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Joachim Piephans, Niels K., AAW, wxdf, RR

Der Prager Ort der Stille - Bahnhof Bubny (m. 17 B.)

Startbeitrag von Joachim Piephans am 02.05.2017 11:30

Liebe Freunde,

den alten Prager Bahnhöfen geht es an die Substanz. Vyšehrad - im Verfall. Vysočany - Stationsgebäude soll abgerissen werden. Der Masarykbahnhof wird mit modernster Architektur eingeschnürt, umklammert. Und nur wer Bescheid weiß, kann das Gebäude der einstigen Station "Královské Vinohrady / Königliche Weinberge" am Fuß der Nusler Stiege, gleich südlich des Hauptbahnhof-Tunnels, zuordnen. Allein Dejvice - am Ort der allerersten Prager Bahnstation überhaupt - und Vršovice stehen frei und schön restauriert da.

Und dann ist da noch Bubny. Bis vor rund einem Jahrhundert noch Bubna genannt, baute die k.k. Nördliche Staatsbahn und in deren Nachfolge die StEG dort umfangreiche Werkstättenanlagen und ein Heizhaus, gleichsam den Vorbahnhof zum räumlich eingeschränkten Staatsbahnhof (Masarykovo n.). Später führte dann die Buschtiehrader Eisenbahn ihre von Dejvice weitergeführte Strecke hier in die StEG-Hauptlinie Prag - Bodenbach ein. So halten heute in Bubny am Stationsgebäude die Personenzüge der KBS 120 von Rakovník/Kladno, während alle Züge der KBS 090 (Schnellzüge nach Děčín und Personenzüge/Eska) durchfahren und für die Eska ein eigener Haltepunkt "Holešovice zastávka" im Nordkopf des Bahnhofs Bubny besteht (siehe hier: [20329.foren.mysnip.de] ).

Heizhaus, Güteranlagen und die allermeisten Hochbauten auf der Ost-, der Werkstättenseite sind mittlerweile abgerissen, nur das StEG-typische Wasserhaus steht einsam im Gelände. Die riesige Fläche zur Argentínska hin soll urban bebaut werden, in diesem Zusammenhang die Bahnanlagen weiter verkleinert und eine viergleisige Abzweig-/Haltestelle entstehen mit zwei Gleisen für die KBS 090 und zweien für die KBS 210. An die Anfänge der Eisenbahn in Prag wird dann zumindest innerhalb der Holleschowitz-Bubener Moldauschleife nichts mehr erinnern. Aufgrund dieser Pläne wird in das Stationsgebäude und dessen Umfeld nicht mehr viel investiert. Ein sehr eigenartiger Ort inmitten des lauten Prag.

Bisher hab ich nur einmal in Bubny ein wenig die Stimmung eingefangen. Von diesem 30. Oktober des vergangenen Jahres hier einige Bilder, aufgrund sehr düsteren Wetters nur digital fotografiert:




Straßenseitiger Eingang in das Aufnahmsgebäude. Cesty .Ticha, dazu kommen wir später




Ums Eck herum bietet sich dieser Blick unter die Veranda, Richtung Negrelli-Viadukt/Masarykbahnhof.




Selbe Stelle, Blick nach Norden: links, vor dem Stellwerk, verlaufen die Gleise der Buštěhrader / KBS 120, hinter diesem und unter der Oberleitung in gerader Linie diejenigen der linkselbischen Hauptstrecke.




Bonjour Tristesse ...




Gleisseitiger Zugang zum Gebäude. Die Höhenmetertafel fand einen kulturfrevelnden Sammler ...




Neue Stationsschilder in der aktuellen Farbaufteilung bekommt Bubny wohl auch nicht mehr spendiert. Umso schöner die hinterleuchteten alten Tafeln auf beiden Seiten.




In Bubny saß mancher seine Zeit ab. Von den ČSD bis ins Prag von Trash und Punk.




Es verirren sich Reisende hierher ... die Züge nach Kralupy und Děčín passieren mit gebührendem Abstand, auch die Eilzüge von Kladno und Rakovník fahren auf den Hausgleisen nur durch, doch zweimal in der Stunde hält eine Regionova für allfällige Fahrgäste.




