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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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Martin L., Niels K., MichaelM, s-lin, AAW, brejlovec750

Brněnský drak – Brünner Drachen (Teil 1)

Startbeitrag von brejlovec750 am 19.07.2013 19:23

Brněnský drak – Brünner Drachen

Südmährische Gluthitze im Juni 2013


Eine charmante Lücke im Dienstplan ermöglicht mir seit dem vergangenen Dezember unter Zuhilfenahme einiger Überstunden eine durchgängige Neuntagesruhe, welche ich für spontane Reisen nutze. Im März verweilte ich so nach längerer Vorplanung in Belgien, diesmal ließ ich mir mit der Zielfindung bis drei Tage vor dem Abreisetermin Zeit. Von der belgischen Nordseeküste bis zum apulischen Mittelmeerstrand waren 14 Tage zuvor noch alle erdenklichen Ecken Europas im Rennen. Am Ende entscheiden Wetterbericht und kurze Reisevorbereitung die Destination, wobei ich Südmähren und den Großraum Brno schon seit einigen Jahren auf meinen „Arbeitslisten“ hatte.

Bestimmen in vielen Regionen Tschechiens in zunehmendem Ausmaß moderne Triebfahrzeuge das Bild der České dráhy, scheint man rund um Brno noch meilenweit davon entfernt. Hier verkehren 242 und 560 im dichten Takt auf allen elektrifizierten Strecken der Gegend, von den bekannten und häufig besuchten Brillenrouten Südmährens einmal ganz zu schweigen. Der Reiseschwerpunkt lag diesmal klar auf den KBS 250 und 260, um auch einmal die (Motiv-)Lücken im 242- und 560-Park zu schließen. Daneben wollte ich schon längst einmal den Einsatz der Reihe 714 zwischen Břeclav und Znojmo dokumentieren. Bewährt hat sich die auch diesmal angewandte Mischung aus Eisenbahn- und Straßenbahnfotografie, so etwas habe ich schon in den Vorjahren rund um Ostrava und Olomouc erfolgreich praktiziert.

16. Juni 2013

Meine Geschichte beginnt bereits mitten in Tschechien, in dessen pulsierender Schlagader Prag, konkret im Prager Hauptbahnhof. Nach zwei herrlichen Tagen im Schienengewühl der Metropole erwarte ich den „Slowakischen Pfeil“, der allerdings mit einer 15-minütigen Abfahrtsverspätung angekündigt wird. Einen Besuch der neuen Buchhandlung zum Erwerb eines Stadtplans von Brno später sind es dann schon deren 20, einen weiteren Wimpernschlag später 25 Verspätungsminuten. Der reichlich späten Bemüßigung der netzbetreibenden SŽDC zur Bekanntgabe des Abfahrtsgleises folgend, begebe ich mich nach Observation des nun außerplanmäßig gen Mähren vorausfahrenden Rychlík schließlich zum zweiten Bahnsteig. Alles andere als pfeilschnell trudelt der Zug ein und ich okkupiere angesichts des regen Zustiegs sofort den Speisewagen.



Auf geht´s! RegioJet verbindet Prag mit dem Stammsitz Brno – leider nicht per Zug. So wie sich 162 115 im nächsten Moment zur Fahrt nach Třinec in Bewegung setzen wird, beginnt auch die Reise des Verfassers. Allerdings erst einmal mit der Metro zum Hauptbahnhof, denn die „Eska“ kam dem Aufbruch in Praha-Smíchov um Sekunden zuvor.

Nun hätte man ja annehmen können, daß sich der Zug angesichts tatsächlicher Ankunftsverzögerung von 30 Minuten zügig mit neuer Lok (Reihe 350 der ZSSK) in die Gegenrichtung in Bewegung setzt. Doch diesen Wunschzahn zieht der Zugführer, der mit schneidiger Stimme eine Verzögerung unserer Abfahrt jenseits der 50 Minuten verkündet. Den Grund kann sich der Fachmann einigermaßen zusammenreimen, denn im rollenden Lokal ist es recht heiß. Aber nicht vom Küchenherd… Einen Kaffee (leider nicht mehr nach türkischer Art) nebst Medovník-Torte später haben wir nach einem mühsamen Rangiermanöver bis knapp an den Vítkov-Tunnel heran einen Wagen zweiter Klasse „abgestoßen“. Schließlich sind alle Wagen wieder miteinander „verknotet“, die Zugsammelschiene auch, so daß die Klimaanlage der Kantine anläuft. Die Uhr kratzt an der magischen ersten Stunde nach der vorgesehenen Abfahrtszeit, als ein zackiger Achtungspfiff zur Ordnung am Bahnsteig mahnt und sich die Karawane endlich zielgerichtet in Bewegung setzt. Darauf genehmige ich mir sofort ein erstes Urquell, lustig die Drittelliternäpfe als maximale Ausschankgröße. Ein letztes Mal sinniere ich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, den pünktlichen R 877 zu nehmen. Aber nein: Kein Eurocity, kein Speisewagen, kein richtiges Abendessen.

