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Jizdenka na leto 2014

Startbeitrag von nix mehr am 17.07.2014 20:32

Jizdenka na leto 2014

wohl werden da noch ein paar weitere Berichte zu diesem Angebot der Tschechischen Eisenbahn folgen...

Da war sie schon wieder vorbei, diese eine Zugwoche mit meiner zweiten jizdenka na leto, nach 2013. Eine Erholung wie sie mir in drei Wochen Clubaufenthalt mit allem angeblichen Drum und Dran in so einer „tollen“ Hotelanlage nicht angedeihen könnte.
Ziele hatte ich nicht direkt. Kein Muss. Kein „Kampf“ um das super Motiv. Nicht die Hatz um Erfüllung eines durch und durch geplanten Tagesablaufes mit dem Maximum an Streckenbereisungen. Sondern mehrere „kann“. Und diese gaben einen ungefähren Reiseverlauf vor. Jederzeit variierbar und zu unterbrechen.
An Kilometern verbriet ich 2346 km. Und das zu einem Kaufpreis von 1190 Kc in einem Gültigkeitszeitraum von 14 Tagen, den ich für eine Woche ausnutzte. Vielleicht könnte man mit der Kilometerbank und den einzelnen Regionen-Fahrkarten gleiches erledigen. Doch irgendwie ist es entspannter, einfach wo eine Fahrt zu unterbrechen, nochmals zurück zu fahren, oder doch im letzten Moment den anderen Zug nehmen zu können. Entscheidungen aus dem Bauch heraus, eben weil grad was in einem Bahnhof stand, oder dort das bessere Verkehrsmittel den Zugdienst hatte.

Bei der „kontrola jizdenek“ ist immer der Ausweis mit vorzuzeigen. Oft wurde rückseitig gar nicht gestempelt, da das Wirrwarr an Stempeln nach kurzer Zeit unleserlich wird. Und ein Kollege hatte mal wieder keinen trodat-Stempel zum Dienst, dann wurde mit dem Kugelschreiber drauf umher gemalt und die Vorderseite verziert.

Samstag, 5.Juli

war in Cheb mit dem halb sieben Schnellzug Abfahrt. Die Frau brachte einen mit der Karre hier her. Anderen bringt schon die Anreise nach Böhmen einen halben oder gar ganzen Tag, und wenn nicht noch mehr, Verlust. Das ist halt mein Heimatvorteil.
Tabor war das erste Etappenziel, das ich aus Richtung Cheb mit Fahrt über Plzen hl n doch auf ein paar Varianten erreichen könnte. Mal über Prag, oder doch „hinterm“ Wald entlang nach Südosten.


Auch hier wird modernisiert. Neue Masten werden bald den Bahnhof „verzieren“. Auch sicher noch so mancher neue Bahnsteig.

In Strakonice hüpfte ich ein erstes mal aus dem Zug. Stand der von mir noch nicht selbst fotografierte kufr 810 575 halbwegs da. Die Zeit war passend für einen Frühschoppen in der Bahnhofskaschemme. Hier gab es regionales Bier, das Budak 12° („dwanatzky“) zu 25 Kc zum Einstand. Zwei Stück nahm ich auf, bevor ich dann doch ein erstes mal mit CeskyDrahy und einem Neubau-Tfz vorlieb nehmen mußte. Da kam so ein 650-Triebwagen daher. Nun ja, verkehrt ist er für den Normalreisenden nicht. Man hockt halt drin im Käfig, der kein Fenster öffnen mehr zulässt. Mir gefällt das nicht.
Doch schon in Razice wollte ich auf die Strecke 201 nach Tabor umsteigen. Ich stieg da auch aus, stand der gesuchte 814 169 zufällig da. Fein, ein erstes Wunsch-Tfz war damit erledigt. Das Bild gemacht, analog wie digital, ich bin wieder rein in den 650 und weiter. Nur warum? Dieser Fehler brachte mir nun zwei Stunden Verlust auf Tabor. Aber nun auch den Gewinn meiner letzten fehlenden 708 der Cesky Drahy, die in Protivin Wochenendruhe hatte. So sind die Zufälle mit den Stecknadeln im Heuhaufen. 708 005 stand mit 708 007 und dem Reko-Fahrzeug 708 703 gegenüber des Empfangsgebäudes umher. Letztere Variante der 708 war mir bis dato unbekannt.
Protivin ist ein halbweder Eisenbahnknotenpunkt. Kommt doch die von vielen in letzter Zeit besuchte Strecke 200 aus (Prag)-Zdice mit herein, wo man hier nach Ceske Budejovice weiter fährt.


Bei mir wars halt nur die Brille mit dem Schnellzug/R/Sp. Ein Belegbild mehr nicht. Das Thema hatte ich nie bearbeitet, und die Strecke nach Zdice kenne ich bis jetzt nicht.


Ein Besuch der Einsatzstelle war zeitlich locker drin. 814er wenden, wohl auch 810. Aber mit der allgegenwärtigen drößeligen Geschäftsbereichstrennung stehen die Cargo-Tfz im Bahnhof umher. Man wird schon wissen, ob solch Handeln gerechtfertigt ist. Normal ist das nimmer.

In Pisek war wieder umsteigen.

Hier fand unterm Bahnsteigdach die Flugschule Schwalbe statt. Zig Nester pappen da oben und das Fliegen wird von manchen Neulingen geübt. Auch ich hatte nach wenigen Minuten der Warterei auf den Anschlusszug nach Tabor eine Notlandung auf meinem Rucksack. Mehrere noch ehern fluguntaugliche Piepmätze hüpften am Boden zwischen den Reisenden umher.

In Tabor war für den Tag 1 Feierabend. Das Wetter wesentlich besser als Vormittag geworden. Neu war mir der Bahnhof nicht. War doch im Juni 2003 die große Veranstaltung mit Planbetrieb der Reihe 100 nach Bechyne. Zwei Tage hatte ich damals in der Region verbracht und sie ist heute noch in bester Erinnerung.


