Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Die *Trash*Kom*Hallen* - Ort der Geschichten
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
A., Judith

Bruchstücke

Startbeitrag von A. am 17.09.2001 14:38



Du tust mir weh.
Du zereißt mich.
Du schneidest Dich ins Fleisch,
und ich bin es, der weint.
Du spürst Dich nicht,
siehst Dich nicht,
suchst die Ruhe in Bruchstücken der Realität
und vergißt die Sehnsucht
etwas Ganzes zu sein,
an einen Ort zu gehören,
geliebt zu werden.


 
Er war ein Aussätziger.
Er kannte die Einsamkeit nicht,
aber er war alleine.
Keiner liebte ihn.
Er sehnte sich nach Liebe, also umfasste er wenigstens das,
was in ihm war, die Liebe zu sich selbst.
Er legte die Hände auf die Tasten und fühlte seine Seele in den Klängen,
die das Klavier von sich gab.
Es gab ihm für wenige Augenblicke die Ruhe und eine Gefühle der Liebe.
Es überwältigte ihn, an so viel teilhaben zu dürfen, und es stach ihm ins Herz,
daß er es niemanden mitteilen durfte.
Er suchte die Liebe zu anderen Menschen
und versuchte einzig ihr Wesen zu erfassen.
Aber was immer er fand war er selber,
wurde zu einem Teil von ihm,
dem Wesen des anderen Menschen entrissen, welcher sich selber nicht zu sehen vermochte,
in Bruchstücken keine Verbundenheit zu sich selber fand.
Er war ein Aussätziger.
Er vermochte keine Liebe zu geben.
 
A. Sonntag, 16.9.2001, 13:30

Antworten:

Er sehnte sich nach Liebe, also umfasste er wenigstens das, was in ihm war, die Liebe zu sich selbst. Er legte die Hände auf die Tasten und fühlte seine Seele in den Klängen, die das Klavier von sich gab.
Es gab ihm für wenige Augenblicke die Ruhe und eine Gefühle
der Liebe. Es überwältigte ihn, an so viel teilhaben zu dürfen, und es
stach ihm ins Herz, daß er es niemanden mitteilen durfte.


Eine Frau lebte im obersten Stock eines Hauses. Draussen ballte sich ein gewalltiges Gewitter zusammen. Die Frau oeffnete alle Fenster, setzte sich ans Klavier, und spielte. Zusammen mit dem Wetter musizierte sie. Es war eine Verschmelzung mit der Welt, auch ohne Menschen. Es war einer der intensivsten Momente im Leben der Frau. Die Musik, wie es ins Zimmer regnete, durch die Wohnung windete...egal, alles war eines.


Judith

von Judith - am 17.09.2001 21:06

Eindringlichkeit

...

Eine Frau lebte im obersten Stock eines Hauses. Draussen ballte sich ein gewalltiges Gewitter zusammen. Die Frau oeffnete alle Fenster, setzte sich ans Klavier, und spielte. Zusammen mit dem Wetter musizierte sie. Es war eine Verschmelzung mit der Welt, auch ohne Menschen. Es war einer der intensivsten Momente im Leben der Frau. Die Musik, wie es ins Zimmer regnete, durch die Wohnung windete...egal, alles war eines.

Und das Kind hatte keine Angst in den Häuserschluchten.
Der Wind und der Regen, der Sturm und das Wasser
peitschen um die Wände und trachteten danach,
das Kind aus seiner Bahn zu werfen.

Aber das Kind hatte keine Angst.
Denn es hatte keine eigene Bahn.

Wind und Sturm waren wie Musik in den Ohren,
Regen das Gesicht hinab wie die Eindringlichkeit der Liebe,
das Gefühl nicht allein zu sein.

Es kämpfte nicht gegen den Wind
und auch nicht gegen die Schmerzen.

Es nahm die Eindringlichkeit in sich auf

und fand den gemeinsamen Weg.


von A. - am 17.09.2001 22:47
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.