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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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vor 11 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
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nix mehr, Strojmistr, gerhard bank, Zastavka na znameni, HFR, Corax6

Teil 3, Als im Egertal die Sergej noch Vorspann hatten

Startbeitrag von nix mehr am 25.06.2006 13:46

Teil 3: Als im Egertal die Sergej noch Vorspann hatten

Zum Dezember 1996 fielen die Vorspannleistungen 781+781 weg. Es wurde auf Schiebebetrieb umgestellt. Durchaus gab es dann Mischleistungen mit Brillen-Doppel und einem Sergej, der Sergej als Zuglok und die Brillen hinten dran, und umgekehrt. Grund war der horrend schlechte Gleiszustand auf der Egertalstrecke, wo angeblich die Meterlast der Loks dazu zwang. Man sagte auch etwas von der schlechten Egerbrücke zwischen Vojkovice und Straz.
Für die geneigten Fotografen hatte das den Vorteil von bequemen Autoverfolgungen. Ein Zug konnte bei maximaler Streckenkenntnis wenigstens an fünf ordentlichen Motiven gemacht werden. Zumeist blieb es aber beim Umsetzen zum nächsten Bild, da die Zugdichte damals noch höher war und so sonst die Gefahr bestand, in Klasterec mit dem Objekt der Begierde angekommen zu sein, aber vom oft im Blockabstand folgenden nächsten Zug danach kein Bild mehr zu bekommen.

Immer wieder gern besucht der alte Brückenkopf in Hájek, unweit des Tanklagers. 781 433 und 591 bringen unter großem Getöse eine volle Bunkerkohle der Standardlänge aus 33 Falls-Waggon am 16.April 1996 in Richtung Osten.


Traumhaft der abendliche Blick von der Luftbrücke in Ostrov am 1.Juni 1996. Eine volle Bunkerkohle geführt von 781 556 und 545 beim kurzem Zwischenbeschleunigen durch den in der waagerechten liegenden Bahnhof. Die Steigung von Vojkovice herauf ist überwunden, nun muß das Stück bis Hájek bezwungen werden. Hinten überragt der Jakubovsky die Szene
Für den unwissenden zur Praxis, in beiden Richtungen volle Bunkerzüge verkehren zu lassen: die eine Kohle war dem alkalischen zugeordnet, die andere Sorte mehr dem saueren Bereich. So wurde die Kohle in den Kraftwerken gemischt und war dadurch weniger schädlich in der Verbrennung für die Anlage.


Bahnhof Vojkovice vom „Felsen“! Ein herrlicher Aussichtspunkt über den malerisch im Egertal gelegen Ort. Links sieht man das Wasserhaus. Etwas unterhalb vom Empfangsgebäude stehen zwei gedeckte Güterwagen von der Mattoni-Anschlußbahn aus Kyselka. Rechts auf zwei Geleisen abgestellte, zur Ausmusterung anstehende Waggons.
Zu Tal rollt 781 578 in Richtung Chomutov. Während sich bergwärts nach Ostrov 781 430+335 abmühen dürfen. Heile Welt am 6.Juni 1996.


Hier der am Anfang gezeigte Brückenkopf von Hájek, jetzt im erdenkbar bestem Abendlicht. Um 18.30 Uhr rollen gemeinsam 781 580 und 578 mit einem Mischer über Lesov, Sadov und Dalovice nach Karlovy Vary zu Tal.
Der Signalflügel des originalen k&k-Signales zeigt schon für die nächste Bergfahrt eines Sergej Einfahrt frei. 6.Juni 1996


Der 27.Juli 1996 war mit extremen Güterverkehr gekennzeichnet. Tobender Einsatz der Sokolover Trommeln! Hier nur ein paar der damals entstandenen Bilder:

Nur wenigen Fotografen war das ehemalige Bahnwärterhaus unterhalb des Felsen von Korunni bekannt. Glück gehabt mit dem Schatten einer Wolke, die sich rechts am Berghang eines Ausläufers des Erzgebirges abzeichnet. 781 430 und 591 klappern gemächlich in Richtung Chomutov.


Ungefähr eine Stunde später kommen noch rechtzeitig 781 578 und 580 unterhalb des Felsen Korunni mit einer abermals vollen Kohle daher, bevor das Licht die Front der Lok nicht mehr ausleuchtet.


Nochmals der gleiche Zug von vorher! 578 und 580 nun bei der Durchfahrt am Haltepunkt Kotvina (ehemals dt.: Ketwa). Im Zug hinten staubt es gar arg. Rechts sieht man Felsen, die gerne von Sportkletterern genutzt werden.