Tabor ist wie viele andere Bahnhöfe der CD modernisiert worden. Einheitlich funktionell. Nicht mehr fotografisch vom Hocker hauend. 362 115 kam zufällig daher. Damit war einer meiner größeren Fotowünsche auch schon gedeckt worden! Die Reihe 362 vorerst wieder mal komplett im Archiv vorhanden.
Ausklang war mit der Belegung meiner Übernachtung in der penzion Alfa. Keine 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Mit Frühstück gab es das für zwei Personen taugliche Zimmer mit DU/WC/TV zu 550 Kc. Essensausgabe gab es im restaurace Skochuv dum am Marktplatz. Dem großen TV-Kasten mit einem Ballspiel widmete ich genauso wenig Aufmerksamkeit wie die ca. zehn weiteren Gäste im Lokal. Draußen am Marktplatz war dagegen in den acht Lokalitäten an den Tischen, Stühlen und Bänken Hochbetrieb. Der laue Sommerabend brachte auch mich nach dem fulminanten Mahle runter zum Fluß Luznice.
Ein Absacker in meiner penzion vollendete das Tageswerk. Noch etwas TV guggen bis zum entgültigen Müde werden so mein spätes Ansinnen.

Wäre da nicht der Klassiker von 1970 in der Röhre gelaufen:
Hogo Fogo Homolka! Man sollte diese Trilogie als Tschechenfan unbedingt einmal gesehen haben.

Sonntag, 6.Juli:

Nach gutem Frühstück gings zum Bahnhof. Über Nacht war 363 505 aufgetaucht und stand mit ihrem Wagenzug hinten dran in bester Sonne für einen ersten Fuzz.


Und sie fahren noch, die 113er-Bügeleisen nach Bechyne.

Die Zugfahrt gen Brno endete bereits in Plana nad Luznici. SEV aufgrund der Bauarbeiten kurz vor Veseli n Luznici.

Da standen welche bereit! Gute alte Karosa. Klar, welch Fahrzeug da man zu entern hat.

Und schon war man ganz hinten drin in diesem heute schon legendären Fahrzeug, genau wie ein ungarischer Ikarus. Und hiermit wurde Veseli nad Luznici erreicht.

Der Bahnhof ist fast fertig umgebaut und modernisiert. Restarbeiten an den Bahnsteigen. Noch vieles ist am Bahnhofsvorplatz zu tun. Jedoch hat eine gewisse böhmische Heimeligkeit überlebt. Und das mit dem Dach zwischen den Gebäuden und dem direkten Zugang von der Unterführung zum tiefer liegenden Vorplatz wird nicht das schlechteste werden.
Noch sehr gut: die Bahnhofsrestauration, wo ich mir gleich zwei Bier genehmigte. Schließlich war passend zum Frühschoppen am Bahnsteig eingetischt! Das muß unbedingt ausgenutzt werden.


Der hiesige Fahrradverleih.


Ein Schnellzug aus Ceske Budejovice fährt ein und muß hier wegen der Bauarbeiten schon wieder wenden.

Mittags war Weiterfahrt Richtung Jihlava und Brno. Unterwegs kam mir doch glatt an diesem Sonntag ein richtig langer Autozug mit zwei mal Laminatka entgegen. Wenn einer nochmal echte böhmische Eisenbahn erleben will, dann z.B. hier auf der Piste nach Jihlava. Viele Kurven, sehr viele Schienenstöße! Abteilwagen mit Fenster, die auch zu öffnen sind. Eine prima Landschaft. Und ein Zug“tempo“ von 60 – 70 km/h…

In Okrisky bin ich raus, sonst wäre es zu früh mit der Ankunft in Brno gewesen. Ein 814 gelang fotografisch. Und die Bierschwemme dort war mal wieder so ein Fund… Derb. Schlicht.


Das Hostan ist gut! Und zu 22Kc? (zum aktuellen Kurs ca. 80 Cent… Noch fragen?) So ließ es sich in praller Sommerhitze aushalten. Dazu noch eine schöne fettige klobasa mit Senf und anständigem konsumni-chleb (Brot).


Der Überweg. Kein Schild. Lediglich weißer Warnanstrich. Welch Geschrei wäre in Deutschland bei solch Anlagen! Und wehe da latscht einer rüber. Ach…

Weiterfahrt nach Brno war im für mich besten Fahrzeug der Tschechischen Eisenbahn, im 854! Nix los, so konnte eine Vierer-Gruppe komplett beschlagnahmt werden. Sitze, ach was, Sessel sind es vom allerfeinsten!

Man versinkt wie daheim im Wohnzimmer. Und der Fahrgastraum war ein Cabrio, fast alle Fenster geöffnet. Keiner da, der da einsteigt und sagen würde „Es zieht!“. Das Klima während der Fahrt war bestens. Da fühle ich mich wesentlich wohler als in einer künstlichen Klimaanlagenluft. Und gesünder ist es auch.


Und so wars ein in heutiger Zeit unbeschreibliches REISEN! Der Motor orgelte. Es krachte in den Schienenstößen. Draußen flogen die alten Telegrafenmaste vorbei. Und die Landschaft hochsommerlich, mit weißblauen Wolken. Mal sitzend. Mal stehend am offenen Fenster. Durch nichts zu ersetzen. Vielleicht noch mit Bardotka vorne dran? Oder gar mit einer Dampflok? Leute, nehmt solch Erlebnisse mit der jizdenka na leto mit!

Abends in Brünn wars wolkenlos. Drückende Sommerhitze.

Noch ein paar Bilder und ich wackelte zu meiner Stammpension von dannen runter in die Jeneweinowa. Das dumme nun: ein oder zwei Nächte buchen? Was weiß ich, was das Programm für anderntags darstellen wird. Wo man abends strandet.


Montag, 7.Juli:

Zeitiger Aufbruch. Die Luft war kaum kühler geworden.

Am Hauptbahnhof ein Eldorado für den Strabsenfreund!


Noch ein Bild ohne Najbrt. Dahinter gar Honeckers letzte Rache in grün-lichtgrau. Auch da wird’s langsam dünn im originalen Lack. Eine Idee für manchen zur jizdenka?

Breclav wurde angefahren.

Zügig im Speisewagen zur Frühstückseinnahme. Das Prager Omelett mit Kaffee. Ein Fressbild, um hier Traditionen zu bewahren…

Jener hier?

Der Devin! Dieser Berg und seine Umgebung könnte heuer bei entsprechendem Wetter im September noch ein langes Wochenende abgeben. Per Zug An- und Abreise, eine ruhige Pension am Dorfe Pavlo. Wein und/oder Bier, wandern, abspannen.

Dann war Umsteigen in Breclav und sofort die Weiterfahrt nach Hodonin.


