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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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vor 1 Jahr, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Strojmistr, ChristianMUC, PKP-ST44, Joachim Piephans, KBS 955

Sommerliche Bildnotizen [m. 14 B.]

Startbeitrag von Strojmistr am 26.07.2016 19:58

Servus,

am Wochenende war an der KBS 184 sowohl in Hostouň als auch in Poběžovice recht zahlreich "Leergut" gesichtet worden. Das Sägewerk in Hostouň ist in diesem Jahr ein recht guter Güterverkehrskunde. Jeden Wochentag kommen aus Pilsen Wagenladungen mit Holz - meist aus dem Bereich Altvatergebirge - für Hostouň in Domažlice an. Das Problem dabei: Der Mn dorthin fährt nur 2x pro Woche und auf das Ladegleis vor Ort passen maximal 4 Wagen. Es gab also manchmal einen richtigen Wagenstau in Domažlice. Diesen versucht man jetzt zu umgehen, indem man einige Wagen direkt zustellt, einen anderen Teil in Poběžovice "abwirft". Das Holz wird dann natürlich die letzten Kilometer per LKW gefahren. Die Alternative wäre das tägliche verkehren des Mn 87800/879801 gewesen. Aber so flexibel ist man dann bei ČDC dann doch nicht (mehr).

Das Wetter am gestrigen Morgen war alles andere als fotofreundlich, das Ausrücken zum 87800 unterblieb daher. Da aber etwas zu erledigen war, fuhr ich etwa später los und - welch Wunder - ab Kubizen gab es auf tschechischer Seite Sonne mit Wolkenfetzen. Aber auch eine unsäglich schwülen Luft - wie im Regenwald.



Bild 1: Das erste Mal wurde die Leiter zwischen Mutěnín und Poběžovice aufgestellt. Zur Freude fuhr der Transistor "vorwärts" und es waren auch einmal nicht die üblichen Kandidaten am Zug, sondern die noch recht neu in der Gegend fahrende 742.033. Das Problem der schwülen Luft ist auch zu sehen: Der Schatten einer kaum sichtbaren Wolke hielt sich wegen fehlendem Wind über mehrere Minuten an gleicher Stelle - bis der Zug vorbei war.



Bild 2: Etwas weiter am Kruzifix gegenüber dem Friedhof von Poběžovice blieb dann der kleine Wolkenschatten zum Glück auf dem Feld, nicht auf dem Zug.



Bild 3: Nachdem 742.033 das Rangiergeschäft in Poběžovice abgeschlossen hatte war Zeit für den Personenverkehr. Eigentlich ist der aus Taus kommende MOs 7204 ein Regionova. Zum Glück wurde trotzdem ein noch nicht fotografiertes Motiv gesucht. Und wider Erwarten hörte sich das "Klack--Klack" des sich nähernden Zuges gar nicht nach Regionova an. 810.418 ratterte die Steigung hinauf.



Bild 4: Es folgte der "Einkaufsexpress" MOs 7237 aus Weißensulz. Er wird von wochtags von vielen Leuten genutzt, die in Domažlice etwas zu erledigen haben oder zum Einkaufen fahren. Normalerweise ist auf der Straße von Vlkanov nach Ohnišťovice nicht viel los. Diesmal versagte nicht nur die Sonne, es gesellte sich auch unfreiwillig dieses Tatra-Straßenbaufahrzeug mit auf´s Bild. Vielleicht freuen sich mal Enkel über das dann nostalgische Fahrzeug.



Bild 5: Dem Os folgte dann sofort der Mn 87801, der nun noch 4 Roos der slowakischen Firma Axbenet mit aufgenommen hatte.



Bild 6: In Havlovice musste der Zug noch kurz einen Alex auf der Hauptstrecke passieren lassen. Die Ausfahrt erfolgte dann unter 5facher Beobachtung. 2 Streckenarbeiter müssen ihre Messarbeiten kurz unterbrechen. Die Bewohner des nahen Bahnwärterhauses haben offenbar ein Herz für die Eisenbahn, denn sie haben nicht nur das alte Schild "odb. Pasečnice" neu gestrichen, Blumenkästen rechts und links an´s Geländer gehängt. Auch die beiden Jungs freuen sich winkend über den ausfahrenden Zug.



Bild 7: Kurzer Abstecher nach Kout na Šumavě um den einzigen Os in der Richtung Klattau-Taus zu dokumentieren, der einen Beiwagen mitführt. Im Bahnhof selbst kann man kaum vernünftig fotografieren, da eine ganze Schlange E-Wagen abgestellt sind. Der örtliche Kohlehändler hat zwei Wagenladungen Kohle bekommen. 810.406 fährt als MOs 17546 ein.



