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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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vor 4 Jahren, 9 Monaten
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JisBjoern, JFHf, Martin L.

Herbsttour nach Nord-Ost-Böhmen - Teil 1

Startbeitrag von JisBjoern am 13.10.2013 15:28

Donnerstag, 03.10.2013 Weiden - Liberec
Schön ist es hier ja nicht gerade, also warum bleiben? Na ganz einfach: Wir haben keine andere Wahl! *grmbl* Nachdem wir auf unserem bisherigen Weg von der Oberpfalz hinauf in die Nord-Ost-Ecke Böhmens schon zwei lange Baustellen mehr oder weniger ohne Verzögerung hinter uns gebracht haben, ist es nun, kurz vor Prag, einfach zuviel. Baustellen, Morgenverkehr und zwei Unfälle innerhalb von wenigen Kilometern, bedeutet, nichts bewegt sich mehr! Na gut, nicht ganz, denn eines läuft schon noch, nämlich uns die Zeit auf den ersten Zug davon. Kursbuch und Straßenkarte auf dem Schoss, das Navi in den Fingern, bastle ich immer neue Varianten, wo eventuell noch was gehen würde. Kaum ausgeknobelt sind die Ergebnisse auch schon wieder veraltet, denn wir stehen hinter der tschechischen Hauptstadt gleich nochmal. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Endlich rollt es und wir schöpfen Hoffnung. Kurz vor Liberec sollte, muss noch was gehen, denn Zeit zum groß "sich umschauen" haben wir nicht mehr. Und so wird das erste Bild des Tages beinahe eine Punktlandung. Ersten Bahnübergang angefahren, nöööö mitten zwischen Bäumen, zum zweiten Vorgelaufen, hingestellt und kurz nach der geschätzten Durchfahrtszeit rollt der Osobni vlak vorbei. Mein erstes najbrt-Shuttle ist im Kasten.





An diesem Tag hat 840 007-9 Dienst als Os 6313. Aufgenommen nahe Krasna Studanka rollt er in Richtung Liberec.



Puh, da haben wir ja doch noch einen ganz ordentlich Start in den Fototag hingebastelt. Entlang der Strecke geht es jetzt nach Frýdland, schliesslich sollte "der Höhepunkt des Tages" kommen, ein Güterzug von Zawidow her. Wir haben eine Fotostelle, wir haben Fahrzeiten und ......... und wir haben Zeit, denn der Güterzug kommt natürlich nicht wie in unserem hilfreichen Heftchen vermerkt. Mal ganz ehrlich, erwartet haben wir dies sowieso nicht wirklich. Güterzüge halten sich schließlich nur allzu oft nicht an die geplanten Zeiten und wenn sie dann noch Grenzen passieren müssen, wird halt schon ein bisschen spekulativ.
Immerhin haben wir so Zeit uns etwas um den Grünschnitt zu kümmern, was wir dann auch ausgiebig tun. Sieht man den Bildern nicht an? Dann hättet ihr die Stelle mal vorher sehen sollen *grins* Für den Rest wäre "schwereres Gerät" von Nöten, und das gehört "noch" nicht zu unserer Ausrüstung.





Bring Farbe ins weiß-blaue najbrt Einerlei, der 814 165 als Os 6315 nach Liberec.





Auf dem Weg nach Frýdlant v Čechách ist 840 005-3 als Os 6312. Im Hintergrund die Burg des Albrecht von Wallenstein, Generalissimus der katholischen Liga im 30-jährigen Krieg.



Wie durch die Bilder leicht zu erahnen, es kommt einiges, aber kein Güterzug. Statt dessen gesellen sich zwei deutsche Eisenbahnfans zu uns, deren Erscheinen nach dem Motto "die könnten ja was wissen" unsere Hoffnungen auf ein baldiges Erscheinen der Cargo-Leistung kurzzeitig wieder etwas schüren. Und tatsächlich, sie wissen was, nämlich, dass heute Morgen in Zawidow zwei Züge in Richtung Tschechien auf die Weiterfahrt gewartet hatten. Also? ......... Nichts, denn nur einen Atemzug später rechnen sie uns vor, dass, wenn die erste Güterschlange nicht bald ums Eck kommt, es aufgrund des dann einsetztenden Halbstunden-Takts wohl bis zum Abend dauern würde, bis sich die beiden Zügen nach Liberec aufmachen können.