Hier, an den lange ungenutzten Stutzen, wird im August der provisorische Endhaltepunkt "Bubny-Vltavská" errichtet, wenn für längere Zeit der Negrelli-Viadukt gesperrt und saniert wird, auf dessen Hauptgleise der 814 gerade einschwenkt. Mit einem kurzen Abgang ist man gleich unten an der gleichnamigen Metrostation.




Ein Klassiker aus ČSD-Zeiten sind die erhabenen Stationsanschriften in der typischen Schriftart, auf der Südseite noch gut erhalten.


Verschwindet mit der radikalen Neubebauung des Bahnareals auch das ohnehin nur brüchige Bewußtsein der dunkelsten Jahre von Bubny? Rund 50.000 Juden aus Prag selbst und weiterer Herkunft wurden in der Protektoratszeit auf den Gleisen des Bahnhofs "verladen" und in die Lager, in die Vernichtung verbracht. Bubny war in Prag, was Grunewald in Berlin (Mahnmal Gleis 17) war.
In den letzten Jahren hat eine Initiative viel erreicht, es gab eine Ausstellung und das davon stammende temporäre Mahnmal blieb stehen, am Gebäude angebrachte Schilder hängen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht bzw. ob und wie es sich - auch als notwendiger Erinnerungsort - in die Neubebauung einfügen kann, ist offen.




Kurzinformation zum Projekt Cesty .Ticha - Straßen der Stille.




Das Mahnmal "Braná nenávratna" von Aleš Veselý.




Aus anderer Perspektive begleitet allein der Stationsname.




"Leider nur Geschichte"




"Das ist leider nicht nur Geschichte"


Eigentlich hätte ich auf Schwarz-weiß-Film fotografieren müssen. Dem Gegenstand entspräche das klassische Medium besser.




Vom Bahnhofsvorplatz linker Hand in der übernächsten Querstraße, der Heřmanova, findet sich die Kavárna Liberál, ein etwas kahl wirkendes, hohes und leicht verrauchtes Kaffeehaus.




Daß über dem Tisch gleich an der Tür das Debütalbum von Serge Gainsbourg lehnt, "Du chant à la une! …", paßt wiederum nach Bubny. Der Chansonnier mit der plakativ verrucht-verrauchten Karriere paßt in die Vorstadt, seine Herkunft als Sohn aus Russland nach Paris eingewanderter jüdischer Eltern, der als Kind und Heranwachsender den gelben Stern zu tragen hatte, fügt sich in die schweigende Geschichte des Bahnhofs in der Moldauschlinge.
Auf der leeren Tischplatte fehlt eigentlich nur ein Päckchen Gitanes und eine leere Moccatasse ...



Ich hoffe noch auf die ein oder andere Besuchsgelegenheit, bevor Radek Bágr kommt. Und wünsche, daß die Erinnerung an die Züge ohne Wiederkehr und an die Stillen Straßen der Stadt, durch die die Deportanten nach Bubny gingen, einen dauerhaften, deutlichen Ort dortselbst findet.


Grüße,
Joachim

Antworten:

Kavárna Liberál

Die Kavárna Liberál ist übrigens Drehort dieses m. E. gelungenen Musik-Videos der Gruppe Škwor : youtube.com

Grüße Robert

von RR - am 03.05.2017 22:17

Re: Der neue Prager Umsteigeknoten (m10B)

Joachim, Du warst klug genug den Besuch im Bf Bubny in den Herbst zu legen. Die bunt gefärbten Bäume nehmen ihm dann wenigstens etwas von der Tristesse, die er in der restlichen Zeit des Jahres ausstrahlt.
Ich war am 17. März diesen Jahres, noch vor Beginn der großen Bauarbeiten dort. Da konnte man schon etwas "den Blues bekommen"… :(




^1+2 Einziger Lichtblick ist der doch recht bunte Fahrzeugeinsatz. Wobei auch hier mit den weggefallenen Durchfahrten der werktäglichen Verstärkerzüge -gebildet aus der BR 451/452- eine gewisse Uniformität einzog.