Was mich an der Sache noch heute ärgert, ist weniger die Verspätung selbst, sondern vielmehr eine verkorkste Informationspolitik seitens von ČD und SŽDC. Soll mir keiner der Beteiligten sagen, er hätte vom geplanten Ausstellen des Wagens und der daraus resultierenden Verspätungsmehrung nichts im Vorfeld gewußt! Kaum den Vítkov-Tunnel verlassen, bekommt die schneidige Stimme der Ansage ein Gesicht und ich sogleich „Ärger“, weil meine mit Bedacht vorsorglich in Praha-Smíchov erworbene Fahrkarte nicht zu der vorgezeigten FIP-Ermäßigungskarte paßt. Erklärend muß ich anfügen, daß ich nach jahrelanger Erfahrung zu der Auffassung gekommen bin, daß in Prags dritt- oder viertwichtigstem Bahnhof nicht gerade die hellsten Köpfe hinter der Glasscheibe sitzen und es eigentlich immer Probleme mit dem Ausstellen einer FIP-Fahrkarte gibt. So auch heute. Neu war nur die Methode des bedenkenlosen Ausstellens einer IN-Karta-50%-Ermäßigung. Daß die mir nicht zusteht, fällt dem deutlich besser geschulten und interessierten Meister an Bord sofort auf. Ich kann zwischen einer klärenden Unterhaltung in tschechischer, englischer oder deutscher Sprache wählen und bekomme im Endeffekt eine Korrekturfahrkarte – im Wert von 0 Euro! – ausgestellt. Auf diese Dienstleistung ein weiteres „Urquellchen“. Dazu genehmige ich mir ein köstliches Prager Omelette.



Alles hat seine Ordnung! Zum definitiv falschen IN-Karta-50%-Fahrschein bekomme ich im Zug noch eine Korrekturfahrkarte – und der Fahrkartenverkäufer des Bahnhofs Praha-Smíchov vielleicht eine Nachschulung…

Der Kollege auf seinem „Gorilla“ an der Zugspitze gibt dem Affen richtig Zucker und so hängen wir in Pardubice nur noch 45 Minuten hinter dem Plan. Großartig! Es gelingt sogar noch, den 877er im Svitava-Tal zu überholen, dessen Reisende und Lokführer unseren Vorbeiflug auf dem Gegengleis über sich ergehen lassen müssen. Ein letztes Pilsner Bierchen gönnte ich mir schon in Česká Třebová, auch in der Hoffnung auf etwas betäubende Wirkung in Anbetracht der gerade beginnenden Verunstaltung des Bahnhofs Ústí nad Orlicí. Auf Höhe Bílovice nad Svitavou begleiche ich meine Rechnung, die dank „Happy hour“ auch recht übersichtlich ausfällt. Ihr fragt, was eine „JLV-Happy hour“ ist? Nun – die Erklärung ist so einfach wie kurios und begründet sich bei einem aufmerksamen Blick in die Speise- und Getränkekarte: Es handelt sich lediglich um eine reduzierte Preisliste, welche auf dem gesamten innertschechischen Laufweg der internationalen Züge gilt, inklusive aller Verspätungsminuten. Mit dem erfrischenden Urquell sollte man als Dresden-Zusteiger demzufolge einfach warten, bis die Elbbrücke in Bad Schandau am Abteilfenster vorüberzieht. Es lohnt sich.



Ein Reisebild – allerdings aus dem Vorjahr. Lokomotive und Zugbildung des EC 275 „Slovan“ entsprachen am 5. Juli 2012 weitgehend der Zusammenstellung meines benutzten EC 177 „Slovenská strela“. Den Sonnenstand während meiner Vorbeifahrt muß man sich natürlich diametral vorstellen – was den voll ausgeleuchteten Standpunkt im Wald nahe des „rechtlosen“ Haltepunktes (Bezpráví) offenbarte.

Im Brünner Hauptbahnhof läuft man an diesem Abend gegen eine unsichtbare Wand, denn die Außentemperaturen übertreffen jene von Prag um einiges. Der stickige Bahnhofsvorplatz ist voller Fahrgäste, die alle auf ihre Straßenbahn in die Nähe ihrer heimischen vier Wände warten. Mein „Zweier“ nach Židenice steht sogar im Moment meines Eintreffens wie gewünscht in der Poolposition. Doch man merke: Ohne gültige Fahrkarte kein Einstieg! Da wäre sogar ein Fahrkartenautomat, doch – grummel – es ist jenes unmögliche Modell ohne Scheinannahme, das Touristen (und sicher auch Einheimische) auch in Prag zur Verzweiflung bringt. Mein Kleingeldgrab ist jedenfalls fast aufgebraucht und reuig trete ich den Rückweg zu einem Kiosk in der Bahnhofshalle an. Zwei Tagesfahrkarten zu je 90 Kronen später stehe ich wieder inmitten der beachtlichen Wartegemeinschaft. Brno ist Straßenbahnstadt. Der stickigen Luft möchte ich jetzt schnellstmöglich entkommen, weshalb ich mit dem überfüllten „Vierer“ einige Haltestellen vorfahre. Daß der 15 Längenmeter messende Solowagen vielleicht ein wenig zu knapp bemessen ist, ist ziemlich offensichtlich. Daß der Wagen Nummer 1615 eine jener Brünner Straßenbahnspezialitäten ist, erschließt sich mir erst im Nachfeld meiner Reise. Zum beinahe verrückt bunten Schienenfuhrpark der Brünner Verkehrsbetriebe werde ich später zurückkommen.

Kurz vor zehn treffe ich endlich an der Pension ein, wo ich als Novum meiner langjährigen Reiseerfahrungen mittels fernmündlicher Unterstützung einen Safe am Eingang öffne und den darin deponierten Zimmerschlüssel entnehme. Gern hätte ich gleich noch die Rechnung beglichen, um an den kommenden Tagen flexibel agieren zu können. Das gelingt so natürlich nicht, im Gegensatz zur Einstellung eines angenehmen Schlafklimas durch großzügiges Öffnen beider Fenster.