Hier konnte in bester Sonne die von Lokotrans ruhende 242 288 porträtiert werden. Auch hier zur Freude genehmigte ich mir für diesen Lokfund ein Bier zu 22Kc in der Bahnhofsrestauration.

Der Knödelverkauf? Man sagte mir, das pro Tag locker über 100 Stück über den Tresen gehen. Und sie werden in der Küche gefertigt!

Nach dieser Einlage fuhr ich nach Stare Mesto u Uherske Radiste weiter. Diverse Loks und durchfahrende Züge sind und waren machbar. Als nächster Bahnhof war Veseli nad Moravou dran. Im einstigen großen Depo ist heute die DPOV, die sich an Ausbesserungen der 810 und verunfallten 814 gütlich tut. So steht allerhand im Areal umher. Das Gleislatschen wurde zuvor mit dem strojmistr besprochen. Vom Bahnhof zum Depo muß man eh quer über den Bahnhof latschen. Der einstige große Güterbahnhof ist heute mehr mit Schadwagen zugestellt, als das sich noch groß Räder drehen. Was waren das vor 10 oder 15 Jahren hier noch für Zeiten… Selbst 2001 standen noch Cmelaks umher.

Über Uherske Hradiste…


und erneuten Umstieg in Stare Mesto u UH und Breclav…

der CD-RailJet der CeskyDrahy, manch Taurüsselfan tät was um eine Aufnahme der blauen Variante geben

…war abends doch wieder Brno erreicht. Fix zur Pension getrampelt, schnell duschen, damit eine erste Abkühlung da ist. Der Tag hatte es mit 33°C in sich!

Ein elender Hunger und Durst mußte nun gestillt werden.
Ideal dazu, und 200 Meter von meiner Pension entfernt, das [nahasicce.sweb.cz]
Sicher nicht jedermanns von der Straßenseite. Einige werden da sagen, nee da geh ich nicht rein! Wer so denkt, kann gleich aus Böhmen daheim bleiben. Der verpasst halt was. Aber innen drin im Hinterhof ist es das ganz normale Leben der mährischen Großstadt. Keinerlei Tourismus. Grundehrlich.

Dienstag, 8.Juli:


Immer wieder schön die 150/151/350-Serie. Egal welch Farbe dran war, stets fotografierbar.


Und auch die „Eidechsen“ werden uns beim Tschechen noch länger erhalten bleiben. Hier eine Neuanschaffung.

Frühe Fahrt Brno – Prerov. Dort leider keine Erfüllung meines Wunsches, eine frisch reparierte 181/182 für irgend einen privaten Fritzen vor den Hallen der DPOV zu erwischen. Stattdessen altbekannte Loks.

720 091 war schon mal vor ein paar Jahren in Lipova u Chebu. Die STK-121 kannte ich vom Jahr zuvor aus Wolow in Schlesien. Die eine 181 von April 2013 aus Wloclawek. Und die andere CTL-182 ward auch schon mal in Polen erwischt worden.

Also war Weiterfahrt ohne Umschweife nach Valasske Mezirici in einem 460.

Innenraum des 460 075

Das ist auch so ein Kultfahrzeug! Bevor er losrennt, schmeißt er erst mal seine Lüfter an, so dass der ganze Wagenkasten zu vibrieren beginnt. Oft am offenen Fenster hängend verlief die Fahrt über Hranice na Moravou nach diesem Meseritz in der Wallachei. Manch Fahrzeug auf dieser Station konnte wieder als Eigenaufnahme fürs Archiv verbucht werden. Die Bahnhofswirtschaft lebt auch dort! Also rein da, das Angebot genutzt. Essen, hovezi Gulasch zu 67 Kc und zwei Bierchen zu je 22 Kc.


Hinterdrein ein russisch Eis. Wenn es das schon mal gibt, dann gleich mehrfach zugeschlagen. Das Fernseheis gibt es auch hier, aber da pfeift man besser drauf.

Über Frenstat pod Radostem komme ich so langsam in die östliche Ecke der Tschechei voran.


Der 842 ist das Mittel der Wahl. Mit dem Bruder 843 ist er mit dem DB-628 vergleichbar. Nur viel bequemer und mit Übersetzfenstern…
Frenstat, und die Strecke nach Frydlant nad Ostravici kenne ich noch gut. Damals als noch Btjo fuhren. Doppelstockgliederzüge… Prno! Baskov, Frydek-Mistek… Achja, 2002… (siehe LR 6/2002…) 12 Jahre Niedergang einer CeskyDrahy liegen dazwischen. Was gäb ich drum. Und wer nicht?

In Frydek-Mistek ist eine halbe Stunde Zeit. Man könnte sich die Haare schneiden lassen. Denke es und finde auch direkt am Bahnhof einen Salon. Und schon saß ich drin im Stuhl. Ratzfatz war die Murmel auf das gewünschte Maß abgedreht. Und „oholit“, unten das Gesicht mit rasiert.
Mit dem sehr gut gefüllten 814 führte mich das Tagesprogramm nach Cesky Tesin weiter. Gut gefüllt, weil eine Autofabrik für Wohlstand und Arbeit sorgt in diesem Eck. In Cesky Tesin war nur kurzer Übergang. Fix fuhr ich mit dem 471 nach Trinec rauf.


Das Gepäck für eine Woche. Reicht.

Der Verdacht lag nahe und wurde bestätigt: zwei CDcargo 181 und 182 konnten abgestellt gelichtet werden. Zugabe war AWT 770 514. Nur war es hier genau wir 2013 zum letzten Besuch wieder so gewittrig dunkel. Oder liegt es doch nur an den Abgasschwaden und dem Staub der „Trinecke zelezarny“? Mit dem EC war ich umgehend entspannt die sieben Kilometer nach Cesky Tesin zurück gefahren. Es war noch Zeit bis zum Bezug des Wunschhotels. Also Fahrt rüber über Karvina Doly nach Detmarovice, Umstieg in den Pendel-kufr nach Petrovice u Karvine und guggen, was die Polen an Privaten hinterstellt haben. Vorhanden waren ex LOTOS SM48-246, STK 181 144 die man beide kannte. Und der neue Eisenbahnprügel E6ACT-002 von STK.


Was für eine sechsachsige Wuchtbrumme! Aber leider nicht mehr mein Sammelwesen. Digital nehm ich das für Freunde auf. Aber ins analoge Archiv? Ne pane… Konec!