Schön, daß sich hier noch ein paar Leute für den alltäglichen Betrieb in der tschechischen Hauptstadt interessieren und ihn auch dokumentieren. :--P
Das sind die Bilder vor denen wir in zwanzig Jahren sitzen und von den längst vergangenen Zeiten schwärmen.
Und deshalb folgen hier auch noch einige Aufnahmen vom temporären Bahnsteig, alle entstanden am 4. Juli 2017. Das war der erste Betriebstag nach der Inbetriebnahme des "Bahnhofsteils Praha-Bubny Vltavská".
In mehr oder minder ferner Zukunft stellt sich der Netz- und Bahnhofsbetreiber SŽDC diesen übrigens so vor: [www.szdc.cz]


^3 Das Empfangsgebäude, derzeit kein wirklich einladender Ort für längeres Warten auf den Zug, aber immerhin...




^5 Ankommende Züge fahren gleich aufs besetzte Gleis um für die Rückfahrt verstärkt zu werden. Dafür steht hier der Kollege Rangierer parat. Eine Lösung, die in Deutschland ohne aufwändigste sicherungstechnische Umbauten einfach undenkbar scheint.


^6 Auch das Fernsehen war am ersten Tag des neuen "Bahnhofs" da, inzwischen dürfte für die kommenden etwa zwei Jahre Normalität eingezogen sein.






Auf dem Rückweg von diesen Bildern fiel mir noch das "Kunstwerk" unterm Bahnsteigdach auf.




^9+10 Ist hier angesichts des Zustands des Bahnhofs Jemand aus den sprichwörtlichen Latschen gekippt? Oder was wollte der Künstler uns hier sagen?

Das fragt sich mit hauptstädtischen Grüßen

von Niels K. - am 12.09.2017 11:21

Premierenbilder ...

... in doppelter Hinsicht: einmal lieferst Du uns Aufnahmen vom ersten Betriebstag des Haltepunktes Praha-Bubny Vltavská, außerdem sind das die ersten, die ich im Netz finde, die die Anlage mit Betrieb zeigen. Im k-Report sind sie diesbezüglich zurückhaltend. Oder desinteressiert. Danke also, Niels!

Der superpraktische Stationsbau, der uns nach Ende des Provisoriums vielleicht in Zweitnutzung auf einer Lokalbahn begegnen wird, bietet immerhin Windschutz nach zwei Seiten. Die Masse der Fahrgäste stellt sich entweder links oder rechts unter, die andere Hälfte bleibt frei ... :D

Zur Kunst: schaut mir aus wie ein Kniefall. Vielleicht wollte jemand etwas zum Gedenkort Adäquates schaffen? Ob es paßt, entscheidet wie immer bei Kunst jeder für sich selbst. Die Frage ist ja zuallererst nie "Was will uns der Künstler damit sagen?", sondern "Was sehe ich darin und welchen Impuls bekomme ich?" Mich spricht das Schuh-Werk an.


Grüße über Prag nach Sachsen westlich und östlich der Elbe!
Joachim

von Joachim Piephans - am 12.09.2017 12:17

Re: Der neue Prager Umsteigeknoten (m10B)

Hallo Niels,

ich war kurz vor Inbetriebnahme des zweiten Prager Prellbockhaltepunktes dort, da wurde noch fleißig gewerkelt.
Zitat
Niels K.
^5 Ankommende Züge fahren gleich aufs besetzte Gleis um für die Rückfahrt verstärkt zu werden. Dafür steht hier der Kollege Rangierer parat.


Der Kollege ist ja eigentlich nur als Kuppler dort. ;-)

Fährt man als Zugfahrt in den Gleisstumpf? Die "Zusatzwagen" stellt man vmtl. im ehemaligen Betriebswerk unter, oder?

Mal sehen, ob ich es bei einem meiner nächsten Prag- oder Umsteigeaufenthalten dorthin schaffe und mir ein eigenes Bild verschaffe ...

