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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
AAW, wxdf, Strojmistr, MichaelM, Niels K.

Chronologie vom Ende einer Ära [m. 16 B.]

Startbeitrag von Strojmistr am 12.12.2010 15:05

Gestern endete ja bekanntlich der Betrieb auf der Strecke Rumburk-Ebersbach, der Einsatz der Uerdinger Schienenbusse im öffentlichen Personenverkehr und auch der Einsatz tschechischer Schienenfahrzeuge auf der Strecke 089. Damit ging im Prinzip eine Epoche zu Ende. :(
Dementsprechend gab es am letzten Tag viel im Bild festzuhalten. Das Wetter war natürlich unter aller Sau - wohl irgendwie auch ein Abschiedswetter. Beim Start gab es noch Minusgrade und Schneefall, innerhalb einer halben Stunde stieg die Temperatur auf +3° und zum Regen gesellten sich Sturmböen. Egal, schöne Fotos macht man eh nicht am letzten Tag.



Um 10.28 Uhr sollte der erste Sonderzug des Trilex aus Liberec eintreffen, mit Prominenz natürlich und dann eine symbolische Betriebsübergabe von der SBE an die Vogtlandbahn erfolgen. Wie man an der Uhr erkennt, traf man mit leichter Verspätung in Zittau ein. ;)



Kurz darauf traf auch der 83080 der SBE mit VT 51 und VT 52 in Zittau ein. Hier fährt der Chef noch selbst …



Naja, eigentlich mag ich solche Bilder nicht, aber wenn man schon mal da ist … Symbolische Betriebsübergabe zwischen Bernd Heinrichsmeyer an Gerhard Knöbel inklusive Austausch von Reliquien. Anwesend auch Zittaus Oberbürgermeister Arnd Voigt, und den Landräten Bernd Lange (Kreis Görlitz) und Michael Harig (Kreis Bautzen).



Anschließend ging es nach Ebersbach. Dort traf auch bald der MOs 6642 aus Rumburk ein. Wenige Stunden später sind die Brotbüchsen unter dem "Blauen Wunder" Geschichte …



… ebenso die Begegnung ČD-810 und DB-612.



Wenig später macht sich die Brotbüchse 810.587 gut gefüllt wieder auf den Weg nach Rumburk.



Am letzten Tag schickte die ČD nocheinmal modernste Technik auf die Strecke zwischen Rybniště und Varnsdorf: den 814.047. Einen Regionova hatte ich noch nicht im Bahnhof Varnsdorf fotografiert. Also die erste und zugleich letzte Möglichkeit dafür.



Zurück an die Strecke Ebersbach–Rumburk gab es die letzte Möglichkeit, einen Os (6645) bei … naja sagen wir mal, Tageslicht zu dokumentieren.



Im Bahnhof Ebersbach ist der allerletzte Personenzug aus Rumburk eingetroffen. Neben MOs 6648 gesellte sich noch eine Desiro-Doppeleinheit als Regionalbahn Dresden–Zittau.



»Schmuck« gab es am nun allerletzten Os auf der Strecke keinen. Der Strojvůdce war auch nicht so begeistert, was womöglich an der Standzeit bis zur Rückfahrt von 84 Minuten lag? Eine Lokalität oder wenigstens ein Automat für heiße Getränke ist in Ebersbach im Gegensatz zum anderen Endbahnhof Fehlanzeige. Zumindest schaltete er bei meiner Nachfrage nur widerwillig die Stirnlampen seines Gefährtes ein. Danke, das er es trotzdem tat!



Unterwegs fiel mir auf, dass der MOs 6217 der letzte ČD-Zug von Varnsdorf nach Liberec sein würde. Wegen des miesen Wetters (Sprühregen mit Sturmböen) konnte man allerdings nur Aufnahmen unter Ausnutzung der schützenden Bahnsteigüberdachung in Varnsdorf machen. Ein Gutes hatte das Wetter: auch ohne Einverleibung von Becherovka oder Slivovice sah man 810.263 doppelt.



In Zittau machte sich pünktlich um 23.00 Uhr der allerletzte Zug 83099 der SBE auf den Weg nach Varnsdorf.



