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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
wxdf, Joachim Piephans, Frankenland

Rund um Niedere und Hohe Tatra (30 B.)

Startbeitrag von Frankenland am 13.09.2013 19:03

Hallo Freunde der Slowakei,

nachdem ich euch mit meinem Beitrag über die Ciernohronska Zeleznica (CHZ) schon etwas vorgeglüht habe, gehts nun weiter.

Die Anreise erfolgte am 27./28.8. im Schlafwagen Cheb-Zvolen bis Banska Bystrica. Der Wagen war zu etwa 50% belegt, ich hatte jedoch mein Abteil für mich alleine und somit eine störungsfreie Nacht.

Die Buchung bei CD-e-shop erfolgte 4 Tage vor Abfahrt, Fahrpreis für ca.800 km incl.Schlafwagen im T3 ca. 33.-€ . Warum soll man bei solchen Angeboten zu Hause bleiben?

Am Morgen in Vrutky empfängt mich noch recht viel versprechendes Wetter. Im Bahnhof die üblichen Fahrzeuge. Bei der Ausfahrt entdecke ich jedoch gleich zwei Raritäten:



140 058 und 771 507 stehen vor der ZOS Werkstätte und warten auf weitere Aktivitäten.

Während der Fahrt Richtung BB zwischen Kleiner und Großer Fatra verschlechtert sich das Wetter allerdings zunehmend, die Chancen auf ordentliches Fotolicht schwinden.

Beim Ausstieg in Banska Bystrica werde ich von diesem seltsam bemalten Gefährt erwartet:

Büchse 812 035 mit Tarnanstrich.
Kann jemand sagen, was diese Bemalung für einen Hintergrund hat? Recherchen dazu führten bisher zu keinem Ergebnis.

Frei nach dem Motto: jedem Fahrzeug sein individuelles Farbkleid, zeigte sich
752 041 in der Lokeinsatzstelle Banska Bystrica


Am Nachmittag erreichte ich mein erstes Etappenziel, Brezno, bei strömenden Regen.
Der Donnerstag gehörte dann der CHZ, ehe am Freitag die Strecke Richtung Rimavska Sobota unter die Räder genommen wurde. Zwischen Brezno und Tisovec wartet diese Strecke mit Neigungen bis zu 50 %o auf. Die Zahnstange liegt noch und wartet auf bessere Zeiten, sprich den Einsatz von Museumsfahrzeugen. Im inzwischen stark ausgedünnten Regelbetrieb auf der Strecke werden ausschließlich 812 im Solobetrieb eingesetzt. Für das schwache Aufkommen ist dies ausreichend.

813 025, 812 037 und 812 002 beherrschen die Szene im Bahnhof Brezno

Etwas mulmig ist mir beim Betreten des Fußgängersteges um mir einen Überblick über das Bahnhofsgelände zu verschaffen.

Der Bohlenbelag ist löchrig wie ein Schweizer Käse und ich sehe von weiteren unwägbaren Risiken ab. Als ich wieder unten bin, fällt mir auch das Hinweisschild "Betreten verboten" auf. Die örtliche Bevölkerung ist mit den Tücken des Objektes offensichtlich bestens vertraut und läuft da ohne weitere Vorsichtsmaßnahme drüber.

Mit 812 002 fahre ich nach Tisovec

Dort ist großes Büchsentreffen, 004,005 und 011 geben sich ein Stelldichein.

Mit Büchse 005 gehts gleich weiter nach Rimavska Sobota.
In Hacava eine Szene wie K.u.k. Zeit pur. Der Haltepunkt im Dorf, eine enge Dorfstraße oder besser -weg, gesichert mit zwei Schrankenbäumen noch richtig aus nahezu unbearbeitetem Holz. Die Schrankenwärterin in ihrer orangefarbenen Warnweste wirkt hier wie ein Wesen vom anderen Stern. Das Motiv schreit geradezu nach Umsetzung. Leider fehlt mir die Zeit dazu.
Am Bahnhofsgebäude in Rimavska Sobota scheint die Einführung des Kapitalismus nahezu unbemerkt vorbei gezogen zu sein. Es wäre die ideale Kulisse für einen Film aus vergangenen Zeiten.



742 351 und 812 005 in Rimavska Sobota.

