig ist? Oder führt doch nur ein einziger Weg aus dem Leben - Altersschwäche? Aber das kann nicht sein. Denn auch für Krankheit und Unfall können die sterbenden nichts.. also muss das doch legitim sein? Oder werden sie wiedergeboren? Zum Trost? Weil sie ihr Leben nicht beenden konnte? Aber darum geht es nicht. All diese Fragen interessieren sie nur am Rande. Sie hat sich schon oft mit ihnen beschäftigt und sie kann es jederzeit wieder tun, ein andermal - oder auch nicht. Vielleicht gibt es ja noch etwas "danach" vielleicht ist es bald soweit und sie hat die antwort auf die fragen die sich so viele lebende so verzweifelt stellen. Langsam hebt sie den Kopf. Ihr Blick schweift zu den Gleisen, hält sich daran fest. Keine gute idee - in bahnhosnähe wohnen. Was heißt das? Keine gute Idee? Dass der Tod nicht das richtige ist, dass sie leben will? Ja, schon, aber wie denn? Wann? Und wo nimmt sie das recht dazu her? EInfach frech auf der Welt zu bleiben. Menschen morden, gefühle morden. Sie kann so nicht mehr. SIe will nicht mehr. DIe Zuggleise - so verlockend, so nah. Und auf der anderen Seite ein Freund, der steht und ihr die Hand ausstreckt. Sie würde wieder Herzen brechen, selbst noch mit ihrem Tod. Aber was dann? Was soll sie tun? Was kann sie tun? Was ist sie zu tun bereit? Die Antwortsmenge ist verschwindend gering. Heißt dass, es gibt keinen Weg? Keinen ins Leben und keinen in den Tod? Aber was dann? Wo ist diese grauzone? Und wie verhindert sie innerhalb dieses unentschiedenen bereichs den einfluss der zeit, der alles mit unerbittlicher gewalt langsam gegen sie entscheidet? Wieder ein Zug. Noch immer keine Lösung. Stehen bleiben, ja, das wäre das beste. Stehen bleiben und durchatmen - und sich danach noch mehr problemen stellen müssen als zuvor.

Wie denn Leben? Wo? Und für was überhaupt??













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