Dank der Standzeit in Varnsdorf von einer halben Stunde wegen der nach Seifhennersdorf gesperrten Strecke, konnten ausgiebig Nachtaufnahmen vom nun allerallerletzten SBE-Zuges gemacht werden. Auch das Wetter hatte ein Einsehen und man musste nur noch aufpassen, dass der Sturm das Stativ nicht umwirft.



»Směr Zittau« – das wird auch in Zukunft noch gehen, aber nicht mehr im schaukelnden Zweiachser.



»Ahoj! Tschüss! Na shledanou! Auf Wiedersehen!« Da setzt er sich in Bewegung, der letzte Zug der SBE, der 83070.

Antworten:

Chronologie vom Ende (und Anfang) einer Ära (m12B)

Hallo!

Da es mich (und einige andere Forenmitglieder) angesichts dieser "Ballung an Ereignissen" auch ins Dreiländereck gezogen hat will ich den sehr schönen Beitrag vom "Cheffe" noch ergänzen.

Am Freitag hieß es für mich nochmals "Mit dem SBE-Schienenbus nach Hrádek nad Nisou". Sichtlich winterlich gezeichnet spulte er auch an diesem Tage störungsfrei sein Betriebsprogramm ab. Hier gesehen bei der Ausfahrt aus Hrádek nad Nisou.




Kurze Zeit später folgte der "Museumstriebwagen" 612 501 hinter dem sich das erste Fahrzeug dieser mehr oder minder erfolgreichen Baureihe verbirgt. Die Zugzielanzeige konnte sich anscheinend nicht so recht entscheiden ob oder ob nicht nach Liberec.




In Rybni¨tě macht sich der ČD-Zugbegleiter aus der Brotbüchse Liberec - Rybni¨tě über den zwei Tage später in Kraft tretenden Fahrplan der Konkurrenz kundig.




Am Sonnabend gab es dann erste Präsentationsfahrten des "neuen" Betreibers. In Chrastava wartet der trilex-Sonderzug die Kreuzung der beiden ČD-Züge ab, die mit ihrer Verspätung nicht ganz unschuldig an der verspäteten Ankunft des Sonderzuges in Zittau waren.




In Zittau blieb trotzdem genug Zeit für Musik, Reden und die bereits von Michael dokumentierte Staffelstabübergabe. "11.12.2010 - Staffelstabübergabe der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahngesellschaft mbH an den trilex der Vogtlandbahn-GmbH" ist auf dem Hölzchen zu lesen.




Wenig später trifft sich die ČD mit ihrem Nachfolger im östlichen Bahnhofskopf von Zittau.




Auch mich führte nun ein kurzer Abstecher zur gänzlich eingestellten Strecke Rumburk - Ebersbach. Noch gar nicht alt am kürzlich saniertem Empfangsgebäude ist das Richtungsschild, das nun teilweise ungültig ist.




Auch das Ausfahrsignal Richtung Ebersbach wird wohl für einige Zeit nur noch das rote Licht zeigen. Man darf gespannt sein, ob die ČD die Strecke überhaupt betriebsfähig erhält.




Nach "Sonnenuntergang", der eher einem "Weltuntergang" gleichkam folgte die obligatorische Mitfahrt im letztem Zugpaar. Mit verschiedenen Getränken wurde der größte "Abschiedsschmerz" auf sehr angenehme Art und Weise betäubt. :cheers:
Interessanterweise war das "Fachpublikum" praktisch komplett deutschsprachig. In Ebersbach kamen dann noch neun tschechische Umsteiger aus dem Dresdner RE dazu. Wie diese zukünftig von und zum Striezelmarkt reisen werden bleibt ungeklärt und konnte auch beim anschließenden "Seminar" im Restaurace "U Parku" nicht geklärt werden.

Am Sonntagmorgen habe ich dann noch ein wenig die Anfänge der "neuen Ära" beobachtet. Auf Grund des jetzt sehr sauberen Stundentakts ist Großschönau zur stündlichen Kreuzungsstelle der trilexe geworden. Kurz vor 9.00 Uhr trafen sich VT01 und VT05 im dichtem Schneetreiben.




Auch in Varnsdorf ist nun der "Fortschritt" eingetroffen. Ob die damit einhergehende Schließung der Fahrkartenausgabe und damit auch der Verschluß der Bahnhofshalle (einschließlich Kaffeeautomat) dazugehört mag jeder selbst entscheiden.




