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Wirtschaft, Börse, Politik, Gesellschaft und Humor
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6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Goldman Sucks, KGBull, Chombo, toppi

Nochmal Nickel

Startbeitrag von Goldman Sucks am 16.07.2009 21:54

also meine Vermutung (s. weiter unten) hat sich nun doch bestätigt und es geht mit Ni weiter aufwärts, in einem sehr schönen Trendkanal.

Dazu paßt eine Reuters-Meldung von gestern: Nippon Steel (einer der weltweit größten Stahlerzeuger) fährt zum Anfang August einen von zwei stillgelegten Hochöfen wieder an, der seit 6 Monaten abgeschaltet ist. NS hat insgesamt 9 Hochöfen, alle in Japan, von denen aber derzeit nur 7 in Betrieb sind. Begründet wird das damit, daß die Absatzlage sich offenbar nachhaltig verbessert hat. Wer weiß, wieviel Aufwand dahinter steckt, einen Hochofen herunter und dann wieder hochzufahren, hat einen Eindruck: das macht man nicht für ein paar Wochen Betrieb. Nachhaltig heißt hier, man rechnet damit, daß das Ding auf absehbare Zeit weiterläuft und man hat vor dieser Entscheidung auch sicher schon eine Weile lang die 7 aktiven Öfen an der Kapazitätsgrenze gefahren.

Also: was die gesellschaftlich-politische Lage im Inland angeht, bin ich angewidert (bearish reicht hier bei weitem nicht), was die allgemeine Wirtschaftslage angeht, so langsam und vorsichtig bullish. Auch, weil der Kollege Wiedeking Herrn Piech nun wohl doch zeigen wird, wo der Hammer hängt.

Groetjes

GMS

P.S.: Habe leider schon wieder vergessen, wie das ging mit dem Einstellen von Bildern und Grafiken. Wenn mir einer von den Computer Whizzkids das freundlicherweise nochmal verraten würde, stelle ich mal meinen Nickel-In-Euro-Chart ein - gibt es exclusiv nur bei mir.

Antworten:

Rohstoff-Bullen auf dem Vormarsch

Immer, wenn es mit der Wirtschaft besser zu gehen beginnt; das heißt nachdem turbokapitalistische Finanzjongleure (mit geringen Jonglierfähigkeiten aber einem hervorragenden Sicherheitsnetz, das vom Steuerzahler gespannt gehalten wird) wieder einmal alle Keulen haben fallen lassen, beginnt der Industrie- und Dienstleistungssektor wieder mit aufgekrempelten Ärmeln die Karre aus der Scheiße zu ziehen, dann sind ebendiese Jongleure wieder dabei, sich spekulativ ins Geschäft mit den Rohstoffen einzuklinken.
Nicht nur bei Nickel sind die Vorzeichen auf steigende Preise gerichtet. Es gibt eine Reihe von Commodities, die hier mehr im Blickpunkt der Anleger sind. Nickel hat für diese Leute den Nachteil, dass sie - wie in vielen anderen Sparten - keinen blassen Schimmer von den Zusammenhängen haben. Das ist bei den meisten Commodities so, aber da können sie sich hinter den zahllosen Analysen und Kommentaren von selbsternannten Rohstoffe-Gurus verschanzen. Wenn nun die Mehrzahl dieser Schreiberlinge bullish argumentieren, wird die Mehrzahl der Anleger für steigende Preise sorgen. Diejenigen, die wirklich arbeiten, versuchen dann, die Preissteigerung durch geschickte Nutzung von technischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu kompensieren und die Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen auf den Markt zu bringen. Sollten verfahrenstechnische Tricks allein nicht helfen, haben die Management-Consulting-Firmen das ihnen einzig bekannte Mittel der Mitarbeiter-Entlassung als ach so überraschendes Heilmittel zu Hand.
Mal sehen, wie lange es diesmal gut geht. Vielleicht kollabiert aber unsere Umwelt noch bevor die nächste vorhersehbare Finanzkatastrophe wieder einmal die Umschichtung der Einkommen von unten nach oben forciert.
Dass Politik und Widerwärtigkeit immer im selben Boot sitzen, ist wohl der Natur des Mensche zu danken. Ich denke gerade an meinen leider schon verstorbenen Landsmann Qualtinger, der seine Gedanken zur Menschheit auf einen simplen Satz reduziert hat: "Da Mensch is a Sau!"
Dem habe ich nur hinzuzufügen, dass ich trotz allem einige der Ferkel mag.
Grüße von der (noch) sonnigen Waterkant
KGB

von KGBull - am 17.07.2009 09:02

Bilder

Hallo Goldman :-)

zum Einstellen von Bildern müsste das Bild bereits auf irgendeinem Webserver liegen. Dann einfach einen Beitrag schreiben, oben rechts auf "Bild" klicken, und die URL zwischen die eckigen Klammern kopieren, die nach dem Klick erscheinen.

Aber auch wenn Du diese Möglichkeit vielleicht nicht hast - der Jahreschart von Nickel spricht Bände:
[rohstoffe.onvista.de]


Viele Grüße aus dem regnerischen Hessen
toppi

von toppi - am 18.07.2009 17:39

Danke

für die (wiederholte) Erklärung, Toppi. Denn jetzt, wo ich es lese, geht ganz langsam und funzelig irgendwo ein Lichtlein an. Du (vielleicht auch Speedy) hast mir das nämlich schon mal erklärt und ich glaube sogar, dass ich das schon mal geschafft habe. In meiner Jugend, oder so.

