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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
PKP-ST44, Strojmistr, Joachim Piephans, Staedtebahner

Waldschlag an schmaler Spur - oder: Ressourcengewinnung für Blüten der Architektur

Startbeitrag von Staedtebahner am 11.03.2015 21:33

Hallo zusammen,

was könnte störender in einem Fotomotiv sein, als ein wegen Rekonstruktion in ein Baugerüst gehüllter Kirchturm in weiter Landschaft. Ein Zustand, der in einer kleinen Gemeinde nicht weit vom Ende der Welt nicht enden zu wollen schien.
Frei nach dem Motto "Same procedure as every year, James." ist es inzwischen mehr oder weniger zu einer festen Größe geworden, Ende Februar ein bisschen Ruhe vom Alltag zu suchen. Und wo geht das besser, als im einsamsten Zipfel im Nordosten Tschechiens?!
Auch dieses Jahr sollte das wieder so sein und somit war es naheliegend, auf dem Rückweg von Riga nach Erfurt mal schnell den aktuellen Stand der Dinge am Kirchturm in Liptan zu eruieren. Soviel vorweg... er ist endlich fertig. Da das Wetter aber nicht so recht wollte, ist das Motiv immernoch nicht im Kasten. Projekt für Februar 2016. :D

In den letzten Wochen ist an der Strecke der kleinen Hotzenplotzerin einiges passiert. Der MUV stand noch beladen mit frischem Schnittholz in Tremesná abgestellt. Bis Horní Povelice hat man den Bahndamm bereits von jeglichem Bewuchs befreit, gefühlt halbe Wälder sind dabei verschwunden. Kein Wunder, braucht es doch für das neue architektonische Wunderwerk an der Strecke die entsprechenden Rohstoffe. Schließlich sollen es die Fahrgäste in Horní Povelice gemütlich haben.


Nachdem das alte Empfangsgebäude vergangenes Jahr in sich zusammen gefallen ist, wird nun für Ersatz gesorgt.

Und wenn wir schon mal da sind... dann können wir auch das anwesende Rollmaterial verewigen. 705 913 mit dem modernisierten Balm/u schob an zwei Tagen Dienst, am dritten wurde sie von 705 914 abgelöst.


Es ist gerade hell geworden und der Nebel hängt noch tief, als 705 913 einen einzelnen Fahrgast in Os 20603 gen Osoblaha befördert.


Knapp 5 Stunden später entdeckte ich auf dem Weg zum Kirchenmotiv in Liptan zufällig diese Stelle, die man nun dank der intensiven Rodung umsetzen kann.


Nachmittags kam dann sogar für einige Momente - darunter auch genau der Passende - der Leuchtstern zum Vorschein.



Nach dem Bild von Os 20609 in Amalín ging es noch zum Dunkeln nach Liptan und Tremesná und nach etwa 30 Kilometern zu Fuß schlußendlich mit dem Lumpensammler zurück zur Pension in Slezské Rudoltice.
Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder mit Sack und Pack zurück in die Zivilisation. Kurz nach 6 in der Früh erschien 705 914 mit einem Bam/u. Der Zweite, der laut Buchfahrplan in den Zügen 20602 und 20609 mitgeführt werden sollte, scheint eine Karteileiche zu sein. Es hatten sich außer mir noch 14 weitere Fahrgäste in den Zug verirrt, welche zu dieser frühen Morgenstunde Zeugen der ziemlich zweifelhaften Begegnung mit dem Zugbegleiter wurden, bei welchem es unter Zuhilfenahme von Anschlussfahrschein, Kursbuch und Kalender einer viertelstündigen Diskussion bedurfte, um ihn zu überzeugen, dass seine angebotene Fahrkarte in Ermangelung der passenden Züge (Stichwort Dienstag und Hanusovice - Dolní Lipka...) nicht funktioniert.:hot: War wohl nicht sein Tag...


Noch ein letztes Bild vom entschwindenden Os 20603 in Tremesná und es hieß :--O Bis zum Wiedersehen im Februar 2016.

Viele Grüße,
Peter

Antworten:

Danke für die Nachrichten und stimmungsvollen Bilder von der Hotzenplotzerin!! Gibt es dort noch eine eigenständig agieren dürfende Bahnmeisterei? Die funktional-ästhetische Haltestellengebäude ins Gras stellt statt die tonnenschweren neuen Einheitsklötze wie zuletzt auf Asch - Roßbach. Ein Jahr Wind und Wetter, und die gezeigte Bude wird schon eine leichte Patina aufweisen, wie wir es gerne mögen!

Grüße,
Joachim

von Joachim Piephans - am 12.03.2015 08:59

Re: Waldschlag an schmaler Spur

Hallo Peter,

Danke für diesen Bericht. Es mag betrüblich sein, wenn Architektur verloren geht, aber wo wären wir als Foto-Dokumentisten, wenn es nicht immer wieder mal was Neues gäbe und den Vorher-Nachher-Vergleich liefern würde. Auf meiner Aufnahme von 2004 war schon der Schornstein ins Haus gestürzt ... Und ich kann auch nur bestätigen: Beton wäre an dieser Stelle schlimm gewesen.

Bild 2 finde ich besonders stimmungsvoll!

von Strojmistr - am 12.03.2015 10:52
Hallo Peter,

sehr schöne Eindrücke von dieser letzten CD Schmalspurbahn.
Dein Bericht bringt schon ein wenig Reisefieber für den Mai, wenn ich der schönen Bahn wieder einen Besuch abstatte. Sehr schön, dass die Rekonstruktion des Kirchturm endlich abgeschlossen ist.

Viele Grüße Ronny

von PKP-ST44 - am 04.04.2015 12:03
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