17. Juni 2013

Der Tag beginnt jahresreigenbedingt sehr früh und als ich nach dem vorbereiteten Frühstück gegen sechs das Haus verlasse, linsen bereits die ersten Sonnenstrahlen des noch jungen Tages über den angrenzenden Bahndamm. Die Luft ist jetzt noch angenehm erfrischend, ein Zustand, der sich laut selten erlebter einhelliger Meteorologenmeinung heute noch mehr als deutlich ändern soll.

Einen ersten Vorgeschmack darauf bekomme ich schon, als ich meine sonnengeflutete „Haus- und Hofhaltestelle“ Kuldova nahe des Bahnhofs Brno-Židenice erreiche. Ermutigt von einem sich sofort als Fotoobjekt anbietenden werbefreien Tatratriebwagen des Typs K2, möchte ich zunächst einige pensionsnahe Straßenbahnbilder anfertigen. Doch welch Schreck, welch Graus, bereits zwei Straßenecken weiter werde ich 20 Minuten lang beinahe nur noch von unmöglich kunterbunten Schienenfahrzeugen tangiert, daß ich nach der Aufnahme einer größeren Menge Mineralwasser (35°C, im Schatten!) schnellstmöglich den nächsten „Vierer“ besteige. Nach kurviger Fahrt durch teils dörfliche Straßenzüge und einem Zwangsfotohalt an der Zwischenendstelle Maloměřický most lande ich in einer hübschen Siedlung am Rand des großen Rangierbahnhofs Maloměřice. Dort entdeckte ich beim vorabendlichen Einrollen in die mährische Kapitale einen Fußgängersteg über die gesamten Gleisanlagen, der vorzügliche Fotomöglichkeiten auf die Streckengleise von und nach Česká Třebová bzw. Žďár nad Sázavou versprach. Eine Frage blieb jedoch beim zügigen Passieren der Brücke offen: Ist es ein öffentliches Bauwerk oder dient sie lediglich dem dienstlichen Zugang, passierbar nur mit entsprechender Akkreditierung?



Da greift man doch gern zum Fotoapparat! Betrachtet man den an diesem Tag auf der Linie 2 eingesetzten Wagenpark, gehört 1122 zu den fotogenen Vertretern. Insgesamt 15 Fahrzeuge des Typs K2YU (1118-1132) übernahm der Verkehrsbetrieb Brno im Jahr 1983, welche ursprünglich für Sarajevo vorgesehen waren. 1987 wurde Wagen 1122 zum K2MM (Malý Modernizace) umgebaut, wegen Erfolglosigkeit wurden die technischen Änderungen aber später rückgängig gemacht. Trotz gewisser Adaptionen entspricht das in der Haltestelle Kuldova aufgenommene Fahrzeug heute weitgehend einem serienmäßigen K2.

Meine Sorgen sind unberechtigt, denn dieser wunderbare Beobachtungsposten steht jedermann offen. Erfreulich auch, daß die Sonne jetzt noch die Fronten der nordwärts fahrenden Züge ausleuchtet, und mein vorzeitiger Abbruch der morgendlichen Straßenbahn-Fotoaktion doch noch einem Zweck dient. Und das ist noch nicht alles an positiven Aspekten, denn durch eine größere Baumlücke lugen nicht nur ein halbes Dutzend Schornsteine sondern eines der Brünner Wahrzeichen, die St.-Peter-und-Paul-Kathedrale. Die einstündige Abnahme des dichten Reiseverkehrs wird von lediglich zwei kleinen Schatten (nicht durch die bekannten Gebilde am Firmament, sondern auf meinem Gemüt) getrübt, nämlich der schläfrige Güterverkehr und das leichtfertige Ausschlagen des „Avala“ nach Belgrad, der – gezogen von einer weiß-blauen ZSSK-350 – eine in diesen Breitengraden ungewöhnliche Garnitur mit JŽ-Wagen aufweist. Gerade letzterer Part wurmt mich doch sehr.



Einem Uhrwerk gleich begegnen sich die Personenzuggarnituren von und nach Tišnov stets genau auf Höhe des Rangierbahnhofs Maloměřice. 242 286 ist sogar mit einer komplett grün-weißen Garnitur behängt und auf der Fahrt als Os 4906 von Šakvice nach Žďár nad Sázavou.



Stunden später blickt man vom Fußgängersteg auf die in Richtung Brno fahrenden Züge. Als typischer Vertreter des Personenzugverkehrs im Svitava-Tal (KBS 260) wird die Garnitur mit den Motorwagen 560 023 und 024 als EMOs 4009 von Rájec-Jestřebí nach Brno hl.n. eingesetzt.

Als der Sonnenstand sich dem ungünstigen 90°-Winkel zum Gleisfeld nähert, verlasse ich meinen ergiebigen Aussichtspunkt, allerdings nicht ohne das Vorhaben, ihn zwei Stunden später nochmals zu erklimmen. Aber nun wollte ich unbedingt einer Empfehlung von Freund und Kollege Thomas nachgehen, der eine feine Fotostelle im nahen Vorort Obřany entdeckte. Obřany – genau, da bringt mich doch auch der „Vierer“ der Städtischen Verkehrsbetriebe hin. Die alte Textilfabrik am Ufer der Svitava hinter mir lassend, stehe ich schnell am Ort des Geschehens. Zunächst erwische ich aber einen falschen Weg hinauf zum Tunnelportal, so daß ich erst mit der ungenutzten Passage eines Schnellzuges, gezogen von einer najbrt-freien 362, und – nach Kampf durch das Unterholz und dem Einnehmen einer standfesten Position – zugleich mit einem weiß-blauen „242-Trapezmonster“ bestraft werde. In den Zugpausen jedoch sehr schöne Momente, denn dieser freundliche Flecken am Rande der Stadt strahlt einen unverhofft dörflich-ruhigen Charakter aus. Im Garten nebenan kräht ein Hahn, ein Stück weiter gackern Hühner um die Wette und der „Dorfsheriff“ bestreift aufmerksam den kleinen, kastanienbestandenen Kirchplatz. Wie viel hektischer muß da der All(werk)tag in den in Sichtweite befindlichen Betonhochburgen im Brünner Norden sein?