Ruckzuck war Rückfahrt nach Detmarovice. Da mein Zug nach Tesin fünf Minuten plus hatte, konnte ich noch zum Ladehof rüber hüpfen, wo immer Private stehen. ODOS 140 087 stand wie schon so oft hier. Und dahinter CDcargo 182 080. Die hatte man von 2013. Also nix neues.
Wenn einer einen Bergschaden erleben will, dann hier zwischen Louky nad Olsi und Karvina. Bergsenkung. Auf der östlichen Seite offen liegendes Grundwasser. Der Abschnitt ist dreigleisig und geschraubt. Der Zug wackelt und schaukelt mit 30 km/h dahin. Ein Gleis ist ständig wegen Reparatur gesperrt. Ist dieses fertig, muß das nächste wieder gerichtet werden. Diese Senkung muß über das Jahr hinweg übel sein, so lies ich mir von einem Freund aus Ostrava erzählen. Bei der Ortschaft Doly muß ein aufgelassenes Dörfchen sein, wo der noch stehende Kirchturm mittlerweile zur Attraktion der Region wurde, da um 7° geneigt… Man kommt dort nur mit dem Bus vom Bahnhof Karvina hl n hin. Evtl. eine Idee für die jizdenka?

Feierabend war im Hotel Central unmittelbar am Bahnhof Cesky Tesin gelegen. Nicht ganz billig, aber dem Umständen eben gebührend: 890 Kc mit Fst, Zimmer inkl. DU/WC/TV. Bestes Essen im Restaurant. Die Zimmer: es geht, aber sauber. Das Bad ganz prima.

Im Lokal hatte ich Fensterloge gewählt. War doch mein Ansinnen für diese Region endlich den letzten 471 zu ergattern. Die 80er Nummern fahren zumeist nur auf den Jablunka-Pass hinauf. Die 50er kommen bis hier her nur über die Schiene von Opava und Havirov herein. Leider war tags zuvor und am Ankunftstag der 055 nicht in den Umläufen und damit im [sledovanihv.blogspot.cz] und dann hier: [www.bohumin441.jdem.cz] eingepflegt. Also rechnete ich mit einem Besuch im depo Bohumin am anderen Tage, um dem strojmistr nötige Information zu entlocken und den Triebtäter zeitnah erlegen zu können. Doch wie das Spiel so ist, ab und an hat man Glück, rollte während der Essenseinnahme gesuchter Tw in den Bahnhof ein. Fein, also er ist mal zumindest für den abgelaufenen Tag unterwegs gewesen. Ich kontrollierte nochmals den Umlaufplan, der im Handy gespeichert ist und siehe da, nun war er gar schon für den kommenden Tag eingearbeitet worden. Und das las sich sehr gut.

Mittwoch: 9.Juli:

Frühstück, so richtig entspannt ohne Zeitdruck, um möglichst bald am Bahnhof zu sein. Saß ich doch mit dem Tisch quasi am Bahnhof. Erstes Bild des Tages: 471 055! So soll es sein. Erledigt. Zwar nicht gerade erheiternd hell vom Wetter her. Aber wer weiß, wann ich den jemals wieder sehe. Schon komisch mit dem Nummern sammeln bei den Nummernfetischisten. Irgendwo irgendwelche Züge, in Sonne in der heiteren Landschaft, das läge mir wieder nicht. Wenn dann muss schon ein gewisser Bezug zur Heimat, oder auch zu einem Thema bestehen. Oder wäre das auch mal was? Zwei Tage Streckenfotografie der 471 im Ostraver-Karviner Revier…

Ich fahre nochmals nach Trinec rauf. Nur brach dort hinten ein Wolkenbruch los. Nun wars noch finsterer als am Tag abends zuvor. Toll auch das knöchelhoch stehende braune Dreckwasser auf der Straße. So wusch es wenigstens den braunen Fallout der Stahlbude wieder mal ordentlich weg.


Trotzdem konnte ich unterm Bahnsteigdach hervor ein gutes Bild machen. Paste doch alles zur bedrohlich wirkenden Umgebung mit den zischenden, kreischenden und schlagenden Geräuschen der Stahlbude hinterm Bahnhof.


Auch die AWT-Hummel brummte mit ihrem Dumpcar-Zug aus den Bahnhof hinaus. Sechsachser! Diesel und E. Als wenn nie was war. Aber nur für den einen kurzen Augenblick hier.

Nachdem es weiter so regnete, fuhr ich abermals mit dem EC nach Cesky Tesin runter. Umstieg in den 471, Fahrt bis Bohumin, wo es heller wurde. Und gleich weiter nach Ostrava-Svinov. Hier war nun endlich Zeit für ein Treffen mit Freund Zdenek. Der Mann, der seit einigen Jahren stets zuverlässig die Kursbücher von ZSR, PKP, MAV und CFR für mich besorgt und die ich an diverse Stammabnehmer im Dezember/Januar weiter gebe.
Eine Leberknödelsuppe und ein Bier in der Restauration des Bahnhofes gab das Mittagessen für genau um 12 Uhr. Svinov hat einen herrlich hergerichteten Bahnhof. Kaum vorstellbar das zu einem Hochwasser 1998 das Wasser im Bahnhofsgebäude ca. einen Meter hoch gestanden war.
Damit noch etwas mehr Zeit für den Plausch war, fuhr Zdenek noch bis Opava vychod mit. Dort Verabschiedung auf November zur burza in Praha, wenn es dort die neuen Kursbücher wieder gibt. Er mußte zurück nach Ostrava. Hatte er doch Nachtschicht als Rangierer im örtlichen Rangierbahnhof.
Und ich fuhr ab nach Krnov mit dem 842. Ziel: Osoblaha! Hotzenplotz… Mit Umstieg in Tremesna ve Slezsku kommt man dort hin. Dunkel wars, der Mond schien noch nicht helle, ein Räuber sich mir dabei nicht in den Weg stellte. Mir ist aber noch nicht klar, ob dieses Hotzenplotz die Inspiration für Otfried Preußler, den Autor des „Der Räuber von Hotzenplotz“ war.


Fünf Reisende ab Tremesna teilten sich den Waggon mit mir. Unterwegs an zwei Stationen jedoch steig einiges an Kindern und Betreuern ein. Ein zweiter Waggon wäre gut gewesen. Aber egal. Auch so war das Ziel da ganz hinten drin in Mähren, oder Mährisch-Schlesien, erreicht.


