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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
awp, HFR, brejlovec750

Von Neratovice nach Celákovice: 3 Tage Tschechien im Juli 2006

Startbeitrag von HFR am 21.07.2006 12:14

Hallo ins Land,

auf diesem linken Link gibt es eine Retrospektive auf drei Bahn-Tage in böhmischen Dörfern (z.B. Mochov) und Städten.

[www.desiro.net]

Fiel Fergnügen

Heiko

Antworten:

Gelbe Karte!

Böses Foul, bester Heiko! Während mein Computer sich Zeit ließ mit dem Speichern Deines Beitrages, überflog ich die ersten Zeilen. Nimm Dir bitte beim nächsten Treffen mehr Zeit, damit ich Dir erläutern kann, warum Klose und Podolski keine (!) Polen sind. Liest Du etwa zu viel oberflächlich gemachte Regionalzeitungen oder gar übleres? :confused:

von awp - am 21.07.2006 16:50

Tor!

Hallo Andreas,

mal die "Deutsche Welle" gefragt, der man ja nun wirklich keine Oberflächlichkeit unterstellen kann:

Lukas Podolski ist 1985 in Gliwice (Gleiwitz) in Schlesien als Łukasz Podolski geboren und besitzt beide Staatsbürgerschaften. Er kenne zwar beide Hymnen, werde aber beim spiel gegen Polen lieber bei keiner mitsingen. "Ich fühle mich in beiden Ländern zu Hause."

Auch Stürmerkollege Miroslav Klose hat polnische Wurzeln. Er ist 1978 im oberschlesischen Opole (Oppeln) geboren. In der Heimatstadt Opole hat Klose noch Onkeln und Tanten.

"Die besseren Polen spielen und stürmen für Deutschland", war zuletzt in polnischen Zeitungen zu lesen.

Gruß

Heiko


von HFR - am 26.07.2006 16:35

Leider Abseits!

Bester Heiko, Staatsbürgerschaften, Namen und Geburtsorte sind nun wahrlich kein Indiz für ethnische Abstammung. Wie oft haben z. B. die Elsässer ihre wechseln müssen? Beide stammen aus deutschen Familien, die in Oberschlesien verblieben sind, da im Gegensatz zu den übrigen Vertreibungsgebieten diese hier "weniger gründlich" ausfiel. Warum? Rasch bemerkten die neuen Herren den Mangel an Arbeitskräften in den Gruben. Gerade im Oppelner Land lebt ja bis heute die größte geschlossen siedelnde deutsche Minderheit. Selbst nach dem konservativen Sprachengesetz des letzten Jahres stehen mehreren Städten und Gemeinden zweisprachige Tafeln zu (über 20 Prozent). Also, Kloses Onkels und Tanten werden sich alle bei Dir bitter beschweren, wenn Du sie als Polen bezeichnest. Namen. Da möchte ich Dich mal daran erinnern, daß. der Gebrauch der dt. Sprache, die Vergabe deutscher Vornamen usw. lange Zeit verboten waren. Es bestand die Verpflichtung zur Polonisierung der Namen, besonders bei Frauen (-owa). Kein Geistlicher durfte ein deutsches Kind auf einen deutschen Namen taufen. Als sich für die Deutschen in Polen ab den 1960ern die Möglichkeiten zur Ausreise, nein nicht in den Bruderstaat (da wollte keiner hin), verbesserten, sind viele gegangen oder haben sich zumindest die deutsche Staatsbürgerschaft neben der poln. geholt. Um den westdeutschen Wohlstand mitzugestalten. Deutscher Staatsbürger wirst du ja nun hierzulande wahrlich nicht ohne weiteres! Ich bearbeite "nebenbei" pro Woche bis zu einem Dutzend Anfragen fürs Bundesverwaltungsamt bezüglich der Anträge heutiger Abkömmlinge, die nur allzu gern den Nachweis der deutschen Abstammung für einen Bundespersonalausweis erbringen wollen. Erfahrungsgemäß kann ich auf 100 Anfragen zwei, drei positive Antworten geben. Vor einiger Zeit war eine Benutzerin bei uns im Haus, die einen ungarischen Paß besitzt. Nein, sie sei keine Ungarin, sagte sie energisch, sondern Deutsche, eben mit ungar. Staatsbürgerschaft. Nun, nach Deiner Betrachtungsweise müßte ich auch "Pole" sein - zumal mit dem Namen. Ein Teil der Familie stammt aus der Grafschaft Glatz. Aus böhmischer Sicht ist das nun wieder ein Land der Krone Böhmens, daß ihnen weggenommen worden ist. Aber 15 Mio. Deutsche hierzulande haben wie ich einen Zwangsmigrationshintergrund. Dazu etwa die gleiche Anzahl neu Eingebürgerter mit Migrationshintergrund, die nun eben Türken,... mit deutscher Staatsbürgerschaft sind, aber immer ethnisch Türken sind und bleiben wollen! Recht so. Weil jeder auf seine Herkunft stolz sein soll, darf,....