Leider ließ das Labor bei Bearbeitung dieses Films die nötige Sorgfalt missen, weshalb ich im Fall von Brno-Obřany einen nicht so perfekten Hausscan zeigen muß. Allerdings möchte ich die St.-Wenzels-Kirche mit ihrem heimeligen Kirchhof und die ruhestörende 242 210 (Os 4937 Tišnov – Vranovice) nicht vorenthalten.



Baustellenbedingt müssen sich die Wagen der Linie 4 zwischen den Haltestellen Mostecká und Vozovná Husovice (Trolejbus) in beiden Fahrtrichtungen das stadteinwärtige Gleis einer kurzen Blockumfahrung teilen. Gerade erreicht Wagen 1024 das stadtauswärtige Ende des eingleisigen Abschnitts, wo Wagen 1048 bereits seit einigen Minuten auf seine Weiterfahrt wartet. Beide Wagen sind modernisierte K2P, wobei das „P“ für die neu eingebaute Steuerung TV Progress steht.



Was man so alles zusammenhängen kann?! Von der Hülle darf man sich nicht täuschen lassen, versteckt sich doch im führenden VarioLF.R (1551) und dem geführten T3R.EV (1569) eine ähnliche Antriebstechnik. Hinter dem Herstellernamen Pragoimex versteckt sich eine Menge ČKD-Knowhow, haben doch etliche Ingenieure nach der Insolvenz des Prager Traditionsunternehmens hier eine neue Heimat gefunden. Auf der Linie 3 ist das auf dem ersten Blick so unterschiedliche Gespann in der Zábrdovická vor der Obrowitzer Pfarrkirche unterwegs.



ČKD und Pleite: Kein Fahrzeugtyp läßt sich m.E. besser damit in Verbindung bringen, als der äußerst unzuverlässige RT6N1. Der Verkehrsbetrieb Brno hat vier dieser teilweise niederflurigen Fahrzeuge in seinem Bestand, von denen aktuell aber nur zwei Wagen im Linienbetrieb eingesetzt werden. Der Wagen 1802 hält am 17. Juni 2013 alleinig die Flaggen hoch, als er auf Linie 3 von der Vranovská in die Jugoslávská abbiegt.

Der abermalige Besuch des nun mit regem Rangiergeschäft aufwartenden Bahnhofs Maloměřice und mehrere spontane Fotoaktionen im öffentlichen Straßenraum führen schließlich dazu, daß ich die Pension in Židenice erst gegen 15 Uhr und damit fast drei Stunden später als einmal geplant zur zwingend nötigen Begleichung meiner Rechnung an der für diese Jahreszeit recht ungünstig nur von 7 bis 19 Uhr geöffneten Rezeption erreiche. Ich nutze diesen unfreiwilligen Aufenthalt für eine kleine Erfrischung und stürze mich dann abermals in die lebendige Stadt. Beginnt es zunächst richtig gut, einer der beiden betriebsfähigen ČKD-Niederflurwagen des Typs RT6N1 geht mir ins Netz, finde ich mich eine später für entspannte Nachmittagsziehungen in den Vororten Lesná und Řečkovice ein. Soweit der Plan. Was mir dort blüht, war aber alles andere als erfreulich. Die Eisenbahnstrecke meterhoch zugewachsen, vergebliche Motiveruierung in drückender Hitze, sengender Sonne, all das treibt mich in einen der wie Pilze aus dem Boden schießenden Hypermärkte an der Peripherie böhmischer und mährischer Städte. Die Einkaufsliste: Strohhut, Flüssigkeiten, kleiner Happen. Immerhin ist die auf dem Vorplatz gereichte Bratwurst mährischer Art eine kleine Delikatesse.



Eine kurze Hobelpause gönnen sich Rangierpersonal und 731 007 (I. záloha) am Ablaufberg von Brno- Maloměřice. Die markanten Behälterwagen trafen zuvor aus Blažovice ein, wo eine Anschlußbahn des Zementwerkes Mokrá in die KBS 340 einmündet.



Diese bemerkenswerte und von 210 023 gezogene Fuhre unterbricht für einige Minuten die 242/560-Monotonie! Während die 422.0108 aus Zvolen (ŽSR-MDC) zum Dampflokwochenende in Lužná u Rakovníka geschleppt wird, tauchte die schmucke 753 109 gemäß „Zeugenaussagen“ interessanterweise dort nicht auf. Nach Aufnahme von Papieren setzt der illustre Transport seine Reise in Richtung Havlíčkův Brod fort. Später folgt ein weiterer internationaler Zug, der mit 475.179 (ČD, Plzeň), 310.23 (ÖBB) und 464.001 (ŽSR-MDC) weitere interessante Exponate nach Mittelböhmen bringt.