Nun war genug Zeit zur Erkundung. Aber was war da? Was rechtfertigt bis heute den Verbleib der Strecke? Ein schönes Freibad hat man. Viel grün gibt es. Genügend Leerstand älterer größerer Bauten in Richtung „Centrum“, wie es da auf den Schildern hieß.


Das restaurace „U kanonu“ wäre mal was. Öffnete aber erst 17 Uhr, es war gerade aber 16.45 Uhr. Und der „Marktplatz“? Da kam in früher Zeit wohl das Füllhorn der CSSR drüber, dachte ich mir. Warum es dort so aussieht, lässt sich in der Geschichte erkennen.


Eine Internetrecherche klärte dazu auf. Wurde doch im Krieg das meiste dem Erdboden breit gemacht.

Recht verschroben war mein obligatorischer Pausentrank in einer Bierwirtschaft. Nun ja… Billig auch hier mit 22 Kc das halbe vom Faß. Aber sonst? Viel ist nimmer dazu. Man hat ein Problem durch mindere Gewerbesteuereinnahmen, durch Landflucht. Wie eben in vielen Ecken Europas.
Bis Prudnik rüber, via Luftlinie, wärs gar nicht mehr weit. Da wo ich schon oft zum Schotterwahnsinn unterwegs war. Schon seltsam, nun mal hier zu sein auf der anderen Seite.


Ich trolle mich zum Bahnhof davon, der da draußen auf der Flur liegt. Die Ortschaft wuchs doch nicht mehr so ran wie vielleicht einmal in früher Zeit gedacht. Heute verschiebt man ja andernorts durch Schließung von Bahnhöfen diese wieder hinaus aus der Siedlung. Es sind halt PKW-Flächen innerorts wichtiger geworden.


Die Rückfahrt ist bis zum dritten Haltepunkt für mich eine Privatvorstellung. Dann steigt mal noch eine Rentnerin hinzu, und später ein junges Paar. Das war es dann. Und es kam Regen auf, das es die Wolken bis zum Boden herunter drückte. Trotzdem war es ein Erlebniss so im kleinen Züglein durch das Grün der Landschaft zu rollen. Motivlich gibt die Strecke jedoch sehr wenig her. Im Herbst, im Frühling, oder zur Winterszeit ja. Aber jetzt im grün im grün ist es gar langweilig dort. Oft fährt der Zug durch regelrechte grüne Tunnel.

Nach erneutem Umstieg in Tremezna war Krnov als Tagesziel erreicht.
Eine gute ubytovani war die Unterkunft „Penzion Eso“. 400 Kronen, ohne Frühstück. Wollte ich doch früh um 7.08 Uhr abfahren. Das Frühstück gäbe es für 90 Kc dazu. Ein einwandfreies Doppelzimmer mit DU/WC/TV war unterm Dach im zweiten Stock mein Eigen. Herrlich ruhig. Und romantisch trommelte der Regen auf das Dach. Die abendliche Verpflegung, fest und flüssig, gab es 200 Meter weiter in einem Gasthaus.

Donnerstag 10.Juli:

Tranzit! Auf nach Glucholazy. Einmal durch Polen hindurch. Mit dem Sarg 843 wurde das abgefahren. Paradox hier das Verhalten beider Bahnverwaltungen. Wohl will jeder dem anderen, und auch dem jeweiligen Bahnreisenden zeigen, wo es besser sein soll. Der Oberbau und die Signale und Tafeln auf tschechischer Seite sind besser in Schuss als so manch Strecke im übrigen Netz.


Und der Bahnhof Glucholazy der PKP sauber. Zwar das Unkraut im Gleisbereich. Aber dieses gemäht. Nirgends liegt Müll! Normal ist das Bahngebiet in Polen oft die Ablagerungsstätte für jeden und alles. Aber man will halt geneigten Reisenden sagen: schaut her, bei uns ist es ordentlich
Vielleicht waren wir 20 Leute im Zug. Es stiegen jedoch nur zwei Fotografen aus, und wieder ein.

Zur Strecke selbst: in Polen weite Schienenstösse, das es nur so knallt im Tatammtatamm… Der Triebwagen schaukelt gut durchs Gebüsch. Herrlich die noch stehenden Telegrafenleitungen. Und Glucholazy natürlich präsent mit deutschen Formsignalen. Der Hammer jedoch in den Kurven der südlichen Ein- und Ausfahrt: Zwangsschienen in den Innenbögen. Wo gibt es das noch? Da muß ich für ein Betriebsbild irgendwann noch einmal her!
Jesenik und Umsteigen für die Weiterfahrt über den Ramzova wird erreicht. Viel Zeit ist nicht. Ein kufr 810 steht neu für mich herum. Mit einem Schnellzug und einer Reko-Brille vorne dran kommt man nach Hanusovice über den Ramzova hinüber. Schon beeindruckend die Fahrt. Am offenen Fenster des Bautzner Waggons. Doch was muß es früher für ein Fest gewesen sein, als noch Bertas vor vier, fünf Waggons hingen…


Hanusovice: da war mal was vor Jahren. Im Jahr 2001, Plandiesel mit 781! Und 831ern… Einer durchgehenden Bahn nach Kraliky und Lichkov… Man hats. Und heute? Kein Bierausschank mehr unterm Bahnsteigdach. Keine Biertische. Kein obcerstveni. Nichts. Das WC geschlossen. Im ersten Stock Leerstand. Hat Modernisierung immer was mit Niedergang zu tun? Oder ist es ein strukturelles Problem der Region geworden in diesen 13 Jahren, wo ich hier zuletzt war? In Mähren sah das auf vielen Bahnhöfen wesentlich besser aus.

Mit dem nächsten Zug fahre ich nach Sumperk. Bedeckter Himmel erleichtert dort das fotografieren. Die grün-blauen kufr von SART / Arriva gelingen. Auch regionova 814 501 kommt für mich noch herein.


Und im Depo darf ich freilich fotografieren, der strojmistr ist dem Hobby gesinnt. 749 265 steht gut da und so mach 810er und 814er fürs Archiv.
Der weitere Verlauf meiner Route: Olomouc (zwei Außenbahnsteige sind fertig) mit allgemeinen Umsteigchaos, Prerov: erneut nix los an der DPOV, und damit erreiche ich Hranice na Moravie.


Ein Bt von innen.

Würden nicht zu viel Schadwagen in den Mittelgleisen stehen, hätte man hier einige Motivmöglichkeiten. Der Bahnhof kann als noch nicht versaut durchgehen.

