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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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LVT 771, Dreikreiswärmetauscher

Am Fuße des Riesengebirges, Teil 1

Startbeitrag von Dreikreiswärmetauscher am 29.06.2016 21:32

Vorfreude ist die größte Freude: Auch in diesem Jahr wollten Jörn und ich wieder für eine Woche mit dem Zug nach Tschechien reisen. Eigentlich sollte der Altvater das Ziel sein, doch aufgrund der undurchsichtigen Bausituation dort, entschieden wir uns, wieder das Hotel Krakonos in Trutnov von Sonntag (22. Mai) bis Donnerstag (26. Mai) als "Basislager" zu wählen. Wir waren bereits im letzten Jahr dort und uns hat es dort sehr gut gefallen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Berichte. Die Anreise erfolgte mit dem "Jan Kiepura" in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai von Düsseldorf nach Prag. Leider hat man die Fahrzeiten "etwas" geändert, denn der Prager Teil wird in Berlin Wannsee jetzt an den ersten EC nach Prag angehängt, was gegenüber dem letzten Jahr eine etwa zwei Stunden spätere Ankunft in Prag bedeutet und zwischenzeitlich keine Energieversorgung für die Klimaanlage. Wir hatten extra ein Schlafwagenabteil gebucht, was aber meiner Meinung nach, wenig mehr Komfort als ein Liegewagen brachte. Gut, es gab am nächsten Morgen ein Frühstücksbuffet "im Karton".




Superschön natürlich wieder die Fahrt entlang von Elbe und Moldau, die Sonne scheint, alles schön :-) In Prag ergänzten wir die Vorräte, um dann mit dem R927 bis Chlumec zu fahren. Interessant auch die Gardinen. Sollen tschechische Lokführer auf Gastfahrten unterwegs ihre Augen auf bevorstehende bahnärztliche Untersuchungen vorbereiten? Die Muster erinnern mich doch sehr daran ;)




Wir verließen den R927, um über die 040 nach Trutnov zu fahren. Zwischen Hradec Kralove und Jaromer waren Bauarbeiten und somit SEV, deshalb wählten wir diesen Weg. Zudem ist diese Strecke ja auch nett zu fahren.

In Stara Paka konnte bei dem kurzen Aufenthalt diese Brotbüchsengespann aufgenommen werden. Interessant, dass der Beiwagen Übersetzfenster hat und der Motorwagen die alten Klappfenster. Offensichtlich gibt es flexible Stufen der Modernisierung bei diesen Fahrzeugen. Das konnten wir später noch öfters sehen.








Martinice bleibt ein Freilichtmuseum, Dank an die Retter! Kurz vor den Umbauarbeiten wurde das ganze Ambiente unter Denkmalschutz gestellt.

Der kreuzende Gegenzug hatte etwas Verspätung.














In Trutnov angekommen, checkten wir schnell im Hotel ein, denn wir wollten mit dem nächsten Schnellzug um 16.41 nach Velke Svatonovice fahren, um bei dem schönen Wetter noch ein paar Züge im Abendlicht zu fotografieren.










Ein E-Wagen mit Kohlen, habe ich bei uns schon lange nicht mehr gesehen.










Doch offensichtlich gab es ein Problem an der Strecke, was wir beide, des Tschechischen nicht besonders mächtig, aus einer sprachlichen und gestikulierenden Verständigung deuten konnten. Aber egal, die Leute sind nett und diese Art der Verständigung kann ja auch ganz lustig sein. Und Autobusy haben sogar wir verstanden. Aber, Autobusy wollten wir ja nicht. Phänomenal auch, wie schnell dort ein Busersatzverkehr auf die Beine gestellt wird. Das Alternativprogramm für uns war die Fahrt mit der altslowakischen Brotdose nach Svoboda na Upou.










Fotostellen scheint es dort nicht sehr viele zu geben, jedenfalls nicht für nachmittags. So fuhren wir einfach rauf und runter. Die nette Zugbegleiterin hatte aufgrund der schwarz-gelben Unternehmensbekleidung von GW-Train sofort die "Biene Maja" weg :xcool:







Zurück in Trutnov schien sich der Zugverkehr Richtung Jaromer wieder normalisiert zu haben und so wagten wir es doch noch, mit dem nächsten Rychlik nach Velke Svatonovice zu fahren.

In Trutnov Stred standen 750 235 und 222 abgestellt. Ob der Güterzug morgen fährt?










Dass im Frühjahr der Oberbau des größten Teiles der Strecke saniert wurde, fiel sowohl optisch als auch vom Fahrgefühl sofort auf und war uns ja auch bekannt. Aber richtig überrascht waren wir bei dem Ausstieg in Velke Svatonovice: der Haltepunkt befindet sich, von Trutnov kommend, jetzt vor dem Bahnübergang, wie eine Hanggalerie oben an den Bahndamm gebaut. Ob das günstiger war, als den Haltepunkt in der Kurve an alter Stelle zu modernisieren? Oder war der Grund, die bisher weniger legal genutzten Wege vom Bahnsteig über den Bahndamm zu legalisieren? Zumindest befindet sich dort jetzt ein Treppenabgang.