Noch immer gefrustet ob der wenig sinnvoll genutzten Nachmittagssonne schleppe ich mich zwei Kilometer zurück zum Haltepunkt Řečkovice, wo mich eine Note im bemerkenswert dichten 242-Taktgefüge zurück nach Královo Pole bringt. Der Versuch, dort etwas zu retten, geht ganz überraschend auf. Ich mag es fast nicht glauben, als sich die Brücke über das westliche Gleisvorfeld als recht guter Standpunkt entpuppt und dabei am Horizont sogar die mächtige Festung Špilberk ins Blickfeld rutscht. Und noch etwas Berichtenswertes: Güterverkehr, quasi im Blockabstand, einer der Züge wird sogar von sechs (!) „Laminatkas“ eingerahmt. Da rollt quasi der gesamte am Morgen bzw. Vormittag gesichtete Stillstand aus Maloměřice zu neuen Einsätzen! Was jetzt fehlt, ist natürlich ein Standpunkt in freier Landschaft. Was hätte ich für diesen Zug alles gegeben!



Einladend ist anders. Versteckt hinter einer Schnellstraßenbrücke empfängt die Tschechische Bahn ihre Fahrgäste in Královo Pole.

Schnell sind diese Gedanken verdrängt, denn meine Kräfte für diesen Tag sind praktisch restlos aufgezehrt. Der nächste „Sechser“ in Richtung Innenstadt sollte meiner sein und den allerletzten geschmiedeten Plan, vielleicht doch noch einmal einen Zwischenhalt für ein Straßenbahnfoto einzulegen, lege ich in Anbetracht der zügig untergehenden Sonne schnell zu den Akten.

Ein Tip, ganz ohne inflationäres „Freßbild“: Nicht gerade ein landestypisches Lokal, machte dennoch dieses Steakrestaurant nahe meiner Pension bereits am Vorabend einen einladenden Eindruck. Das wirklich ausgezeichnete Essen kann mit einem zu Recht hochgelobten Bier der zungenbrechenden Měšťanský pivovar v Poličce (Polička) hinuntergespült werden. Während an der nahen Haltestelle Kuldova mal wieder ein Vollwerbewagen auf den anderen folgt…

18. Juni 2013

Im Grunde genommen beginnt der heutige Tag analog zum vorherigen. Die aufgehende Sonne lockt wieder früh aus den Federn und die unbelichteten Filme wollen unbedingt verbraucht werden. Das geht natürlich mit dem Fotografieren des Straßenbahnverkehrs recht zügig, besonders, wenn man vom Werbewagenwahn verschont bleibt. Am gestrigen Tag fiel mir auf, daß sich der Einsatz der letzten weitgehend im äußeren Originalzustand befindlichen Triebwagen des Typs K2 auf die Linie 5 konzentrierte. Ob das auch heute so ist, soll mein erstes Erkundungsziel sein. Dafür muß man vom Stadtteil Židenice auch gar nicht weit reisen und schon nach kurzer Zeit geht ein K2 auf der Linie 5 ins Netz, dessen großes Liniensteckschild an der Front sich doch schon sehr deutlich vom Aussehen des übrigen – überwiegend modernisierten – Wagenparks abhebt. Solch ein K2 wirkt mittlerweile recht antiquiert, ein Bote früheren Tatraalltags. Unter optischen Gesichtspunkten für mich der ČKD-Klassiker schlechthin, bin ich deshalb nun auch schon auf einer Liste verstaubenden und nur noch nicht ganz ersetzbaren Inventars zu finden?



Neben dem K2 kann ich an der vielbefahrenen Kreuzung Merhautova/Jugoslávská auch eine auf der Linie 3 eingesetzte T3P-Traktion aufnehmen. Als Statisten treten noch ein in Richtung Stadtmitte fahrender K2 auf der Linie 5 und ein putziger Minibus des Fabrikats MAVE-Fiat auf der Buslinie 82 auf.

Man ist nur so alt, wie man sich fühlt. Und so lasse ich mich von hypermodernen Porschefronten und all den anderen teils fragwürdigen Designversuchen der Verkehrsbetriebe Brno nicht abschrecken und werfe mal einen neugierigen Blick in die Innenstadt. Der Sonnenstand des Vorabends ließ beispielsweise erahnen, daß an der Zentralhaltestelle Česká bereits in aller Frühe etwas gegen müßte. Hier empfiehlt sich ob der üblicherweise unüberschaubaren Menschenmenge entweder ein Besuch am Sonntag – oder eben an einem werktäglichen Morgen, bevor die Geschäfte ihre Pforten öffnen. Ein wenig Geduld ist trotz des Straßenbahnbetriebs im Minutentakt aufzubringen, bis auch die gewünschte Steckschild-5 des Weges kommt. Die Sonne steigt so schnell, daß sogar noch einige Aufnahmen am zentralen und ausnahmsweise nicht von einer Bühne verbauten Platz der Freiheit rausspringen. Ein seit wenigen Monaten gültiges neues Liniennetz bescherte diesem herrlichen Ort – den Wünschen der Fahrgäste folgend – neben dem „Vierer“ mit der 9 sogar eine zweite Linie.



Bevor die Geschäfte in der Innenstadt öffnen, Messegäste und Touristen ihr Quartier verlassen, und damit einhergehend die Menschenmenge unkalkulierbar wird, kann man an der zentralen Haltestelle Česká recht entspannte Aufnahmen des regen Straßenbahnverkehrs anfertigen. Erfreulicherweise geht dabei auch der älteste noch „original“ erhaltene K2 (Bj. 1975) mit der Wagennummer 1072 ins Netz, welcher auf der Linie 5 eingesetzt wird.