Was ich von polnische Zeitungen zu halten habe, sehe ich ja an der "Kartoffelaffäre". Oder lausche "Radio Marya". Gerade man noch rechtzeitig die Kurve vor der Demo in Warszawa gekriegt und die Allpolnische Jugend zurückgehalten. Aber bedenke bitte, die meisten Zeitungen in Polen oder CR gehören deutschen Großkonzernverlagen wie Springer. Und da sind wir wieder beim Niveau von "Blöd".

So, Fortsetzung persönlich bei einem Bierchen. :cheers: Ich hole mir jetzt für heute ein böhm. Schwarzbier aus dem Kühlschrank.

von awp - am 26.07.2006 20:47

Schwarz und böhmisch muß es sein...

Lieber Andreas,

dann zum Wohle! Was man hier doch alles lernen kann, auf jeden Fall sehr spannend zu lesen. Bitte weiter so, Eisenbahn ist doch längst nicht alles.

Ahoj
Daniel

P.S.: Stell mal kurz das Bierchen weg. Denn: Im Zuge der Rekonstruktion der KBS 180 wurden zwischen Stankov und Blizejov doch tatsächlich auf mehreren hundert Metern hübsch graue Mauern aufgestellt. Ich müßte eigentlich heulen wegen diesem EU-Irrsinn, habe aber mal wieder bereits am Vormittag meine komplette Flüssigkeit herausgeschwitzt.

von brejlovec750 - am 26.07.2006 21:09

die spinnen, die ....

Hallo Dani! Wunderschön konnte man aus den Zugfenstern die Landschaft oder von den Hängen Züge in eben dieser bewundern. Sch.... Die Siedlungen liegen doch alle leicht abseits der Trasse. Ich habs immer geahnt. Man soll sich von solchen Zentralisationsmonstern fernhalten. Da muß ich doch glatt an den Egon-Olsen-Film denken, in dem Dänemark aus der EWG austritt. Aber sie planen ja auch schon Monster-Tritt-Ihn-Mühlen-Parks aufm Erzgebirgskamm.

von awp - am 26.07.2006 21:27

Zum Weiterlesen....

Hallöchen,

bei der dienstlichen Recherche zur Deutschen Volksliste bin ich auf eine sehr ausgewogene und informative Darstellung zur Geschichte der deutschen Minderheit - zugleich in erfreulicher Kürze - der Bundeszentrale für politsiche Bildung gestoßen, die ich Euch zur Lektüre anempfehlen möchte. Eisenbahnen kommen aber nicht vor ;)

www.bpb.de/publikationen/01142780518219200911611086985322,0,0,Die_Deutschen_in_Polen.html#art0

Das gegen Ende erwähnte Minderheitengesetz ist inzwischen Praxis.

Da ich leider nicht in der Lage bin, hier irgendwelche Verweise zu verknüpfen, probiert mal, ob es mit einkopieren klappt.

Dazu noch ein Wort von General Jaruzelski dieser Tage im Interview mit der FAZ: "Geschichte vollzieht sich als komplexer Prozeß. Sie in schwarz-weiß schildern zu wollen ist Politik."

Da muß ich nichts mehr hinzufügen.

Schöne Grüße, auch wenn es ziemlich verregnet ist.


von awp - am 10.08.2006 07:06
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