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Jugendforum
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rudolf Kytscheck, Gertrud Klobenhauser, NTess, Frank Burgdörfer, Peter Faltmann, Maria Vorndorfer

Warum werden wir nicht satt? - EU-Osterweiterung noch notwendig?

Startbeitrag von Rudolf Kytscheck am 06.09.2001 13:52

Ab dem 01.Januar 2001 wird Europa eine gemeinsame Währung haben. Die gemeinsame Wirtschafts- und Währungsunion ist bereits vollendet aber die Vertiefung scheitert, je länger der Prozess dauert. Die Frage, die sich dabei aufdrängt: Brauchen wir eigentlich eine Osterweiterung? Warum sind wir denn nicht zufrieden mit dem, was wir haben? :hot:

Wenn wir so weitermachen, wie bisher, wird Europa bald wieder zerfallen! :rolleyes:

Antworten:

Lieber Herr Kytscheck,
die Fakten liegen in gegenteiliger Richtung: Frieden, Freiheit und Wohlstand sind keine gesicherten Güter und drohen, ein weiteres Opfer nationalstaatlicher Egoismen zu werden. Die EU-Osterweiterung ist dabei ein notwendiger erster Schritt nach der langjährigen Krabbelphase abendlänischer Kulturarroganz.
Die christliche Tradition nimmt uns ALLE in die Pflicht, zu teilen was wir unser eigen nennen und für oben erwähnte Werte in den Kampf zu ziehen. :cheers:

von Gertrud Klobenhauser - am 06.09.2001 14:06

Liebe Gertrud,

es ist doch nicht vom Tisch zu fegen, dass wir irgendwann an unserer Selbstregulierung ersticken werden, oder? Mit der EU-Osterweiterung haben wir uns zu viel vorgenommen - dass werden wir nicht schaffen!

Ausserdem kostet uns die Erweiterung viel zu viel Geld! :p

von Rudolf Kytscheck - am 06.09.2001 14:13
Sehr geehrter Rudolf,
abgesehen davon, dass sich ein so großartiges Projekt wie die Osterweiterung nicht nach einer puren Kosten-Nutzen-Erweiterung beurteilen läßt, so würden sie auch mit dieser Laien-These treffsicher daneben liegen: Die Erweiterung stellt einen Gewinn für uns alle dar, sowohl in ideologischer als auch in finaziell-materieller Sicht.
Eventuelle Schwierigkeiten im Prozeßverlauf sollten uns ALLE motivieren, aber nicht den Vorgang als solches in Frage stellen

von Gertrud Klobenhauser - am 06.09.2001 14:20
Liebe Gertrud,

der ideologische Gewinn der EU-Osterweiterung muss schliesslich eine Grenze haben, oder wollen Sie China auch noch aufnehmen? Jede regionale Organisation ist dazu bestimmt, eine Grenze zu setzen, da sie ansonsten handlungsunfähig wird. Wir sind es bereits jetzt! :eek:

von Rudolf Kytscheck - am 06.09.2001 14:37
Hallo Rudolf (und Gertrud),
die Grenzen sind abgesteckt und nennen sich "Europa"! Schon ein flüchtiger Blick auf die Landkarte läßt uns rasch erkennen, welche Länder dazu gehören...UND WELCHE NICHT (wie z.B. China)!!! Eine schrittweise Erweiterung sprengt also nicht den regionalen Rahmen, sondern läßt zusammenwachsen, was zusammengehört.
Die Frage der Handlungs(un)fähigkeit der EU ist ein Problem konkreter Umsetzung von Realpolitik und nicht zu verwechseln mit genereller Zustimmung bzw. Ablehnung des Gesamtprojektes, soll heißen: ich kann durchaus ein glühender Verfechter der (abstrakten) Europäischen Idee sein und gleichzeitig der (konkreten) tatsächlichen Europa-Politik skeptisch gegenüber stehen. Skepsis gegenüber des Zweiten stellt Erstes noch lange nicht in Frage, im Gegenteil: Als überzeugter Europäer sehe ich eine gewisse Skepsis sogar als meine Pflicht an, um das Projekt nicht scheitern zu lassen.
Ich glaube, hier liegt die Möglichkeit, eine Brücke zwischen unseren Positionen zu schlagen, die nach dieser Betrachtung vielleicht gar nicht mehr so weit auseinander liegen.
MfG, Peter

von Peter Faltmann - am 07.09.2001 12:35

Hallo beinander,

ich muss nun wirklich sagen, dass die ganze Diskussion absolut übertrieben ist. Was haben wir denn für eine Wahl? Wir werden doch gar nicht gefragt, oder? Ich bin jedenfalls dafür, dass Europa wächst und wächst, bis wir irgendwann eine Weltrepublik werden. Dann hätten wir alle Probleme aus der Welt geschafft!
Bis denne
Maria

von Maria Vorndorfer - am 10.09.2001 12:16

Na ich Bitte euch, dass wird doch lächerlich. Zusammenwachsen, was zusammen gehört? Ich gehöre nicht zu Frankreich und zu Tschechien erst recht nicht. Wenn überall die Regionen zusammenwachsen würden, würden auch die Kulturen verschwinden und die Gesellschaft wird ein einziger Haufen globaler Inzucht!

