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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
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obb1040, MichaelH., awp, RR

Eine Slowakei-Tour, die ( fast ) keine war - Tag 5 ( m. 22 B. )

Startbeitrag von RR am 18.01.2013 23:55

Was bisher geschah :

Eine Slowakei-Tour, die ( fast ) keine war - Anreise + Tag 1

Eine Slowakei-Tour, die ( fast ) keine war - Tag 2

Eine Slowakei-Tour, die ( fast ) keine war - Tag 3

Eine Slowakei-Tour, die ( fast ) keine war - Tag 4

Dienstag, 11.9.2012 :

Wir haben es also geschafft und sind in der Slowakei angekommen. Das war eigentlich ganz anders geplant, aber ich denke die 4 Tage CZ haben sich mehr als gelohnt. Und die nächsten beiden Tage werden uns darin bestärken :eek:. Nun gut, zugegebenermaßen waren wir nicht optimal vorbereitet und die verbleibende Zeit war einfach zu kurz. Aber der Reihe nach :

Als erstes standen die mit Hummeln gefahrenen Gützerzüge auf der KBS 126 Žilina - Rajec auf dem Programm. Treffpunkt 6.00 Uhr an der Hotelrezeption, und tatsächlich können wir um diese Uhrzeit schon ein Frühstück einnehmen, unser erstes während dieser Reise. Dann begeben wir uns in Richtung Zielobjekt, die Straße 64 ist elendig gut befahren, in beiden Richtungen und nicht nur im Stadtgebiet von Žilina. In Bytčica schauen wir mal zum Bahnhof, wir glauben den Zug noch hinter uns zu haben, aber er steht schon drin. Zumindest fährt er und auch mit einer schönen Hummel, aber das Licht paßt nicht. Wir quälen uns daher weiter auf der Straße bis Lietavská Lúčka, und wir waren nur kurz vor dem Mn 86540 da. Glücklicherweise bleibt er kurz vor dem Schatten in der Sonne stehen :



Unsere erste Begegnung mit slowakischem Bahnpersonal fällt äußerst positiv aus, wir werden vom Weichensteller sogar mit Handschlag begrüßt. Da könnte sich in unserer Republik so mancher eine Scheibe abschneiden. Auch sonst scheint man es nicht so eng zu sehen, die gewöhnliche Bevölkerung läßt sich von dem gerade eingefahrenen Güterzug gar nicht stören und steigt beim Überqueren der Gleise ( alleine das reicht bei uns ja schon aus um zum Schwerverbrecher zu werden ) einfach zwischen den Wagen durch. Da wurde es sogar uns mulmig, der Zug konnte ja jederzeit nach vorne ziehen.

Jedenfalls nach einer Zugkreuzung mit 813 015 als Os 3507 Rajec - Žilina ...



... tat er das um das ein paar hundert Meter weiter gelegene Zementwerk zu bedienen :



Wir fuhren mit dem Auto hinterher, da das Zementwerk jedoch auf der anderen Seite der Straße 64 liegt, muß der Zug bei der Bedienung diese queren. Die Lok schiebt dabei die Wagen in das Werk hinein. Da er nicht gerade kurz war, staute sich der Verkehr schon weit nach hinten, als wir endlich auf die Karawane aufschlossen. Nun also die Frage, entweder an der Schlange auf der Gegenspur vorbeiziehen und unangenehm auffallen oder auf die Bilder verzichten. Nach dem Motto "das ziehen wir durch" entschlossen wir uns für ersteres, obwohl wir das nicht gern tun. Vorne angekommen stellen wir fest, das das zweite Auto der Schlange ein Polizeiwagen ist. Wir zögern noch kurz, aber zurück können wir ja auch nicht mehr, also ziehen wir vorbei und stellen den Wagen kurz vor dem BÜ ( der nur mit einem "Fahnenmann" gesichert wird ) am Straßenrand ab. Die Besatzung des Polizeiwagens, eine Polizistin und eine zivile Dame, die beide einen Heidenspaß miteinander haben, nimmt davon gar keine Notiz. So ist die Bedienung im Kasten :



Vom Fahrpersonal erfuhren wir vorher noch, dass im Zementwerk lediglich zugestellt, aber nicht mitgenommen wird. Die Lok würde dann lediglich im Bahnhof noch einige der dort abgestellten Eas aufnehmen und dann weiter nach Rajec fahren. So suchten wir gleich einen Standpunkt für die Weiterfahrt, den wir zwischen Lietavská Lúčka und Porubka fanden :



Zwischen Kl´ače und Rajec holten wir den Zug nochmal ein ...