Für den nächsten Tag steht d e r Klassiker in der Niederen Tatra schlechthin auf dem Programm. Der Kehrtunnel bei Telgart. Etwas Kopfschmerzen bereitet mir die Organisation dieses Vorhabens. Es soll ja schließlich mit dem Starzug der Region, dem "Horehronec" umgesetzt werden, da ist ein präziser Zeitplan erforderlich, der Zugfahrplan auf der Strecke ist dafür nahezu unbrauchbar. Nach intensivem Studium der Busfahrpläne findet sich eine recht brauchbare Lösung.

Brezno ab 9.15- Telgart an 10.45
Suche einer geeigneten Fotostelle. Die Vorbeifahrt müßte ziemlich genau 11.45 Uhr erfolgen, es ist also genügend Zeit. Wetter und Licht sind bestens, was will man mehr.
Pünktlich kommt R 821 angedieselt.

757 005 mit R 821 fährt beim Hp Telgart Penzion gleich in den Kehrtunnel ein,
um nach gut 2 Minuten und 2,5 km Fahrt eine Etage höher die Szene erneut zu betreten.


Danach geht es im Laufschritt wieder zurück ins Dorf, denn bereits um 12.00 Uhr fährt der Bus zurück nach Brezno. Wenn ich den nicht erwische, hänge ich hier fast drei Stunden fest. Na ja, wenigstens verhungern und verdursten würde ich nicht. Aber alles klappt bestens, die Dorfkneipe muss auf den Umsatz mit mir verzichten. Diesmal nehme ich den Bus nur bis Cervena Skala um von dort mit dem Zug weiter zu fahren.

Am Sonntag dann Standortwechsel Richtung Hohe Tatra. Der kürzeste Weg wäre mit dem Bus ca. 70 km. Aber nein, es muß mit dem Zug sein, da sind es 220 km, ein echter Slowakei-Fan muss diese Strecke mit dem Horehronec fahren. Alles andere wäre eine Schande. Leider sind die Abteile mit den zu öffnenden Fenstern, welche sich alle im BD-Wagen befinden, alle gut besetzt, so setze ich mich in den letzten Wagen. Das Wetter will ebenfalls nicht so recht und so ist es doch verschmerzbar keine Fotomöglichkeit zu haben. Einige Aufnahmen gelingen mir dennoch.


R 821 verläßt den Bahnhof Dobsinska Ladova Jaskyna.
Das Umfeld erinnert an den Schwarzwald.

Der Zug endet in Margecany und so habe ich etwa eine Stunde Zeit den Zugverkehr auf der slowakischen Magistrale Bratislava-Kosice zu beobachten. Der Ort selbst gibt nichts her, läuft eher unter der Rubrik verschlafenes Nest.
Für einen Sonntagnachmittag ist im Bahnhof aber allerhand los.

Doppelpack 131 043 bringt einen Zug um ihn hier ab zu stellen.

Danach ergibt sich dieses Bild:

6 Triebfahrzeuge zeigen sich hier versammelt. Links der Horehronec welcher wieder als R 820 nach Zvolen zurück fährt.

Zwischendurch werden Gleise immer wieder von Fußgängern überquert.
Unbeeindruckt davon brettert Gorilla 350 019 mit einem IC

durch den Bahnhof. Daneben wartet 757 005 vor dem Horehronec.

Während der Fahrt nach Poprad schüttet es wie aus Eimern. Eine Hoffnung habe ich jedoch, wir fahren ins Gebirge, da sind witterungsmäßig noch allerhand Überraschungen möglich. Und tatsächlich, in Poprad angekommen scheint die Sonne.

460 052.
Mein Zug von Margecany bis Poprad.
Diese Baureihe wird leider etwas stiefmütterlich behandelt , nur selten findet man in der Slowakei innen und außen so schlecht unterhaltene Fahrzeuge.
Von Poprad aus nahm ich erst mal einen kleinen Umweg und fuhr mit der Tatra-Schmalspurbahn nach Stary Smokovec. Der Grund hierfür war, dass an diesem Tag Sonderfahrten mit dem "Tatra-Kometen" stattfanden.

TEVD 22 "Tatra-Komet" in Stary Smokovec

Der nächste Tag gehörte komplett den Tatra-Schmalspurstrecken einschließlich der Zahnradbahn Strba-Strbske Pleso.

405 951 bei Strba. Schweiz-Feeling pur.


So auch im Bahnhof Strbske Pleso. Zusammentreffen von Zahnradbahn und Schmalspurbahn.


Auch der Bahnhof Stary Smokovec kann sich sehen lassen.


In Tatranska Lomnica treffen Schmalspur und Normalspur aufeinander.
425 960 und 840 002 warten auf neue Fahrgäste.