Nächster und an diesem Tage letzter Anlaufpunkt war für mich der "Knotenbahnhof" Rybni¨tě. Hier rollt der trilex aus Richtung Varnsdorf nahezu pünktlich ein. Macht sich die Erfahrung der Vogtlandbahn mit etwas extremeren winterlichen Bedingungen bezahlt? Man möchte es wünschen.




Nicht ganz so gut klappte es bei der ČD. Der Anschluß aus Richtung Kolín war pünktlich, der Gegenzug aus Rumburk hatte ungefähr 8 Minuten Verspätung und wurde vom trilex nicht abgewartet. Offensichtlich wollte aber auch niemand diese "Eckverbindung" nutzen. Dafür war eine unentwegte Truppe in Richtung Varnsdorf - Krásná Lípa unterwegs und "präsentierte" sich hier vor den korrespondierenden Zügen...



Damit endet mein Bericht von diesem erlebnisreichem Wochenende. Grüße gehen in den äußersten Norden und Süden unseres Landes, vielleicht trifft man sich ja mal wieder an den Schienensträngen "im gelobten Land". Dann hoffentlich bei etwas besserem Wetter. Na shledanou!



von Niels K. - am 12.12.2010 22:42

Da hätte der Herr Maschinenmeister ...

... eigentlich auch mal in Rumburk auftauchen können.



Nachdem der aus 3*612 gebildete RE gen Zittau abgefahren ist, steht nun nur noch der vorletzte Zug nach Rumburk in Ebersbach.
Wütende ZVON-Gästebucheinträge haben offensichtlich geholfen, dass der Zug nicht mehr nur aus 1*642 gebildet wird und die Leute darin wie die Sardinen gedrängt standen.



Rechts wird in Zukunft was fehlen: Der Zug von Ebersbach nämlich. Links von ihm stehen die Züge nach ¦luknov und Mikulá¨ovice unterer Bhf.



Das war's dann: "Am Bahnsteig 3 ist eingefahren der allerletzte Zug von Ebersbach(Sachsen)" sagt der Fahrdienstleiter durch und nachdem der Schaffner die beiden Zuglaufschilder abgenommen hat, werden diese in der Verkehrskanzlei sichergestellt, damit sie kein Souveniersammler wegträgt.
Außer einigen verrückten oleba-online-Fans wurde kein tschechischer Fan gesichtet, der dieses Ereignis für dokumentierenswert hielt.
Und was nun Niels' Frage betrifft, wie denn in Zukunft die Tschechen von Ebersbach nach Rumburk kommen, da geht's mit einem kleinen Fußmarsch verbunden hier lang: [portal.idos.cz]


von wxdf - am 13.12.2010 13:17

der Herr Maschinenmeister ...

... ist auch in Rumburk aufgetaucht. Meine Begehrlichkeit war allerdings, auch die letzten SBE-Züge in Zittau und Varnsdorf aufzunehmen. Von daher fehlte - in diesem Fall - die Zeit für eine gemütliche Hostinec-Runde. :cheers: wäre wegen der 0-Promille eh nicht drin gewesen. Auch die Klamotten waren nach 10 Stunden Außeneinsatz etwas mehr als klamm …

Das der Schaffner die Zuglaufschilder ständig observierte, war mir in Ebersbach auch aufgefallen. Selbst der Herr Simm von den OSEF bekam eine Abfuhr, der wollte auch eins haben. Die hängen bestimmt schon in der Wohnung des Schaffners.

Ich frage mich jetzt schon, wie lange die Vogtlandbahn den Stundentakt durchhalten wird. Die Züge, die hier jetzt laufend vorbei schleichen (die fahren wirklich außerordentlich langsam) sind nämlich auffallend leer. Auch zwischen Varnsdorf und Rybniste werden die zweiteiligen VTs wohl kaum an ihre Kapazitätsgrenze kommen.

von Strojmistr - am 13.12.2010 13:56

Re: Ende einer Ära ...

Zitat
Niels K.
Auch das Ausfahrsignal Richtung Ebersbach wird wohl für einige Zeit nur noch das rote Licht zeigen. Man darf gespannt sein, ob die ČD die Strecke überhaupt betriebsfähig erhält.

So lange der nä. "große Regen" den Damm im oberen Jiříkov nicht vollends abrutschen läßt, bin ich da guter Dinge.

