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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Joachim Piephans, wxdf, KBS 955, Niels K., brejlovec750, Martin L., RR, Strojmistr

Auf der Höhe der Zeit - Folge 1: Špičák (Spitzberg)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 12.06.2016 14:51



Bahnhof Špičák / Spitzberg

Strecke Železná Ruda - Klatovy, km 7,5; Kursbuchtabelle 183
Eröffnung 10.10.1877 durch die Eisenbahn Pilsen-Priesen-Komotau (EPPK)

Der Bahnhof Spitzberg ist die Scheitelstation der "Waldbahn" auf böhmischer Seite, unmittelbar nördlich schließt sich der Spitzbergtunnel unterhalb der gleichnamigen Passes an, mit 1.747 m bis 2007 der längste Tunnel Tschechiens und zur Zeit seiner Erbauung der längste Österreichs.

Die Tafel zeigt noch die originale Aufschrift: "Seehöhe 837,373 Meter", darum habe ich diese für die erste Folge gewählt, auch wenn sie recht bekannt sein dürfte.
Der Begriff "Seehöhe" (nicht: Normal-Null) meint "Meter über Adria" mit dem Bezugspegel in Triest von 1875, wie für den gesamten Doppelstaat Österreich-Ungarn bis 1918 vorgeschrieben. Für Östereich gilt dieser Referenzpegel als Nullhöhe heute immer noch. Die Tschechoslowakei hat später auf den Pegel von Kronstadt (bei St. Petersburg) als Referenzhöhe des Ostblocks umgestellt, sodaß die Tafeln zwar "richtig" sind, aber nicht mehr die heute gültige Höhenangabe nach dem Kronstadter Pegel wiedergeben.
Andere Tafeln werden uns in der Folge sprachliche Veränderungen zeigen. Zum interessanten Komplex der Pegel und Höhen siehe [de.wikipedia.org] und von da aus weiter.


Und nun freue ich mich auf etliche Anhänge mit Bildern von Špičák / Spitzberg aus den letzten Jahrzehnten.
Eine schöne Woche wünscht

Joachim

Antworten:

Auf der Höhe der Zeit - Folge 1: Špičák (Spitzberg)

Servus Joachim und alle weiteren Forenteilnehmer!

Eine schöne Idee, wie ich finde!
Daher mache ich auch gleich mal den Anfang von hoffentlich zahlreich nachfolgenden Beiträgen.

Der Anfang ist ja leicht, denn sicher sind schon viele der an den tschechischen Eisenbahnen interessierten Teilnehmern dieses Forums in Špičák gewesen.
Ich selbst war auch schon etliche Male dort oben, um (nicht nur) das Hobby zu genießen. Und die Strecke über den Hohen Böhmerwald bot/bietet schließlich neben dem Bahnhof Špičák noch weitere zahlreiche Höhepunkte,
welche das pure Sein dort oben lohnenswert machen.




Lohnenswert waren auch die Tage im März 2010, hielt sich der Winter doch hartnäckig und es gab mehrmals reichlich Neuschnee.
An sich ist das bei meinem Bild vorherrschende Wetter nicht unbedingt als klassisches Fotowetter zu bezeichnen,
es reizte mich aber doch, auf den von 754 006 im klassischen Pilsen-Design bespannten R 962 zu warten, auch wenn es dabei kalte Füße gab!

Zahlreiche Wintersportler nutzen die Anreise mit dem Zug, um sich sogleich auf die umliegenden Skipisten zu verteilen.
So hatten sowohl die Wintersportler wie auch der anwesende Hobbyfotograf reichlich Spaß auf 837 Meter Seehöhe im Böhmerwald.

Nur ob die dortigen Eisenbahner bei solchen Wetterbedingungen auch Spaß haben?
Nun, es sollte zumindest nichts ungewohntes sein, auch wenn es die Sache für Sie sicher nicht einfacher macht!


Die gezeigte 754 006 zieht übrigens auch aktuell noch ihre Bahnen auf der eisensteiner Schiene, jetzt aber im aktuellen Najbrt 2 Farbkleid.


Beste Grüße in die Runde, bin schon gespannt, was weiteres kommt.

Martin

von Martin L. - am 12.06.2016 17:32

Auf der Höhe der Zeit - Folge 1: Špičák (Spitzberg)

Ich schließe mich ebenso mit einem Winterbild an, auch wenn es nicht gar so viel Schnee hat wie auf Martin´s schöner Aufnahme :



Am 6.1.2011 unternahm ich meine vermeintlich letzte Fahrt in einem Plan - 831 : Mit 831 187 als MOs 7547 von Alžbětin nach Klatovy, in Špičák gab das Warten auf den Gegenzug ( R 818, bespannt mit 754 027 ) Gelegenheit das Gespann im Schneetreiben abzulichten. Eine Eisregenfront war angekündigt, die mich am Abend in Plzeň auch erreichte und den Fußweg zum dortigen Modellbahnladen erheblich erschwerte.