Náměstí Svobody – der eine oder andere Leser verbindet dies mit dem Stammsitz des gelben ČD-Konkurrenten „Student Agency“, der vor Ort repräsentativ residiert. Goldgelbe Busse fahren am Bahnhofsvorplatz entsprechend en masse, aber auf den Gleisen in Etage eins ist entgegen dem Geschehen in anderen Landesecken noch immer das halbstaatliche Unternehmen mit seinem neuerdings erblauenden Rollmaterial der unangefochtene Platzhirsch. Das muß genutzt werden, ebenso die Chance, die letzten stilreinen Garnituren mit creme-roter 242 und grün-weißen Bdmtee abzulichten. Dafür gibt es kaum einen besseren Ort, als die Strecke nach Tišnov, auf der die 242er zur HVZ im Viertelstunden-, aber selbst zur Nebenverkehrszeit im Halbstundentakt einen Auftritt haben. Nach der herben Enttäuschung in den Vororten der mährischen Hauptstadt soll es heute nach Čebín und damit ein wenig weiter ins Umland gehen. Auch wenn mich der dichte und abwechslungsreiche Zug- und Straßenbahnverkehr am Brünner Hauptbahnhof aufzuhalten versucht, finde ich mich dann doch im Inneren einer zur relativ frühen Stunde bereits aufgeheizten „Rache Honeckers“ wieder. Die verbauten Klappfenster waren vielleicht wirklich nicht nötig.



Allerweltsware 242? Getreu dem Motto „Das Normale von heute wird das Besondere von morgen sein!“ entstand in Brno hl.n. diese Aufnahme der mit Os 4926 nach Tišnov fahrenden 242 273 (mit verblassendem Sonderlack), welche gerade einen kurzen Besuch von der nebenan vorbeirollenden 242 210 bekommt.



Vorm Einsteigen noch einmal ein kurzer, prüfender Blick von der Bahnhofsbrücke auf den Straßenbahnverkehr am Bahnhofsplatz. Dem scheinbaren Drang nach Besitz möglichst vieler Kleinserien folgend, ließ sich der Verkehrsbetrieb Brno im Jahr 1996 auch 20 Wagen des Typs T6A5 von ČKD Praha liefern, welche heute bevorzugt auf der Linie 12 eingesetzt werden. Der Zug mit den Wagen 1215 und 1216 ist vor sicher diskussionswürdiger Kulisse unterwegs.



Inselbahnsteige mit den dazugehörigen Unterführungen gehören in Tschechien erst seit wenigen Jahren zum alltäglichen Betriebsbild. Etwas anders gestaltet es sich entlang der KBS 250 Brno – Havlíčkův Brod, welche in moderner Form erst in den 1950er Jahren erbaut wurde. Keinerlei Reisebedürfnis gibt es beim Halt des von 242 223 gezogenen Os 4937 Tišnov – Vranovice in Čebín, was sicher auch an der drückenden Vormittagshitze liegt.

Čebín wurde mir bereits häufiger von anderen Hobbyfreunden ans Herz gelegt und auch eine erste Recherche im Netz versprach Vielfalt und Erfolg. Tatsächlich entwickelt sich vor Ort ein schönes, rundes Vormittagsprogramm, gekrönt vom Aufstieg zur Krone eines vor Ewigkeiten aufgelassenen Steinbruchs. Von oben erschließen sich trotz eines gewissen Dunstanteils herrliche Blicke bis hin zu den Bergen der Böhmisch-Mährischen Höhe. Wünschenswert wäre natürlich mittelfristig mal ein Streckenfreischnitt, denn besonders die ostwärts strebenden Züge lassen sich nur leicht limitiert in den Busch- und Baumlücken festhalten. Aber Hand aufs Herz, soll Karel Flex´ Kumpel mit der ratternden Kettensäge erst einmal in Řečkovice ansetzen. Glücklich mit dem Erreichten nehme ich nach zwei Stunden bester Plecháč -Unterhaltung die Feldwegabkürzung zurück in den Ort, strebe zur Überbrückung der Hochlichtphase in die Gastwirtschaft und spüle mit einem Starobrno nicht nur den Durst sondern auch die wiederholt magere Güterzugquote runter. Es kam genau eine (!) Frachtenleine, die mir nicht nur in den Rücken fuhr, nein, die sich auch noch hervorragend in voller Länge in einer völlig bewuchsfreien Stelle hätte unterbringen lassen. ČD Cargo entwickelt sich so langsam zum Miesmacher, wenn man bedenkt, was im Vorjahr an der Ost-Westmagistrale, im herrlichen Adlertal oder in Dlouhá Třebová geboten wurde.



Ein grandioser Blick eröffnet sich vom Naturschutzgebiet „Na lesní horce“ südlich des Ortes Čebín auf die Berge der Böhmisch-Mährischen Höhe. Aus angenehm sonnengeschützter Position entsteht die Aufnahme des vorbeifahrenden Os 4617 Tišnov – Břeclav, der von einer unbekannten 242 gezogen wird.



Wesentlich bewuchsfreier der Blick in Richtung Osten, wo eine ebenfalls unbekannte 242 mit Os 4930 Vranovice – Tišnov die Straße 385 unterquert.



Zwischen kühlem Bier und Haltepunkt Čebín entsteht noch ein Foto des Denkmals, welches an die Befreiung durch die Rote Armee erinnert und bis zum heutigen Tag gepflegt wird.

