zum Ausfallrisiko eines Emittenten

Startbeitrag von Kaufkurse am 27.09.2008 16:55

habe ich ja kürzlich einen Text geschrieben (so kurz nach der Jahrtausendwende :-) )
denn wenn der Emi eines Zertifikates pleite geht ist Geld ja verloren.

und inzwischen kann man schöne Listen finden z.B. hier:

[www.google.de]

[www.zertifikateberater.de]

mit Daten zu

Kreditrating (langfristig) Rating-
Score
Credit Spreads Emi.-Rating
Moody‘s S&P Fitch Absolut Trend Scope


viele Grüße, und ein glückliches Händchen gewünscht,
Kaufkurse




und ein Text von der tfd:

Derivate
Krise wirbelt Zertifikateratings durcheinander
von Bernd Mikosch
Nach der Lehman-Pleite versuchen die Notengeber, die Finanzstärke der Emittenten besser und schneller zu beurteilen. Und mit Feri kommt ein weiterer Anbieter dazu.



Zertifikateratings können Anlegern helfen, sich auf dem unübersichtlichen Markt für Anlage- und Hebelprodukte zurechtzufinden. Im August waren an den Zertifikatebörsen in Stuttgart und Frankfurt 374.000 Papiere gelistet, so viele wie nie zuvor. Als erster Anbieter startete die Scope Group 2005 mit einem Zertifikaterating. Inzwischen bewerten die Berliner rund 140.000 Titel. Seit Juni macht die European Derivatives Group (EDG) Scope mit Noten zu etwa 120.000 Zertifikaten Konkurrenz.

Dritter im Bunde wird künftig Feri sein. "Wir starten unser Zertifikaterating noch in diesem Jahr", sagt Tobias Schmidt, Leiter Kapitalmärkte und Fonds bei Feri EuroRating Services. Das Münchener Analysehaus FWW begutachtete bislang ausschließlich Neuemissionen. Derzeit liegt das Angebot auf Eis, weil die entsprechende FWW-Sparte in das Institut für Zertifikateanalyse (IZA) überführt wird. Mitte Oktober soll das überarbeitete Angebot starten.

Seit Anfang vergangener Woche berücksichtigt Scope bei der Bewertung der Emittentenbonität auch sogenannte Credit Default Swaps (CDS) - eine Reaktion auf die Pleite des Zertifikateanbieters Lehman Brothers. Diese Kreditausfallversicherungen geben an, wie teuer die Absicherung gegen die Pleite eines Schuldners ist. "CDS spiegeln die jeweils aktuelle Marktmeinung über die Zahlungsfähigkeit des Emittenten wider", sagt Sasa Perovic, Leiter der Zertifikateanalyse bei Scope. "So schnell können Ratingagenturen wie S&P, Moody's oder Fitch gar nicht reagieren. Deren Bonitätsnoten nutzen wir nach wie vor, aber nicht mehr ausschließlich." Die Berücksichtigung der CDS hatte zur Folge, dass die meisten Zertifikateemittenten herabgestuft wurden, was oft auch auf die Endnote des Zertifikats durchschlug.


Risikoindikator"Wir mussten unsere Ratingsystematik nicht anpassen, weil wir von Anfang an mit Credit Spreads gearbeitet haben", sagt dagegen EDG-Geschäftsführer Philipp Henrich. "Nur weil diese nicht für alle Emittenten existieren, ziehen wir zusätzlich die Bonitätsnoten der Ratingagenturen heran." Credit Spread wird der Aufschlag zum Geldmarktsatz Euribor genannt, den Banken für die kurzfristige Geldleihe untereinander zahlen müssen. Dieser Wert schnellt nach oben, wenn Marktteilnehmer Zweifel an der Zahlungsfähigkeit haben. Die Spreads finden sich im EDG-Rating an zwei Stellen: zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit und bei der Risikobewertung eines Zertifikats. "Wenn der Spread eines Emittenten stark schwankt, hat das in vielen Fällen auch Auswirkungen auf den Wert des Derivats", so Henrich. So könne zum Beispiel der Kurs eines Discountzertifikats auf die Daimler-Aktie schwanken, obwohl der Aktienkurs konstant geblieben sei. "Damit steigt auch das Risiko des Zertifikats", so Henrich.

Doch auch für die EDG bringt die Finanzkrise Veränderungen: In ruhigen Börsenzeiten passt das Analysehaus die Zertifikatenoten nur alle zwei Wochen an. Die Hektik der vergangenen Tage machte eine häufigere Überprüfung nötig. "Turnusgemäß bewerten wir die Zertifikate alle 14 Tage neu. Wir beobachten sie aber laufend", sagt Henrich. "Bei starken Kursschwankungen reagieren wir sofort, etwa wenn ein Basiswert an einem Tag mehr als fünf Prozent gewinnt oder verliert."

Auf Basis der Spreads bewertet auch das IZA, das die FWW-Ratings fortführen wird, die Zahlungsfähigkeit der Derivatehäuser. "Abhängig von der Risikostruktur des Zertifikats nehmen wir eine dynamische Gewichtung der Emittentenbonität vor", sagt Institutsleiter Florian Röbbeling. Bei einem Garantiezertifikat für konservative Anleger spiele die Emittentenbonität eine größere Rolle als bei einem Hebelprodukt für spekulative Investoren.

Derixx, eine Suchmaschine für Anlagezertifikate, will die Credit Spreads noch in diesem Herbst berücksichtigen. "Wir ordnen Zertifikate verschiedenen Risikoklassen zu. Dabei spielt die Bonität des Anbieters künftig eine Rolle", sagt Derixx-Geschäftsführer Petko Kostoff. Bei Derixx lassen sich Zertifikate eines Risikotyps nach der erwarteten Rendite sortieren. Noch passiert es, dass Papiere angeschlagener US-Banken ganz oben landen, weil sie hohe Renditen bieten. Wird künftig die schlechtere Bonität berücksichtigt, dürfte sich die Reihenfolge erheblich ändern - die Zertifikate mancher US-Bank bergen schließlich höhere Risiken.

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Antworten:

hab ich da richtig gelesen?

Im vorletzten Abschnitt war da jemand genannt, den ich so ungefähr: :cool: in Erinnerung hab :)

Da weiß wahrscheinlich toppi mehr drüber? Schon lange nichts mehr von ihm gehört...

Gruß

Bernd

von SpeedMaster - am 28.09.2008 09:22

jep

Der Flo mischt im Markt für Z-Ratings seit ca. 2 Jahren kräftig mit, zuerst im Rahmen einer Tochtergesellschaft unter dem Dach von FWW, inzwischen gehört ihm die Firma selbst.

toppi

von toppi - am 28.09.2008 09:54
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