Ich werds bei Gelegenheit noch mal probieren. Ni ist im Moment wieder sehr spannend, hat von gestern auf heute alleine über 10 Prozent zugelegt (12,99 auf 14,46 EUR/kg).

Schöne Grüße vom Niederrehein (27 °C fast wolkenlos)

GMS

von Goldman Sucks - am 05.08.2009 12:34

glaubst du daran, dass die krise vorbei ist?

ich nicht. sie hat noch nicht einmal richtig angefangen. man überlege einmal: ein grund der krise war, dass die geldmengen vollkommen ausser kontrolle geraten sind. heilmittel war, dass man also das problem der zu grossen geldmenge mit nochmehr geld beseitigen wollte. umkehrschluss, die zu hohe geldmenge war also zu niedrig. man pumpe ins system, was auch immer man nicht hat und alles ist in butter. hört sich richtig gut an. wozu eigentlich noch arbeiten? ein fortschrittliches wirtschaftsmodell wäre 10000 euro grundeinkommen für jeden, besteuert mit 80%. dann rollt der rubel richtig und alle sind glücklich. arbeiten muss niemand mehr und der strom kommt ja sowieso aus der steckdose. warum eigentlich 10000? können auch 20 oder 100 tausend sein. je mehr, desto besser. man muss den konsum ankurbeln. produzieren braucht man nichts, dass können die chinesen viel billiger. und das geld fürs grundeinkommen leiht man sich dann bei den chinesen und japsen. eigentlich ist die idee nicht so neu. die amis machen ja genau das seit zig jahren, nur auf den trick mit dem grundeinkommen waren sie noch nicht gekommen. also einfach lafontaine ausbürgern, damit er in einigen jahren obama beerben kann. dann geht alles von selbst. hätten die amis ein staatlich garantiertes grundeinkommen gehabt, wären sie alle topschuldner gewesen und es hätte niemals subprime-kredite gegeben und somit auch keine finanzkrise.
die eigentlichen visionäre waren immer die sozialhilfeempfänger. diese menschen haben frühzeitig die zeichen der zeit erkannt und auf das eigentliche zukunftsmodell gesetzt. ich überlege gerade, ob deutsche berufsunfähigkeitsversicherungen wohl atteste von uruguayischen ärzten akzeptieren. wenn ja, dann meldet euch bei mir. gegen grosszügige provision gebe ich euch adressen von wohlwollenden gutachtern.


von Chombo - am 19.08.2009 19:26

Nee, aber bis zur nächsten Delle dauerts noch ein Weilchen

Das mit dem Grundeinkommen wird übrigens gerade in einem namibischen Dorf ausprobiert, mit dem von mir erwarteten Erfolg. Etliche investieren das monatliche Einkommen in Ausgangsmaterial und Einrichtungen für die Erzeugung von verarbeiteten Nahrungsmitteln und Gütern und haben sich damit binnen Jahresfrist eine zwar minimale, aber passable Existenz geschaffen. Mit ihren Steuerzahlungen haben diese bereits ihr eigenes, bisher erhaltene Grundeinkommen und einen Teil der für andere ausgezahlten beglichen. Andere verwenden das Geld einfach, um dafür die Familie mit Grundnahrungsmittel zu versorgen. Ein - erstaunlicherweise geringer - Teil der Einwohner versäuft das Geld wie von jeher gewohnt. Klar sind das Kerle, die schon immer ihren Frauen das Arbeiten überlassen haben. Ich verfolge das Versuchsprojekt aufmerksam weiter und bin gespannt, wie das sich entwickelt.
Eigentlich würde ich Lafontaine gerne dort ansiedeln, damit er eine Langzeitstudie (mindestens 20 Jahre) durchführen kann. Ob er dabei was lernte, wäre mir wurscht. Hauptsache, ich muss sein Dummgeschwätz nicht mehr im Fernsehen ertragen. Wo immer eine Kamera läuft, stehen er und Westerwelle ja sofort davor und verbreiten die üblichen Stanzen.
Das mit der wundersamen Geldvermehrung funktioniert nicht deshalb, weil es logisch oder richtig wäre, sondern weil so viele davon abhängen, dass es so läuft. In Albanien haben die das Schneeballsystem landesweit schon mal ausprobiert, und es funktionierte gut und über ein paar Jahre. Dann allerdings platzte das Ganze, weil sie keine internationalen Bänker und Politiker mit eingebunden hatten, denn sonst wäre das noch viel länger gelaufen und hätte weltweite Kreise gezogen. Nun sind die Albaner wieder so arm wie eh und jeh. Die meisten Einwohner bedienen sich nach wie vor des Esels als Transportmittel. Nur die, deren Angehörige ab und zu von der Reeperbahn Knete heimschicken, können sich ein Gebrauchtauto leisten, das vor dem prämierten Verschrotten umgeleitet wurde. Aber so weit kommt es bei uns nicht, denn hier gibt es kaum Esel (ich meine die so bezeichnete Fauna-Spezies), sondern demnächst eine Million Elektroautos. Und wie Du schon so richtig sagtest, der Strom kommt eh aus der Steckdose!
Aber zurück zu den Rohstoffen: Da läuft der Schweinezyklus schon wieder an. Mal sehen, wie lange es diesmal aufwärts geht. Also stell Dir 'ne Kuh in den Garten, da liegst Du bestimmt richtig.
Übrigens hat der in Österreich durchgeführte Versuch, ein Kuh mit gemälzter Gerst und Hefe zu füttern, damit statt Milch Bier aus ihrem Euter flösse, nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt. Aber wenigstens hat's mal wer probiert.
Grüße von der sommerheißen Waterkant
KGB


von KGBull - am 20.08.2009 08:29
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