Hm, was jetzt. Na Alternativprogramm und da herrscht ja bei einem Halbstundentakt kein Mangel. Einzig Sonnenstand und die verkrauteten Strecken machen es etwas mühsam. Als erstes bleiben wir aber sowieso in Raspenava hängen, wird doch dort geflügelt. Die im Doppel aus Liberec kommenden Shuttle teilen sich hier in Richtung Frýdlant v Čechách und Bílý Potok pod Smrkem. Und genau dorthin macht sich gleich 840 015 auf.





Von seinem "Doppelpartner" getrennt, macht sich Os 16315 in Gestalt von 840 015-2 auf in Richtung Bílý Potok pod Smrkem.



Nach Proviant fassen und einigen hin- und herirren, landen wir schließlich wieder nahe Krasna Studanka. Auf der Wiese lässt es sich gut warten und bildlich sind in beide Richtungen auch einige Variationen möglich.





Das Doppel 840 005-3 und 013-7 kommt als Os 6316 aus Richtung Liberec.





Gelbling unterwegs! Os 6316, gebildet aus 814 161, rollt durch die Herbstlandschaft.





Abschluss an der Fotostelle, der Os 6321. Schick sehen sie aus in dieser Lackierung, die Regio-Shuttle 840 015-2 und 012-9.



Nun ist es aber Zeit, endlich was zu essen. So deute ich zumindest das verstärkte Knurren aus der Magengegend. An der Ausfahrt von Mníšek u Liberce bauen wir uns an einem Bahnübergang auf, mampfen unsere Hörnchen mit Wurst und Frischkäse und erlegen nebenbei den Os 6323.





Während Os 6323 mit 840 013-7 und 005-3 sich wieder in Richtung Liberec auf macht, kann man im Hintergrund noch die, aus einer Regionova gebildete Gegenleistung sehen.



Weiß-blaue Shuttle sind zwar schön, aber auf Dauer auch etwas "ermüdend". Zeit um mal nach den Güterzügen zu schauen. Ein Blick nach Frýdland in den Bahnhof zeigt, ein Brillendoppel vor einem Kohlezug und zwei Transistoren als Schubloks haben es mittlerweile bis hierher geschafft und warten auf den Ablauf des Halbstundentaktes. Fehlt also noch der zweite Zug. Nach dem wollen wir jetzt mal schauen. Also schnell hinüber nach Polen. Doch dort sieht es aus, wie in einer Kinderspardose nach dem Jahrmarkt. Es herrscht gähnende Leere. Kein Tschechenzug und auch keine rote Trommel mehr, nur trieste, halbverfallene Infrastruktur. Nach einem kurzen Abstecher an die Strecke stehen wir wieder in Frýdland und siehe da, auch der zweite Güterzug steht mittlerweile dort. Mist, wir haben ihn überfahren. Vorhin hatte ich mir noch gedacht, ob es nicht besser wäre sich gleich an die Strecke zu stellen. Man sollte halt doch einfach öfter seinen Eingebungen glauben. Jetzt bleibt nicht anderes übrig, wie zurück an die Strecke zu fahren, zu warten bis der Zug kommt und zu hoffen, dass das Licht bis dahin noch hält.

Nach etwas suchen finden wir bei Oldřichov vHájích etwas geeignetes, parken unser Auto, überqueren teils sumpfige Wiesen und einen Bachlauf und entern einen Heubalken. Jetzt kann das Warten und Hoffen ja beginnen. Doch vor dem Güterzug gibt es erstmal einige Regioleistungen.





Im Abendlicht sind mal wieder 840 013-7 und 005-3 unterwegs, diesmal als Os 6329.