591+430 brachten noch am späten Vormittag einen Güterzug von Kadan nach Karlovy Vary zurück. 591 fuhr dann darauf solo mit einem Sondergüterzug abermals nach Kadan. Dort stand bereits die nächste volle Kohle bereit. Diese wurde allein bis Vojkovice gebracht, wo man dann als Vorspann die äußerst selten eingesetzte 781 444 verwendete. Abfahrt in Wickwitz.


Der Blick vom Felsen in Vojkovice. Hinten der Berg Jakubovsky. 781 529 und 545 unterbrechen für kurze Zeit mit der Bergfahrt gen Ostrov die in der Sommerhitze in Tal dösende Gemeinde.


19.August 1996: während der Fotograf am Ortseingang oberhalb der lärmenden Fernverkehrsstraße auf die Kohle mit 781 580+545 wartet und schwitzt, ist man in den links hinter dem Bahndamm liegenden Gärten mit diversen angenehmen Zeitvertreiben wie Grillen, im Schatten dösen, Baden im Plantschbecken und kurzweiliger Unterhaltung mit den Gartennachbarn beschäftigt. Hinter den Loks das Ortszentrum von Schlackenwert, was ganz nach sozialistischen Regeln errichtet wurde. Sehr sehenswert!


Früher morgen des 20.August 1996: 781 581 gibt 781 529 Vorspann an einem Sonderkesselzug. Hier unmittelbar vor Hájek.


Gruß,
malo

Antworten:

Hallo malo,
Woooooooow!!!!!! :o Der schönen Aufnahme!!!! Dieser Strecke sind sehr neugierig!
Gruß,
Corax6 aus Polen.

von Corax6 - am 25.06.2006 18:47

Re: Teil 3 - mit Bild (Jetzt-Zustand)

@ Malo: einfach Klasse!
@ Corax6: Das war mal eine interessante Strecke. Heute sieht es so aus. Kaum eine Lücke zwischen den Masten zu finden. Und die Diesellok mußt Du Dir auch noch wegdenken!



Gruß Michael

von Strojmistr - am 26.06.2006 05:30

Links -> rechts

Aha!

Einen Vorteil hat die Elektrifizierung mindestens gebracht: Man fährt dort nun offenbar rechts. Ich habe sowieso nie begriffen, wieso man bei der CD hier (und nur hier) links gefahren ist. Oder Gips da eine logische, historische Erklärung für?

Gruß

Heiko

von HFR - am 26.06.2006 09:24

k&k = links?

Hallo,

sicher kann das Kollege awp beantworten. Wenn er nun seinen "horcice" dazu geben könnte? ;-)

Ich hab das noch gar nicht überdacht:
einige gute Motive will ich mir mit Elloks antun. Doch welche Auswirkungen hat nun die Betriebsveränderung auf das Bild? Das Bahnhaus nach Straz, Fahrtrichtung Vojkovice wäre nun besser zu machen. Aber die Maste da in dem Bogen? :-(

Gruß,
malo

von nix mehr - am 26.06.2006 10:27

Linksverkehr

Hängt mit der früheren Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn zusammen. Dort wurde (und wird noch?) links gefahren. Kleine Abhandlung hierhttp://de.wikipedia.org/wiki/Mehrgleisigkeit beim googlen gefunden.

von Strojmistr - am 26.06.2006 12:41

Formsignale?!

Hallo,

ersteinmal Danke für die teils wunderschönen Bilder ( haben was von einer Modellbahn ) und den Erläuterungen dazu. Ein sehr schönes Bilderbuch aus einer Zeit, die ja noch nicht so lange her ist.

Meine Frage: Standen da wirklich bis zum Schluß noch Formsignale? Ich bin erst knapp anderthalb Jahre in Tschechien unterwegs und kenne das Egertal nur vom Hören-Sagen. Wäre ja wirklich Eisenbahnidylle bis zum Schluß gewesen, wenn da Formsignale standen...

PS: Schade um den Linksverkehr


Martin

von Zastavka na znameni - am 26.06.2006 18:04

Wenn der Draht anrückte,

Hallo,

...fielen im selben Aufwasch die Formsignale.
So in Hájek, Ostrov Einfahrt (von Vojkovice), Vojkovice, Straz Einfahrt (von Perstejn), Perstejn.
Ein solcher Flügel aus Vojkovice ziert den Flur meiner Wohnung ;-)

Es gab nur kurz das nebeneinander von Formsignalen und Betonmasten. Vom Betrieb "rein" Ellok und Formsignalen ist mir nichts bekannt. Mischbetrieb Ellok mit Vorspann Bardotka oder Brille war höchstens am Einfahrtsignal Perstein zu beobachten.

Gruß,
malo



von nix mehr - am 26.06.2006 20:21
Hallo,

die Reise durchs Egertal hat einfach Spaß gemacht.

Gerhard

von gerhard bank - am 20.01.2007 22:35
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