Jetzt aber fix die Beine in die Hand und zur Fotostelle. Alsbald brummte 750 714 mit dem R 931 etwas verspätet im Abendlicht den Berg hinauf.

















Das war schon nicht schlecht! Das Licht verabschiedete sich erwartungsgemäß bis zum nächsten Zug, das Bild lass ich jetzt mal weg.


Noch ein Abendbild aus Trutnov, etwas zurchtgepfuscht :rolleyes:






Bei böhmischen Spezialitäten, sowohl in flüssiger als auch in etwas festerer Konsistenz, berieten wir das Programm für den nächsten Tag. Morgens sollte es wolkenfrei sein, daher konnte ich Jörn überreden, mit dem Eilzug um 7.43 nach Velke Svatonovice zu fahren. Er ist ja eher der Spätdienstler. Ich wollte den nächsten Schnellzug bei der Talquerung vom gegenüberliegenden Hang ablichten. Das sollte vom Licht noch passen. Mit etwas Glück fährt vielleicht auch noch der Güterzug hinterher. Doch es wurde ein holpriger Start: 854 015, alias Eliska, war wohl noch nicht ganz fit für den Tag. Die Bergfahrt Richtung Scheiteltunnel vor Suchovrsice wurde schon im ungewohnt langsamen Tempo zurückgelegt, der Lokführer hielt auf freier Streck und inspizierte sein Fahrzeug. Auch in Suchovrsice brachte die Störungssuche keinen Erfolg. Mit Schrittgeschwindigkeit schaffte es Eliska noch bis Velke Svatonovice, dann hauchte ihr maschinentechnisches Leben (vorübergehend) aus. Nach der Reisendeninformation durch den Zugbegleiter verschwanden die anderen Fahrgäste peu a peu und orientierten sich offensichtlich anders. Aber nicht wie bei uns, mit lautem Gezetere und Gemecker dem Zugpersonal gegenüber und der Forderung nach einem Taxi oder einem Hubschrauber..








Am geschlossenen und blinkenden Bahnübergang stauten sich mittlerweile die Autos. Viele umrundeten die Halbschranken oder wendeten poz:

Es war jetzt natürlich genug Zeit, um den neu errichteten Haltepunkt von der Straße aus abzulichten. Passt nicht unbedingt zur örtlichen Architektur oder zum Landschaftsbild :rolleyes:





Da ja irgend etwas passieren musste, um die ermattete Eliska von der Strecke zu räumen, orientierten wir uns an die angedachte Stelle auf der anderen Talseite. Wir spekulierten, was jetzt wohl passiert, Hilfslok aus Trutnov? Oder der Triebwagen vom Gegenzug, der in Male Svatonovice vergeblich auf die Kreuzung wartet? Zwischenzeitlich begann ein Landwirt mit schwerem Gerät, die angrenzende Wiese zu mähen und so überraschte uns tatsächlich 850 008 "Evicka" des Gegenzuges ohne Anhang, fast lautlos aus dem Hintergrund.








Das ankuppeln und was sonst noch für die Durchführung der Rückfahrt erforderlich war, ging ziemlich flott und alsbald kündigte ein Pfiff die Rückfahrt der Fuhre an.












Jetzt war die Frage, wieviel später wohl der Schnellzug kommt? Doch nur leicht verspätet erschien 750 714 mit R 930 auf der Bühne. Am Zugschluss hing 742 210 als Hilfslok. Was die wohl macht... ?













Ein kleiner Spurt auf die gegenüberliegende Wiese für den Rychlik 921 "Krakonos" nach Trutnov.








Etwa 20 Minuten später kam 742 210 mit dem Anhang des Os 5106. Ein ziemlich abwechslungsreicher Morgen.









Wir orientierten uns nun Richtung Suchovrsice, bereits am Bahnübergang hinter dem Einschnitt pfiff es schon wieder. Für die ermattete "Eliska" schickte der Trautenauer Lokleiter 810 550 mit Anhang (und Klappfenstern) als Sp 1787 auf die Reise, schwer auf Zack, die Jungs :spos:











So viel Aufregung und Unruhe am frühen Vormittag kann sehr anregend für die Verdauung sein. Die sanitäre Anlage am ehemaligen Bahnwärterhäuschen funktionierte tadellos und war sicher sauberer als die meisten Bahnhofsklos :xcool:











Doch jetzt wieder zum unruhigen Tagesgeschäft: es pfoff schon wieder aus Richtung Trutnov, 742 316 fuhr mit zwei "Emil-Antons" vorbei. Das war aber laut dem "Der Reisebegleiter" in den Fahrplantabellen der Edition Bohemica nicht vorgesehen! Aber dafür fehlte der planmäßige Güterzug mit der Doppelbrille nach Jaromer. Es zeigt sich auch hier die überaus flexible Kundenorientierung der tschechischen Eisenbahn. Wie wir am nächsten Tag feststellten, wurden die Kohlenwagen dem örtlichen Brennstoffhändler in Cerveni Kostelec zugestellt.