Mit den 460ern kann man gegen abends am Empfangsgebäude gut was umsetzen. Ich fahre aber nach Suchdol nad Odrou weiter. Dort gibt es viele 810er und einen 814 auf den Nebenbahnen.


Und auch brauchbar mit dem pompösen Empfangsgebäude. Renoviert wurde wohl vor ca. 10 Jahren mit dem Korridorausbau. Leider zog niemand mehr hernach zur Bewirtschaftung der Bahnhofsrestauration ein. Und die wäre schön.

Da die penzion in Suchdol (dt.: Zauchtel…) leider keine Zimmer mehr hat, hocke ich mich fix wieder in den Zug, schlage in Prerov schon wieder auf, und habe ein Zimmer in der penzion U Novaku gefunden. Einfach und sauber. Vier Übernachtungsgäste. DU/WC diesmal am Gang. Aber ein Waschbecken und TV gibt es am Zimmer. Das zu 550 Kronen. Das Essen war makellos. Es gab Zubr, das mit dem Auerochsen, wo die Brauerei gleich ums Eck liegt. Süffig ist es.

Freitag. 11.Juli, Endspurt:

Frühstück, Schlüsselrückgabe und ab zum Bahnhof. Wohin hatte ich mir am Abend zuvor auch nicht richtig überlegt. Es bestand abends um 18.15 Uhr in Prag eine Fixzeit. Der Zug zur Heimfahrt muß erreicht werden. Bis dahin war es egal, wo lang. Also hoffte ich auf eine abgestellte 242 eines privaten EVU in Hodonin, so wie am Montag. Auf der Fahrt dort hin hatte ich im Bahnhof Stare Mesto u Uherske Radiste leider nicht die von IDS abgestellten Loks gesehen. So fuhr ich denn mit langem Gesicht daran vorbei. Also in Hodonin wenden, wo auch keine 242 abgestellt war und zurück nach Stare Mesto u UH!


Eine Stunde war nun in Stare Mesto Zeit, da raus zu wackeln, die drei Porträts anzufertigen, was von der Szenerie drum herum, so gut es eben bei dem Wetter ging. Freilich wärs mit Sonne schöner, dann aber nur für die Bardotka, zweitrangig für die eine 121, die andere wäre wegen des Mastes gar nicht drin gewesen. Diese Kisten auf der Strecke? Ja wenn man es weiß, wann die wo lang kommen! Dann nur zu. Ich war so zufrieden. Der Tag eigentlich erfolgreich gelaufen.

Nachdem der Vormittag doch schon weit fortgeschritten war, entschied ich mich für den zügigen Heimweg. Also ab nach Olomouc, Zabrze na Moravie, und Ceska Trebova.


Überall mit Umstieg und doch noch ein paar Bildern. Und mit Schnellzugbenutzung. Unten an den Bautznern Waggons, den UIC-Y-Wagen der DR, das Drehgestell Görlitz V.
Lauf mir noch recht lange! Ist es doch immer wieder im Sommer das Erlebnis am offenen Waggonfenster. Man schwitzt. Der Zug bremst ein, Bremssohlen packen kreischend zu. Eisenabrieb, kleine Flitter dringen zum Abteilfenster vor. Es legt sich nieder in den Ritzen der Abteilverkleidungen, am Gang, in den Eistiegen. Den Eisengeschmack im Mund. Und am Abend kann man mit den Fingern die Striemen über die Stirn ziehen! Eisenbahn.


RegioJet in Ceska Trebova.
Die Konkurrenz zur CeskyDrahy wird auch immer länger. Vor zwei Jahren noch mit vier oder fünf Waggons. Heute schon mit acht oder neun…

In Ceska Trebova begann nun das Freitagsdrama. Drei Züge gen Prag waren zur Auswahl. Und irgendwie sammelten alle drei beständig mehr Verspätungsminuten. Den EC aus Richtung Wien wollte ich aus bekannten Gründen nicht. Da ist mir zu viel typische Prager Touristenklientel drin. Zu laut, zu protzig. Aber der Schnellzug, und der EC aus Zilina hatten mehr Verspätung. Also blieb nur der Einstieg in den Wiener. Übergang wäre dennoch üppig in Prag. Der EC war wie erwartet voll. Also gleich in den Speisewagen! Nur ich bin rein, und wieder heraus. Wenn schon die reiche Tante mit ihrem Kram einen ganzen Tisch mit vier Plätzen belegte, ein anderer laut am Mobiltelefon redete, und auch sonst genau das vorhanden war, was ich eine Woche in Mähren nicht erlebt hatte, so trieb es mich umgehend wieder hinaus auf den Bahnsteig. Gottseidank kam nur zehn Minuten hinterdrein der EC von Zilina. Mit Speisewagen. Die Sitzwagen waren gut belegt. Im Speisewagen waren fünf Gäste… Also da rein. Und es war da drin ruhig wie es die ganze Woche war. Keine überlauten Touristen. Einfach normale Bürger.
Nun bin ich nicht mehr der rechte Freund der modernisierten JLV-Speisewagen. Gekocht wird kaum noch. Mehr ist das Personal nur noch zum zusammenstellen und aufwärmen im Waggon. Ich genehmigte mir Budweiser Pils gezapft zu 0,3L. Dann Gulasch und knedlik. Man kann es essen. Aber es ist nie und nimmer vergleichbar mit dem aus der Bahnhofsrestauration von Hodonin, Valasske Mezirici oder sonst wo.

Bis kurz vor Prag blieb ich hier. Für Prag waren nun noch drei Stunden Zeit. Raus nach Beroun in die Stammkneipe Berounsky Medved und da beim polodmave die Woche ausklingen lassen? Ich wählte den Besuch von Praha-Vrsovice. War es doch wieder gut sonnig geworden. Und es war Punktlandung!

Berta 749 253, eine Pickelfresse alter Tage, hatte den Tanvalder. Das nimmt man fotografisch mit.

Nur leider dunkelte es recht schnell aus Richtung Osten. Blitz, Donner und allerhand Regen beendeten das Spiel endgültig. Das Unwetter hatte den Prager Raum etwas durcheinander gebracht, sodass damit auch Beroun für mich ausfallen mußte. Also doch wieder mal zum Futtern in die U stare posta, die unweit des Hauptbahnhofes Richtung Wenzelplatz liegt. Hier war man wohl 15 Jahre Stammgasst. Ein Betreiberwechsel im vorigen Jahr brachte Qualitätsminderung, seither war die Medved in Beroun die Nummer Eins. Das Lokal am Hauptbahnhof war gut besucht. Alles ging zackig. Die Preise passten, das Essen war gut. Nur gibt es nicht mehr die Auswahl wie früher.