Ahoj

PS @ Joachim: Bei mapy gibt es zumindest ein Bild des "Empfangsgebäudes" [mapy.cz] und eins mit Tupperdose in der Dämmerung [mapy.cz].
(Ich benutze mapy mittlerweile auch für anderes Ausland. Finde ich einfach besser als das gruselige Gugel Mäps. Z.B. waren auch in Dänemark viele Gaststätte etc drin oder auch die Museumsstraßenbahn auf Seeland (inkl. Haltestellen!). Als ich gerade nochmal Sporvejmuseet suchen wollte kam bei irgendeiner Anfangsbuchstabenfolge auch an vierter oder fünfter Stelle das "Restaurace a pohostinství Sportheim Weixdorf" zur Auswahl... :))

von AAW - am 15.09.2017 21:14

Betriebliche Feinheiten in der Moldauschleife

Zitat
AAW
Fährt man als Zugfahrt in den Gleisstumpf?


Davon ist auszugehen. Hat man bei "Na Knížecí" ja auch so gemacht und fuhr vom Semmering kommend vom Einfahrsignal von Praha-Smichov spol. nadr. durch das äußerste Gleis ebendesselben ohne irgendeinen Betriebshalt durch in die Güteranlagen und bis zum Endbahnsteig am Prellbock eines der früheren Ladegleise. Es sei denn, an einem definierten Punkt würden alle Zugfahrten in eine Rangierfahrt übergehen - was für den Betrachter und den Fahrgast nicht erkenntlich wäre. Die Entfernung in Bubny vom gewöhnlichen (nun zumeist durchfahrenen) Halteplatz am Stationsgebäude bis zum neuen Endpunkt "Bubny Vltavská" ist wesentlich kürzer als seinerzeit in Smichov draußen, sodaß wahrscheinlich von der Geschwindigkeit darauf nicht geschlossen werden kann.


Zitat
AAW
Die "Zusatzwagen" stellt man vmtl. im ehemaligen Betriebswerk unter, oder?


Was meinst du mit "ehemaligem Betriebswerk"? Ist ja nach Rückbau sämtlicher Anlagen östlich der Durchfahrgleise der KBS 090 vom einst mit zwei großen Rechteck-Heizhäusern ausgestatteten Depo Bubny aus StEG-Zeiten und der ehemaligen StEG-Zentralwerkstätte nichts mehr übrig (außer dem Wasserhaus). Vermutlich hast Du den kleinen einst zweiständigen Schuppen am Stellwerk in der Streckentrennung zwischen 120 (Buschtiehrader) und 090 (StEG) im Blick, der vermutlich mal der BEB gedient hat. Da liegt nur ein Gleis, das vom Vltavská-Stutzen nur mit zweifachem Sägen zu erreichen ist. Einfacher ist es, bis eben zum Stellwerk zurückzufahren und dann einfach in einem der 120er Stationsgleise vor der EG abzustellen, falls nicht für die Baulogistik gebraucht.


Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 16.09.2017 11:06

Volles Haus in ... (m1B)

Hallo ins "Dopravní kancelář",

ich kann zwar wenig zu Euren Fragen bezüglich der Betriebsdurchführung beitragen. War mein Besuch in Bubny am ersten Tag des Baufahrplans doch ein recht kurzer.
Aber ein Bild aus "Legoland" kann ich wenigstens noch beisteuern:


Frei nach dem Motto "Volles Haus in ... Praha-Bubny Abstellbahnhof"

von Niels K. - am 16.09.2017 12:35

Re: Volles Haus in ... (m1B)

Genau so dachte ich mir das. Und noch etwas wird deutlich: Man stellt frühmorgens ab, umfahren werden die Wagenzüge erst nachmittags vor Rückfahrt in die Provinz.

Frage: Ist das Hausgleis herausgerissen worden? Oder zum Stutzen verkürzt? Ich erahne links eine angeschnittene Rautentafel.

Gruß,
Joachim

von Joachim Piephans - am 16.09.2017 12:48

Re: Volles Haus in ... (m1B)

Zitat
Joachim Piephans
Zitat
AAW
Die "Zusatzwagen" stellt man vmtl. im ehemaligen Betriebswerk unter, oder?