Zunächst übernahm in Klatovy aber 831 043 den Beiwagen und fuhr als MOs 7544 zurück nach Alžbětin, was ich mir nicht entgehen ließ und nochmal rauf und runter fuhr, so dass letztendlich 831 043 der letzte seiner Art war, der mich im Plandienst beförderte.

Gruß Robert

von RR - am 15.06.2016 21:50

Auf der Höhe der Zeit - Folge 1: Špičák (Spitzberg)

Servus miteinander,



am 12. Januar 2001 setzte ich meine ersten Fußstapfen in den überreichlich vorhandenen Schnee, welcher den Spitzberger Bahnhof in ein eisiges Grab wandelte. Bereits im hochnebeligen Bahnhof Železná Ruda (noch ohne Alžbětín) begegnete mir die damals wintertypische Variante des heute in der Versenkung entschwundenen Bergpendels, welcher an diesem Tag aus der noch rot-gelben 742.397 und drei Bix gebildet wurde. In längerer Warteposition konnte ein Sonnenloch in der zähen Nebelsuppe abgepaßt werden, um schließlich die Szene des auf Abfahrt als (M)Os 7574 wartenden Zuges auf ein Negativ zu brennen.



Sinnbildlichkeit als realer Zelluloidvernichter: Über 15 Jahre später blicken wir (in sicher überwiegender Anzahl) in zunehmendem Ausmaß "den guten, den alten" Tschechischen Bahnen mit Wehmut hinterher. Nicht erst ein Opfer der neuesten Modernisierungswelle wurde der Schrankenwärter zu Petrovice nad Úhlavou, der meiner Spionagetätigkeit am ausklingenden 12. Januar 2001 mit größtmöglicher Gelassenheit begegnete. Der damalig allgegenwärtige 831.186 hat nach kurzem Halt als MOs 7561 Nýrsko - Klatovy wieder Fahrt aufgenommen und wird schon Sekunden später vom Dunst geschluckt werden. Da geht es dahin....

Schöne Grüße vom heutigen Nostalgiefahrzeug-"Bediener" (DB-420)
Daniel

von brejlovec750 - am 16.06.2016 10:31

Auf der Höhe der Zeit - Folge 1: Špičák (Spitzberg)

Ahoj,

die Höhentafel im Bahnhof Spitzberg gehört wohl zu einer der meistfotografierten im ČD-, heute SŽDC-Netz. So wurde die Tafel auch von mir bei meinem ersten Besuch dort im Bild festgehalten.




Bild 1: Da bisher "nur" Winterbilder gezeigt wurden - klar, da ist es auch am schönsten dort oben - habe ich mich durchgerungen, ein wegen der Lichtsituation qualitativ nicht so berauschendes Bild heraus zu suchen. Es entstand bei jenem ersten Besuch im Bahnhof Spitzberg am 9. September 2005. Aber es zeigt die damals völlig normale Betriebsituation: Die Strecke fest in der Hand von Brillen und Nähmaschinen. Und auch 754.015 war damals besonders oft anzutreffen, wenn auch noch im klassischen Farbkleid. Am frühen Morgen trifft sie mit Os 7502 aus Klattau in Spitzberg ein und begegnet dabei 831.130 als MOs 7571. Eben dieser (M)Os endete in der Wintersaison sowie zwischen 13. Juni bis Ende September nicht in Spitzberg, sondern fuhr sogar bis in den Frischwinkel, von wo er nach 4 Minuten Wendezeit wieder zurück kehrte.




Bild 2: Knapp 10 Jahre später sind die Nähmaschinen längst verschwunden, den Spitzbergpendel gibt es nicht mehr und die Wintersportler reisen recht zahlreich mit dem Auto an. Daher mied ich ich den Abschnitt Spitzberg-Eisenstein weitgehend, weil es dort wesentlich nerviger und stressiger zuging, als im idyllischen Frischwinkel, wo ich mich gern fast den ganzen Fototag aufhielt. Man sieht das Getümmel am rechten Bildrand. Auch die Stadtpolizei hatte alle Hände voll zu tun, Strafzettel an Falschparker auszuteilen. Der 21. Februar 2015 bot wenigstens hier oben etwas Schnee, der aber auch - wie an den schmutzigen Haufen auf dem Bahnsteig erkennbar - auch schon wieder am tauen war. Wesentlich besser waren die Lichtverhältnisse, als auf Bild 1, als 754.074 mit Sp 1962 einen Halt einlegte. Das Foto entstand dann auf 841 Meter Seehöhe. Das Ereignis des Tages war aber der erste Einsatz einer rot lackierten Lok auf der Eisensteiner Strecke.

