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Fotogalerie Tschechien und Slowakei
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8
Erster Beitrag:
vor 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Strojmistr, JisBjoern, AAW, Niels K., RR

Der Welttransport und die Materialreserve im Grenzgebiet [m. 12 B.]

Startbeitrag von Strojmistr am 23.10.2016 18:44



Bild 1: Zur großen Überraschung stand am Morgen des 22.10. die 294.804 mit einem Kesselwagen, der entladen wurde, an der Tankstelle in Furth i.W. Bisher habe ich das erst 1x erlebt. Auch die als Lv eingetroffenen AWT-Loks 753.703 und 709 hatten "Durst". Das dumme ist nur, dass das Gleis 111 nicht nur zum Tanken da ist, sondern auch der Personenverkehr der OPB darauf abgewickelt wird. Außerdem standen die Loks nicht hinter dem Freischalt-Magneten, so dass der Lokführer per Lautsprecherdurchsage aufgefordert wurde, die Tankstelle zu räumen. :hot: Hier standen seit 2013 noch nie Brillen ... Die Sonnenscheindauer war < 2 Minuten.




Bild 2: Immerhin war man so flexibel und hat den aus Schwandorf eintreffenden Triebwagen auf Gleis 2 einfahren lassen. Gleis 1 war schon mit dem MOs 5770 aus Domazlice (650.673) besetzt. Und ein Fest: alle Reisenden verließen den Bahnsteig 2, obwohl die Kette am Überweg nicht geöffnet war ... :joke: Inzwischen besteht auch der Autozug aus Zilina aus Wagenmaterial von BLG. Die schönen filigranen Corbelfret-Autotransportwagen sind scheinbar Geschichte.




Bild 3: Buntes Treiben, als 223.068 mit dem Ex 353 ausfuhr. die 294 ist seit dem Ende des Einzelwagenverkehrs ein sehr seltener Gast in Furth. Anfang September wurde übrigens die gesamte Einfahrt mit neuen Weichen versehen. Nicht besonders schon, war aber notwendig.




Bild 4: Bis zur Abfahrt des Pn 47341 verschlechterte sich das Wetter noch mehr. Passend zur Farbe der Loks haben sich auch die Blätter der Bäume eingefärbt. Zeit die "Geigen" einzupacken.



Abends wurde dann ruchbar, dass es am Sonntagvormittag endlich einen Krailing-Kesselwagenzug geben würde. Bereits am Freitag waren 20 der weißen Kesselwagen mit dem Mn 87700 aus Plzen in Domazlice eingetroffen, standen dort "auf Halde". Also getreu dem äußerst sinnreichen Spruch einer Morgensendung eines hießigen Radiosenders "Jeder Morgen ein neuer Morgen" wurde auch ein neuer fotografischer Versuch unternommen.




Bild 5: Es kam einem Wunder gleich, dass sich der Nebel gegen 11 Uhr erfreulich lichtete. Kaum 15 Minuten später kam Rollen aus Richtung Kubitzen näher. Und wunschgemäß gab es keine blauen Transistoren sondern es führte sogar die etwas verblichene rot/gelbe 742.437 vor der 742.397 am Pn 45396. Freudensprünge waren allerdings nicht unmittelbar möglich ... ;)




Bild 6 und 7: Nach der Ankunft in Furth im Wald (11.20 Uhr) mussten auch die obligatorischen Standbilder angefertigt werden.




Bild 7




Bild 8: Der Wagenzettel am Pn 45396.




Bild 9: Die Wagen gehören wie beschriftet zur Verwaltung der staatlichen Material-Reserven, sind ob ihrer Farbgebung überall gut zu identifizieren. Gebaut wurden die Wagen noch zu CSD-Zeiten in Poprad.




Bild 10: Ich nehm mir mal die Freiheit heraus, den auf Bild 6 und 7 zu sehenden Hyundai-Autozug aus Dobrá u Frýdku-Místku bei der der Weiterfahrt in Kothmaißling zu zeigen. Mittelweserbahn-V100 203.102 sorgt für die Traktion. erstaunlich ist, dass auf der Schiene mehr Autos unterwegs sind, als auf der B 20 im Hintergrund.




Bild 11: Nicht wie erwartet ein MWB-ER20, sondern die betagte 212.285 sorgte dann am Nachmittag für die weitere Beförderung des DGS 45396 bis (vermutlich) Regensburg. Da man schon bei der Brensprobe war, also fix raus an die Strecke.