Während wir noch warten, kommt in Schlangenlinien ein Auto über die Wiese gehoppelt. Ein Bauer dem unsere Anwesenheit nicht gefällt? Nein, ein tschechischer Fotokollege, der nach kurzer Begrüßung erst einen kleinen Nadelbaum kappt, um den behände eine Birke zu erklettern. Aha, eine Baumstelle also! Während er immer höher krackselnd noch die beste Position sucht, brummt es hinter uns erneut. Noch ein Auto versucht zu uns durch zu kommen, schafft aber nur die halbe Strecke. Diesmal steigen zwei Personen aus, begrüßen uns mit kurzem Kopfnicken und schwupps sind auch sie auf dem Baum verschwunden. Skurril! Der Regen Unterhaltung im Wipfel der Birke nach zu urteilen kennt man sich und dem "Auflauf" an Fotografen nach ist zu schließen, der Zug kommt bald! Bangend drehen wir uns auf unserem Heustapel immer wieder um: Bleiben die Drei wirklich oben? Hält sich die Sonne noch lange genug über dem Horizont? Beides kann mit ja beantwortet werden und so ist Minuten später das erhoffte Güterzugbild im Kasten.





Endlich kommt er. Mit einer schier endlosen Schlange von Kohlewagen kommen 753 760-8 und 753 761-6 daher,.........





.......tatkräftig unterstützt von den am Zugschluss laufenden 742 422-9 und 742 216-5.



Die tschechischen Kollegen kommen nacheinander von ihrem Hochsitz wieder herunter, marschieren über die Wiese und machen sich ans Werk. Schnell erschließt sich nämlich der Grund warum das zweite Auto nur die halbe Strecke gefahren ist. Der Fahrer hat das gute Gefährt schlicht und ergreifend in der sumpfigen Wiese versenkt! Erste Abschlepp- und Schiebeversuche sind nicht von Erfolg gekrönt, darum eilen wir zu Hilfe und mit vereinten Kräften gelingt es uns dann, wenn auch mühsam, das Fahrzeug wieder zu befreien und auf sicheren Untergrund zu bringen.
Während sich die anderen bedankender Weise vom Acker, oder besser von der Wiese machen, bleiben wir noch etwas und warten bis zum endgültigen "Licht aus". So gelingt uns noch ein allerletztes Bild im allerletzten Sonnenlicht des Tages!





Zum Tagesabschluss rollen nochmal 840 015-2 und 012-9 als Os 6331 vorbei..



Für uns geht's nun zurück über die Wiese und ab nach Liberec ins gebuchte Hotel "Petra". Ein Haus was nur absolut zu empfehlen ist. Fast neu, mit guten Preisen und leckerem Essen im angeschlossenen Restaurant. Und das Zimmer und Essenbereich etwas nüchtern und schlicht eingerichtet sind, spielt spätestens nach dem zweiten Bier keine Rolle mehr! *grins*

Mit gefüllten Magen und ausreichend Flüssigkeit planen wir den nächsten Tag. Pascal favorisiert die Ecke um Trutnov, also fahren wir in die Ecke von Trutnov.

Antworten:

Hallo

Zitat

Statt dessen gesellen sich zwei deutsche Eisenbahnfans zu uns


Dann gebe ich mich mal als einer der Beiden zu erkennen ;-)

Ja, das mit den Güterzügen an dem Tag war etwas beschwerlich. Nachdem wir dann am Schloßblick kurz nach euch auch aufgebrochen sind, haben wir in Raspenava nach möglichen Motiven Ausschau gehalten und der dortige Weichenwärter gab uns unaufgefordert die Fahrzeiten der bei ihm vorbei kommenden Züge und wies den gewünschten Kohlezug für 17.10Uhr aus.
Das konnten wir uns zwar nicht erklären, läuft doch um diese Zeit noch immer der Halbstundentakt im Personenverkehr, aber er mußte es ja wohl wissen...
Der Zug kam dann ja auch fast auf die Minute genau zur angegebenen Zeit und hat dabei auch jede sich bietende Kreuzungsmöglichkeit wahrnehmen müssen. Eine sehr beeindruckende betriebliche Leistung, wie ich finde! Warum das ganze allerdings nicht schon früher am Tage passierte, keine Ahnung.
Nach unseren Mutmaßungen anhand der Zuglänge dürfte der Zug etwa 2000t gehabt haben und war mit den vier Maschinen ein tolles Schauspiel!
Wahrscheinlich gibt es zu einem späteren Zeitpunkt von uns ebenfalls noch einen kleinen Reisebericht unserer Herbsttour, wird aber noch etwas dauern.