Der Schnellzug um 18.15 Uhr war wieder pünktlich, so wie auch der Rest der Züge. Die Sonne schien… Bis Plzen war auch nichts außergewöhnliches im Betrieb, nur eine elende Überfüllung meines Zuges. Ich kaufte mir vom Schaffner eine „prestupni jizdenka“ und ging mit Zuzahlung in die erste Klasse. Ein Abteil war nun mein und Ruhe kehrte ein.

Ab Plzen dann das Schauspiel CeskyDrahy 2014! Sie können es nicht mehr, und sie können es noch immer. Gleichzeitig! Man stand 45 Minuten herum, ohne ein Wort über Durchsagen oder vom Zub-Personal.


Egal, ich komme schon bis Cheb zur Endstation! Dann irgendwo hinter Krimice sah ich eine Vorspannlok an meinem Zug. Aha! Ist wohl die Karre an meinem Schnellzug beim Aufenthalt in Pilzen kaputt gegangen, das es eine Hilfslok brauchte? In Oselin plötzlicher Halt. Dort stand zur Überholung ein Osobni mit 242. Was das? Nach 10 Minuten fuhren wir weiter. Vor der 242 war nun die Vorspannlok meines Schnellzuges. Öha, „Rettung“ eines Personenzuges mit einigen ! Reisenden in Oselin. Wer mal da unten war, der weiß, das bescheidenster Handyempfang ist. Und das Kursbuch gab mir zur Information, das der Osobni 7302 zur Planzeit 19.29 Uhr hier liegen geblieben ist. Eine Vorspannlok um 21.20 Uhr eingetroffen war… Sie können es nicht und sie können es noch! Zwei Stunden ausharren in Oselin. Keiner wird wohl ein Taxi gerufen haben können. Keiner hätte sich da unten zu Fuß auf die Socken machen können. Man stelle es sich vor, im Winter bei Sauwetter… Da runter in diesen Bahnhof käme nicht mal ein Bus, so eng und steil ist das Sträßlein…

Mit +45 Minuten war ich in Cheb zurück. Ende einer erlebnisreichen Woche.

malo

Antworten:

Ja, malo,

vielen Dank fürs Mitfahrendürfen durch eine Woche böhmisch-mährisch-schlesischen Sommer!! Wenn ich im Spätsommerurlaub zum Monatswechsel August/September wegkomme, gilt die Sommerfahrkarte schon nicht mehr bzw. rentiert sich für zwei, drei Tage kaum noch.

Gar manches könnte man anmerken zu diesem oder jenem, besonders zu deinen "kulturpessimistischen" Sätzen. Es soll lieber als Ganzes stehenbleiben.

Zitat
malo
Mir ist aber noch nicht klar, ob dieses Hotzenplotz die Inspiration für Otfried Preußler, den Autor des „Der Räuber von Hotzenplotz“ war.


Dieses und kein anderes. Der Name des mährischen (!! Enklave in Schlesien!) Städtels hat Preußler als Kind in Reichenberg so beeindruckt, daß er später als böhmisch-altbairischer Schullehrer ihn als Nachnamen seines Räubers gewählt hat. Einen Vornamen hat er ja nicht, wie umgekehrt Kaschperl und Seppel keinen Nachnamen brauchen. So heißt das Buch auch "Der Räuber Hotzenplotz" und nicht "Der Räuber von Hotzenplotz".

Wo bist Du in Osoblaha eingekehrt? In der Schenke, die auf deinem Marktplatzbild links angeschnitten zu sehen ist?
Motivlose Schmalspur, auch wenn grüner Sommer? Laß das bitte nicht awp hören. Er wird's aber schon gelesen haben ...

Habe noch ein paar Flaschen Böhmisches im Keller, Rampušak aus Dobruška in 1,5 PET, außerdem Kočour aus Varnsdorf und Opat aus Broumov, so für zwischendurch neben dem Haustrunk.


Grüße an den Kornberg,
Joachim

von Joachim Piephans - am 18.07.2014 08:27

Herrlich, "Klimaanlage" von Windows

und keiner käme in Tschechien (oder weiter östlich) auf die Idee, sich unmittelbar hinter
ein offenes Fenster zu setzen und sich alsbald über die Zugluft aufzuregen ...

MM

von MichaelM - am 18.07.2014 10:08

Re: Jízdenka na léto 2014

Ahoj Markus,

zwei Ziffern aus deinem launigen Reisebericht möchte ich korrigieren:

Zitat

Svinov hat einen herrlich hergerichteten Bahnhof. Kaum vorstellbar das zu einem Hochwasser 1998 das Wasser im Bahnhofsgebäude ca. einen Meter hoch gestanden war.


Das Oder-Hochwasser war im Jahr 1997. Das war damals so schlimm, dass im Raum Ostrava etliche abgestellte Waggons fast völlig unter Wasser standen. Wer von Mähren aus im Fernverkehr in die nördliche Slowakei wollte, musste den Umweg über Bratislava fahren.

Zitat

Und ich fuhr ab nach Krnov mit dem 842.


Also wenn Du heuer von Ostrava-Svinov nach Krnov gefahren bist, war das sicherlich kein 842er, sondern ein 843er. Die 842er waren nur in den ersten Jahren nach ihrer Inbetriebnahme rund um den Praděd im Einsatz und wurden dann durch den stärkeren Bruder ersetzt.

Beide Fahrzeuge - 842 und 843 - möchte ich nicht unbedingt mit den deutschen VT 628 vergleichen wollen. Würde man an einen VT 628 noch ein oder zwei Beiwagen dranhängen, dann gäben die Fahrzeuge beim Anfahren wohl ein bedauernswertes Bild ab.

Ansonsten: Volle Zustimmung zu deiner Beurteilung der 854er. Ich habe vor wenigen Tagen die Fahrt zwischen Praha und Všetaty in einem dieser Fahrzeuge genossen. Schade, dass es den 854er-Frühzug von Praha nach Karlovy Vary via Rakovnik nicht mehr gibt. Da konnte man entspannt ausschlafen.