Aber alles in allem ist "Der Reisebegleiter" für alle Tschienreisenden vorbehaltlos zu empfehlen. Ebenso das Buch "Rund um die Schneekoppe" aus selbigem Verlag, ein starkes Stück!



Evicka und die unpässliche Eliska passierten als Sp 1784 nach Trutnov halbstündlich verspätet das Örtchen... Einfach - einfach den Betrieb nach einer "Großstörung" wieder ans laufen bekommen, so geht das.












Den anstehenden Schnellzug nach Jaromer habe ich vergeigt, doch der nächste Schnellzug kommt bestimmt: R 923 nach Trutnov ist pünktlich unterwegs.















Sp1789 ist einer der wenigen Züge, welcher bei Bedarf in Suchovrsice hält. Nach einem anstrengenden Trampel durch Wald und Feld und Flur wurden wir mit dieser Aussicht auf den Haltepunkt belohnt.










Damit sich die Anstrengung auch gelohnt hat, warteten wir noch auf Sp 1786 von Jaromer nach Trutnov, das Ersatzbrotbüchsengespann passierte den Hp in flotter Fahrt völlig haltlos.










In der Zeit, in der wir in Trutnov weilten, fanden zwischen Jaromer und Hradec Kralove, wie bereits erwähnt, Bauarbeiten statt und somit gab es dort SEV. Die Prager Schnellzüge und auch die Eilzüge von Trutnov endeten in Jaromer und wendeten dort, sodass für die Schnellzugumläufe statt drei nur zwei Brillen benötigt wurden. Das machte den Einsatz der beiden Trautenauer Altbrillen ziemlich unwahrscheinlich und so war es leider auch.


Schwitzend in sengender Sonne gehend, zurück durch den Wald an die Strecke für den R 926.
Wie man am linken Bildrand anhand der neuen Masten erkennen kann, werden auch die bisher technisch ungesicherten Bahnübergänge dieser Strecke aufgerüstet und erhalten eine technische Sicherung durch Blinklichtanlagen. Hier wird offensichtlich eine Beschleunigung der Züge angestrebt. poz:










Und wenig später kommt 750 703 mit R 925 von unten.











Der alte Bahnsteig von Velke Svatonovice wurde "zurückgebaut".









Jetzt waren wir gespannt, ob das Brotdosengespann als Sp 1791 eine weitere Runde drehen durfte. Das war so, beobachtet bei der Talquerung hinter Velke Svatonovice.
















Mit dem nächsten Eilzug fuhren wir zurück nach Trutnov, aber nicht ohne diesen abzulichten. So ähnlich hatte ich das im letzten Jahr schon gemacht.










Im Bereich von Velke Svatonovice gibt es leider keine Möglichkeit, Lebensmittel zu erwerben. In Trutnov gibt es schräg gegenüber vom Busbahnhof einen Billa. Nach der Bevorratung konnte 742 210 beim rangieren beobachtet werden.











Trutnov monochrom...











Der CD - Fuhrpark...












Herbert und Biene Maja einträchtig nebeneinander. Da die Brotbüchse von "Biene Maja" über Wlan verfügt, kann man dort mal kurz digitale Informationen abgreifen.










Für das kleine Nachmittagsprogramm wählten wir Herbert für die Fahrt nach Pilnikov. Normalerweise wäre Kreuzung mit Sp 1809 gewesen, doch dieser war verspätete und so wurde die Kreuzung nach Hostinne verlegt.











Mit etwa +20 rollte Renatka in den Bahnhof.













Die "Außenlounge" in Pilnikov..









... fehlt nur noch ein landestypisches Getränk..










Jetzt aber wieder zum Betrieb:

Aus Trutnov kommt Gismo, es schiebt 854 204. Leider säuft das Signal von hinten etwas ab













Nach erfolgter Kreuzung kommt 810 312 als Os 5745 aus dem Bahnhof gebrummt, die Vorderseite vom Signal macht sich doch wesentlich besser.













Mit dem Einfahrvorsignal hatte ich schon im letzten Jahr kein Glück. Auch hier sieht man den Wolkenschatten, welcher Os 5744 nach Hohenelbe begleitet.



Beim Vorschuß ging es noch soeben...









.... hier deutlich zu sehen :-(











Kein Standortwechsel für den Gegenzug, nur umdrehen.











Der Mitarbeiter des örtlichen Landwirschaftsbetriebes war sehr bemüht, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Der Inhalt des Wagens wurde unablässig auf die rechte Wiese verteilt...











Herbert fährt im Abendlicht nach Trutnov...










... und kommt als Os 5746 nach Hohenelbe wieder zurück...








... und wir machten uns auch auf die Rückreise nach Trutnov, Hunger und Durst meldeten sich langsam wieder. Das war schon nicht schlecht für den ersten Tag :cheers:



Teil 2 folgt, sobald ich es schaffe...


Einen schönen Abend noch,


Ralf





Antworten:

Danke für die Warnung, ich glaube in 3 Wochen wäre mir in Velke Svatonovice die Kinlade runter gefallen

Gruß Volker

von LVT 771 - am 01.07.2016 16:27
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