Bild 12: Zum zweiten Mal hatte ich an diesem Tag Glück: von Westen war die vorhergesagte Wetterverschlechterung in Form einer Wolkenbank schon verdammt nahe an der Sonne. Und es dürfte erst der Alex 352 kommen, ehe man mit dem Kesselzug abfährt. Aber es kam anders: Alex verspätet und so nutzte der 45396 dessen Trasse zumindest bis Cham. Nur so kam ich zu diesem Sonnenfoto bei Arnschwang. Beim im Block folgenden Alex war´s dann zappenduster. Dabei wäre auch er fotografierenswert gewesen, denn am Zugschluss hing eine Bautzener B-Wagen ...

Gruß Michael

Antworten:

Michael, vielen Dank für diese interessante Dokumentation der Rettung der Staatsreserven unserer Nachbarn, schöne Aufnahmen.

Zitat
Strojmistr
Nicht wie erwartet ein MWB-ER20, sondern die betagte 212.285 sorgte dann am Nachmittag für die weitere Beförderung des DGS 45396 bis (vermutlich) Regensburg.


Tatsächlich sah ich die Lok am Abend in Regensburg, könnten auch die Kessel gewesen sein, hab aber nur aus dem Augenwinkel gegeuckt, weil ich die Familie in den Zug verfrachtet habe. Allerdings frage ich mich, ob man in den Hauptbahnhof fahren und nicht die Abkürzung übers Gleisdreieck nutzen würde ...

Gruß Robert

von RR - am 23.10.2016 21:53

Blick auf den ehemaligen Haltepunkt an der Grenze

Hallo Michael,

klasse Impressionen aus dem herbstlichen Furth. Danke dafür. Irgendwie kommt bei mir da immer ein *seufz*Gefühl auf. Die Ecke hat es mir einfach angetan, auch wenn schon viele Dinge mittlerweile verschwunden sind, seit ich Anfang der 80-ziger die ersten Male da war.

Übrigens: Wusstet ihr eigentlich, dass auf dem Bild mit dem Kesselzug gleich hinter der Grenze die Reste eines alten Haltepunkts zu sehen sind. Dort wo jetzt die Bäume rechts am Gleis stehen, war nach dem Krieg, als die Strecke über die Grenze hinweg gesperrt war, eine provisorische Haltestelle. Dort endeten und begannen Züge von Westen her. Hauptsächlich genutzt von Menschen, die aus Böhmen kommend ihre Heimat verlassen mussten.


Der "Drohneneinsatz" für das Bild hat sich rentiert ;-) Verständlich dass Du das Jubeln auf etwas später verschoben hast :-)


Viele Grüße

Chris

von JisBjoern - am 24.10.2016 20:31

Re: Blick auf den ehemaligen Haltepunkt

Hallo Chris,

das mit dem provisorischen Haltepunkt wusste ich nicht. Ist aber sehr interessant. Hast du noch genauere Informationen dazu?

Wenn wir schon bei Geschichte in diesem Bereich sind: rund 1 km Luftlinie vom Aufnahmeort gab es den kleinen Ort Plassendorf zwischen Bahnlinie und Grenze. Die Bewohner der 8 Häuser wurden gleich nach dem Krieg vertrieben. [www.zanikleobce.cz]

Offenbar muss es an der Grenze auch einmal ein (Licht-) Signal gegeben haben? Zumindest entdeckte ich unweit des nächsten Bahnwärterhauses einen entsprechenden Betonsockel, auf dem einmal ein Vorsignal gestanden haben könnte.

Andere kleine historische Anekdote: Bei einer Streckenbegehung im Frühjahr habe ich eine Kaffeetasse aus ČSD-Zeiten von "JLV" im Laub versteckt gefunden . Da hat wohl einem Reisenden mal nicht der "turecká káva" nicht geschmeckt und er hat diesen samt Gefäß aus dem Fenster befördert.

Gruß Michael

von Strojmistr - am 25.10.2016 12:02

Re: Fundstücke

Zitat
Strojmistr
Andere kleine historische Anekdote: Bei einer Streckenbegehung im Frühjahr habe ich eine Kaffeetasse aus ČSD-Zeiten von "JLV" im Laub versteckt gefunden . Da hat wohl einem Reisenden mal nicht der "turecká káva" nicht geschmeckt und er hat diesen samt Gefäß aus dem Fenster befördert.


