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Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
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vor 16 Jahren, 3 Monaten
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traumfänger

Mein Weg zur Arbeit oder graue Farbkleckse in der Stadt

Startbeitrag von traumfänger am 21.04.2001 13:20

Geschrieben von traumfänger am 21. April 2001 15:20:12:
München-Laim. Stolper müde aus der S-Bahn und kämpfe mich müde zur Bushaltestelle. Stehe da,

frierend und müde. Schaue hinauf zu dem Himmel. Er ist grau und kalt. Genau wie das Wetter,

welches er verbreitet. Es hat hier einen speziellen Namen: Scheißwetter. Mein Blick schweift

hinunter und bleibt am dominierenden Gebäude hier haften. Ein Hochhaus mit der Aufschrift

"Werbespiegel". Jemand hat dieses Gebäude doch tatsächlich braun angemalt. Braun. Kackbraun.

Kann nicht fassen, wie geschmacklos die Leute sein können. Schaue mir zum ersten Male bewußt

die Häuserfarben an und kann es wirklich nicht mehr fassen. Die meisten Häuser sind in einen

blaßen grau gehalten. Man hat die Häuser bewußt GRAU gestrichen. Die ganze Stadt ist doch

schon soooo grau. Warum malt man die Häuser dann noch grau an? Warum malt man nicht ein paar

Farbkleckse in diese Stadt? Bin verwirrt über so viel Tristheit. Der Bus kommt. Steige ein. Die

anderen Fahrgästen starren verkrampft mit kalten resignierten Blick Löcher in die Luft oder

verstecken sich hinter ihren übergroßen Zeitungen. Ich nicht, ich betrachte die Häuserfarben. Fahren

durch eine Wohngegend. Der Farbton ist nun überwiegend blaßweiß bis blaßgelb. Eine Geschäft

wollte kreativ sein und seiner weißen Fassade einen blaßblauen Streifen entlang dem Treppenhaus

gegönnt. Finde, das Haus wirkt dadurch noch trister. Male in Gedanken das Haus dunkelblau an

und setzte gelbe Sterne rein. In der Mitte dominiert dann ein gelber Mond. Doch meine Phantasie

wird abgelenkt durch einen neuen Farbton: Hellgelb. Genauso geschmacklos. Kommen nun einen

Plattenhaus vorbei mit grauen Platten. Meine Phantasie streicht jede Platte in eine andere Farbe.

Dunkelblau und dunkelgrün. Rot und turkis. Dazwischen ein leuchtendes gelb. Wahrscheinlich

würden die Leute in so einen Haus dann glücklicher sein, wenn sie nicht mehr ständig so triste

Farben vor ihren Augen haben. Kommen an Romanplatz an. Steige aus und warte auf die 17er

Tram. Stehe da und schaue mich um. Betrachtete ein Haus. Ein besonders grauer Architekt muß

dieses Haus entworfen haben. Die ersten vier Etagen sind rechteckig und grau. Doch dann muß der

Mann unverhofft gestorben sein und sein Sohn muß die letzte Etage geplant haben. Sie ist dreiecktig

und mit einem lustigen Rundach mit vielen Ausbuchtungen versehen. Und diese Etage ist dunkelblau

bemalt mit großen roten Kreisen.

Ich lächle.
Traumtänzer
















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