Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
3te Mannschaft
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lighty, Andreas Vogel, Carsten, Torsten

Regeländerungen Saison 2001/2002

Startbeitrag von Lighty am 25.06.2001 12:51

Die Regeländerungen für die kommende Saison 2001/2002 in einer Zusammenfassung:

Zürich (HOK).

Der Ball wird zum eigenen Torwart, der im Torraum steht, zurückgepasst und es gibt nur Freiwurf? Eine Mannschaft läuft einen Tempogegenstoß beim Anwurf? Ein Spieler erhält eine Vierminuten-Zeitstrafe und der Trainer zusätzlich eine Zweiminuten-Strafe? Der Ball prallt an die Hallendecke und es gibt keinen Hochball? Das ist kein verspäteter Aprilscherz: Die IHF (Internationale Handball-Föderation) hat unlängst einige gravierende Regeländerungen beschlossen, die zu Beginn der Woche veröffentlicht wurden. Sie haben ab der kommenden Saison Gültigkeit für alle der IHF angeschlossenen Verbände. Insgesamt wurden 20 Regeländerungen bekannt gegeben. Die wichtigsten sind im Folgenden aufgelistet:

Die 4-Minuten-Strafe
===============
Hat ein Spieler eine Hinausstellung (2-Minuten-Strafe) hinnehmen müssen und verhält er sich darauf unsportlich, kann er nun eine zusätzliche 2-Minuten-Strafe (bisher nur Disqualifikation, sprich rote Karte möglich) bekommen. War die zuerst geschilderte Hinausstellung bereits die dritte und führte damit automatisch zur Disqualifikation, führt ein unsportliches Verhalten trotzdem zu einer zusätzlichen Reduzierung der Mannschaft für -damit- vier Minuten. Auch auf der Bank ist jetzt eine Hinausstellung eines Spielers möglich (bislang nur Verwarnung oder Disqualifikation).

2-Minuten für die Offiziellen
====================
Bei einer Unsportlichkeit auf der Bank musste bisher nach einer Verwarnung (gelbe Karte) disqualifiziert werden, wovor oft zurückgeschreckt wurde. Nun gibt es dazwischen die Hinausstellung - die Mannschaft reduziert sich auf der Spielfläche für zwei Minuten. Das ist, wie im Falle der Verwarnung, eine Kollektivstrafe. Bei grob unsportlichem Verhalten auf der Spielfläche oder Bank bleibt es natürlich bei der sofortigen Disqualifikation, ebenso wie bei der groben Regelwidrigkeit auf der Spielfläche.

"Tempogegenstoß" beim Anwurf
========================
Die vor Jahren eingeführte "schnelle Mitte" sollte das Spiel attraktiver gestalten, jedoch wurde der Anwurf zu selten schnell ausgeführt. Das Risiko eines Ballverlustes war zu hoch. Nun dürfen beim Anpfiff die Mitspieler bereits über die Mittellinie laufen, der Wurfausführende hat seine drei Sekunden Zeit, den Pass zu spielen. Außerdem hat der Werfer eine Seitentolerenz von je 1,5 Metern (bisher 15 cm) und der gegnerische Spieler muss vom Werfer (!) drei Meter entfernt sein.
Diese Regeländerung verspricht eine deutliche Beschleunigung des Spiels, da nunmehr "Tempogegenstöße" beim Anwurf gelaufen werden können. Nach einem Torgewinn hat die Mannschaft noch weniger Zeit, ihre Abwehr zu formieren, um ein schnelles Gegentor zu vermeiden. In taktischer Hinsicht wird es künftig einige neue Varianten geben, was nur gut für die Zuschauer ist, weil mit Sicherheit deutlich mehr Tore fallen werden. Problematisch ist diese Regelung allerdings für Einzelschiedsrichter in den unteren Klassen.

Rückspiel zum Torwart
=================
Auf Freiwurf ist zu entscheiden, wenn der Torwart mit dem Ball unter Kontrolle zurück in seinen Torraum geht oder wenn er in seinem Torraum steht und einen am Boden des Spielfeld liegenden oder rollenden Ball von seinem Mitspieler aufnimmt. Diese Situationen führten bislang zu einem 7-m-Wurf. Gleiches gilt, wenn ein Spieler den Ball in den eigenen Torraum spielt und der Torwart den Ball berührt.