Auch wenn mich jetzt hier Einige "mit Kaffeebohnen steinigen" werden: Mein vollstes Verständnis hat dieser unbekannt gebliebene Reisende. Hat da jetzt "JLV" (bitte keinesfalls mit einer ähnlichen Abkürzung verwechseln!) nicht mehr alle Tassen im Schrank?

Mein tollster Bahndammfund war mal als etwa Achtjähriger eine Owala. Und die war sogar von der DB, damals natürlich ein ganz besonders seltener Fund. Sie dient optisch aufgefrischt immer mal als Partyraum-Dekoration. Vorausgesetzt es sind Gäste da, die dies schätzen.

Grüße heute mal aus Martin, ne...

von Niels K. - am 25.10.2016 15:39

Re: Fundstücke

Zitat
Niels K.

Grüße ... Martin, ne...


Sollte das nicht eher Martiner heißen? Zumindest wird gerade (leider nicht selbiger) Gerstensaft wenigstens aus einem Glas von dort genossen ... :cheers:

Ich kann nachvollziehen, dass man in der flachen Speißewagentasse recht schnell auf den Kaffeesatz gestoßen ist. Mein Fall ist es auch nicht unbedingt.

Gruß Michael

von Strojmistr - am 25.10.2016 16:29

Re: Blick auf den ehemaligen Haltepunkt

Hallo Michael,

genauere Informationen habe ich leider nicht. Mir hat es mal vor Jahren ein Bauer erzählt, den ich auf der Wiese bei der Grenze getroffen habe. Wir haben uns fast eine Stunde unterhalten und er hat so einiges vom Leben direkt am Eisernen Vorhang erzählt. Und da mich als Nord-Ost-Oberpfälzer diese Geschichten von jeher interessiert haben, habe ich auch begeistert gelauscht.

Ich bilde mir ein in der Zeit nachher auch mal was gelesen zu haben, weiß aber absolut nicht mehr wo und in welchem Zusammenhang. Und eine Suche im Netz hat die Tage auch nichts brauchbares zu Tage gefördert.

Übrigens habe ich in meinem Fundus alter Eisenbahnzeitschriften in zwei Ausgaben (Ende der 60er/Anfang der 70er) vom "Fleischmann-Kurier", jaja, so etwas gabs mal :-) , zwei interessante Bilder. Einmal eines von besagter Stelle mit einer 50er die mit einem Güterzug von Ceska Kubice herüber kommt. Da waren die Bäume rechts der Eisenbahn noch nicht da und man konnte bis in die Kurve schauen.

Das andere Bild zeigt eine T669 im Bahnhof von Furth mit dem Hinweis, dass diese Loks neuerdings in den Bayerischen Grenzbahnhof kommen, die Anwohner aber wegen ihrer Lautstärke Sturm laufen gegen diese Einsätze. Hm, jetzt mal alle die die Strecke kennen und lieben Augen zu, sich in Gedanken auf die Wiese oberhalb der Schleife setzen und einer Schalldämpfer losen Trommel zuhören, die sich mit einem langen Güterzug aus Zweiachsern langsam bergan arbeitet *seufz*

Schöne Grüße in die Runde

Chris

von JisBjoern - am 27.10.2016 19:57

Re: Verweis

Zitat
Strojmistr
Andere kleine historische Anekdote: Bei einer Streckenbegehung im Frühjahr habe ich eine Kaffeetasse aus ČSD-Zeiten von "JLV" im Laub versteckt gefunden . Da hat wohl einem Reisenden mal nicht der "turecká káva" nicht geschmeckt und er hat diesen samt Gefäß aus dem Fenster befördert.


Dazu sei dir und den anderen Forenkollegen auch ein Blick in die neueste Hausillustrierte - äh Kundenzeitschrift der JLV empfohlen. Entdeckt neulich im Speisewagen auf einer abendlichen Fahrt von Nordmähren nach Ostböhmen ...

Leider zwingt die JLV-Heimseite dazu, den Flaschenspieler - äh Flashplayer anzuwerfen (bei mir in der Zweitbrause), aber dort findet man auch einen Pdf-Verweis:

[www.jlv.cz]

(Wen Schönheitsköniginnen oder Prager Stadthonig nicht interessiert, begebe sich direkt zu den Seiten 22-27 ...)

Na zdraví!

von AAW - am 28.10.2016 20:25
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