Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Streik-Forum Köln
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
HorstK, Sonderbiene, rowinter

Lyrik & Co.

Startbeitrag von HorstK am 06.03.2006 20:08




Hier ist Platz für Lyrik, lyrische Gedanken, Aphorismen & Co.,
die natürlich alle etwas mit unserem Streik, mit unserem Arbeitskampf zu tun haben.


Und sollte sich der Eine oder die Andere während unserer Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag *verguckt* haben, so werden wir ein "(L)liebes Gedicht" sicher nicht gleich löschen!

Denn ob Du es glaubst oder nicht: hier schauen mehr rein als Du denkst ;-)

Antworten:

Kurt Tucholsky: Eine Frage



von HorstK - am 06.03.2006 20:18

Bertold Brecht: Wer zu Hause bleibt...

Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt

und lässt andere kämpfen für seine Sache

der muss sich vorsehen:

denn wer den Kampf nicht geteilt hat

der wird teilen die Niederlage.

Nicht einmal vermeidet

wer den Kampf vermeiden will:

denn es wird kämpfen für die Sache des Feindes

wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.



(Bertold Brecht)


von HorstK - am 06.03.2006 20:36

Indische Weisheit: Wenn ich nicht für mich bin...

Wenn ich nicht für mich bin,
wer ist dann für mich?

Wenn nicht hier und jetzt,
wann dann und wo?



(Indische Weisheit)


von HorstK - am 06.03.2006 21:24

Knut Becker "Der rechte Weg"

Der rechte Weg
„Nach dem Studium“
erzählte mir einer neulich, „stand ich vor der Frage
gehe ich zum Arbeitgeberverband
oder in eine Gewerkschaft“

„Dass für Dich diese Frage offen war“
sage ich
„kann ich Dir nicht vorwerfen
Das werfe ich meiner Gewerkschaft vor“

„In der Gewerkschaft“ – erzählte er weiter
„habe ich angefangen mit modernen
Strukturen – weg mit dem ideologischen
Ballast – mit der verstaubten
Klassenkämpfermentalität – weg mit der
Phrase vom Interessengegensatz –
weg mit denen die immer noch
Gegnerschaft sehen im Betrieb“

„Du hattest“ – lobe ich ihn
„recht mit Deiner Entscheidung
So frei von Ideologie und
Klassenkampfmentalität hättest Du
bei den Arbeitgebern nie
arbeiten dürfen

Knut Becker


von rowinter - am 09.03.2006 19:53

Pierre Stutz "Keine Marionette sein"

Verweile im Augenblick

Keine Marionette sein

Kein Roboter sein,
mich nicht ausnützen lassen,
Augen-blicklich
meine Lebendigkeit entfalten.

Keine Marionette sein,
fremdbestimmt,
verstrickt in lebensfeindlichen Mustern.
Im Hier und Jetzt
unserer Befreiung entgegen gehen.

Kein Spielball sein,
ausgeliefert menschenfeindlichen Interessen.
Gegenwärtig sein
für eine humanere Welt.

Pierre Stutz



Moderator-Edit: Titel in der Übersicht geändert

von Sonderbiene - am 21.03.2006 15:19

Streikgedicht

Streikgedicht

Zu Ostern gab es bunte Eier,
vielleicht auch 'ne Familienfeier.
Karneval ist längst vergessen,
Wir streikten längst und wie besessen
im Rheinland, Münster und auch in Essen.

Jetzt, da die Frühlingssonne lacht,
glaubt mancher hier, es wäre vollbracht,
Man hätt' uns endlich mal gezeigt
wie's ist, wenn man nur sitzt und schweigt,
uns mal per Funk die Meinung geigt,
und es bald aus ist und vorbei
mit der Massenstreikerei!

...da können wir nur müde grinsen
über Möllring, über Linssen.
Nach zehn Wochen Streikaktion
wissen wir es lange schon.
Wir bleiben hier und geh'n nicht weg,
kennen sehr genau den Zweck.
Es lohnen sich viel Müh' und Plag'.
Für unseren Tarifvertrag
. . . . . .jetzt!!!!!

Sonnige Frühlingsgrüße
"Wolfgang"


von HorstK - am 23.04.2006 20:22

Kurt Tucholsky: Die freie Wirtschaft

Die freie Wirtschaft

von KURT TUCHOLSKY (1930!!!)

Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen.
Ihr sollt auf Euren Direktor vertrauen.
Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen.
Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen.
Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein.
Wir wollen freie Wirtschaftler sein!

Wir diktieren die Preise und die Verträge -
kein Schutzgesetz sei uns im Wege.

Ihr braucht keine Heime für Eure Lungen,
keine Renten und keine Versicherungen.
Ihr solltet Euch allesamt was schämen,
von dem armen Staat noch Geld zu nehmen!
Ihr sollt nicht mehr zusammenstehen -
wollt Ihr wohl auseinandergehen!

Ihr sagt: Die Wirtschaft müsse bestehen.
Eine schöne Wirtschaft! Für wen? Für wen?

Das laufende Band, das sich weiterschiebt,
liefert Waren für Kunden, die es nicht gibt.
Ihr habt durch Entlassung und Lohnabzug sacht
Eure eigene Kundschaft kaputtgemacht.
Denn Deutschland besteht -
Millionäre sind selten -
aus Arbeitern und aus Angestellten!




KURT TUCHOLSKY wurde 1890 in Berlin geboren und nahm sich 1935 das Leben. 1931 schrieb der Schriftsteller: "Daß der Arbeiter für seine Arbeit auch einen Lohn haben muß, ist eine Theorie, die heute allgemein fallen gelassen worden ist."

von HorstK - am 02.05.2006 03:32

Fritz Eckenga "Das deutsche Lied vom Aufschwung"

Das deutsche Lied vom Aufschwung
(von Fritz Eckenga)

Fünfunddreißig Stundenwochen
sind der Wirtschaft Untergang.
Darum lasst uns nicht mehr streiten.
Aufstehn Deutsche, macht euch lang.

Längre Wochenarbeitszeiten
sind des Aufschwungs Unterpfand.
Danach lasst uns alle streben,
fünfzig Stunden für das Land.

Nehmt das Herz in beide Hände,
stört euch nicht an dem Verstand.
Optimal sind sechzig Stunden.
Steht nicht rum im Arbeitsamt.

Besser noch sind aber siebzig,
ziehet mit an diesem Strang.
Euch zu edler Tat begeistern,
euer ganzes Leben lang.

Blühe auf im Glanz der Dummheit,
blühe, deutscher Arbeitsmarkt.
Dafür lasst uns alles geben,
brüderlich zum Herzinfarkt.


von HorstK - am 06.05.2006 08:24

Rolf Krenzer: Wann fängt Weihnachten an?

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute mal bei dem Stummen verweilt,
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn der Leise laut wird und der Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht, sondern du gehst,
so wie du bist, darauf zu,
dann, ja dann fängt Weihnachten an.

(von Rolf Krenzer)



Wir wünschen Euch und Euren Angehörigen eine friedvolle Weihnacht und für das neue Jahr alles erdenklich Gute, in der Hauptsache Gesundheit und mögen für Euch alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Euer ver.di Fachbereich 3 Team Ilona Hauk und Rolf Winterboer
Eure ver.di Vertrauensleute und Vertrauensleute-Leitung Uniklinik Köln
Eure Zwischen-Streik-Zeitungs-Redaktion und Euer Streik-Forum Köln-Team

von HorstK - am 23.12.2006 12:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.