Kein "Hochball" mehr
================
Es ist auf Freiwurf für diejenige Mannschaft zu entscheiden, die den Ball zuletzt nicht (!) berührt hat, wenn der Ball die Decke oder festgemachte Gegenstände über der Spielfläche berührt hat und danach die Spielfläche nicht verläßt. Der Schiedsrichterball ("Hochball") entfällt in diesen Situationen somit gänzlich. Prall ein Ball von der Decke ins Seitenaus, wird das Spiel mit Einwurf fortgesetzt.

Time-Out reformiert
==============
Künftig müssen die Schiedsrichter nicht nur vor 7-m-Würfen, sondern auch bei Hinausstellungen die Zeit anhalten. Auch das "team-time-out" (Auszeit) ist neu geregelt. Die grüne Karte wird nur bei Ballbesitz abgegeben. Die Auszeit wird dann sofort gewährt.

Auslegung passives Spiel
===================
Zur Erleichterung der schwierigen Auslegung, wann das Spiel passiv wird (d.h. "Zeitspiel" droht), haben die Schiedsrichter künftig folgende Kriterien an die Hand bekommen: Warten beim Spielerwechsel, Prellen am Ort oder Zurückspielen über die eigene Mittellinie ohne Bedrängnis. Nach Zeigen des Warnzeichens (jetzt auch durch den Torschiedsrichter möglich) ist ein deutlicher Tempowechsel erforderlich - nach einer Aufbauphase von mindestens fünf Sekunden. Hierdurch wird erstmals eine untere Spanne für die Zeit zwischen dem Anzeigen des Warnzeichens (Arm heben) und dem Pfiff festgelegt.

DHB Sonderregelung für die Jugend
==========================
Um einen Spezialistenwechsel zu verhindern, können Jugendliche im Geltungsbereich des DHB nur noch wechseln, wenn sich ihre Mannschaft im Ballbesitz befindet oder während einer Auszeit. Ein Verstoß gegen dieses Gebot ist wie ein Wechselfehler zu ahnden, wobei der einwechselnde Spieler bestraft wird.

Darüber hinaus wurden noch viele Kleinigkeiten in den Regeln an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst. Diese Änderungen spielen aber für den Zuschauer nur eine untergeordnete Rolle, so dass auf deren Erläuterung verzichtet werden kann.
Insgesamt sorgen die Veränderungen für mehr Klarheit bei allen Beteiligten. Vor allem die neuen Möglichkeiten beim Anwurf werden für mehr Attraktivität im Handballsport sorgen. Ebenso wird den Unparteiischen mehr Handhabe gegen "ewige Nörgler" von der Bank eingeräumt.

Antworten:

Hut ab... :confused:

von Carsten - am 25.06.2001 13:56

Einige Änderungen...

Tja, da sind ein paar Sachen geändert worden.

Die Sache mit dem Hochball finde ich ja noch ganz gut.

Die Ahndung des Rückspiels zum Torhüter nur mit einem Freiwurf ist meiner Meinung nach etwas gefährlich.

Jetzt kann man sich ja in Notsituationen durchaus dazu entscheiden den Ball zum Torhüter zurück zu befördern, da man nur einen Freiwurf hinnehmen muß.

Und über die Spezialistenrolle bei der Jugend muß man glaube ich nicht diskutieren - finde ich ziemlich bescheuert...

Vermutlich hatten die Funktionäre mal wieder Langeweile und wollten beweisen, dass sie doch für etwas zu gebrauchen sind und mußten deswegen wieder mal ein bischen an den Regeln rumdoktorn.

Ich frage mich nur, ob die auch immer von Leuten aus der Praxis beraten werden, oder ob die sich das alles alleine ausdenken?

Gruß,
Lighty

von Lighty - am 25.06.2001 14:05

Re: Einige Änderungen...

Gelten eigentlich alle Regeln auch für den Amateurbereich oder wird mal wieder zwischen Profi und Amateur unterschieden?

Auf alle Fälle haben die Solinger Schiedsrichter jetzt noch ein paar Gelegenheiten bekommen, die Spiele zu verpfeifen :-(

von Torsten - am 27.06.2001 07:38

Änderungen auch für uns...

Ich gehe davon aus, das diese Regelungen für alle Klassen gelten und nicht nur auf HVN-Ebene, aber das werden wir schon noch erfahren...

von Lighty - am 27.06.2001 07:51

Re: Einige Änderungen...

Hallo zusammen !

...das mit dem Verpfeiffen laß ich jetzt mal unkommentiert...

Alle Regeln gelten für alle Klassen - mit einer Ausnahme: Team-time-out gilt nur im HVN, d.h. bis einschließlich Landesliga und Jugend-Oberliga.

Viele Grüße

Andreas

von Andreas Vogel - am 03.07.2001 05:52
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.