Bild 8: Dann wurde noch den beiden brillenbespannten Personenzügen der 180 die Aufwartung gemacht. Nachdem der erste mit 754.074 bespannt war, rechnete ich mir aufgrund der Wolkensituation kaum Chancen auf ein Sonnenbild vom zweiten (Os 7414) aus. Erst als sich 10 Minuten vor der Fahrzeit ein genügend großes blaues Loch am Himmel zeigte, machte ich mich auf den schweißtreibenden Marsch über´s Feld. Zur Fahrzeit verdunkelte dann doch eine Wolke die ganze Szene. Flüche! Aber der Zug hatte zum Glück ein paar Minuten Verspätung - und alles ging gut aus. Kurz zuvor waren noch 2 Störche gelandet und schreiten Futter suchend über die frisch gemähte Wiese. Der Zug jetzt in der Ferienzeit nur 4 Wagen stark. Die Lok erkennt man sicherlich ...



Bild 9: Viel heiß in Taus ... im Hintergrund sonnte sich schon mehrer Tage die 742.260.



Bild 10: Da neulich einmal die Frage gestellt wurde, ob denn die Os der Oberpfalzbahn auf das Stumpfgleis in Taus fahren würden - hier die bildliche Antwort: das Stumpfgleis wird nicht mehr genutzt. 650.669 trifft wie üblich 7 Minuten verspätet ein, aus Pilsen ist ein Hai-Geschwader mit führendem 844.010 angekommen und rechts warten 742.300 + 742.420 mit einem Leer-Kesselzug von Tábor nach Burghausen auf neues Personal und Platz im Grenzbahnhof Furth. Dazu gleich mehr.



Bild 11: Heute früh, am 26.7., überraschten die beiden in IDS-Diensten stehenden 742.260 und 753.197 mit einem Leer-Kesselzug bei Česká Kubice. Kurz zuvor hatte ein Gewitter die Sonne verdunkelt.



Bild 12: Das Bild musste sein, ehe das Stellwerk noch mehr dem Vandalismus anheim fällt.



Bild 13: Auch ein voller Kesselzug stand in Furth, den 753.197 bespannte, die 742.260 setzte sich als Schiebelok an den Zug. Mittlerweile stehen außerdem schon 3 Leerzüge herum. In der letzten Woche war der Bahnhof aber auch mal mit 6 Zügen zugestellt (4 Leer-, 2 Voll-Züge).



Bild 14: Logisch war hingegen, dass es mit der Rückfahrt wieder ewig dauern würde. Inzwischen war das recht gute Licht bei Česká Kubice dem harten Mittags-Hochlicht gewichen, als der Zug endlich angekrochen kam. Aus dem Wald taucht gerade die Schiebelok auf. Die Fahrt war grenzwertig, denn anhand der Aufnahmedaten und der zurückgelegten Strecke errechnete ich eine Geschwindigkeit von 24 km/h!

Grüße
Michael

Antworten:

Servus,

Herrliche Bilder aus der Ecke ! Die Bespannung mit 3 VT "Haien" ist ja fast ähnlich bei der DB z.B. nach der Umstellung der RE Erfurt - Suhl - Schweinfurt von lokbespannt auf VT 642. Aber halt einfach umlaufbedingt flexibler, wobei die Frage erlaubt sei: Sind alle 3 VT auf der Gesamtstrecke Pilsen - Taus zugänglich für Reisende oder einer nur eine Leerüberführung ?

Der Bf Furth i. Wald schaut ja grauslich aus, wie sich der zum negativen gewandelt hat. War doch früher mehr losgewesen, als die DB noch "Vorherrscherin" war und natürlich nix ESTW !


Schönes Restwochenende wünscht

diesel-fan von der KBS 955 in Oberbayern

von KBS 955 - am 30.07.2016 16:45
Zitat
KBS 955
Sind alle 3 VT auf der Gesamtstrecke Pilsen - Taus zugänglich für Reisende oder einer nur eine Leerüberführung?


Wenn Dir nicht entgangen ist, daß die beiden mit 754 bespannten Paare jeweils sechs Klassen aufweisen, dürften 844-Dreiergespanne zu manchen Zeitlagen kein Luxus sein, sondern dem Bedarf entsprechen. Mit dem Hai wurden auf der 180 ja keine Büchsen, sondern 854-Gespanne bzw. eben mit 754 geführte, sehr ordentliche Trains ersetzt. Sicher sind die 3*844 nicht ab/bis Domažlice voll, aber im Zulauf auf das Ballungszentrum Plzeň werden sie schon voll werden.