Srdečné pozdravy

Zamracena

PS: Eines nehme ich dir aber nicht ab, nämlich dass Du am Bahnhof Cheb ein Jízdenka na léto mit deinem Nicknamen aus diesem Forum erhalten hast. Da stand doch auf deinem vorjährigen "Tschechien-Pass" noch der volle Name drauf, oder? Bei der Bildbearbeitung sind dir die beiden letzten Buchstaben etwas arg nach oben gerutscht ;)

von Zamracena - am 18.07.2014 16:05

Ja klar

Servus,

eine Woche der Erinnerung... Ich hab leider kein i-phone oder sowas neumodisches, wo ich während der sieben Tage diktieren könnte.
Also irgendwo... in der Formulierung nach dieser Zeit? Ich mach da um 12 Monate in einem Abstand von 15 Jahren kein Fass mehr auf.

Die jizdenka: denkst du ich mzuß hier den vollen Namen mitsamt Taufnamen poste? :cheers: Adobe richtete das.

Und die Parade der Särge in Krnov, zwei mal beobachtet: stimmt, nur 843er... Die ollen 842 waren rund um Veseli. Schlimm das?
Ich glaub ned. Mir isses wurscht. Sarg ist Sarg.


malo
(der morgen früh ab Cheb 4.32 Uhr nach Praha düst. Was kontrollieren. Die jizdenka ist heute ausgelaufen. Schon verrückt oder?
Verrückt wäre ich mich hier in einen 612 zu pressen...)

von nix mehr - am 18.07.2014 20:32
Hallo Markus,


sehr schöne Eindrücke von Deiner Rundreise.
Einfach toll nur im Zug zu sitzen ohne Zwang und ganz festes Ziel.
Eine Grobplanung ja und dann die Eindrücke auf sich wirken lassen.
Das eine oder andere Foto mitnehmen. Ab und an öffnet sich der Himmel und lässt was fürs analoge Archiv erscheinen. Bertaglück in Praha :-) - Glückwunsch!!!
Danke fürs fotografische mitnehmen auf Deine Rundreise.
Dein Bericht macht schon wieder Lust auf eine Tour, obwohl meine letzte Zugrundreise erst im Mai war.

Viele Grüße Ronny

von PKP-ST44 - am 19.07.2014 15:33
Hallo malo,

ein sehr schöner Bericht! Im U stare posta war ich letzte Woche auch mal wieder. Man wird fix bedient und das Essen war sehr ordentlich.

Vielen Dank fürs Mitnehmen!

Viele Grüße
Michael

von Tristan22 - am 19.07.2014 16:13
Servus Markus,

viele schöne Eindrücke, ein paar tolle Bilder, sehr nachempfindsame Beschreibungen und dann das vorletzte Bild: da ist Dir ein Kracher gelungen! Wäre da bloß nicht der Werbeaufsteller links neben der Lok, aber wenn interessiert das schon, wenn man das Bild in zehn Jahren anschaut und dabei vielleicht an 2004 denkt. Wer weiß!

Schön finde ich aber besonders, wie sich durch Deinen gesamten Beitrag eine bestimmte Entschleunigung schlängelt. Klar, genau das wolltest Du erleben und hast das auch erreicht. Das Wetter war ein segensreicher Begleiter und letztlich kann ich nur sagen

"Alles richtig gemacht!".

Schöne Grüße,
Sven

von svoigt69 - am 20.07.2014 19:09

Deutsch geht so :

Zitat
malo

Der Überweg. Kein Schild. Lediglich weißer Warnanstrich. Welch Geschrei wäre in Deutschland bei solch Anlagen! Und wehe da latscht einer rüber. Ach…




Gesehen in Furth im Wald :



Zum geniessen :



Gruß Robert

von RR - am 26.07.2014 23:04

:-)

Robert,

ich brüll gleich...

Ok, Absperrung da, Auflagen erfüllt.
Ob aber in Falle eines PU mit vorheriger Umgehung dieser Absperrung dann kein Ärger aufkommt?
Dummheit bzw. Selektion kann nicht verhindert werden. Man schiebt den Schaden nur auf einen anderen ab.


malo

von nix mehr - am 27.07.2014 08:35

Absperrung/Kette

So eine Kette hängt auch in Zittau auf Gl 1a und sorgte schon für genügend Lektüre, gar in der Sächsischen Zeitung. Aber Zittau ist noch besetzt. In ein paar Jahren kehrt dann wohl der selbe Zustand wie bei RR`s Bild bzw. Bahnhof ein.
Na mal sehen, was sich die Planer einfallen lassen.

Gruß Jörg

von JFHf - am 27.07.2014 08:45

Noch nie gesehen ?

Derartigen groben leicht umgehbaren Unfug gibt es doch inzwischen auf vielen Bahnhöfen.
Wer weiß, welcher Bürokrat beim alles regulieren wollenden EBA da mal wieder einen Geistesblitz gehabt hat.
Wenn wir gerade mal bei Absperrungen sind : Vor Jahren hatte ich mal eine einfache aber praktische Lösung für einen Wald-Bahnübergang an der Strecke Dalovice - Merklin vorgestellt :



Kürzlich hat mir die Städtebahn Sachsen verraten, dass der Oberbau im Abschnitt Ottendorf-Okrilla Nord - Laußnitz eine Geschwindigkeit von 80 km/h zuließe. Sie dürften aber nur 50 km/h fahren, weil dort im Wald aller Jubeljahre mal ein Forstfahrzeug einen unbeschrankten Bahnübergang queren könnte.
DB Netz so eine Lösung wie oben vorzuschlagen, dürfte in der Antwort "Aber da haben wir nicht ... können wir nicht ... machen wir nicht" enden :angry:

von wxdf - am 27.07.2014 08:52

Die Zukunft hat schon begonnen.

Zitat
JFHf
Na mal sehen, was sich die Planer einfallen lassen.


Schau dir in Ober Schreibrhau an, was sich Planer einfallen lassen können ... :D

LG

von awp - am 27.07.2014 13:49

Re: Deutsch geht so oder so:

Merke: Gleis = Gefahr! Drum muss davor gewarnt werden, egal ob auf dem Gleis etwas fährt oder nicht:



Neustadt (Sachs) - März 2011

von Strojmistr - am 03.08.2014 19:52

In Strakonice geht's ganz schön rund ...

[www.k-report.net]

[www.k-report.net]

von wxdf - am 25.08.2014 13:17
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