Viele Grüße, Martin

von Martin L. - am 14.10.2013 09:25

Kohlezug

Hallo!

Da habt ihr Glück gehabt, im Gegensatz zu den Tf. Die haben bestimmt fast 6 Stunden in Zawidow gewartet. STK ist zwar wie verrückt gefahren, aber zur mittäglichen Abfahrtszeit, war der Zug noch nicht fertig. Mir hat ein polnischer Fdl mal erklärt, daß das mit den Trassen im Neißetale nicht so einfach ist. Da ja auch PKPC und Lotos fahren. Und wenn alles auf einmal fährt kann es schon zu Verzögerungen, bis hin nach CZ kommen. Einen Tag später ist der Güterzug zu Mittag mit 2x742 und Flachwagen gen CZ gefahren, während 2x753.7 mit nem Mischer bis Abends warteten.
Am Freitag (11.10.), ist zu Mittag auch kein Zug zu mittag gefahren. Da standen 2x753 und 2x750 in Zawidow. Jetzt kann man zu der Trassenzeit (teilweise) schon nichts mehr knippsen.

Gruß Jörg

von JFHf - am 14.10.2013 11:42
Hallo Martin,

hab ich mir fast gedacht, dass es bei dem Wissen um die Abläufe auf der Strecke nur um ein Forumsmitglied handeln kann ;)

Danke auf diesem Weg nochmal für die Informationen. Weiß nicht ob wir ihn ansonsten erwischt hätten. Der Zug war schon nicht schlecht! So eine Wagenschlange mit 4 Maschinen auf einer eingleisigen Dieselstrecke hat einfach was. Schade, dass wir die Anfahrt nirgends miterleben konnten. Und auch eine Stelle wäre nett gewesen, wo man ihn komplett hätte aufs Bild bringen können. Aber man kann halt nicht alles haben :-)

Freu mich schon auf Euren Bericht und Eure Bilder!!!!

Grüße und bis vielleicht mal demnächst wieder irgendwo an der Strecke!

Chris

von JisBjoern - am 16.10.2013 19:21

Re: Kohlezug

Hallo Jörg!

Immerhin hat man die beiden Züge bis Nachmittag nach Frýdland gelassen. So konnten die Tf die Pause "auf heimischen Boden" verbringen. Ich denke es ist angenehmer dort zu warten, ist doch etwas mehr in der Umgebung des Bahnhofs geboten, als im doch abgelegenen Bahnhof von Zawidow ;)

Ja schade, dass man die Güterzüge nicht wirklich planen kann bzw. sie dann vielfach im Dunkeln kommen. Trotzdem werde ich mein Glück bestimmt noch so manches Mal versuchen. War schließlich erst der erste Versuch in der Ecke, aber mit Sicherheit nicht der letzte.

Grüße und schönen Abend!
Chris

von JisBjoern - am 16.10.2013 19:28

Versuch

Hallo!

Da muß man auch versuchen. Es ist schon paarmal passiert, daß mittags nichts fuhr (vor allem die Sommermonate).
Gestern war auch tote Hose. Erst kamen die leeren Ea für STK, 10.45 Uhr der Kalkzug(?). Die CD-Loks bespannten den Kohlezug (Ea) und STK entfernte sich solo gen Weglinec. Heute nachmittag (ich war früh in Dresden), fuhr die rote M62 wieder. Ob die Kohle gestern 11.40 Uhr fuhr weiß ich nicht, da ich mich Richtung Heimat entfernt habe.

Den Kohlezug, den ihr abgelichtet habt, ist lt. Lib. zel. der Pn 47219 nach Pisek. Fal werden für CZ geladen und die Ea gehen meist nach Martin (SK).
Komm mal wieder, wenn Schnee liegt und die Sonne scheint.

Gruß Jörg

von JFHf - am 16.10.2013 20:02
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