Rund um Kuřim wiederholt sich dieses leicht verstörende Spiel. 242er fahren alle Nase lang, zunehmend mit Sehnsucht erwartete „Laminatka“ der ČD Cargo dagegen nullkommanull. Zurück am Bahnhof beinahe noch ein selbstgemachtes Foul: Nur weil ich kurz entschlossen die Bahnhofskneipe mit ihrem gemütlichen Gärtchen ausschlage und stattdessen dem ausgelatschten Trampelpfad zum ersten Inselbahnsteig folge, entgeht mir die als Lückenbüßerin verurteilte 714 mit ihren beiden schmucken Bdtn756 nicht. Diese an sich planmäßige Traktion habe ich überhaupt nicht mehr bedacht oder die Nachmittagsglut hat diese Randnotiz erfolgreich aus meinen Gehirnwindungen gelöscht. So muß ich sogar noch einige Meter sprinten und die bereits eingemottete Kamera hektisch aus den Tiefen der Tasche befreien. Wenn schon keine Güterzüge rollen, soll doch wenigstens dieses kleine „Schmankerl“ mitgenommen werden. Der wenige Minuten später folgende Gegenzug bringt mich zurück nach Brno, wo noch etwas Recherche an den Straßenbahngleisen wartet.



Nervöse Flatterwolkenschatten und blaue Loks bedeuten am westlichen Stadtrand von Kuřim das Aufbringen von etwas Geduld, welche mit der von 242 285 gezogenen, stilreinen Garnitur des Os 4936 Šakvice – Tišnov belohnt wird.



Statt Biergarten: 714 006 beschleunigt im Bahnhof Kuřim mit der Kraft des Liazmotors ihren kurzen Anhang, der aber im Gegensatz zu den Bdmtee über vernünftige Übersetzfenster verfügt. Ziel des Os 4976 ist Tišnov.

Selbst wenn ich mir straßenbahnseitig für den Aufenthalt in Südmähren nur wenige Besuchspunkte vorgenommen hatte, so soll doch heute Nachmittag wenigstens ein kurzer Besuch des Ostabschnitts der Linie 10 nach Stránská skála drin sein. Die bereits kurz beleuchtete Liniennetzreform brachte für diesen Rest der ehemaligen Lokalbahn von Brno-Černovice nach Lišeň eine Fahrplanverschlechterung mit sich. In Schwachlastzeiten befährt jetzt nur noch eine Bahn pro Stunde diese Strecke, welche das der Endstelle namensgebende Naturdenkmal – ein freistehender Kalkfelsen mit paläontologischen und archäologischen Funden – erschließt und sackgassenähnlich an einem Nebeneingang der ehemaligen Zetor-Gießerei endet. Noch ein vermuteter und vor Ort bestätigter Vorteil, zumindest für Straßenbahnfreunde: Der Verkehrsbetrieb der Stadt Brno setzt auf der 10 mit den letzten fünf T3-Beschleunigerwagen zumeist seine ältesten Fahrzeuge im Linienbetrieb ein, wenngleich nur als Solowagen. Darunter sind auch noch einige Wagen mit dem klassischen Liniensteckschild. Puristisch betrachtet kann dieses kleine aber feine Detail kein anderer tschechischer Verkehrsbetrieb mehr bieten.



Während meines Ausflugs nach Čebín hat auch die Sonne eine kleine Reise am Himmel gemacht und ermöglicht am Nachmittag Aufnahmen der Straßenbahn mit der alten Eisenbahnbrücke. Während KT8D5R.N2 den Verkehr der Linie 8 dominieren, setzt der Verkehrsbetrieb Brno auf allen seinen O-Buslinien noch den Klassiker 14Tr in verschiedenen Modernisierungsstadien ein.



Mit Baujahr 1967 derzeitiger Alterspräsident des Brünner Wagenparks ist der T3 mit der Nummer 1525, der gerade in die Haltestelle Podstranska einfährt. Die kleine Siedlung ist neben der nur selten verkehrenden Linie 10 unter Inkaufnahme eines kurzen Fußwegs auch mit der wesentlich häufiger verkehrenden Linie 8 an das Nahverkehrssystem der Stadt Brno angeschlossen. Abweichend verfügt Wagen 1525 über eine elektronische Linien- und Fahrtzielanzeige.



Verständlicherweise zieht die Fahrerin des Wagens 1590 (Linie 10) bei den herrschenden hohen Temperaturen eine luftige Dienstkleidung und ein schattiges Wendezeit-Plätzchen an der Endstelle Stránská skála, smyčka vor.

Später lasse ich mich noch mit einem KT8D5R.N2 der Linie 8 ins hoch oben auf einem Berg errichtete Neubaugebiet Lišeň fahren, wobei mich der betriebene Aufwand zur Erstellung dieser Strecke sehr imponiert, fotografische Aktivitäten wegen eines aufziehenden Wärmegewitters aber weitgehend unterbleiben müssen.

Daß die Sonne auch in den kommenden Tagen nicht locker läßt und die Temperaturen jeden Tag noch ein wenig weiter in Höhe treibt, werde ich im zweiten Teil berichten. Wir werden das malerische Svitava-Tal besuchen, eine ebenso fürchterlich zugewachsene Strecke, zum Abschluß noch einen Abstecher in eine abgelegene Region des Kernlands machen, wo Öl und Wein gute Nachbarn sind.


Fortsetzung folgt...

Antworten:

Hallo Daniel,

danke für den Bericht. Da hatte ich am Freitag vor deiner Reise (14.6.) die gleiche Idee, wenn auch nur für einen Tag und (fast) auf die Brünner Tramvaj begrenzt. Und justamente heute hatte ich eine "Fotokiste" mit u.a. eben den Bildern von der Tour in der Post. Die Fahrt war quasi das Ende wasserreicher Urlaubstage (erst von oben, dann von unten ;)).