... ehe der Endpunkt Rajec erreicht war :



Es wurde dann etwas umständlich hin- und herrangiert, aber eben wohl um das ganze Zeug im Bahnhof unterzubringen um dann eine ganze Reihe Fals-Wagen, die dort beladen werden, nach Žilina zurückbringen zu können :



Über die Dichtigkeit der Fals-Wagen könnte man noch diskutieren, auch wenn diese Art der Entladung hier ja systembedingt ist :



Die Rückfahrt ist planmäßig erst für kurz vor Mittag vorgesehen, nach Ankunft eines zweiten Güterzuges aus Žilina. Diesen erhofften wir uns und fuhren zurück nach Lietavská Lúčka. Dort trafen wir einen slowakischen Eisenbahnfotografen, der sich bereits informiert hatte und uns mit der Ankunftszeit versorgte. Etwa 30 Minuten mußten wir auf die Ankunft von 771 056 mit Mn 86542 Žilina - Rajec warten :



Für uns nicht ganz verständlich war, dass sämtliche mitgebrachten Eas hier abgestellt wurden. Eine Verwendung scheint man hier nicht zu haben, vielleicht werden sie tags darauf wieder mitgenommen nach Rajec. Aber dann könnte man ja gleich durchfahren. Wir wußten von unserem Informanten jedenfalls schon, dass die Lok solo nach Rajec weiterfahren würde, also für eine Verfolgung uninteressant. Macht aber nichts, wir hatten ja noch einiges, das wir gerne gemacht hätten. Zunächst aber verfolgten wir noch die Rangierarbeiten in Lietavská Lúčka. Das nächste Bild ist gestellt, die Weichenstellerin hat extra für unser Bild nochmals die Fahne gehoben :



Selbst wollte sie aber unbedingt auch noch drauf ;) :



Das war´s dann, wir wollten jetzt an die "Brillenstrecke", die KBS 170 Vrútky - Zvolen, welche nicht weit weg ist. Aber über die Bergkette kommt man nicht rüber, so dass wir zurück nach Žilina müssen um in das nächste Tal zu gelangen. Wir postieren uns vor Pribovce und fotografieren vor dem Hintergrund der Kleinen Fatra mit 750 032 mit Os 7303 Vrútky - Zvolen unsere erste slowakische Brille :



Wir erreichen den Zug nochmals zwischen Malý Čepčin und Diviaky :



Dann hatten wir uns was ganz anderes vorgestellt als 812 061 als Os 7503 Diviaky - Zvolen zwischen Turček und Kremnické Bane :



Respektive hatten wir mit einem längeren Zug gerechnet. Aber die KBS 171 scheint wohl nicht der "Brillenstrecke " zugehörig. Man hätte aber eine Entschädigung haben können. Nachdem wir etwas verärgert wieder Richtung Horná Štubna zurückfahren ( kurz vor Horná Štubna teilen sich die KBS 170 und 171 ) erblicken wir linker Hand in der Ferne auf der KBS 145 einen Güterzug aus Sklené Richtung Horná Štubna fahren, bespannt mit zwei Bardotky. Wir überlegen, wo der wohl hinfährt, ein Blick in den "Reisebegleiter 2012" hätte genügt um zu wissen, dass der Zug in Horná Štubna Kopf macht und nach Vrutky fährt. Wir aber schlossen diese Option aus und glauben er kann ja nur "geradeaus" fahren und hetzen zurück an die Stelle mit der Brotbüchse in Turček. Aber natürlich kommt nichts, dabei hätte der lange Güterzug so gut in das Motiv gepasst. Vollkommen gefrustet fahren wir wieder zurück in Richtung Horná Štubna, als wir fast da sind plötzlich ein dreifacher Aufschrei, wir sehen diesmal rechts von uns oben hinter den Bäumen einen Güterzug - in Richtung Turček ! Also wieder umgedreht, juhu die beiden Bardotky kommen doch noch - Fehlanzeige : als der Zug wieder sichtbar wird sind es zwei 736er mit einem ganz anderen Zug. Und wir schaffen es auch nicht mehr zu der schönen Stelle mit Blick auf Turček, da der Weg dorthin mit ein bischen Bergklettern verbunden war, es reicht nur für ein Bild am BÜ in Turček. Dazu hängt in der Zugmitte gerade nicht mehr sichtbar noch 742 020, man hatte einfach zwei Güterzüge gekoppelt :



Nun fuhren wir ein drittes Mal zurück nach Horná Štubna, die Bardotky waren natürlich weg. Jetzt sollte wieder eine "sichere Bank" her und wir warten zwischen Turčianske Teplice und Horná Štubna obec auf Zr 1843 Žilina - Banská Bystrica, gezogen von der modernisierten 757 006 :



Auch der Gegenzug Zr 1842 Zvolen - Žilina wurde von einer Reko-Brille befördert, nämlich 757 005, das Dach erstrahlt noch in richtig neuem Glanz ( zwischen Horná Štubna obec und Turčianske Teplice ) :