Zitat
KBS 955
Der Bf Furth i. Wald schaut ja grauslich aus, wie sich der zum negativen gewandelt hat. War doch früher mehr losgewesen, als die DB noch "Vorherrscherin" war und natürlich nix ESTW !


Also ich weiß nicht: fünf Gleise mit Garnituren aus beiden Richtungen besetzt, was willst Du eigentlich mehr? Zu den Zeiten der Kohlenzüge für Schwandorf, gehen wir mal 15 Jahre zurück, war da oft auch nicht mehr zu sehen. Die Formsignale sind durch Lichtsignale, die Befehlsstelle und die beiden Wärterstellwerke durch das ESTW ersetzt - aber von den Anlagen her hat sich nichts verändert. Güterverkehr ist eben schwankend, aber wenn ich das Bild von Michael mit den Kesselzügen und fünf besetzten Gleisen sehe, dann würde ich nicht klagen. Es gab schon schlechtere Zeiten zwischendurch.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 30.07.2016 20:59
Hallo Michael,

wieder sehr schön Dein Beitrag.
Besonders gut gefallen die Aufnahmen der Züge in der Landschaft.
Holz aus dem Altvatergebirge mit dem Zug anzufahren ist eine sehr weise Entscheidung.
Da kann man auch mit den letzten Kilometern per LKW leben.
Schade, dass die ČD Cargo nicht mehr so flexibel ist mit der Bedienung durch den Mn.


Sommerliche Grüße
Ronny

von PKP-ST44 - am 31.07.2016 13:31
Zitat
Joachim Piephans
Also ich weiß nicht: fünf Gleise mit Garnituren aus beiden Richtungen besetzt, was willst Du eigentlich mehr? Zu den Zeiten der Kohlenzüge für Schwandorf, gehen wir mal 15 Jahre zurück, war da oft auch nicht mehr zu sehen. Die Formsignale sind durch Lichtsignale, die Befehlsstelle und die beiden Wärterstellwerke durch das ESTW ersetzt - aber von den Anlagen her hat sich nichts verändert. Güterverkehr ist eben schwankend, aber wenn ich das Bild von Michael mit den Kesselzügen und fünf besetzten Gleisen sehe, dann würde ich nicht klagen. Es gab schon schlechtere Zeiten zwischendurch.


Hallo Joachim,

sicher hast du Recht, dass es zwischendurch mal schlechtere Zeiten gab, insbesondere unmittelbar nach der Einstellung des grenzüberschreitenden Einzelwagenverkehrs durch DB Schenker. Allerdings zähle ich "nur" vier Züge - die leeren Autowagen auf 10 hinten sind außer Konkurrenz dabei, da dürfte man erstmal die Fahrwerke mit WD40 einnebeln müssen, damit sich da noch was bewegt ;)

von ChristianMUC - am 01.08.2016 05:14

Autotransportwagen

Ja, richtig: Die Wagenschlange rechts sind z-gestellte Wagen und stehen nun schon 1,5 Jahre hier herum. In Schwandorf stehen auch noch ungefähr die gleiche Menge auf dem Rand. Dort erhalten Sie jedoch ab und zu eine Bewegungstherapie. Als im Frühjahr eine Verschrottungsfirma aus Malchow hier auftauchte und einen Schwerlast-Rungenwagen sowie eine kurzgekuppelte E-Wageneinheit zerlegte, dachte ich, die machen dann gleich mit diesen Wagen weiter. Wäre zumindest logisch gewesen, wenn eine Firma über 600 km anreist und für 2 Sattelschlepper LKW-Maut bezahlt + Hotelübernachtung für die Truppe.

So schlimm, wie es KBS 955 beschreibt, finde ich es aber auch nicht. Allerdings kenne ich nicht den Zustand vor dem ESTW persönlich. Was mich nervt, ist der halbherzige Rückbau 2014: Weichen raus - Gleise danach bleiben liegen. Und der zuwuchernde Güterbahnhof. Die Bäume streuen schön Samen aus und man ist laufend genötigt, störende Bäume zu liquidieren.

Und verkehrsmäßig ist es sehr wechselhaft. Manchmal brummts und dann sieht man auch tagelang nichts. Immerhin rollte nach der Sommerpause der Kohleverkehr nach München und das Auto-Zug-Paar wieder an.

Gruß
Michael

von Strojmistr - am 01.08.2016 15:44
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