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Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
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vor 15 Jahren, 9 Monaten
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BwSatyra

Mensch sein?

Startbeitrag von BwSatyra am 07.06.2001 09:32

Man stelle sich vor ein kleines Tal fern ab unserer tristen Welt.
Schönheit überwiegt, Blütenpracht beheerscht den Tag und auch bei Nacht scheint diese Welt mehr als ein Traum.
Komm mit, schließe deine Augen und lass dir ein kleines Märchen erzählen, von Elfen und Engeln von einer Welt wo alles heil und es scheint als sei alles nur ein Traum.

Golden steht die Sonne am Firmament, schickt ihre Strahlen aus, wärmt jedes noch so kleine Lebewesen.
Geschäftiges tun und leises Schwirren stetes summen kleiner Flügel, lausche ihnen und atme den süßen Duft der Ruhe ein.

Alles tummelte sich auf der großen Wiese dort in dem kleinen Tal,zwischen Traum und Realität.
Zarte Geschöpfe,kurz Elfen.. schwirrten durch die Luft, tanzten , sangen und freuten sich ihres daseins.
Doch fern ab von all dem fröhlichen lachen und singen saß auf einer Tulpe, die kleine Elfe Morgentau
glitzerne Tränen rannen über ihre Wangen. Sanft fur der Wind durch ihr Haar , als wollt er streicheln, liebkosen, gar trösten weil er ihren Schmerz zu erahnen wusste.
Leise seufzte die Elfe auf und sank wieder in sich zusammen.
Zu schwer waren ihr die Gedanken, wie eine Last die sie zu erdrücken drohte.
Vieles hatte sie aus der Menschenwelt gehört, hatte sich heimlich in eben jene geschlichen.
Sie wollte einmal Mensch sein, wie ein Mensch leben, nur ein paar Tage.
Doch konnte ihr niemand diesen Wunsch erfüllen, wirklich niemand?
Sie blickte in den Azurblauen Himmel empor und flehte um Hilfe, nur einmal, nur dieser eine Wunsch.
Und immernoch rannen Tränen wie kleine Eiskristalle ihre Wangen herab.
Ihr Blick durch die Tränen verschleiert bemerkte sie nicht das eintreffen des Engels Jonathan erst als dieser sie mit seinen Schwingen leicht berührte blickte sie auf.
"Was ist mit dir mein Morgentau?" sprach Jonathan mit besorgter Stimme.
Leise flüsternd antwortete die kleine Elfe " Ach Jonathan, der Schmerz in meiner Brust, ich habe einen Wunsch doch dieser wird mir nicht erfüllt."
"Ich wünschte ich könnt dir helfen und dir deinen Schmerz nehmen, wie kann ich dir helfen?":fragte er.
"Du Jonathan, du willst mir helfen :ungläubig schaute sie ihn an.
Der Engel schaute sie und nickte:" Wenn du mir sagst was ich für dich tun kann werde ich sehen ob ich es tun kann!"
Ein Lächeln stahl sich auf die süßen Lippen der kleinen Elfe und so platzte es aus ihr herraus.
"Jonathan, ich möchte einmal Mensch sein!"ihre Augen begannen wie Smaragde zu leuchten und Hoffnung keimte in ihrem Herzen auf.
Doch Jonathan schwieg,ein Mensch wollte sie sein,wusste sie denn nicht wie Menschen waren? So gefühlskalt,rechthaberich böse und gemein,zerstörerisch.
Er schaute sie an und sah die Freude in ihren Augen tanzen und er überlegte.
Hatte sie je einem etwas getan,sie war immer und jedem freundlich gesonnen, kannte keinen Hass,keine Angst nein noch nicht einmal die Bedeutung des Wortes Verzweiflung, sollte er ihr wirklich diesen einen Wunsch erfüllen.
Nun da er gesagt hatte er würde ihr helfen musste er dieses Versprechen einlösen,doch musste er ihr sagen das sie solange Mensch sein würde bis sie starb.
Er blickte sie an und sah blühendes Leben, er dachte an die Menschen und sah Hass ,Verzweiflung und Neid.
"Worüber denkst du nach,du willst mir diesen Wunsch doch nicht erfüllen oder?" Resignation schwang in ihrer Stimme.
Leise und jedes Wort genau bedacht sprach er:" Ich werde dir diesen einen Wunsch erfüllen,doch Morgentau es sei bedacht das die Menschen nicht sind wie wir. Sie fühlen andern, denken andern und handeln anders als Du und Ich ,sie sind andere Wesen sie haben andere Gesatze und andere Gefühle als wir Engel und Elfen!"
Lange brauchte die kleine Elfe nicht zu überlegen, denn es war ihr größter Herzenswunsch.
"Wann darf ich gehen?":fragte sie ihn mit Ungeduld anblickend.
"Ich werde dich hinüber bringen, in die andere Welt doch lass mir Stunde Zeit alles vor zubereiten."
Jonathan breitete seine Schwingen aus und glitt durch die Lüfte gen Horizont.
Morgentau blickte ihm nach und freute sich auf die andere Welt, die Welt der Menschen.
Als eine Stunde vergangen war kam Jonathan wie versprochen wieder.
Er nahm Morgentau in seine Arme und hob vom Boden ab.