Dann machten wir uns an den Aufstieg zu einem der abgelegenen Bahnhöfe zwischen Horná Štubna obec und Banská Bystrica, nämlich Harmanec jaskyna. Wenn man den Aufstieg bewältigt hat, weiß man, warum der und andere Bahnhöfe in dieser Gegend seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 nicht mehr bedient werden. Der dort oben Dienst tuende FDL sollte dafür einen Erschwerniszuschlag bekommen. Jedenfalls entschädigt das Bild, auch wenn wir auf 754 052 mit Zr 1844 Zvolen - Žilina noch einige Zeit warten mußten :



Wir stiegen wieder ab und fahren nach Ul´anka. Nachdem die Bahn große Teile der Strecke in Tunnels zurücklegt, bleiben nicht viele Möglichkeiten. Bei der Durchfahrt durch Harmanec stellen wir fest, dass die dortige Papierfabrik ein bei uns nicht unbekanntes Toilettenpapier herstellt und auch noch mit der Bahn bedient wird. Sogar eine eigene Lok steht auf dem Firmengelände. In Ul´anka klärt uns der FDL über den spärlichen Güterverkehr auf der Strecke auf und erzählt uns von seinem Sohn, der in Deutschland studiert. Letzten Endes kommt mit Zr 1845 Žilina - Zvolen wieder eine Reko-Brille, diesmal 757 003 :



Wir gönnen uns dann nochmals den Aufstieg zum Bahnhof Harmanec jaskyna, weil es dort oben so schön war und wir uns noch Sonne für den letzten Zug erhoffen, sonst war es überall schon recht schattig. Es reicht auch noch für 754 011 mit Os 7304 Zvolen - Vrútky :



Das Empfangsgebäude Harmanec jaskyna :



Nun mußte eine Entscheidung her, was wir am letzten Tag noch machen wollen. Wir wußten dass eine Schlechtwetterfront heranzieht und die Chance auf Sonnenbilder am größten ist, je weiter südöstlich wir sind. Aber so was wie Košice war uns zu weit, wir mußten dann am Abend ja wieder nach Hause. Wir entschieden uns nach Poprad-Tatry zu fahren und dort die Planung fortzusetzen, sobald wir wieder Zugriff auf das Netz der großen weiten Welt haben. Es ist wieder dunkel bei unserer Ankunft und wir finden relativ schnell eine Unterkunft, das Hotel Tatra, ein sozialistisch anmutender Plattenbau, der jedoch auf gutem Niveau modernisiert ist und dank ziviler Preise gerne wieder angemietet werden will. Nachdem wir vorher im 24-h-Tesco unsere Vorräte noch aufgefüllt haben gehen wir noch zum Essen in die Stadt und stellen abermals fest, dass in der Slowakei weitaus mehr deutsch gesprochen wird als englisch.

Der nächste Tag wird der letzte und somit der nächste Teil auch der letzte.

Bis dahin beste Grüße Robert

Antworten:

das legendäre Bahnhofbufet

in Horná Štubna ist leider seit geraumer Weile geschlossen, wo doch jetzt Bedarf bestünde – treffen sich dort nun um die Mittagsstunde drei Güterzüge für alle Richtungen. Diese Änderung des eigenen Fahrplans ist aber erst eine geraume Weile nach Erscheinen umgesetzt worden, also leider ein Egon-Olsen-Effekt für euch.

Schön, daß euch wenigstens die junge Dame zugelächelt hat... Und zweimal die Treppe in Harmanec jaskyna, Räschbägd!

LG

von awp - am 19.01.2013 06:35

Niedergang der "Fanbetreuung" Horna Stubna

Hallo

Ja, der kleine Imbiss am Bahnsteig hat so manche Wartezeit mit Kaffee oder Kofola verkürzt und zum Abend hin wurde gar so mancher Rangierer dort in leichter Schräglage :drink: gesichtet - Schluss, Aus und Vorbei, aber so ist das Halt im Leben, bei der Eisenbahn und natürlich auch in Slovakia.

Das nächste deprimierende Erlebnis gab’s dann Ende April letzten Jahres - die legendäre Modrá Lagúna dient(e) "nur noch" als Eisenbahnerübernachtung für das Zug- und Lokpersonal der in Horna Stubna nächtigenden Züge.
Vorbei die Zeiten, als wir dort bis spät in den Abend hinein im Gastraum saßen und so manchen Fototag Revue passieren ließen.

Aber wie Andreas schon schreibt, Horna Stubna bleibt eine Anreise wert - mit dem mittäglichen Gz-Dreier umso mehr!

@ RR: Danke für den schönen Bilderbogen, insbesondere der Hummelflug inspiriert! :--P

Viele Grüße und ein schönes WE,
Michael

von MichaelH. - am 19.01.2013 10:49
Herzlichen Dank für die serhr gute Reportage, die schönen Fotos, die Ideen die Du mir gebracht hast und fürs "scouting"! Das macht das Forum aus - Informationen, Ideen, Fotostandorte und "Lust machen".

OBB1040

von obb1040 - am 20.01.2013 10:23
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