Auch das Bahnhofsgebäude recht interessant

Hier ist vor allem das Bahnhofsrestaurant erwähnenswert. Das Innere scheint außer ein paar Bierpreiserhöhungen die letzten 60 Jahre nichts nennenwertes erlebt zu haben. Ein Besuch auf jeden Fall sehr empfehlenswert, auch wegen der durchaus ordentlichen Küche.

Am nächsten Morgen möchte ich gar nicht aus dem Bett. Es gießt was das Zeug hält und stürmt, dass es einem den Hintern aus dem Anzug schüttelt. Also erst mal gefrühstückt. Danach sieht es irgendwie schon besser aus, es regnet zumindest nicht mehr. Als sich dann auch noch die Sonne zeigt, steigt das Stimmungsbarometer wieder. Auf zum Bahnhof Strba.




Am Bahnsteig eine kleine Signalsammlung und in der Schalterhalle hat ein Bahnhofsmitarbeiter eine recht umfangreiche Utensiliensammlung zusammen getragen. Durchaus sehenswert und gut geeignet, die Wartezeit auf den Zug zu überbrücken.
Zunächst muss ich aber wieder mal einen Fußmarsch hinlegen. Es gilt nun, einem weiteren Klassiker in der Slowakei seine Aufwartung zu machen. Die Fotokurve bei Strba steht auf dem Programm.
Wegen des Lichtes ist hier nur der Vormittag geeignet. Etwa 2 km südlich des Bahnhofs findet man eine Böschung von der aus man seine Aktivitäten entfalten kann.

Doppelpack 131 021 kommt mit einem Güterzug aus Kosice die Steigung herauf

unterstützt am Schluß von

363 103, welche den Zug bis Strba nachschiebt um dann sofort wieder zurück nach Spisska Nova Ves zu fahren. Nun hat man auch eine herrliche Aussicht auf den westlichen Teil der Hohen Tatra. Kaum zu glauben, dass eine Stunde vorher das Wetter hier noch nach Weltuntergang aussah.

Dreht man sich nun einen Tick nach Osten, hat man zwar keine Eisenbahn mehr im Bild, dafür ergibt sich jedoch ein atemberaubender Blick auf die Hohe Tatra.

Der Güterverkehr ist auf der Strecke recht wechselhaft, hier hilft nur Geduld. Entweder es kommt was oder es kommt nix.

Hier 361 101 mit R 601 Bratislava-Kosice


Nochmal ein Güterzug geführt von einem 131 Doppelpack, jedoch diesmal von 183 043 geschoben.

Zwischen Poprad und Strba befindet sich der architektonisch recht interessante Bahnhof Svit. Bemerkenswert die auffällige Ausführung des Bahnhofsnamens.


Zum Abschluß noch ein Blick vom Bahnhof Poprad auf die Hohe Tatra

Damit ihr ordentlich Lust bekommt, mal wieder hin zu fahren.

Soweit nun rund um Niedere und Hohe Tatra. Mit Brno lag das nächste Ziel wieder in Tschechien. Darüber gibt es einen geteilten Bericht, da hier ein wesentlicher Teil dem umfangreichen Straßenbahnbetrieb gewidmet war.

Bis demnächst
Karlheinz

Antworten:

Da hast Du ja sehr viel und Schönes erlebt, danke für die Teilhabe hier!

Den "Horehronec" in Telgart gut umgesetzt - ich hätte allerdings das zweite Bild (auf der oberen Etage) nicht mit Tele gemacht, sondern mit derselben Brennweite wie das vorhergehende - zum einen wegen des direkten Vergleichs ("Daumenkino"-mäßig), zum anderen scheint mir die Farbintensität bei der Teleaufnahme stark zurückzugehen, das Rot des Zuges ist auf der Aufnahme, wo der Zug unten ist, jedenfalls viel stärker, so wie es sein soll.

Das aber nur als Anmerkung meiner eigenen fotografischen Sicht - das umgesetzte Vorhaben, mit dem Bus das Motiv zu machen, die Planung und Umsetzung finde ich jedenfalls klasse! Das sind doch die kleinen (großen?) Erfolge, die unser Steckenpferd, um nicht zu sagen Leidenschaft, so lebenswert machen!

Abendgrüße,
Joachim

von Joachim Piephans - am 13.09.2013 19:58

Panzerzug Bild 2

-> [20329.foren.mysnip.de]

von wxdf - am 13.09.2013 20:01
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