... Da liegt nur ein Gleis, das vom Vltavská-Stutzen nur mit zweifachem Sägen zu erreichen ist. Einfacher ist es, bis eben zum Stellwerk zurückzufahren und dann einfach in einem der 120er Stationsgleise vor der EG abzustellen, falls nicht für die Baulogistik gebraucht.


Da hatte ich irgendwie "mehr" in Erinnerung. Und das erst herumgesägt werden muß war mir auch nicht bewußt. Ein Blick auf Luftbild oder Gleisplan kann eben durch nichts ersetzt werden als durch einen Blick auf Luftbild oder Gleisplan ... ;)

Zitat

... Und noch etwas wird deutlich: Man stellt frühmorgens ab, umfahren werden die Wagenzüge erst nachmittags vor Rückfahrt in die Provinz.


Man hat wohl das Prozedere gelassen wie am Masarykbahnhof. Dort wurde m.W. nicht jeder Zug umfahren, sondern eine Lok hat z.T. drei der kurzen Züge umfahren. Der Dreier wurde dann auch mit einmal an den Bahnsteig gedrückt und die Züge fuhren nacheinander los. Wenn ich mich recht erinnere, waren einige Reisende irritiert, daß der Zug vorn, der Zug gaaanz vorn ist und sie an zwei "Mittelloks" vorbeilaufen mußten ...

Ahoj

von AAW - am 16.09.2017 17:37

Re: Bubny en Detail (m2B)

Zitat
Joachim Piephans
Frage: Ist das Hausgleis herausgerissen worden? Oder zum Stutzen verkürzt? Ich erahne links eine angeschnittene Rautentafel.


Zum Stutzen verkürzt würde ich an Hand des folgenden Fotos und auch des relativ aktuellen Gleisplans im Bauzustand meinen:
[gvd.cz.uvirt43.active24.cz] (Registerblatt PZZ ist der Bauzustand)



Ich vermute allerdings, daß alle gestrichelten Gleise nach deutschem Verständnis Nebengleise -also ohne gesicherte Zugfahrstraßen- sind. Sämtliche Zwergsignale Richtung Masarykovo sind ausgekreuzt, also fährt man vermutlich ab Esig ins teilweise besetzte Einfahrgleis mit Ziel Prellbock am Metrostutzen oder ersaztzweise aufgestellten "H-Tafeln" in den Gleisen 7, 9, 11 und 13.

Interessantes Detail am Rande dieses Gleisplan; das "Millerova kolej". Ohne jegliche numerische Kennzeichnung.
Ob der Pan Millerov der alte Bahnmeister war, der hier immer seine Inspektionsdraisine abgestellt hat und dann von der Paní Millerova abgeholt wurde? ;)


30.VII.2017, Depot des NTM Prag im Lokschuppen Chomutov (Komotau)

von Niels K. - am 18.09.2017 15:18

Kleine Sprachkunde

Wenn man im Tschechischen etwas bezeichnen will, was einer Person gehört oder ihr zugehörig ist, gibt es abhängig vom nachfolgenden Substantiv und dessen Geschlecht folgende Formen :

männlich : Karlův most = Karlsbrücke
weiblich : Karlova univerzita = Karlsuniversität
sächlich : Karlovo auto = Karls Auto
Mehrzahl : Karlovy Vary = deutsche Ortsbezeichnung Karlsbad, müsste grammatisch korrekt eigentlich "Karlsbäder" heißen

Der Herr heißt daher nicht "Millerov", sondern einfach nur Miller.
Und aus Zeiten, wo man noch nicht von Gleichberechtigung von Mann und Frau gesprochen hat, stammt die "Millerová" = die Frau vom Miller.
Zu der Gleisbezeichnung habe ich mal im K-Report nachgefragt, außer Vermutungen ist dabei aber nichts heraus gekommen. Auch über eine Suche auf seznam.cz habe ich nichts gefunden.

von wxdf - am 21.09.2017 14:22
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