Die Idee ist schön und gut, jedoch lässt sie sich nicht umsetzen und vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht. Wie gesagt: Nichts gegen die Europäische Union, aber warum werden wir nicht satt?

von Rudolf Kytscheck - am 10.09.2001 12:20
Warum werden wir nicht satt? wer - wir? die Deutschen? die Westeuropäer?

Wenn das hier die europäische Integration als Projekt verstanden wird, in dem bestimmte Teile Europas sich den zugriff zu soviel Europa verschaffen, wie sie schlucken können - dann Prost Mahlzeit!.

Wenn so gesprochen wird, als seien die Länder der Mitte und des Ostens des Kontinents pures Objekt, dessen Schicksal entscheidet, wer "Hunger" auf sie hat, nachdem sie Stalin verspeist wurden und sich letztlich als unverdaulich erwiesen - dann ist dies eine Haltung die an Arroganz und Egozentrik nicht zu überbieten ist.

Europa ist ein Projekt der Europäer. Die Idee ist zum Motivator für die Schaffung und Sicherung von Demokratie, Marktwirtschaft und offenen Grenzen auf dem gesamten Kontinent geworden.

Europa dient nach wie vor den Interessen aller Europäer. Nachweislich profitieren große und kleine, reiche und arme Mitgliedsstaaten von der Union. Erst recht profitieren wir, die europäische Bevölkerung, von einem stabilen, offenen Lebensraum.

Auch die Osterweiterung dient den Interessen aller. Nur Kleinkrämergeist könnte uns im Wege stehen.

Das heißt nicht, dass die Union in ihrer gegenwärtigen Verfassung perfekt wäre. Das heißt auch nicht, dass die Osterweiterung ohne Schmerzen möglich wäre. Aber ohne Investitionen kein Profit, ohne Anstrengungen kein Erfolg - und ohne "Leidensdruck" keine Reformen der EU.

Die Osterweiterung wird kommen. Und die Reformen werden kommen. Und was entstehen wird wird eine kontinentale Struktur sein, die alle Europäer gemeinsam geschaffen haben, der sich jedes Land freiwillig zugewandt hat. Historisch gesehen eine geradezu unfassbar wunderbare Entwicklung!

von Frank Burgdörfer - am 12.10.2001 21:24

Genau, Europa als gemeinsames Projekt!!!!

Und wer sind eigentlich die Europaer? Frag doch mal nen Briten, was er ist! Er ist Brite und wird es auch immer bleiben! Die Welt lacht, wenn wir von Europa und der Osterweiterung sprechen (Abgesehen von uns und den assoziierten Staaten). Keiner nimmt uns mehr ernst. Wir haben einiges geschafft, aber wir haben nie ein Ziel definiert. Also ist es auch nicht notwendig, ein Ziel zu erreichen, oder?

Klar, "ein gemeinsames Europa" und all die Floskeln, aber was ist eigentlich Europa? Reden wir hier von der EU oder von welcher Definition (OSZE?, UDSSR?). Wir sollten mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden sein. Wir haben doch alles, was wir wollen. Ich kann einfach nach Spanien fahren und die haben das gleiche Geld (bald). Ich werde nicht mal kontrolliert.

Ich denke, das Europa als Idee, ein Hirngespinnst ist, und wir haben viel zu viel Geld investiert. Warum werden wir nicht satt?

Irgendwann werden wir sowieso wieder gegeneinander um Macht streiten, auch wenn es die Idee dir nicht passt!

PS: Wo sind eigentlich die Smilies?

von Rudolf Kytscheck - am 15.10.2001 23:15

Warum werden wir nicht satt? - EU-Osterweiterung noch notwendig?

Also ich kann genauso oder vielleicht sogar noch mehr Zusammengehörigkeit mit zB Polen empfinden, als mit Bayern. (Bin Niedersächsin)

von NTess - am 27.06.2002 18:48
Nachdem wir sowieso schon unter niedersächsischer Fremdherrschaft stehen (was in ein paar Tagen bereits Geschichte sein kann), kann und will ich mich auch gar nicht mit einem anderen Bundesland identifizieren. Sind wir uns doch mal ehrlich: Wer will eigentlich noch dieses Europa? Weder die Briten, noch die Franzosen, noch die Niederländer oder sonstwer! :eek:

von Rudolf Kytscheck - am 29.08.2002 12:24
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