Gruß
Michael

von Strojmistr - am 16.06.2016 17:24
Kurz vor Toresschluß* auch noch ein Beitrag von mir.
Ein dankenswerter Hinweis in diesem tollen Forum verbunden mit einer "zwangsweisen" Zusatz- Urlaubswoche ließen mich im Sommer 2008 in den Böhmerwald aufbrechen. Bis dahin kannte ich die Strecke hoch nach Železná Ruda nur aus der Perspektive des Zugreisenden, nun stand die Fotografie unter der Höhentafel im Vordergrund. Kehrte doch auf Grund von Bauarbeiten eine Nähmaschine in den Dienst als "Špičák -Pendel zurück. Diesen in Špičák auch auf den Chip zu bannen bedurfte es mehrfacher Anläufe. Denn irgendwie hatte sich bei meiner Anreise die berühmt-berüchtigte Fotowolke ans Auto gehangen. Ich glaube Thomas und Stefan, die -damals mir noch unbekannterweise- darunter leiden mußten haben mir dies inzwischen verziehen?


28.VII.2008, 831 117-7 als Os 7580 nach Železná Ruda-Alžbětín

Die Höhentafel habe ich damals etwas allumfassender dokumentiert, einschließlich fürchterlich stürzender Linien...


Weitere Fotos dieser Tour findet Ihr übrigens in meiner in letzter Zeit leider sehr vernachlässigten Reiseberichtssammlung unter der Adresse [www.bahnhof-oschatz.de]


*Ich hoffe mal, das der wöchentliche Toresschluß aus Joachims Ankündigungsbeitrag nur ein virtueller ist. Denn nicht Jeder schaut hier wöchentlich rein und hat erst recht nicht die Zeit in sieben Tagen in den Erinnerungen und Fotos von Jahren oder Jahrzehnten zu kramen. Deshalb bitte: "Pomalu, pomalu!"

von Niels K. - am 16.06.2016 21:08

Mein eigener Senf (m2B)

Fein, daß meine Idee etliche Fotofreunde inspiriert hat, in ihren Archiven nach entsprechenden Aufnahmen zu suchen und diese hier einzustellen! Zugegeben, Spitzberg ist leicht, weil die KBS 183 und 185 schon sehr lange in unserem Blickfeld liegen, vom Süddeutschen leicht erreichbar sind und für viele auch die böhmischen Einstiegsstrecken waren.
Ich hatte Spitzberg aber deswegen für die erste Folge gewählt, weil die Höhenmetertafel original erhalten, restauriert und gepflegt ist. Das Ur-Exemplar sozusagen. Uns werden noch viele andere Erhaltungszustände begegnen. Für kommenden Sonntag überlege ich noch, welche Bahnhof ich wähle.

Und noch ein Hinweis: künftig werde ich die Folgen in das jeweilige Galerieforum stellen, da gehören sie hin, weil die Bilder im Vordergrund stehen.

Ich selbst hab uns zwei Aufnahmen rausgesucht:




Am 28. August 1999 steht der Spitzbergpendel in eben jener Station abgestellt, Dienst hatte an diesem Regentag 831.129. Die Wolken hängen tief, ziehen praktisch durch den Bahnhof. Noch ist hier oben nichts angefaßt, das Stationsgebäude unrestauriert, die alte Schüttung als Bahnsteig, nur der Hausbahnsteig hat niedrige Platten. Der Bahnhof ist mit Fahrdienstleiter besetzt, der Bahnmeister hatte hier noch einen Stützpunkt am alten Wasserhaus.




Sieben Jahre später: Der Bahnhof Špičák in seinem Zwischenzustand, unbesetzt im Zugleitbetrieb mit Rückfallweichen. Zum kleinen Fahrplanwechsel Ende Mai wurden etliche Zugpaare der Regentalbahn ("Waldbahn") von Plattling bis hierher verlängert und übernahmen so die Funktion des Spitzbergpendels. Groß gefeiert, verschwanden diese Durchbindungen nach ein paar Jahren sang- und klanglos. Heutzutage gibt's keinen Pendel mehr. RBG-VT 21 und 22 fahren am 10. September 2006 als MOs 7581 in ihren Wendebahnhof ein.
Und ja, Meister: ich weiß, die Eiche ist abgeschnitten ... :-( Warum ich nicht weiter zurück bin - keine Ahnung.

Gruß,
Joachim

Tante Edith wurde geblendet und wollte das zweite Bild doch lieber nicht ganz so hell haben, die Gute!

von Joachim Piephans - am 17.06.2016 11:30

Beitrag von ČT24 dazu

[www.ceskatelevize.cz]

von wxdf - am 22.06.2016 17:22

Re: Beitrag von ČT24 dazu

Servus,

Oje, was ist denn aus Spitzberg geworden ? Nur noch 3 Gleise ? Ja, Wahnsinn. Bin leider seit Februar 2015 nicht mehr dort gewesen, besser gesagt die Strecke über Spitzberg bereist.
Wenigstens sind noch normale Garnituren unterwegs, wie das Foto beweißt. Vor allem der ältere VT mit Beiwagen gefällt mir besonders gut.


Gruß
diesel-fan

von KBS 955 - am 26.06.2016 16:38
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