Hin ging's von Dresden im Metropol (ab Prag im dort beigestellten Sitzwagen) bis Breclav und dann die paar Meter zurück nach Brünn im Bummelzug.

Wagen 1590 scheint als Stammkurs auf der 10 unterwegs zu sein. War bei meinen bisherigen Besuchen auch immer da unterwegs.

Die rote 754 066 hatte an diesem Tag die Aufgabe den nachmittäglichen (an diesem Tage komplett erblauten) "Höckerzug" aus der mährischen Hauptstadt zu befördern.

Am Sonnabend darauf (15.6.) wurde ich dann vom 1. Tag der Bauarbeiten in Olmütz zur Einbindung der Straßenbahnneubaustrecke überrascht, was weniger passende Ein- und Ausrückfahrten auf der Betriebsstrecke nach sich zog - und die Vylukalinie U.

Auf der Rückfahrt nach Dresden erreichte ich in Prag dann sogar den anvisierten "Negativanschluß", hatte ich doch auf eine Verspätung des Hungaria gehofft.

Weil's gerade paßt noch zwei Bilder von der Straßenbahn (allerdings in Liberec):

Alt in neu: T3, Plan-T2, historischer T2 und der ursprünglich Jablonecer MT6 Nr.117 im Betriebshof Liberec.


Eine Zunge für zwei Spurweiten ebenda.

Und zum Schluß noch zwei Asyltschechen in der Bundeshauptstadt:

Den letzten KT4-Kurs auf der Berliner Linie 5 führte an dem Tage Wagen 6005.

Grüße,
André

von AAW - am 19.07.2013 21:33

Vielen Dank ...

Ahoj!

Vielen Dank für den abwechslungsreichen Beitrag. Da werden bei mir Erinnerungen wach, als ich im August 1998 die ersten Gehversuche in der Tschechischen Sprache im Rahmen einer Sommerschule in Brno unternahm. Seitdem war ich nicht mehr sehr intensiv in der Stadt. Wie Deine Fotos beweisen, hat sie ihren Flair jedoch weitgehend bewahrt.

Vom Eisenbahnstandpunkt betrachtet gefallen mir die Cebin-Bilder am besten. Da standest Du wohl in dem "Amphitheater" oben auf dem Berg? Anfang des Jahres war ich mal dort, etwas weiter unten am Berg, bei den reinrassigen Garnituren war aber imer eine Fotowolke zur Stelle. Spätestens im Herbst werde ich das Thema noch mal angehen.

Schöne Grüße
ste

von s-lin - am 20.07.2013 15:15

Prädikat: Lesenswert + FIP-Anmerkung

Vielen Dank für den lesenswerten Bericht...

Beim Erwerb von FIP-Fahrkarten habe ich es auf kleineren Bahnhöfen inzwischen zweimal geschafft,
mich selbst vor den PC zu setzen und das Ticket zu erstellen ... ;)

Man(n) bzw frau scheitert nämlich meist daran, daß das Feld "Druh" zweimal angeklickt werden muß,
bevor die FIP-Ermäßigung angezeigt wird ...


MM

von MichaelM - am 22.07.2013 10:38

Besten Dank (m.B.)

Vielen Dank für deinen sehens- und lesenswerten Beitrag!

Zitat
brejlovec750
...sondern auch die wiederholt magere Güterzugquote


War vor nicht ganz zwei Jahren auch schon mal an den von dir gezeigten Stellen bei Čebín, da kam während rund vierstündigem Aufenthalt kein einziger Gz des Weges :confused:

Damals gab es als kleines Schmankerl jedoch gleich beide Prototypen der Reihe 263 im Einsatz zu erleben. Während die 001 bereits erblaut war, kam die 002 noch im klassischen Design vor die Linse. Habe mir erlaubt, mal mein Bild dieses Exoten an deinen Beitrag anzuhängen.




263 002 mit Os 4910(Vranovice-Žďár nad Sázavou), aufgenommen kurz vor Čebín am 04. Oktober 2011


Nochmal Danke für deinen Bericht, bin schon gespannt auf die Fortsetzung!

Viele Grüße,

Martin

von Martin L. - am 25.07.2013 16:35

Re: Besten Dank auch von mir

Ahoj Daniel, auch von mir ein großes Dankeschön für diesen sommerzeitlich ungewöhnlich langen Reisebericht. Es hat ganz großen Spaß gemacht Deine Erlebnisse und Fotos anzuschauen. Dank 7-Tage-Arbeitswoche fand ich nun auch endlich mal die Zeit diesen Bericht in Ruhe zu genießen.

Selbst als Nicht-so-sehr-Straßenbahnfreund hat mich die Typenvielfalt in Brno schon fasziniert. Und so blieb während eines kurzen Aufenthalts im vergangenem Jahr auch etwas Zeit für den "Bahnhofsvorplatz". Gar merkwürdige Fuhren begeneten mir dort...



Ja, wer mit FIP (egal ob 50% oder 100%ig ermäßigt) unterwegs ist kann sicherlich des Öfteren von solchen Erlebnissen erzählen. Meist tut man es mit einem Lachen ab, manchmal führt es zu unverhoffter Freifahrt und ganz selten muß man erst richtig ärgerlich werden...


Gruß von Niels!
(Zukünftig etwas öfter im "OLeba-Quellgebiet" zu Hause. Dafür aber mit halbiertem Zeitkontingent fürs Hobby.) ;)

von Niels K. - am 25.07.2013 19:26
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