Zitat

Auch in Varnsdorf ist nun der "Fortschritt" eingetroffen. Ob die damit einhergehende Schließung der Fahrkartenausgabe und damit auch der Verschluß der Bahnhofshalle (einschließlich Kaffeeautomat) dazugehört mag jeder selbst entscheiden.

Tja, das gehört mittlerweile auch in CZ dazu. Heřmanův Městec und Chudim město an der ebenso hopps gegangenen KBS 017 besitzen seit 1.11. auch keine Schalter mehr. In ersterem hat man wenigstens die "Halle" in Betrieb gelassen


Zitat
wxdf
Und was nun Niels' Frage betrifft, wie denn in Zukunft die Tschechen von Ebersbach nach Rumburk kommen, da geht's mit einem kleinen Fußmarsch verbunden hier lang: [portal.idos.cz]

Warum man nicht auf die Idee kommt, die kurz vorm Grenzübergang Jiříkov endenden Busse bis vors Bahnhofsgebäude Ebersbach zu führen, das wird wohl nur der Schulz wissen (so schonmal ein Gedanke daran verschwendet wurde).


Zitat
Strojmistr
Ich frage mich jetzt schon, wie lange die Vogtlandbahn den Stundentakt durchhalten wird. Die Züge ... sind nämlich auffallend leer. Auch zwischen Varnsdorf und Rybniste werden die zweiteiligen VTs wohl kaum an ihre Kapazitätsgrenze kommen.

Hauptkampfabschnitt wird wohl Hrádek-Liberec bleiben und der günstige Trilex-Haustarif spricht sich sicher noch herum. Von "bumsvollen" Zügen wird man im "Korridorabschnitt" aber wohl realistischer Weise nicht ausgegangen sein.


Grüße,
André

von AAW - am 13.12.2010 14:33

Ziemlich mutig

noch am letzten Tag mit Zuglaufschildern zu fahren ... ;)

MM

von MichaelM - am 14.12.2010 10:28

Falls jemand mal die Abnahme der Zuglaufschilder anschauen will:



von wxdf - am 14.12.2010 15:10

Re: Ziemlich mutig

Zitat
MichaelM
noch am letzten Tag mit Zuglaufschildern zu fahren ... ;)


Zumal die Büchsen sonst ohne diese unterwegs waren.

André

von AAW - am 14.12.2010 16:09

An Feivel den Mauswanderer ...

... muss ich immer denken, wenn wir uns wieder mal verfehlt haben.
Noch jemand und ich haben übrigens mein Lieblings-alkoholfreies Bier Radegast Birell getrunken :cheers:, das sollte das Problem also nicht gewesen sein :p

von wxdf - am 18.12.2010 18:24

Doch Busse nach Ebersbach

Zitat
AAW
Warum man nicht auf die Idee kommt, die kurz vorm Grenzübergang Jiříkov endenden Busse bis vors Bahnhofsgebäude Ebersbach zu führen, das wird wohl nur der Schulz wissen (so schonmal ein Gedanke daran verschwendet wurde).

Hallo,

man hat doch mitgedacht und die Buslinie Varnsdorf-Rumburk-Jirikov nach Ebersbach verlängert (1h-Takt nur Mo-Fr). Wochenends enden die Busse aber vor der Grenze.

Auch gibt es jetzt eine neue(?) Buslinie Varnsdorf,Bf.-Seifhennersdorf-Rumburk-Jirikov-Sluknov-Velky Senov (Mo-Fr ebenso stündlich, am WE alle 2h). Wollte Herr Schulz nicht Abstand von Parallelverkehren Bus-Bahn nehmen? Betrifft hier außer Seifhennersdorf-Rumburk die gesamte Linie.

Im Abschnitt Varnsdf.-Sajfky liefert man so die Argumente gg. eine Wiederaufnahme des Zugverkehrs. (Da hat man mit der DRE wohl einen Erfüllungshilfen gesucht und gefunden.;))

Weiters machen die Anglismen auch vor CZ nicht halt: Die neue Busgesellschaft in Nordböhmen (aus CSAD Semily und Jablonec n.N.), die auch obige Linien betreibt, heißt nicht etwa CSAD Severní Cechy oder Autobusové linky sondern Basslein, äh BusLine.

Nichts für ungut. Soweit ein kurzer Ausflug zur Gummikonkurrenz.

Frohe Weihnacht,
André

von AAW - am 24.12.2010 00:30
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