"Doch eines muss ich dir noch sagen kleine Elfe, wenn du einmal Mensch bist, musst du bis zum Ende Mensch bleiben."
Morgentau zuckte kaum merklich zusammen: "Wie für immer ein Mensch? Bedeutet das ich kann dann nie mehr zurück?"Angst schwang in ihrer Stimme mit.
"So ist es, du wirst bin zu deinem Tode Mensch sein,Mensch bleiben und den Menschen leben der du nicht bist!":flüsterte er kaum hörbar in ihr Ohr.
Und wieder sank die kleine Elfe in sich zusammen, wie auf der Tulpe und wieder dieses Gefühl.
"Ich hatte diesen Wunsch ,ich habe ihn noch immer, ich möchte Mensch sein!" so entschied sich die kleine Elfe für ein Leben als Mensch.
Jonathan hatte es versprochen und er pflegte Versprechen zu halten.
Er glitt so schnell er konnte durch die Berge über Seen durch den Himmel bis hin zur Menschenwelt.
"Nun Morgentau,nun wirst du ein Mensch sein, wir werden uns nicht mehr sehen doch werde ich ab und zu nach dir sehen, denke daran du wirst Mensch bleiben solange du lebst!" so sprach Jonathan ,drehte sich um und schwebte durch die Nacht zurück in Tal der Elfen und Engel.
Dort stand die kleine Elfe nun, hatte sie bekommen was sie sich so ersehnt hatte.
Sie war ein Mensch mit allem was dazu gehörte.
Wie aus Erinnerung ging sie die lange Strasse entlang über eine Brücke durch die Nacht und irgendwann erreichte sie ein Haus, so als wäre sie dort schon ewig zu Hause schloss sie die Tür auf stieg die Stufen hinauf bis zur Wohnungstür.
Ja,es war ihr Leben, es war ihr Wohnung, ihr Wunsch, sie war ein Mensch.
Doch lief die Zeit hier nicht wie im kleinen Tal, sie lief sie rann,für die kleine Elfe die jetz ein Mensch war, etwas völlig neues.
Und sie lebte wie Mensch.
Erlebte alles was ein Mensch nur erleben konnte.
Empfand was ein Mensch nur empfinen konnte.
Und mit der Zeit vergass sie ihre Heimat,ihr kleines Tal und den Engel Jonathan.
Doch er sah sie ,abend für abend, wie sie lachte ,wie sie weinte,wie sie liebte.
Die kleine elfe lebte nun bereits Jahre auf den Planeten Namens Erde und wurde von Tag zu Tag trauriger.
Etwas fehlte ihr, etwas war ihr entgangen,plötzlich fühlte sie sich so leer.
Wieder saß sie traurig da ,diesaml nicht auf einer Tulpe nein diesmal auf ihren Menschenbett, in ihrer Menschenwohnung und sie erinnerte sich langsam an das was sie einst hatte.
Viele Freunde,viel Spass ein Leben, ihr eigenes Leben.
Jetz da sie Mensch war, empfand sie es als Qual,einer unter vielen, untergeordnet zu leben,soviele Regeln soviel Vorschriften.
Sie wünschte sich wieder zurück, wieder in IHR LEBEN.
Doch sie wusste das das nicht sein konnte.
Und wie sie da so saß blickte Joanthan auf sie,wie gerne hätte er sie in ihre Arme genommen denn er wusste wie sie sich fühlte.
Auch er hatte einst den Wunsch geäußert ein Mensch zu sein, wie ein Mensch zu denken und fühlen und zu handeln.Und wie die kleine Elfe hatte er herrausfinden müssen das es das nicht wert, das eigene Leben gegen ein Menschenleben zu tauschen.
ZUviel enttäuschung,zuviel Schmerz zuviel Hass und Neid,zuviel Unverständniss.
Auch ihm wurde damals erklärt was es bedeutete Mensch zu sein und das er es bis zum Ende sein würde.
Er blickte auf Morgentau hernieder wollte ihr über die Wange streifen doch alles was sie berührte war ein kleiner Hauch wie der des sanften Windes damals im Tal.
Tränen kullerten wie Perlen über ihre Wange und sie bereute all das was sie getan hatte.
Sie hatte viel erlebt in den Jahren als Mensch und würde es nie wieder erleben wollen.
Geliebt,gehasst,vertraut und wieder missbraucht,Neid und Missgunst, Unverständniss ihren Gedanken und Gefühlen gegenüber, sie hatte gewonnen und gleichzeitig verloren all das war zuviel.
Sie wünschte zurück,zurück in ihr Leben zurück in ihre Welt.
"Doch bedenke du wirst Mensch sein solange du lebst!"
Sie horchte in sich hinein,war da wirklich noch etwas sie hier blieben lies an diesen kalten Ort.
Lange überlegte sie, lange lief sie im Zimmer auf und ab.
Tage waren verganegn und sie hatte ihre Wohnung nicht verlassen, Freunde, vermeintliche Freunde,keine ließ sich bei ihr blicken,keine rief an.
NEIN es hielt sie nichts mehr auf dieser Welt sie wollte zurück wollte dahin wo es schön war wo es ruhig war, wollte wieder sein was sie war bevor sie wurde was sie nun war.
langsam ging sie zum Fenster,Regen pochte im Takt ihres Herzen gegen die Fenster.
Und im Schatten der Nacht sah sie Jonathan.
Sie öffnete das Fenster und kletterte auf die Fensterbank und flog......
Flog in die Arme Jonathans.....
Sie war befreit.....

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